Sharp Aquos LC-46LE820E: LED-TV mit RGBY-Display und Timeshift

von Ian Morris und Pascal Poschenrieder am , 14:20 Uhr

Pro
  • außergewöhnliches Design
  • schicke, schlanke Fernbedienung
  • gute SD- und HD-Bildqualität
  • schöner, klarer Sound
Con
  • schlechte Bild-Voreinstellungen
  • hoher Preis
  • kein DVB-T2-Tuner
Hersteller: Sharp Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: EXZELLENT 8,5 von 10 Punkte
Fazit:

Der Sharp Aquos LC-46LE820E ist ein exzellenter Fernseher. Er kommt in einem beeindruckenden Design daher. Allerdings sind die Werkseinstellungen wenig überzeugend. Ist der Fernseher aber einmal kalibriert, wirkt die Darstellung sehr hochwertig. Außerdem bietet das Gerät einen integrierten Mediaplayer, DLNA-Streaming und Timeshift für Fernsehsendungen. Jedoch wirkt sich das auf den Preis aus, der mit 1750 Euro nicht gerade gering ausfällt.

Sharp ist einer der wenigen TV-Hersteller, der noch Displays mit matter Oberfläche in einige seiner Geräte einbaut und so störende Reflexionen auf ein Minimum reduziert. Das neue Modell Aquos LC-46LE820E kommt zwar mit glattem Panel, nutzt dafür aber einen anderen Trick, der die Helligkeit erhöhen und so unter anderem Spiegelungen entgegenwirken soll. Wir haben getestet, ob das funktioniert.

Seit den ersten Fernsehern mit bunter Darstellung sind die Farben Rot, Grün und Blau der Schlüssel zur Produktion eines guten Bildes. Das gilt sowohl für CRT-Monitore als auch für LCD- und Plasma-Fernseher – oder besser galt. Sharp fügt dem Trio jetzt einen neuen Mitspieler hinzu und macht es zum Quartett: Gelb. Laut Hersteller soll diese Quattron genannte Technologie hellere und farbenfrohere Bilder liefern. Der 46 Zoll große LCD-Fernseher LC-46LE820E mit LED-Hintergrundbeleuchtung löst Full-HD auf und nutzt die neue Technik.

Design

Nach dem Auspacken des Kartons fällt uns als erstes die Fernbedienung auf. Nach gefühlten 100 Jahren hat Sharp endlich seine hässliche und unförmige Standard-Zappe in Rente geschickt und ein stylische, schlanke neue entwickelt. Das freut uns – und sicher auch sehr viele Käufer – ungemein.

Auch beim Styling des Fernsehers hat der Hersteller Hand angelegt. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Allerdings könnten wir auch ohne das beleuchtete Sharp-Logo leben. Lustigerweise warnt das Menü beim Abstellen des Leuchteffekts, dass man nun nicht mehr sehen könne, ob der TV ein- oder ausgeschaltet ist. Wir sind uns jedoch ziemlich sicher, dass wir dank des hellen 46-Zoll-Panels durchaus merken, ob das Gerät an oder aus ist – aber dennoch: danke für den Hinweis, Sharp.

Endlich hat sich Sharp zu einer neuen Fernbedienung durchgerungen. Sie ist stylisch und liegt dank ihrer geschwungenen Form gut in der Hand.

Alles in allem gefällt und der Look des LC-46LE820E gut. Der Fernseher ist erfreulich dünn. Außerdem sitzen am unteren rechten Eck des Displayrahmens hübsche berührungsempfindliche Tasten, die beim Anfassen zu leuchten beginnen. Allerdings bedienen sie nur sehr grundlegende Funktionen. Für tiefgreifender Einstellungen muss die Fernbedienung her.

Ausstattung

Sharps TV-Werbung für die Quattro-Technologie behauptet: „Man muss es sehen, um es zu verstehen“. Wir haben den LC-46LE820E im Einsatz gesehen – und müssen zugeben, das sein Bild wirklich sehr gut ist. Allerdings denken wir nicht, dass der zusätzliche gelbe Pixel hier so einen großen Unterschied macht, wie es der Hersteller behauptet. Die Darstellung ist zwar sehr farbenfroh, allerdings auch nicht farbenfroher als die anderer LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung.

