Nikon Coolpix S8000: kompakte Superzoom-Kamera mit 14 Megapixeln Auflösung

von Stefan Möllenhoff am , 13:01 Uhr

Pro
  • sehr gutes Display
  • Stereo-Mikrofon
  • schickes Design
  • zehnfacher Zoom
Con
  • kein optischer Zoom während Videoaufnahme
  • keine manuellen Modi
  • schlechte Bildqualität bei hohen ISO-Empfindlichkeiten
Hersteller: Nikon Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,2 von 10 Punkte
Fazit:

Die Nikon Coolpix S8000 bietet ein paar nette Extras wie das hochauflösende Display und das Stereo-Mikrofon. Sie ist oberdrein noch recht zügig unterwegs. Leider bricht die Bildqualität bei hohen ISO-Empfindlichkeiten ein, und es gibt keine manuellen Einstellungsmöglichkeiten. Alles in allem ist die Digicam eine überdurchschnittliche, aber nicht herausragende kompakte Superzoomkamera.

Vor einem Jahr hätte die 220 Euro teure Nikon Coolpix S8000 mit ihrem 14-Megapixel-Sensor, dem Weitwinkelobjektiv, dem hochauflösenden Display und der 720p-Videofunktion beeindruckt. Inzwischen gibt es allerdings etliche Modelle, die ein ganz ähnliches Datenblatt zu bieten haben und zusätzlich noch manuelle Aufnahmefunktionen mitbringen. Ob sich die kompakte Nikon trotdem von der Konkurrenz abheben kann, zeigt dieser Testbericht.

Die Nikon S8000 zielt vornehmlich auf Schnappschussfotografen ab. Sie bietet zwei verschiedene Automatiken, zahlreiche Szenenprogramme und eine recht flotte Performance. Anspruchsvolle Fotografen, die sich manuelle Einstellungsmöglichkeiten wünschen, sollten allerdings zu einem anderen Modell greifen.

Design

Die Nikon S8000 ist in Braun, Silber und Schwarz erhältlich. Mit einer Dicke von 27,3 Millimetern ist sie für eine zehnfach vergrößernde Digicam erstaunlich kompakt. Um die Optik herum befindet sich ein leicht hervorstehender Wulst, der sich deutlich vom ansonsten recht eckigen Design abhebt. Trotzdem oder gerade deswegen sieht die Kamera schick aus. Sie passt einwandfrei in die Hosentasche.

Links auf der Oberseite befindet sich der Ausklappblitz, rechts sitzen Ein/Aus-Schalter und Auslöser mitsamt Zoomring. [1]
Links auf der Oberseite befindet sich der Ausklappblitz, rechts sitzen Ein/Aus-Schalter und Auslöser mitsamt Zoomring.

Das Metallgehäuse macht einen hochwertigen Eindruck. Einen ausgeprägten Handgriff gibt es zwar nicht, doch die texturierte rechte Seite sorgt für einen recht sicheren Sitz in der Hand. Wenn wir etwas am Design zu bemängeln haben, dann ist es der Blitz. Er springt bei Bedarf auf der linken Oberseite aus dem Gehäuse hervor und steht dann gelegentlich etwas im Weg. Immerhin klappt er nur bei Bedarf aus.

Weder die Bedienelemente noch das Menüsystem geben Rätsel auf. Auch Anfänger können sofort loslegen, ohne sich erst aufs Handbuch stürzen zu müssen. Das Menü gliedert sich in drei Tabs, die Einstellungen zu Fotomodus, Videofunktion und Grundeinstellungen bereithalten. Alles ist dort, wo es hingehört – Schnitzeljagden gibt’s bei der Nikon nicht. Dank des hochauflösenden Displays sehen sowohl die Menüs als auch bereits aufgenommene Fotos und Videos ansprechend aus. Die Anzeige ist ordentlich hell und lässt sich auch bei Sonnenlicht noch gut ablesen.

Das Tastenlayout ist übersichtlich: Unterhalb der Daumenablage befindet sich ein dedizierter Button für die Videoaufnahme. Darunter sitzt ein mit Scene beschrifteter Knopf, der zwischen den Aufnahmemodi wechselt, und rechts davon eine Wiedergabetaste. Weiter folgen noch ein mit Drehring versehenes Vier-Wege-Pad, das auch zum Konfigurieren von Selbstauslöser, Blitz, Belichtungsausgleich und Makromodus herhält, sowie Menü- und Löschen-Taste. Der Drehring ist leichtgängig und rastet leicht ein. Wie gesagt, hier gibt es keine Überraschungen. Allerdings könnte die Benutzeroberfläche etwas schneller auf Tasteneingaben reagieren.

