Asus N61JV: Notebook mit 3D-Leistung und langer Akkulaufzeit?

von Sebastian Jentsch am , 18:25 Uhr

Pro
  • geringe Abwärme und Lautstärke
  • viele Anschlüsse inklusive eSATA und ExpressCard
  • niedriger Idle-Stromverbrauch
  • gute Leistung für Anwendungen
Con
  • Display spiegelt
  • schwammige Tastatur
  • kurze Akkulaufzeit
Hersteller: Asus Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Der 16-Zoller glänzt dank Nvidias Optimus-Grafikumschaltung mit geringem Energiebedarf. Die Akkulaufzeit liegt dennoch nur bei drei Stunden. Mit starkem Core i5-Prozessor und Mittelklasse-Grafik vom Typ Nvidia GeForce GT 325M behält das Notebook bei Anwendungen die Oberhand. Es bleib jederzeit leise und kühl.

Das Asus N61JV ist mit der Optimus-Technik von Nvidia ausgestattet, die automatisch und im laufenden Betrieb zwischen leistungsfähiger 3D-Grafikkarte und energiesparendem On-Board-Chip umschaltet. Das verheißt je nach Bedarf hohe Leistung oder lange Akkulaufzeit. Wir haben getestet, ob das in der Praxis funktioniert.

Bildflackern beim Wechsel, Fehlermeldungen von Anwendungen und das Umschalten von Hand sind nur einige Probleme aktueller Hybrid-Grafiklösungen. Dabei ist die Technik eigentlich sinnvoll, da sie mit der stromsparenden integrierten Grafiklösung lange Akkulaufzeiten garantiert und mit dem leistungsfähigeren Grafikchip auch bei Spielen gute Leistung bietet. Mit Optimus will Nvidia dem Thema neuen Schwung geben. Wir haben mit dem Asus N61JV eines der ersten Geräte mit der neuen Technik getestet.

Design

Das N61JV vereint zwei Welten: Office-Fans freuen sich über eine leicht gummierte Handballenauflage, einen Ziffernblock und ein stabiles Chassis. Multimedia-Fans könnten Gefallen an dem auffällig schwarz glänzenden Deckel finden. Wer genau hinschaut, der erkennt eine dezente kupferfarbene Punktierung, welche die gesamte Fläche überzieht. Ein kleines Gimmick hält die silberne Leiste oberhalb der Tastatur bereit: An beiden Enden befinden sich LEDs, die blau leuchten.

Die mangelnde Stabilität des Deckels gibt Anlass zur Kritik: Mit zwei Händen kann er deutlich verzogen werden. Die Fläche lässt sich ebenso leicht eindrücken, was aber dank seiner Dicke nicht gleich zu Druckstellen auf dem Panel führt. Die Scharniere hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Der Deckel kann bis zirka 135 Grad geöffnet werden.

Die Unterseite des Notebooks besteht aus einem glatten Kunststoff und sorgt durch eine relativ steife Konstruktion für die Stabilität des gesamten Gehäuses. Eine einzelne große Abdeckung in diesem Bereich gibt Festplatte, Arbeitsspeicher und WLAN-Modul frei. Die CPU ist einfach gesteckt und könnte theoretisch leicht getauscht werden. Die Grafikkarte ist jedoch verlötet.

Die frei stehenden Tasten bieten einen großen Tastenhub sowie einen relativ festen Anschlag. Relativ, weil die Tastenfläche mittig und über dem optischen Laufwerk (Ziffernblock) leicht federt. Dies sorgt zusammen mit dem nicht ganz deutlichen Druckpunkt für ein leicht schwammiges Tippgefühl. Anspruchsvollen Schreibern wird die Eingabe missfallen, Durchschnitts-User werden sich aber damit anfreunden können. Die Tasten haben einen guten Abstand zueinander, was die Zielgenauigkeit erhöht. Leider wurden die Richtungstasten unter Enter- und Shift-Taste gequetscht – Fehleingaben sind wahrscheinlich.

Das Touchpad hat eine glatte, beinahe schmierige Fläche. Das Feedback ist dadurch nicht besonders gut, auch wenn sich der Cursor zügig bewegen lässt. Das Multitouch-Touchpad hat leider keine vertikalen und horizontalen Scrollbars. Sie sind auch in der mitgelieferten Software Elan Smart Pad nicht aktivierbar.

Ausstattung

Das 16-Zoll-Display löst 1366 mal 768 Pixel auf, was angesichts der doch schon etwas größeren Diagonale eher grob wirkt. Die Luminanz des Panels ist für den Außeneinsatz zu gering. Hinzu kommt die Glare-Beschichtung, die gerade bei einer Lichtquelle im Rücken für nervige Reflexionen sorgen kann.