So wie wir es verstehen, bieten die zusätzlichen gelben Pixel besonders bei der Darstellung von dreidimensionalem Material Vorteile. Das Bild soll nicht nur farbenfroher wirken, die bessere Helligkeit gleicht laut Hersteller auch die Abdunkelung der Shutter-Brillen optimal aus. Da gibt es nur ein Problem: Der LC-46LE820E ist nicht 3D-ready. Sharp plant aber entsprechende Modelle, auf die wir bereits gespannt sind.

Das Menüsystem und die elektronische Programmzeitschrift (EPG) sind beim LC-46LE820E – wie auch das Gehäusedesign – neu. Das Layout nutzt die hohe Auflösung des Panels nun besser aus und holt viel mehr Informationen gleichzeitig auf den Schirm. Sharp war zwar schon immer gut darin, viele EPG-Informationen auf einmal darzustellen, doch jetzt sind es eben noch mehr. So sieht man auf einen Blick, was gerade im Fernsehen läuft.

Auch die Menüs sind deutlich besser geworden. Das TV-Bild ist nun auch während des Anpassens der Einstellungen sichtbar. Das ist besonders beim Justieren der Bildoptionen nützlich, da sich Änderungen sofort bemerkbar machen. Sogar ein weiteres Verkleinern der Menüs ist möglich, sodass das Fernsehbild während des Kalibrierens auf dem ganzen Display zu sehen ist.

Hinzu kommt, dass der LC-46LE820E einer der Fernseher mit den meisten Optionen überhaupt ist. Für jede nur denkbare Anpassung findet sich ein passender Regler. Das ist einerseits gut, da es eine Korrektur von Sharps schlechten Bild-Presets erlaubt, andererseits kann es zu einem scheußlichen Bild führen, wenn man die falschen Einstellungen wählt.

Der LC-46LE820E spielt Filme von USB-Speichermedien ab. Dazu gehören auch Dateien im beliebten MKV-Format mit HD-Auflösung, das nur wenige Konkurrenten beherrschen. Allerdings stellen wir fest, dass Videos mit sehr hoher Bitrate nicht laufen. Auch bei Files mit DTS-Tonspur haben wir kein Glück. Mit Dolby-Digital-Sound hat der Fernseher aber keine Schwierigkeiten.

Photos und Musik unterstützt der LC-46LE820E ebenfalls, was ein willkommener Bonus ist – besonders auch aufgrund der seiner ordentlichen Lautsprecher, zu denen wir später noch kommen. Er nimmt Bilder und Songs auch als DLNA-Streams von Netzwerkrechnern oder -speichern entgegen. Zwar ersetzt das Feature aufgrund der fehlenden Videounterstützung einen vollwertigen Media-Streamer nicht, für den gelegentlichen Einsatz genügt es aber.

Ein unserer Meinung deutlich praktisches Extra ist der integrierte 8-GByte-Speicher, der als Timeshift-Puffer dient. Er fasst etwa eine Stunde HD- und rund 2,5 Stunden SD-Fernsehen. Wer während eines Films aufs Klo muss, drückt einfach die Pause-Taste auf der Fernbedienung, und schon hält das Programm an. Später ist dafür dann das Überspulen von Werbung möglich.

Leistung

In der Vergangenheit hat uns Sharps Bildverarbeitungsprozessor alles andere als gefallen. In der Regel mögen wir es zwar, wenn ein Fernseher nur so wenig wie unbedingt nötig am Bild verändert und es so naturbelassen wie möglich darstellt. Die TVs des Herstellers hatten aber zusätzlich Schwierigkeiten mit Standard-Definition-Material: Besonders bei der Hochskalierung von Halbbild-Material kommt es bei den alten Modellen zu einer störenden Kantenbildung.