Die Menüs sind übersichtlich und intuitiv aufgebaut. Allerdings könnte das Interface etwas flotter reagieren. [2]
Die Menüs sind übersichtlich und intuitiv aufgebaut. Allerdings könnte das Interface etwas flotter reagieren.

Die Energieversorgung übernimmt ein proprietärer Lithium-Ionen-Akku, dessen Kapazität jedoch nur für magere 210 Aufnahmen reicht. Immerhin: Der Stromspeicher lässt sich in der Kamera selbst laden – wahlweise via USB-Port vom PC oder mittels Netzadapter. Das Akku- und Speicherkartenfach befindet sich auf der Unterseite der Kamera. Daneben sitzt ein kombinierter Mini-USB- und Video-Port. Rechts am Gehäuse findet sich ein Mini-HDMI-Anschluss. Ein passendes Kabel ist leider nicht im Lieferumfang enthalten.

Ausstattung

Hersteller Canon Nikon Panasonic
Modell PowerShot SX210 IS [3] Coolpix S8000 Lumix DMC-TZ10 [4]
Preis 270 Euro 220 Euro 290 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-CCD 1/2,3-Zoll-CCD 1/2,3-Zoll-CCD
Auflösung 12 Megapixel 14 Megapixel 14 Megapixel
Optischer Zoom 12-fach 10-fach 12-fach
Brennweitenbereich 28 – 336 mm 30 – 300 mm 25 – 300 mm
Lichtstärke F3,4 – F5,3 F3,5 – F5,6 F3,3 – F4,9
Bildstabilisator optisch optisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 80 – 1600 ISO 100 – 3200 ISO 80 – 6400
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel 4320 x 3240 Pixel 4000 x 3000 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel, 30 fps 1280 x 720 Pixel, 24 fps 1280 x 720 Pixel, 30 fps
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P P, A, S, M
Display 3,0 Zoll, 230.000 Pixel 3,0 Zoll, 921.000 Pixel 3,0 Zoll, 461.000 Pixel
Speichermedien SD, SDHC, MMC SD, SDHC SD, SDHC, SDXC
Anschlüsse USB, AV, HDMI USB, AV, HDMI USB, AV, HDMI
Abmessungen 10,3 x 6,1 x 3,8 cm 10,3 x 5,7 x 2,7 cm 10,3 x 6,0 x 3,3 cm
Gewicht 220 g 183 g 218 g

Die Nikon Coolpix S8000 bietet zwei verschiedene Automatiken. Eine davon wählt aus sechs Szenenprogrammen das zum Motiv passendste heraus. Kann sich die Kamera nicht entscheiden, springt sie in die Standard-Automatik. Hier gibt es die meisten Freiheiten bei der Konfiguration: ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Belichtungsausgleich und -messung, Serienbildfunktion sowie Autofokusbereich und -modus. Außerdem lassen sich Farbton und Sättigung anpassen. Erfreulicherweise merkt sich die Kamera die hier getroffenen Einstellungen auch, wenn man sie ausschaltet.

Wer in der Lage ist, einen Sonnenuntergang von seinem Haustier zu unterscheiden, kann auch händisch eines von 16 Szenenprogrammen auswählen. Neben den Standards wie Portrait und Landschaft gibt es hier auch einen Panorama-Assistenten, der beim lückenlosen Fotografieren hilft. Die Einzelbilder lassen sich mit Hilfe der mitgelieferten Software später am Rechner zusammenkleben.

Nikons intelligente Portraitfunktion bekommt einen eigenen Auswahlpunkt im Aufnahmemenü. Sie vereint Blinzel- und Lächelerkennung, Rote-Augen-Korrektur, Beauty-Modus und Gesicht-Prioritäts-Autofokus in einem. Abgesehen von der Rote-Augen-Korrektur funktioniert das System sehr zuverlässig. Insbesondere bei Selbstportraits hilft die Lächelerkennung, die automatisch ein Foto schießt, sobald sie ein fröhliches Gesicht sieht. Die Blinzelerkennung schießt ein zweites Foto, sollte jemand mit geschlossenen Augen abgelichtet worden sein. Der Beauty-Effekt lässt sich in drei Intensitäten regeln oder komplett deaktivieren, und Blinzel- sowie Lächelerkennung sind ebenfalls abschaltbar.

