Leistung und Bildqualität

Für eine Kompaktkamera ist die Samsung EX1 recht flott unterwegs. Bis nach dem Einschalten das erste Foto im Kasten ist, vergehen im Schnitt 2,3 Sekunden. Bei guten Lichtverhältnissen beträgt die Auslöseverzögerung exzellente 0,3 Sekunden, bei Motiven mit niedrigem Kontrast verschlechtert sich der Wert auf 0,5 Sekunden. Im Zwielicht greift das Autofokus-Hilfslicht der Kamera tatkräftig unter die Arme. Wenn das abgelichtete Objekt nur wenige Meter entfernt ist, stellt die Digicam auch im Dunkeln scharf.

Zwischen zwei Fotos genehmigt sich die EX1 eine Verschnaufpause von 1,1 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert auf 2,8 Sekunden. Das ist zwar nicht gerade rasant, geht für eine Kompaktkamera aber durchaus in Ordnung. Die Serienbildgeschwindigkeit beträgt 1,5 Bilder pro Sekunde.

Der Hersteller gibt keine Akkulaufzeit für die EX1 an. Im Praxistest geht der Digicam nach circa 200 Fotos und sechs etwa einminütigen Videos der Saft aus. Wir haben dabei aber auch nicht nur Bilder geschossen, sondern auch etliche Fotos und Videos auf der Kamera selbst betrachtet.

Bildqualität

Mit den Empfindlichkeiten ISO 80 und 100 geschossene Fotos sehen wunderbar aus und weisen keinerlei Artefakte auf. Bei ISO 200 setzt die Rauschunterdrückung ein. Details gehen zwar fast keine verloren, doch dafür legt sich ein leichter Grauschleier über die Fotos, und in dunklen Bildbereichen tritt ein ganz leichtes Farbrauschen auf. Der Sprung auf ISO 400 geht zwar mit einem leichten Detailverlust einher, das sehr schwache Bildrauschen nimmt jedoch nicht zu.

Bei ISO 800 nehmen die Farbflecke auf dem Foto leicht zu, sind aber nach wie vor nur in dunklen und kontrastarmen Bildbereichen und bei maximaler Vergrößerung sichtbar. Es gehen jedoch zunehmend Feinheiten verloren, und die Aufnahmen wirken deutlich weicher. Mit ISO 1600 geschossene Bilder gelingen immer noch erstaunlich brauchbar. Das Farbrauschen nimmt zwar weiter zu, und in extrem dunklen Bildbereichen tauchen blau-violette Flecken auf. Alles in allem sind wir aber positiv überrascht. Erst mit ISO 3200 ist das Bild von störenden blauen Schmierern übersäht, und die Farbwiedergabe kippt deutlich sichtbar – diese Empfindlichkeit eignet sich wirklich nur für Notfälle.

Das lichtstarke Objektiv ermöglicht jedoch in den meisten alltäglichen Situationen noch niedrige Lichtempfindlichkeiten. In Kirchen kommen wir – je nachdem, ob Weitwinkel oder Tele – mit ISO 100 bis ISO 400 sehr gut zurecht. Bei Aufnahmen in einer Bar müssen wir auf ISO 1600 ausweichen, um auch die am Tisch sitzenden Personen noch scharf abzubilden. Für kleine Ausdrucke oder für Facebook reicht die Bildqualität aber auch hier immer noch aus.

Der automatische Weißabgleich leistet sowohl bei Außen- als auch bei Innenaufnahmen sehr gute Dienste. Mit unangenehmen Farbstichen haben wir nicht zu kämpfen. Die Aufnahmen der EX1 überzeugen mit lebendigen und realistischen Farben. Hier bleibt noch anzumerken, dass die Fotos auf dem Display der Kamera farbenfroher und kontrastreicher wirken als auf dem Monitor. Wer sich möglichst akkurate Fotos wünscht, gerät hier schnell in die Versuchung, an den Farbprofilen zu drehen.

Angesichts der recht extremen technischen Eckdaten überrascht uns das Objektiv positiv. Mit Farbsäumen hat die Linse nicht zu kämpfen – oder Samsung rechnet sie kameraintern weg. Auch die Abbildungsqualität ist recht ordentlich. Im Weitwinkel tritt auf der linken Bildseite eine leichte, tonnenförmige Deformation auf. Die Kissenverzerrung bei maximaler Brennweite fällt ebenfalls minimal aus. Die Schärfe ist in der Bildmitte ausgezeichnet und fällt zu den Ecken hin etwas ab.

Der Bildstabilisator leistet gute Dienste. Im 24-Millimeter-Weitwinkel gelingt uns bei 1/10 Sekunde jedes zweite Bild scharf, mit 1/6 Sekunde ist es circa eines von dreien. 1/3 Sekunde ist mit einem von fünf Fotos schon jenseits der freihändigen Benutzbarkeit.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Samsung EX1 im Test: High-End-Kompaktkamera mit lichtstarker Optik

  • Am 9. März 2011 um 13:06 von Robert

    EX1 VS WB2000
    Hallo,

    ich möchte mir bald eine Kamera kaufen und nach intensiver Recherche sind die beiden Samsung-Kameras EX1 und WB2000 übriggeblieben. Da beide Vor- und Nachteile haben, möchte ich es auf die Bildqualität ankommen lassen. Ihr habt bei der WB2000 "super" geschrieben, bei der EX1 wurde sie als "ausgezeichnet" bezeichnet.
    Die EX1 ist also folglich besser bezüglich der Bildquali.
    Ist der Unterschied allerdings mit bloßem Auge sichtbar (ohne großartige Labortests) oder ist er nur ziemlich gering? Wo sieht man den Unterschied besonders?

    Liebe Grüße

    • Am 11. März 2011 um 13:00 von Nobby

      AW: EX1 VS WB2000
      Hallo,

      habe erst die WB 2000 besessen und bin dann wegen der großen Lichtstärke und des genialen Schwenkdisplays zur EX1 gewechselt. Wenn ich Fotos beider Cams, die unter ähnlichen Verhältnissen bei guten Lichtverhältnissen aufgenommen wurden, nebeneinander lege, sehe ich als Normalo definitiv keinen Unterschied! Bei wenig Licht punktet die EX 1 und die WB 2000 hat das Nachsehen. Beim Rauschverhalten hat die EX1 m. E. ebenfalls die Nase vorn.
      Fazit: ich würde nicht zurück zur WB 2000 wollen, auch wenn ich Geld sparen würde.

      Gruß, Nobby

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