Leistung

Das Autofokus-System leistet deutlich bessere Dienste als die der Konkurrenz. Zwar passt sich der Fokus nicht gar so schnell neuen Gegebenheiten an wie der von Panasonic und Canon, doch was die Treffsicherheit angeht, ist Sony ungeschlagen. Der Camcorder erkennt zuverlässig das Objekt der Begierde im Motiv und stellt darauf scharf. Auch die Naheinstellgrenze ist ungewöhnlich niedrig.

Die Fokusgeschwindigkeit fällt lediglich bei Kameraschwenks auf, aber den Preis zahlen wir gerne für die Präzision. Sollte der Autofokus einmal nicht das erwünschte Ziel treffen, hilft Tap-to-Focus weiter: Der Camcorder stellt auf die Stelle scharf, auf die der Kameramann auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm tippt. In der Praxis benötigen wir das Feature meistens, wenn wir sehr kleine Gegenstände oder etwas durch einen Zaun hindurch filmen möchten – hier ist der Bildschirm jedoch nicht präzise genug, um unsere Fingerkommandos in die Tat umzusetzen.

Der optische Bildstabilisator leistet auch bei voller Ausnutzung des zehnfachen optischen Zooms gute Dienste. Die Akkulaufzeit des CX550VE ist vermutlich seine größte Schwachstelle. In der Praxis hält der Stromspeicher gerade einmal eine Stunde durch. Erschreckenderweise ist er damit immer noch besser als viele Konkurrenten. Mehr Power gibt’s mit dem NP-FV70-Akku aus dem Zubehörprogramm des Herstellers – Anschaffungskosten: knapp 100 Euro.

Für einen Full-HD-Camcorder ist die Videoqualität ausgezeichnet. Bei der Betrachtung auf dem Computer sehen die Videos allerdings nicht mehr ganz so gestochen scharf aus wie die der Vorgänger. Am Bildsensor hat Sony nichts verändert, die G-Optik bietet allerdings einen stärkeren Weitwinkel. An Übergängen mit hohen Kontrasten treten ein paar Farbsäume auf. Die Clips sehen sehr lebendig, gesättigt und realitätsnah aus. Der Dynamikbereich ist ebenfalls überzeugend. In hellen und dunklen Bildbereichen gehen verhältnismäßig wenige Details verloren. Bei sehr stark variierenden Motiven, etwa einem Springbrunnen, sehen Feinheiten jedoch gelegentlich etwas matschig aus. Es lohnt sich, die höchste Bitrate zu wählen. Die Videos weisen einen deutlich besseren Kontrast auf. Umso erstaunlicher ist es, dass der Camcorder mit den Werkseinstellungen 1440 mal 1080 Pixel mit nur 9 MBit pro Sekunde aufzeichnet.

Im Vergleich mit anderen Ein-Chip-Camcordern schlägt sich der CX550VE bei schlechten Lichtverhältnissen gut. Das Rauschen hält sich stark in Grenzen, und auch die Bildschärfe bleibt weitgehend erhalten. Nur Panasonics Drei-Chip-High-End-Modelle liefern noch bessere Farben und weniger Bildfehler. Die folgende Fotostrecke zeigt, wie sich das Festplattenmodell XR550VE in puncto Bildqualität schlägt. Die Ergebnisse sind auf einem Niveau mit denen des CX550VE, da bei beiden Geräten der gleiche Bildsensor und die gleiche Optik zum Einsatz kommen.

Sonys Low-Lux-Feature macht einen intelligenteren Eindruck als die meisten Nachtmodi. Es dreht die Empfindlichkeit nur dann nach oben, wenn es wirklich notwendig ist. Es treten außerdem keine durch zu niedrige Verschlusszeiten hervorgerufenen Artefakte auf. Im Test haben wir allerdings das Problem, dass sich der Weißabgleich beim Einzoomen in ein Motiv anpasst, und beim Herauszoomen in dieser Einstellung hängenbleibt.

Leider übertreibt Sony bei den Angaben für die Fotoauflösung maßlos. Der Camcorder skaliert die nativen 6-Megapixel-Bilder auf 12 Megapixel hoch. Bei kleinen Bildgrößen sehen die Aufnahmen recht ordentlich aus, eine volle Vergrößerung zeigt allerdings einen grauenhaften Interpolationsmatsch. Mit auf sechs Millionen Bildpunkte begrenzter Auflösung eignen sich die Fotos jedoch einwandfrei für Ausdrucke im DIN-A4-Format.

Fazit

Zugegeben, für 1100 Euro hätten wir uns eine bessere Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen, etwas mehr Bildschärfe und ein intuitiveres Interface gewünscht. Aber trotzdem schlägt sich der HDR-CX550VE im Vergleich zur Konkurrenz sehr gut. Wer mehr Speicherkapazität wünscht und sich nicht an den leicht gewachsenen Abmessungen stört, sollte den rund 70 Euro teureren XR550VE mit 240-GByte-Festplatte ebenfalls in Betracht ziehen.

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Sony Handycam HDR-CX550VE im Test: GPS-Camcorder mit Touchscreen

  • Am 15. Juli 2010 um 07:59 von AG

    Bildfehler oder "normal"!?
    Hallo, ich habe die CX550VE seit einigen Wochen und habe wie in diesem Video (http://www.youtube.com/watch?v=VVg9BY-hWt4) ein unangenehmes Wabern. Da ich nur an einer weiteren Stelle im Netz zu dem Thema was gefunden habe, frage ich mich nun ob der Camcorder defekt ist!?!?

    • Am 15. Juli 2010 um 19:24 von Stefan Möllenhoff

      AW: Bildfehler oder "normal"!?
      Hallo,

      ich habe ein derartiges Problem bislang noch nicht gesehen. Tritt das Wabern denn auch dann auf, wenn der Bildstabilisator abgeschaltet ist?

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

      • Am 19. Juli 2010 um 10:21 von AG

        AW: AW: Bildfehler oder "normal"!?
        Es tritt (vermutlich) bei bestimmten Lichtverhältnissen im "normalen" SteadyShot-Modus auf. Ist SteadyShot aus oder auf aktiv habe ich es noch nicht beobachtet und wie gesagt nur bei (vermutlich) bestimmten Lichtverhältnissen ….

        Werde aber wohl noch mal genauer testen (müssen)!

  • Am 26. September 2010 um 22:25 von horus50plus

    Video- und Audio-Fehler CX550
    Hallo Video-Fans
    habe beim CX 550 folgenden "unsystematischen Fehler" festgestellt:

    -bei Szenenwechsel bleibt die aktuelle Aufnahme für einen Bruchteil stehen (Stockt) – halte es für einen Systemfehler !!!

    – die letzten Aufnahmen waren alle mit einem Echo (Ton)
    versehen

    -Wenn es hierfür keine Erklärung und Abhilfe gibt, ist das Teil trotz bester Aufnahmen nicht zu empfehlen!!!!
    ( Oder wollt Ihr jeden Szenenübergang bearbeiten?)

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