Sony Cyber-shot DSC-TX7 im Test: Mini-Touchscreen-Digicam mit BSI-Sensor

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 18:17 Uhr

Pro
  • schickes Design
  • viele nützliche Funktionen
  • gute Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen
  • schnell
Con
  • weiche Fotos und Videos
  • kurze Akkulaufzeit
  • resistiver Touchscreen
Hersteller: Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Die Sony Cyber-shot DSC-TX7 legt eine sehr ordentliche Performance an den Tag, bietet zahlreiche abgefahrene Aufnahmefunktionen und liefert auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch eine überdurchschnittliche Bildqualität. Allerdings wirken die Fotos bei allen ISO-Empfindlichkeiten etwas weichgezeichnet - liegt das Hauptaugenmerk auf der Fotoqualität, gibt es bessere Alternativen.

Ein hoher Preis bedeutet bei Ultrakompaktkameras nur in den seltensten Fällen, dass die Digicam dann auch tolle Fotos schießt und schnell reagiert. Primär wechselt viel Geld den Besitzer, weil der Hersteller allerlei Schnickschnack in ein Gehäuse packt, das auch problemlos in die hautenge Jeans passt. Die Sony Cyber-shot DSC-TX7 bietet mehr Funktionen als die allermeisten ihrer Konkurentinnen. Ob Bildqualität und Geschwindigkeit trotzdem überzeugen, zeigt der Test.

3,5-Zoll-Touchscreen, rückseitig belichteter CMOS-Sensor, Full-HD-Videofunktion, vierfach vergrößerndes 25-Millimeter-Weitwinkel-Objektiv und zehn Fotos pro Sekunde: Sony [1] stopft das 1,75 Zentimeter dicke Gehäuse der TX7 mit schier unfassbar vielen Features voll. Da wissen wir gar nicht, was wir zuerst ausprobieren sollen, als die Digicam in der Redaktion eintrudelt.

Design

Das Gehäuse fühlt sich auf jeden Fall schon einmal sehr wertig an. Es besteht komplett aus Metall und ist in den Farben Silber, Rot und Blau erhältlich. Mit den Abmessungen von 9,8 mal 6,0 Zentimetern und einer Dicke von 17,5 Millimetern passt die Kamera problemlos in die Hosentasche.

Die einzigen mechanischen Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite. Ganz oben sitzen Ein/Aus-Schalter, Zoomschieber und Auslöser, etwas versetzt darunter zwei Knöpfe zum Wechseln zwischen Foto- und Videomodus. Im abgeschalteten Zustand schützt eine dünne Metallplatte das Objektiv vor Kratzern und Schmutz. Schiebt der Fotograf sie nach unten, schaltet sich die Digicam automatisch ein. Wer nach einem großen Teller Pommes schnell ein paar Bilder schießen möchte, rutscht mit fettigen Fingern auf der glatten Oberfläche der Abdeckung allerdings leicht ab. Außerdem befindet sich die Linse der Kamera so weit rechts oben, dass man sie beim Fotografieren leicht mit den Fingern der linken Hand verdeckt.

Auf der Oberseite der TX7 befinden sich Auslöser und Ein/Aus-Schalter sowie zwei Tasten für Foto- und Videomodus. Mehr Knöpfe hat die Digicam nicht zu bieten. [2]
Auf der Oberseite der TX7 befinden sich Auslöser, Zoomschieber und Ein/Aus-Schalter sowie zwei Tasten für Foto- und Videomodus. Mehr Knöpfe hat die Digicam nicht zu bieten.

Das 3,5 Zoll große Touchscreen-Display ist sehr ordentlich. Auch mit der Standard-Helligkeit lässt sich bei direkter Sonneneinstrahlung noch etwas erkennen – nachdem die Fingerabdrücke abgewischt sind. Wie bei jeder anderen berührungsempfindlichen Kamera ist die Anzeige schnell mit unansehnlichen Spuren übersäht. Der resistive Touchscreen reagiert recht gut auf Fingereingaben, präziser geht’s allerdings mit dem mitgelieferten Stylus. Er lässt sich an der Trageschlaufe der Kamera befestigen.