Zu guter Letzt gibt es noch einen Verfolgungsautofokus. Dazu platziert der Fotograf das Fokuskästchen einfach auf dem Objekt der Begierde und drückt die mittig im Vier-Wege-Pad platzierte Ok-Taste. Ab sofort versucht die Kamera, das Ziel nicht mehr aus den Augen zu verlieren – auch wenn es kurzzeitig das Bild verlässt. Es stehen außerdem Optionen für Einzel-, Gesichts- oder kontinuierlichen Fokus zur Verfügung. Der Rest läuft vollautomatisch ab. Eine Möglichkeit, Fokusbereiche zu bestimmen, gibt es leider nicht.

Fans von Nahaufnahmen haben mehrere Möglichkeiten, in den Makro-Modus zu wechseln. In der Szenenautomatik springt die Kamera zuverlässig selbsttätig in das Makro-Programm, wenn das Motiv unmittelbar vor der Linse sitzt. Außerdem gibt es unter den Szenenprogrammen eine Nahaufnahmefunktion, und in der Standard-Automatik lässt sich der Makrofokus auf dem Vier-Wege-Pad aktivieren. Die Naheinstellgrenze liegt bei einem Zentimeter.

Außergewöhnlich für eine 220-Euro-Kamera: Die Coolpix S8000 bringt auf der rechten Seite einen HDMI-Port mit. Das passende Kabel ist jedoch nicht im Lieferumfang enthalten. [5]
Außergewöhnlich für eine 220-Euro-Kamera: Die Coolpix S8000 bringt auf der rechten Seite einen HDMI-Port mit. Das passende Kabel ist jedoch nicht im Lieferumfang enthalten.

Einen Videomodus oder dergleichen gibt es bei der S8000 nicht. Die Filmfunktion aktivieren Anwender einfach mittels Betätigung der dedizierten Aufnahmetaste. Die maximale Auflösung beträgt 1280 mal 720 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde. Leider steht der optische Zoom während der Aufnahme nicht zur Verfügung, sondern lediglich eine digitale Vergrößerungsfunktion, die Qualität kostet. Dafür gibt es einen kontinuierlichen Autofokus.

Leistung

Nikon bewirbt die S8000 mit ultraschnellen Reaktionszeiten. Und hat recht – jedenfalls teilweise. Bis nach dem Einschalten das erste Bild im Kasten vergehen lediglich 0,8 Sekunden. Allerdings gilt das nur, wenn man den Auslöser im richtigen Moment drückt. Bei einer gleichzeitigen Betätigung von Einschalter und Auslöser schießt die Kamera kein Foto. Zwischen zwei Fotos genehmigt sich die Digicam Verschnaufpausen von 1,7 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert auf 2,1 Sekunden.

Die Auslöseverzögerung beträgt 0,5 Sekunden bei guten und 0,9 Sekunden bei schlechten Lichtverhältnissen. Die S8000 bietet ein paar verschiedene Serienbildmodi. Mit voller Auflösung schafft sie 1,2 Bilder in der Sekunde. Mit auf drei Millionen Bildpunkte reduzierter Pixelzahl sind drei Aufnahmen pro Sekunde und insgesamt bis zu 45 Fotos in Serie. Fokus, Belichtung und Weißabgleich passt die Digicam hier allerdings ab der ersten geschossenen Aufnahme nicht mehr an, und die Lichtempfindlichkeit bewegt sich zwischen ISO 400 und 3200. Das ist zwar nicht ungewöhnlich für diese Kameraklasse, die Resultate eignen sich jedoch nicht für Abzüge im Poster-Format.

Bildqualität

Die Fotos der Nikon Coolpix S8000 sehen recht durchschnittlich aus. Bis einschließlich ISO 400 weisen die Aufnahmen wenig Rauschen und viele Feinheiten auf und kommen auch im DIN-A4-Format noch ordentlich herüber. Oberhalb von ISO 400 wirken die Ergebnisse allerdings eher wie Aquarelle denn wie Fotos. Mit ISO 1600 und 3200 schließlich sind die Details stark verschmiert, und es landen sowohl gelbe Farbflecken als auch blaues Rauschen auf den Bildern.