Glücklicherweise weist der LC-46LE820E keines dieser Probleme auf. Sharp hat besonders bei der Detailerhaltung einen guten Job gemacht. Das Bild ist scharf und frei von hässlichen Deinterlacing-Artefakten. Bei HD-Material drehen wir die Bildschärfe im Menü einen Tick hoch, um ein Maximum an Details aus dem Material herauszuholen. Das Ergebnis stellt und absolut zufrieden. Allerdings ist etwas Vorsicht geboten: Wer den Regler zu weit nach oben schraubt, wird ein überschärftes Bild mit zunehmenden Fehlern zu sehen bekommen.

Würden wir den TV mit seinen Werkseinstellungen in den Leistungstest schicken, wäre das Ergebnis enttäuschend. Die voreingestellten Modi sind wirklich schlecht. Keiner davon stellt normales Filmmaterial auch nur annähernd so dar, wie es aussehen soll. Dafür ist das Bild nach dem Kalibrieren umso besser und wirklich schön anzusehen.

Unsere Test-Blu-ray-Disc James Bond 007: Casino Royale stellt der Fernseher sehr gut dar. Die Farben und die Details beeindrucken, und die Schwarzwerte sind meist wirklich ordentlich. Allerdings bemerken wir, dass die die Hintergrundbeleuchtung den Screen nicht immer hundertprozentig gleichmäßig ausleuchtet. In den meisten Fällen stellt das zwar kein Problem dar, besonders bei dunklen Szenen kann das aber durchaus stören. Wer in dieser Hinsicht empfindlich ist, sollte besser zu einem Plasma-Fernseher wie dem LG [1] 50PK550 oder dem Panasonic TX-P46S20E greifen, da alle LCD-Modelle etwas unter Helligkeitsunterschieden im Bild leiden. Dafür halten sich Spiegelungen im Panel tatsächlich in Grenzen. Zwar reflektiert das Panel besonders bei dunklen Szenen stärker als matte Displays, bei hellen Bildern kommt es aber dank der guten Helligkeit kaum zu Problemen.

DVB-T-Material bringt der Fernseher in vergleichsweise hoher Qualität auf den Schirm. Allerdings fehlt dem LC-46LE820E ein DVB-T2-Tuner für hochauflösendes digitales Antennenfernsehen. Dieser ist zwar – zumindest derzeit – in Deutschland aufgrund einer fehlenden HD-Übertragung über DVB-T ohnehin nutzlos, wer den TV aber einige Jahre nutzen möchte, sollte es dennoch bedenken. Die etwas teurere Baureihe LE821E hat den hochauflösenden Empfänger an Bord. Wir fänden es dennoch schön, wenn der Hersteller das Feature in all seine Serien integrieren würde. Schließlich ist der HD-Tuner bei den meisten Konkurrenten Standard. Außerdem wäre der relativ hohe Preis dann besser gerechtfertigt.

Herzlichen Glückwunsch Sharp: Du bist wohl mit der erste Hersteller, der ordentlichen Sound aus einem Flachbild-TV herausholt. Die eingebauten Lautsprecher hören sich klar und definiert an. Sie bringen Dialoge perfekt verständlich herüber und liefern auch bei Musik einen akkuraten Klang. Natürlich ist der Bass nicht mit dem eines Subwoofers zu vergleichen, im Gegensatz zur direkten Konkurrenz sind sie aber deutlich satter. Dennoch kommen Filmfans nicht um ein separates Soundsystem herum, wenn sie Actionfilme mit dem notwendigen Bumms genießen möchten.

Fazit

Der Sharp Aquos LC-46LE820E überzeugt. Zwar ist das Fehlen von HD-Tunern eine Enttäuschung, dafür bietet der Fernseher eine sehr gute Bild- und Tonqualität. Hinzu kommen eine einfache Bedienung und Features wie Timeshift. Allerdings sind wir weiterhin skeptisch, was den Trick mit den gelben Pixeln angeht. Unserer Meinung nach bringt das zumindest bei einem 2D-TV nichts und ist somit auch keinen Aufpreis wert. Dennoch ist der LC-46LE820E besonders für Käufer empfehlenswert, die sich kein zusätzliches Soundsystem ins Wohnzimmer stellen möchten. Vermutlich lohnt es sich jedoch, mit der Anschaffung noch etwas zu warten. Der Preis wird in den nächsten Monaten wahrscheinlich noch etwas fallen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/