Sonys Touchscreenmenü ist übersichtlich und intuitiv eingebaut. Am links oberen Bildschirmrand befindet sich ein Menü-Icon, dass die wichtigsten Aufnahmeparameter aufs Display holt. Hier gibt es außerdem auch ein Werkzeugkisten-Symbol, das in die tiefergreifenden Kameraeinstellungen führt.

Bei der Aufnahme stehen am linken Bildschirmrand vier verschiedene Buttons zur Verfügung, die der Nutzer nach seinem Gusto zusammenstellen kann. Das Ändern geschieht via Drag and Drop. Rechts auf dem Display sitzen ein virtueller Moduswahlschalter sowie eine Schaltfläche, die in den Wiedergabemodus wechselt. Wer sich freie Sicht aufs Motiv wünscht, tippt einfach aufs Display und zieht den Finger nach links, und schon sind alle störenden Icons verschwunden.

Der 3,5 Zoll große Touchscreen lässt keinen Platz für mechanische Bedienelemente auf der Rückseite der TX7. [3]
Der 3,5 Zoll große Touchscreen lässt keinen Platz für mechanische Bedienelemente auf der Rückseite der TX7.

Auf der Unterseite der Kamera befindet sich eine Klappe, hinter der sich Akku und Speicherkarte verbergen. Außerdem sitzen unten auch eine proprietäre Buchse sowie der Stativanschluss. Wie alle aktuellen Cyber-shot-Kameras unterstützt die TX7 neben Memory-Stick- auch SD-, SDHC- und SDXC-Medien. Der Akku lässt sich leider nicht in der Kamera laden.

Ausstattung

Hersteller Canon Nikon Sony
Modell Ixus 300 HS Coolpix S70 Cyber-shot DSC-TX7
Preis 315 Euro 310 Euro 300 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS 1/2,3-Zoll-CCD 1/2,4-Zoll-BSI-Sensor
Auflösung 10 Megapixel 12 Megapixel 10 Megapixel
Optischer Zoom 3,8-fach 5-fach 4-fach
Brennweitenbereich 28 – 105 mm 28 – 140 mm 25 – 100 mm
Lichtstärke F2,0 – F5,3 F3,9 – F5,8 F3,5 – F4,6
Bildstabilisator optisch optisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 125 – 3200 ISO 80 – 1600 ISO 125 – 3200
Max. Fotoauflösung 3648 x 2736 Pixel 4000 x 3000 Pixel 3648 x 2736 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1920 x 1080 Pixel @ 50 fps, Interlaced
Display 3,0 Zoll 3,5-Zoll, OLED, Touchscreen 3,5 Zoll, Touchscreen
Abmessungen 10,0 x 5,4 x 2,4 cm 9,7 x 6,1 x 2,0 cm 9,8 x 6,0 x 1,8 cm
Gewicht 175 g 140 g 133 g

Mit ihren Einstellungsoptionen richtet sich die TX7 primär an Schnappschuss-Fotografen. Ein manuelles Konfigurieren von Blende und Belichtungszeit ist nicht möglich. Dafür gibt es einen Full-HD-Videomodus, der wahlweise AVCHD- oder MPEG-4-Filmchen mit 1920 mal 1080 Pixeln aufzeichnet. Erfreulicherweise funktioniert der optische Zoom während der Aufnahme.

Den größten gestalterischen Freiraum bietet die Program-Automatik. Hier lassen sich ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Fokus und Belichtungsmessung anpassen. Sonys intelligente Automatik wählt aus neun Szenenprogrammen selbsttätig das zum aktuellen Motiv passendste aus – und liefert zuverlässig gute Fotos. Es lässt sich außerdem einstellen, ob die Kamera bei komplizierten Motiven im Zweifelsfall zwei verschiedene Aufnahmen schießen soll, um die Chance auf ein gutes Bild zu erhöhen. Alternativ lassen sich die verschiedenen Motivprogramme auch händisch auswählen.