Vertikal sind die Blickwinkel wie so oft extrem gering. Schon ab 10 Grad Abweichung invertieren Farben deutlich und das Panel verdunkelt stark. Horizontal können sich die Augen bis zu 45 Grad von der Mitte entfernen. Erst dann wird das Bild deutlich schlechter.

Das N61JV gehört zu den wenigen Notebooks mit USB-3.0-Anschluss auf dem Markt. Der ZDNet-Test der USB-3.0-Festplatte Buffalo Drivestation HD-HXU3 [1] zeigt, dass die die neue Technik in der Praxis gegenüber USB 2.0 deutlich höhere Übertragungsraten beim Kopieren von Dateien bietet.

HDMI und ein ExpressCard-34-Slot sind im Asus ebenso dabei wie eSATA und VGA. Leider befindet sich aufgrund des tief sitzenden Scharniers kein einziger dieser Anschlüsse an der Rückseite. Alle Stecker sitzen rechts und links im vorderen Bereich. Sollten die sperrigen Kabel von VGA, HDMI, Ethernet und eSATA gleichzeitig zum Einsatz kommen, ist ein Kabel-Chaos vorprogrammiert.

Die Produktbeschreibung des N61JV verspricht einen guten Klang dank optimierter Kammern. Das Versprechen wird nicht eingehalten. Anders als das 17-Zoll-Schwestermodell hat das N61 keinen Subwoofer. Das Klangbild ist relativ ausgewogen, aber es bietet keine Tiefen.

Optimus, der Grafik-Umschalter

Bisher mussten Nutzer von Doppel-GPU-Notebooks manuell mit einem Hardware-Schalter oder per Software zwischen einer leistungsstarken dedizierten Grafiklösung und einer schwachen integrierten Grafikeinheit umschalten. Dies hat Bildunterbrechungen von mehreren Sekunden zur Folge und Anwendungen mussten geschlossen werden.

Nvidia Optimus ermöglicht ein unterbrechungsfreies Umschalten zwischen der in die Core-i5-CPU integrierten Intel HD und der dedizierten Nvidia-GPU. Im Falle de N61JV ist es eine Nvidia GeForce GT325M. Dies klappt störungsfrei, weil der Frame-Buffer des Intel-Chips kontinuierlich für die Bildausgabe genutzt wird. In anderen Worten: Die schwache GPU ist stets aktiv und die GT325M schreibt bei Aktivität in deren Bildspeicher. Weil das so ist, muss auch nur die Intel HD mit dem Monitor verdrahtet sein.

Die Nvidia-Systemsteuerung bestimmt anhand vordefinierter Listen selbst, bei welchem Programm die dedizierte GPU aktiviert wird. Weil das speziell bei Benchmarks und manchen Spielen nicht reibungslos klappt, kann der Anwender Applikationen, die den leistungsstarken Grafikchip nutzen sollen, zusätzlich definieren. Nicht möglich ist hingegen das konstante Aktivieren oder Deaktivieren der einen oder anderen GPU.

Komponenten

Die 32-Nanometer-CPU Intel Core i5-430M ist ein Mittelklasse-Prozessor. Er beherrscht Turbo-Boost und kann seinen Standard-Takt von 2,26 GHz auf bis zu 2,53 GHz erhöhen. Wie hoch der Takt ist, bestimmen die Anwendungen unter der Maßgabe, ob alle vier Kerne benötigt werden oder nicht. Anwendungen können deshalb auf vier Kerne zugreifen, weil Intels Hyper-Threading-Technik den beiden physischen Kerne zwei virtuelle hinzustellt. Die alte Core-2-Duo-Generation beherrscht kein Hyper Threading, wohl aber die erste und zweite Generation der Atom-CPUs in Netbooks (Pine Trail).

Wichtiges Feature im Optimus-Zusammenhang ist die Integration des Speichercontrollers und der IGP-Grafikkarte in das CPU-Package. Die Intel HD Graphics im N61JV steckt im Prozessor.

Im Test schafft die Geforce GT325M 5943 Punkte im 3D Mark 06 und demonstriert damit durchaus Spieletauglichkeit. In der Praxis schneidet die Nvidia-GPU jedoch deutlich schlechter ab als eine ATI Mobility Radeon HD 5650: Das beliebte Modern Warfare 2 ist nur in mittleren Details/Auflösungen spielbar (1024 mal 768 Pixel, 2xAA, 32 Frames pro Sekunde). Selbst ältere Tiel wie World in Conflict (1024 mal 768 Pixel, Mittel: 50 Frames pro Sekunde) überfordern die GT325M. Mit hohen Details kann nicht mit der nativen Auflösung gespielt werden. Weniger anspruchsvolle Spiele wie Left 4 Dead sind hingegen mit voller Grafikpracht in 1366 mal 768 Pixel ausführbar.

