LG 42LE7500: schicker Edge-LED-Fernseher mit lokaler Dimmfunktion

von Alex Jennings und Pascal Poschenrieder am , 17:30 Uhr

Pro
  • prächtiges Design
  • helles und farbenfrohes Bild
  • reichlich Features
  • viele Anschlüsse
Con
  • begrenzte Blickwinkel
  • LED-Local-Dimming-Engine arbeitet nicht perfekt
  • mittelmäßige Blickwinkel
  • schwacher Sound
  • ungleichmäßige Hintergrundbeleuchtung
Hersteller: LG Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,9 von 10 Punkte
Fazit:

Der LG 42LE7500 macht mit seinem schicken und flachen Design, seinem farbenfrohen und intensivem Bild und seiner gigantischen Ausstattung einen sehr guten Eindruck. Je mehr wir allerdings mit dem TV fernsehen, desto stärker und störender fallen uns Probleme mit der Hintergrundbeleuchtung bei dunklen Szenen auf.

Letztes Jahr revolutionierte die LED-Hintergrundbeleuchtung die LCD-Fernseher. Leuchtdioden hinter dem Panel sorgen seitdem für ein besseres Bild, LEDs im Rahmen ermöglichen flachere Bauformen. Bei seinem 42-Zöller 42LE7500 vereint LG die Vorteile beider Technologien – zumindest theoretisch. Wir haben getestet, ob das auch in der Praxis funktioniert.

LED-Hintergrundbeleuchtung und eingebaute Multimediafunktionen sind zur Zeit die Verkaufsargumente bei Fernsehern. LGs 42-Zöller 42LE7500 mit 1080p-Auflösung und im Rahmen verbauter LED-Hintergrundbeleuchtung bringt beide Technologien in einem schicken und ultradünnen Gehäuse unter. Eingebaute HD-Tuner für DVB-T und DVB-C hat der rund 1300 Euro teure TV auch an Bord. Wenn jetzt noch die Bildqualität stimmt, spricht eigentlich nichts gegen das Gerät.

Design und Ausstattung

Dank der im Rahmen verbauten LED-Hintergrundbeleuchtung spart LG [1] beim 42LE7500 jede Menge Platz hinter dem Panel. Das verhilft dem Fernseher zu einer Bautiefe von lediglich 3,4 Zentimetern. Die Front des TVs besteht aus einer großen Scheibe, die sowohl Display als auch Rahmen abdeckt und an den Rändern leicht rötlich schimmert. So wirkt der Fernseher besonders bei einer Wandmontage sehr edel und imposant. Aber auch mit Standfuß sieht das Gerät schick aus. Das nach unten verjüngte und ebenfalls leicht rötliche Standbein mündet in einem rechteckigen, schwarzen Glas-Standfuß.

Das Design des LG 42LE7500 ist rundum gelungen. Wesentlich interessanter ist aber seine im Rahmen verbaute Hintergrundbeleuchtung inklusive Local Dimming. [2]
Das Design des LG 42LE7500 ist rundum gelungen. Wesentlich interessanter ist aber seine im Rahmen verbaute Hintergrundbeleuchtung inklusive Local Dimming.

An der Rückseite des 42LE7500 finden sich jede Menge Anschlüsse. Neben vier HDMI [3]-Ports sitzen hier zwei USB-Buchsen für die Wiedergabe von auf Sticks oder Festplatten gespeicherten Dateien in Formaten wie JPEG, MP3 und DivX-HD. Außerdem ist das Anstecken eines WLAN-Dongles möglich, der den Fernseher kabellos mit dem Netzwerk verbindet. Dank integriertem Bluetooth klappt auch das Streamen von Fotos und Musik von Handys sowie das Koppeln mit kabellosen Kopfhörern.

Wer sich das Geld für den WLAN-Stick sparen möchte, kann den LG auch via Ethernet-Kabel mit der Außenwelt verbinden. Einmal angesteckt, streamt der Fernseher Dateien von Netzwerkrechnern und greift auf die Netcast-Internet-Plattform des Herstellers zu. Letztere ermöglicht beispielsweise das Ansehen von Youtube-Videos, den Zugriff auf Pisasa-Fotos, Videotelefonie via Skype und seit kurzem auch das Streamen von HD-Filmen der Online-Videothek Maxdome. Besonders das letzte Feature ist ein echtes Plus. Allerdings müssen wir während unseres Tests feststellen, dass sich die Widgets für Youtube und Picasa gerne aufhängen und die Skype-Telefonie noch nicht freigeschaltet ist.

Beim 42LE7500 erweitert LG die im Rahmen verbaute LED-Hintergrundbeleuchtung um eine neue Funktion: lokales Dimmen. Eine Software kontrolliert die seitlich vom Panel montierten LEDs in zwölf kleinen Blöcken. Sie regelt die Helligkeit jedes Blocks unabhängig von den anderen bei dunklen Bildbereichen herunter. Das sollte zu einem deutlich dynamischeren und kontrastreicheren Bild mit besseren Schwarzwerten führen.