Soweit die üblichen Verdächtigen. Sony hat der TX7 aber auch ein paar Extrawürste verpasst: Mit der Schwenkpanorama-Funktion genügt es, die Kamera einfach über die Bergkette zu schwenken, und schon ist ein bis zu 270 Grad fassendes Rundumfoto im Kasten. Das Panorama-Feature erkennt Gesichter und bewegte Objekte und verhindert Artefakte sowie abgehackte Körperteile weitgehend.

Bei schlechten Lichtverhältnissen liefert der Handheld-Dämmerungsmodus gute Dienste. Die Kamera schießt sechs kurz belichtete und damit zwar dunkle, aber scharfe Fotos und kombiniert diese anschließend zu einem einzigen, gut ausgeleuchteten Bild. Der Anti-Bewegungsunschärfe-Modus arbeitet auf die gleiche Art und Weise, sorgt allerdings gezielt dafür, dass schnell bewegte Objekte nicht verschwommen, sondern scharf abgebildet sind. Die Resultate beeindrucken in beiden Fällen, solange man nicht zu genau hinsieht. Für Ausdrucke im DIN-A4-Format eignen sich die Ergebnisse durchaus.

High-Tech auf engstem Raum: Die Sony Cyber-shot DSC-TX7 ist gerade einmal 17,5 Millimeter dick. [4]
High-Tech auf engstem Raum: Die Sony Cyber-shot DSC-TX7 ist gerade einmal 17,5 Millimeter dick.

Die HDR-Automatik kombiniert zwei mit unterschiedlichen Belichtungen aufgenommene Fotos zu einer Aufnahme mit erhöhtem Dynamikbereich, also mit mehr Details in den dunklen und hellen Bildbereichen. Die Naheinstellgrenze beträgt bei Verwendung der intelligenten Automatik einen Zentimeter. Die Nahaufnahmen überzeugen mit ausgezeichneter Schärfe und vielen Details.

Leistung

Für eine derart kompakte Kamera ist die Sony Cyber-shot DSC-TX7 erstaunlich schnell. Bei guten Lichtverhältnissen beträgt die Auslöseverzögerung 0,4 Sekunden, im Zwielicht sind es 0,6 Sekunden. Zwischen zwei Fotos genehmigt sich die Digicam eine Verschnaufpause von 1,6 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert auf immer noch akzeptable 2,2 Sekunden.

Im Serienbildmodus stemmt die TX7 bis zu zehn Fotos pro Sekunde – mit voller Auflösung, wohlgemerkt. Nach einer solchen Dauerfeuer-Session legt die Kamera jedoch eine Zwangspause ein, um die Bilderflut auf der Speicherkarte unterzubringen. Der Fotograf muss sich pro Bild etwa zwei bis drei Sekunden gedulden.

Bildqualität

Die Bildqualität der DSC-TX7 ist typisch für eine Kompaktkamera. Bis ISO 200 sind die Fotos gut, bei höheren Lichtempfindlichkeiten vernichtet die Rauschunterdrückung feine Details. Zudem wirken die Bilder durch den gesamten ISO-Bereich hindurch etwas weich. Das fällt jedoch nur bei starken Vergrößerungen auf.

Oberhalb von ISO 400 wirken die Fotos zunehmend verschmiert. Erfreulicherweise bleibt die Farbqualität bis ISO 800 konstant. Wer sich nicht daran stört, dass die Fotos hier etwas wie gemalt aussehen, kann sie einwandfrei im 15-mal-10-Zentimeter-Format ausdrucken. Mit ISO 1600 und 3200 geschossene Bilder eignen sich nur noch für Notfälle: Die Farben wirken ausgewaschen, und es sind kaum mehr Feinheiten zu sehen. Bei statischen Motiven ziehen wir den Handheld-Dämmerungsmodus meilenweit vor.