Die Seagate-Festplatte mit 500 GByte Kapazität macht sich durch ihre bei starker Aktivität klackernden Lese- und Schreibköpfe bemerkbar, was aber nicht wirklich stört. Positiv sind die hohen Datendurchsätze beim sequentiellen Lesen und Schreiben. 77 MByte/s ermittelt der Crystal DiskMark 3.0. Beim fortlaufenden Schreiben sind es ebenso 74 MByte/s.

Der System-Benchmark PC Mark Vantage zeigt mit 5484 Punkten (aktivierte Nvidia-Grafik) ein gute Performance. Nach Abschaltung der Geforce erreicht derselbe Benchmark mit der Intel HD nur noch 4239 Punkte. Vor allem der Gaming- und der HDD-Sub-Score haben gegenüber dem ersten Durchlauf abgebaut.

Die Anwendungsleistung des Asus N61J ist sehr flott. Der Intel-Prozessor hebt automatisch den Takt, was Berechnungen beschleunigt. Die vier GByte DDR3-Arbeitsspeicher tragen ihren Teil dazu bei, dass zeitgleich ausgeführte Programme oder Aufgaben rasant abgearbeitet werden.

Software und Akkulaufzeit

Mit Windows 7 Home Premium in der 64-Bit-Version gerüstet, steht ein flottes Betriebssystem bereit. Leider liefert nun auch Asus keinen Recovery-Datenträger mehr mit. Über den AI Recovery Burner muss der Nutzer seine Wiederherstellungs-Disc selbst brennen.

Die Verlängerung der Akkulaufzeit in Standard-Notebooks ist erklärtes Ziel der Nvidia-Optimus-Technik. Bisher waren Geräte mit starken dedizierten Grafikkarten aufgrund des hohen Idle-Verbrauchs weit entfernt von realen Laufzeiten jenseits der drei Stunden. Die Abschaltung der leistungsstarken Geforce GT325M bringt dem 16-Zoller einen erfreulich geringen Idle-Energieverbrauch von 10,8 Watt. Wenn die Funkmodule aktiviert sind und die Displayhelligkeit auf höchster Stufe steht, steigt der Idle-Energiebedarf auf 16,8 Watt.

Leider kann das N61JV die gute Vorlage der Optimus-Technik nicht ausnutzen: Die Kapazität des Akkus ist mit 4400 mAh zu gering (48 Wh). Im Idle, also wenn obige 10,8 Watt benötigt werden, reicht es für knapp fünf Stunden. Beim praxisnahen WLAN-Surfen und mittlerer Helligkeit sind es nur knapp drei Stunden. Drei Stunden sind für einen 16-Zoller mit dedizierter GPU keine schlechte Laufzeit. Angesichts der Optimus-Versprechungen ist das Ergebnis aber dennoch enttäuschend.

Der Geräuschpegel des N61JV ist akzeptabel. Während anspruchsloser Tätigkeiten, wie Internet-Browsing bei aktiver Intel-Grafik wird das Notebook [2] nicht lauter als 32 Dezibel. Diesen Wert haben wir 15 Zentimeter vor der Front gemessen. Gleichzeitig erwärmt sich die Arbeitsumgebung höchstens auf 32 Grad (Touchpad, Mitte der Tastatur). Auf der Unterseite liegt die durchschnittliche Temperatur bei 28 Grad Celsius. Unter konstanter maximaler Belastung (CPU und GPU) steigen die Temperaturen um lediglich 5 Grad. Das Kühlsystem, bestehend aus einem einzigen Lüfter, ist perfekt in der Lage, die heiße Abluft aus dem Gehäuse zu befördern. In diesem Zustand dreht die Kühlung mit 38,1 Dezibel angenehm konstant.

Fazit

Das Asus N61JV-JX007V für rund 800 Euro ist ein Allrounder mit niederiger Lautstärkeentwicklung, ordentlicher Verarbeitung und guter Leistung. Für aktuelle Spiele eignet sich die dedizierte Nvidia GeForce GT325M allerdings nur im Ausnahmefall.

Um Energie zu sparen, schaltet Nvidia Optimus die GPU zu Gunsten der im Prozessor integrierten Intel HD Graphics ab. Das spart Energie, was sich aber auf Grund des schwachen Akkus mit nur 4400 mAh Kapazität nicht in einer hohen Laufzeit niederschlägt. Beim Surfen mit WLAN sind nur knapp drei Stunden möglich.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41533498/asus-n61jv-notebook-mit-3d-leistung-und-langer-akkulaufzeit/

URLs in this post:

[1] ZDNet-Test der USB-3.0-Festplatte Buffalo Drivestation HD-HXU3: http://www.zdnet.de/zentrale_speicherung_und_rechenleistung_storage_server_in_unternehmen_buffalo_drivestation_hd_hxu3_festplatte_mit_usb_3_0_im_praxistest_review-39001321-41527070-1.htm

[2] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/