Außerdem bietet der TV eine 100-Hz-Bildverarbeitung und ein sehr gutes Farbverwaltungssystem. Hinzu kommen Optionen für MPEG- und Standard-Rauschunterdrückung sowie hervorragende Optionen für die Gamma-Justierung.

Außerdem gehört der 42LE7500 zu der schnell wachsenden Gruppe von Fernsehern, die eine Profi-Kalibrierung durch die unabhängige Imaging Science Foundation (ISF [4]) ermöglichen. Käufer können sich für rund 200 Euro einen Experten nach Hause bestellen, der die Einstellungen des Fernsehers exakt an die Bedingungen des eigenen Wohnzimmers anpasst. Wer nicht so viel Geld für ein perfektes Bild ausgeben möchte, nutzt den Bildassistenten, der die Justierung mit Hilfe von eingebauten Testsignalen erleichtert.

Leistung

Durch die neue Hinterleuchtungstechnologie versprechen wir uns viel vom Bild des 42LE7500. Laut LG wirkt es farbenfroh und dynamisch. Die Helligkeit soll für einen Fernseher mit im Rahmen untergebrachter LED-Hintergrundbeleuchtung ebenfalls außergewöhnlich hoch sein. Bei den Farben stimmen wir dem Hersteller zu: Bis auf eine leichte Streifenbildung an Übergängen sehen sie gesättigt und realistisch aus.

Auch mit HD-Material kommt der LG gut zurecht. Er bringt jedes noch so feine Detail exakt auf den Schirm. Die eingebaute 100-Hz-Bildverarbeitung sorgt dafür, dass auch schnelle Bewegungen gestochen scharf aussehen.

Artefakte und Bildrauschen halten sich sehr stark in Grenzen – sogar bei SD-Material, das der 42LE7500 auf 1080p [5]-Auflösung hochskaliert. Ein letztes Plus betrifft schattige Bildbereiche. Sie zeigen für einen LCD-TV erstaunlich viele Feinheiten. Auch der sonst bei dieser Panel-Technologie übliche Grauschleier ist wesentlich schwächer als normal.

Allerdings haben wir auch einige Probleme festgestellt. Die Schwarzwerte sind zwar ordentlich, dennoch meilenweit von denen eines Full-LED-LCDs oder eines Plasmas entfernt. Außerdem ist – wenn auch nur schwach – doch ein Vergrauen von dunklen Elementen zu sehen. Hinzu kommt eine Ungleichmäßigkeit von Hintergrundbeleuchtung und Kontrast. Die geringen Blickwinkel machen uns ebenfalls Sorgen. Wer sich nur etwa ein bis zwei Schritte von der idealen Betrachtungsposition wegbewegt, erkennt bereits eine Veränderung der Farben.

Auch das lokale Dimmungssystem ist noch lange nicht perfekt. Ist es aktiviert, wirkt die Hintergrundbeleuchtung sehr inkonsistent. Die einzelnen Dimm-Bereiche sind schlichtweg zu groß. Außerdem arbeitet das System für unseren Geschmack zu aggressiv, was besonders bei dunklen Szenen mit hellen Elementen sichtbar wird. Hinzu kommt, dass das Display Umgebungslicht vergleichsweise stark reflektiert.

Der Sound überzeugt uns ebenfalls nicht. Die Lautsprecher genügen zwar zum normalen Fernsehen, die tiefen Bass-Frequenzen fehlen aber fast völlig. Außerdem klingen die Treiber ziemlich flach und rau. Allerdings ist das bei Flachbildfernsehern generell ein Problem und betrifft bei weitem nicht nur dieses LG-Modell.

Fazit

Zeitweise beeindruckt uns das Bild des 42LE7500 wirklich. Auch am Design des Fernsehers gibt es nichts zu bemängeln. Allerdings fallen uns die Schwächen des Flachmanns immer stärker auf, je länger wir ihn benutzen. Wer mit einem höheren Stromverbrauch leben kann, sollte sich daher LGs Plasma-Serien PK550 [6], PK760 [7] und PK950 genauer ansehen, die das LED-Modell in puncto Bildqualität und Preisleistungsverhältnis in den Schatten stellen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41532836/lg-42le7500-schicker-edge-led-fernseher-mit-lokaler-dimmfunktion/

URLs in this post:

[1] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41532836/1006_lg-42le7500_01.jpg

[3] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[4] ISF: http://www.imagingscience.com/

[5] 1080p: http://de.wikipedia.org/wiki/1080p

[6] PK550: https://www.cnet.de/tests/tv/41530574/lg+50pk550+gut+ausgestatteter+plasma+mit+tollem+bild+zum+aeusserst+fairen+preis.htm

[7] PK760: https://www.cnet.de/tests/tv/41530904/lg+50pk760+50_zoll_plasma+mit+tollem+bild+und+maxdome_film_streaming.htm