Das Objektiv bringt sowohl im Weitwinkel als auch im Telebereich eine leicht asymmetrische Verzerrung auf die Fotos. Die Schärfe ist in der Bildmitte ausgezeichnet, fällt zum Rand hin allerdings etwas ab. Insbesondere die Ecken wirken deutlich weicher. An Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden kommt es zu Farbsäumen, allerdings ist der Effekt schwächer als bei den meisten Konkurrentinnen und macht sich nur bei 100-prozentiger Vergrößerung bemerkbar.

Die Farbwiedergabe ist sehr gut. Zwar liegen Blau- und Rottöne einen Tick daneben, aber trotzdem sehen die Fotos erfreulich hell und lebendig aus. Weißabgleich und Belichtungsmessung arbeiten zuverlässig. Bei sehr kontrastreichen Motiven kommt es jedoch zu überbelichteten Bildbereichen – der Dynamikumfang ist einfach nicht hoch genug. Das Problem tritt aber bei praktisch allen Kompaktkameras auf.

Wie die Standbilder sehen auch die Videos der TX7 etwas weich aus, gelingen für eine Kompaktkamera aber dennoch sehr gut. Dank 50 Bildern pro Sekunde bildet die Kamera Bewegungen weich ab. Einen ausgewachsenen HD-Camcorder ersetzt sie jedoch nicht. Der optische Zoom funktioniert während der Videoaufnahme. Das Stereomikrofon ist ebenfalls sehr ordentlich.

Fazit

Wer sich nicht am vergleichsweise hohen Preis der TX7 stört und eine edle Ultrakompaktkamera sucht, ist bei der Sony Cyber-shot DSC-TX7 gut aufgehoben. Die überdurchschnittliche Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen, der hochauflösende Videomodus und die kurzen Auslöseverzögerungen machen sie zu einem zuverlässigen Begleiter. Außerdem gibt es zahlreiche intelligente und außergewöhnliche Features wie die Schwenkpanoramafunktion und den Nachtaufnahme-Modus. Liegt das Hauptaugenmerk dagegen auf der Qualität der resultierenden Fotos, eignen sich anspruchsvolle Kompaktkameras wie die Canon PowerShot S90 [6] besser.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (mit Blitz)   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (ohne Blitz)   
Auslöseverzögerung (Zwielicht)   
Auflöseverzögerung (Tageslicht)   
Sony Cyber-shot DSC-TX7

1.6 
2.2 
1.6 
0.6 
0.4 
Canon Ixus 300 HS

1.9 
3.6 
2.4 
0.7 
0.4 
Samsung ST550 [7]

1.5 
2.6 
2 
0.7 
0.5 
Nikon Coolpix S70 [8]

2 
2.7 
2.1 
1 
0.6 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Sony Cyber-shot DSC-TX7

10 
Canon Ixus 300 HS

3.6 
Samsung ST550 [7]

0.9 
Nikon Coolpix S70 [8]

0.4 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41533565/sony-cyber-shot-dsc-tx7-im-test-mini-touchscreen-digicam-mit-bsi-sensor/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41533565/sony_cyber-shot_dsc-tx7_top.jpg

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41533565/sony_cyber-shot_dsc-tx7_back.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41533565/sony_cyber-shot_dsc-tx7_side.jpg

[5] Beispielfotos: die Bildqualität der Sony Cyber-shot DSC-TX7: https://www.cnet.de/41533562/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-sony-cyber-shot-dsc-tx7/?pid=1#sid=41533565

[6] Canon PowerShot S90: https://www.cnet.de/tests/digicam/41522644/canon+powershot+s90+kompaktkamera+fuer+fortgeschrittene.htm

[7] Samsung ST550: https://www.cnet.de/tests/digicam/41516581/samsung+st550+innovative+kompaktkamera+mit+zwei+displays.htm

[8] Nikon Coolpix S70: https://www.cnet.de/tests/digicam/41522105/nikon+coolpix+s70+kompakte+mit+3_5_zoll_oled_touchscreen.htm