Im Automatikmodus lässt sich die Empfindlichkeit wahlweise auf ISO 100 bis 400 oder ISO 100 bis 800 begrenzen. Bei guten Lichtverhältnissen empfehlen wir erstere Einstellung, wer jedoch den zehnfachen Zoom voll ausnutzen möchte oder im Zwielicht fotografiert, sollte letztere Option wählen.

Die Linse bringt im Weitwinkel eine minimale Tonnenverzerrung aufs Bild. Im Telebereich stellen wir eine sehr leichte kissenförmige Deformation fest. Die Mittenschärfe ist in Ordnung, zum Rand hin wirken die Aufnahmen allerdings merklich weicher. Das Objektiv bringt an Übergängen mit hohen Kontrasten überdurchschnittlich viele Farbsäume auf die Fotos – vornehmlich ebenfalls am Bildrand und nicht in der Mitte.

An der Farbwiedergabe haben wir nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Die Fotos sehen hell, lebendig und realistisch aus. Lediglich die Blautöne könnten einen Tick kräftiger sein. Belichtung und Weißabgleich sind ebenfalls gut. Das Licht von Leuchtstoffröhren sorgt allerdings für einen Grünstich auf den Fotos. Die entsprechende manuelle Einstellung des Weißabgleichs schafft das Problem aus der Welt.

Die Videoqualität bewegt sich auf dem Niveau von Pocket Camcordern. Die Clips sehen gut aus, ruckeln allerdings bei bewegten Motiven etwas. Das auf der Oberseite der Kamera angebrachte Stereomikrofon leistet gute Dienste.

Fazit

Die Nikon Coolpix S8000 überzeugt mit vergrößerungsstarkem Objektiv, hochauflösendem Display und Stereomikrofon. Es ist allerdings schade, dass der optische Zoom während der Videoaufnahme nicht funktioniert, keine manuellen Einstellungsmöglichkeiten an Bord sind und die Bildqualität bei hohen ISO-Empfindlichkeiten spürbar nachlässt. Wenn der Hersteller hier bei der Nachfolgerin nachbessert, kann er uns begeistern. Bis dahin ist die S8000 eine überdurchschnittliche, aber nicht spektakuläre Kompaktkamera.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (mit Blitz)   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (ohne Blitz)   
Auslöseverzögerung (Zwielicht)   
Auslöseverzögerung (Tageslicht)   
Panasonic Lumix DMC-ZX1 [7]

2 
2.5 
2 
0.6 
0.4 
Fujifilm FinePix JZ500 [8]

2.7 
2.8 
2.8 
0.6 
0.4 
Canon PowerShot SX120 IS [9]

2.5 
6.1 
2.6 
0.7 
0.6 
Nikon Coolpix S8000

0.8 
2.1 
1.7 
0.9 
0.5 
Sony Cyber-shot DSC-W370 [10]

2.3 
4.2 
1.9 
1.6 
0.8 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Nikon Coolpix S8000

1.2 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41532592/nikon_coolpix_s8000_hinten.jpg

[3] PowerShot SX210 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41530125/testbericht/canon+powershot+sx210+is+14_megapixel_superzoomer+im+test.htm

[4] Lumix DMC-TZ10: https://www.cnet.de/tests/digicam/41528748/panasonic+lumix+dmc_tz10+im+test+12_fach_gps_superzoomer.htm

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41532592/nikon_coolpix_s8000_seite.jpg

[6] Beispielfotos: die Bildqualität der Nikon Coolpix S8000: https://www.cnet.de/41532597/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-nikon-coolpix-s8000/?pid=1#sid=41532592

[7] Panasonic Lumix DMC-ZX1: https://www.cnet.de/tests/digicam/41501553/testbericht/panasonic+lumix+dmc_zx1+kompaktkamera+mit+8_fach_zoom.htm

[8] Fujifilm FinePix JZ500: https://www.cnet.de/tests/digicam/41531926/fujifilm+finepix+jz500+im+test+kompakte+superzoom_kamera+fuer+wenig+geld.htm

[9] Canon PowerShot SX120 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41502773/canon+powershot+sx120+is+neue+alte+superzoomkamera.htm

[10] Sony Cyber-shot DSC-W370: https://www.cnet.de/tests/digicam/41531123/sony+cyber_shot+dsc_w370+top_ausstattung_+aber+maessige+bildqualitaet.htm