Handy mit QWERTZ-Tastatur & HD-Videoaufnahme im Test: Sony Ericsson Vivaz Pro

von Michael Sixt am , 15:23 Uhr

Pro
  • klein, leicht und handlich
  • gute QWERTZ-Tastatur
  • Video-Aufnahme in HD (720p)
  • gute Ausstattung
  • zusätzliche Aufnahmetaste für Videos
Con
  • Kunststoffgehäuse trübt den Qualitätseindruck
  • resistiver Touchscreen reagiert nur auf Druck
  • teilweise langsam
  • gelegentlich Probleme aufgrund von zu geringen Arbeitsspeicher
Hersteller: Sony Ericsson Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,2 von 10 Punkte
Fazit:

Mit dem Vivaz Pro baut Sony Ericsson ein ordentliches Handy mit QWERTZ-Tastatur und HD-Aufnahmefunktion. Überzeugend ist die gute Ausstattung, weniger gut gefällt uns der etwas billige Eindruck, den das Plastikgehäuse hinterlässt.

Das Vivaz Pro ist der große Bruder des Vivaz – und „groß“ ist hier ganz wörtlich zu nehmen. Das Gehäuse ist ein gutes Stück dicker, dafür gibt es eine QWERTZ-Tastatur zum Ausziehen. Die übrige Ausstattung ist identisch – ledigich die Kamera musste Federn lassen und hat hier nur 5,1 statt 8 Megapixel zu bieten. Immerhin nimmt auch das Pro Videos in 720p-HD-Auflösung auf. Wir haben das Gerät ausführlich getestet.

Mit dem Vivaz Pro hat Sony [1] Ericsson nun eine Tastatur-Variante des Touchscreen-Handys Vivaz [2] im Portfolio. Beide Mobiltelefone unterscheiden sich sowohl äußerlich als auch unter der Haube geringfügig. Wir haben getestet, wie sich die Pro-Variante in der Praxis schlägt.

Design

Mit seinem schwarz hinterlegten Touchscreen, den verchromten Elementen, den weißen Gehäusekomponenten und den azurfarbenen Seiten wirkt das Vivaz Pro auf Anhieb sympatisch und elegant. Leider trübt die Haptik diesen Ersteindruck recht schnell – wenn man das Handy in die Hand nimmt, spürt man nur Plastik. Rahmen, Tasten, Akkudeckel und der resistive Touchscreen? Kunststoff. Etwas Metall und Glas hätte hier gute Dienste geleistet. Immerhin liegt das Pro wie sein Bruder dank relativ kompakten Abmessungen, einem Gewicht von nur 117 Gramm und den abgerundeten Enden sehr gut in der Hand.

Unter dem Display findet sich die Hauptmenütaste, flankiert von der Anruf- und Ende-Taste. Da die Knöpfe so weit unten angesiedelt sind, sind sie schwer zu erreichen. Man muss das Handy weit unten halten, wodurch es bei der Bedienung des Touchscreens leicht nach vorne wegkippt.

Auf der linken Seite liegen nur die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse und der USB-Anschluss. Wer nicht den mitgelieferten Ohrhöherer samt Winkel-Klinkenstecker, sondern alternative Kopfhörer mit geradem Stecker einsetzen möchte, kommt schnell an die Grenzen seiner Hosentasche. Schade, dass die Schnittstellen nicht oben am Gerät angebracht sind.

Rechts gibt es einen Wippschalter zur Regelung der Lautstärke und zwei separate Knöpfe zum Aktivieren der Foto- beziehungsweise Film-Anwendung. Das ist gut gelöst, denn so muss man für Videoaufnahmen nicht wie sonst üblich die Fotofunktion aktivieren und dann umständlich im Menü auf den entsprechenden Modus umschalten.

Zum Sperren des Touchscreens dient ein Knopf auf der Rückseite, der wie üblich auch als Ein-Aus-Taster fungiert. Leider muss man die Verriegelung zusätzlich per Touchscreen bestätigen – das hätte sich Sony Ericsson sparen können. Auf der Rückseite findet sich darüber hinaus die Linse der 5,1-Megapixel-Kamera samt LED-Fotolicht.

Wer das Vivaz Pro quer in die Hand nimmt, kann ganz einfach das Display nach oben schieben, um die QWERTZ-Tastatur freizulegen. Der Slider-Mechanismus wirkt robust und rastet satt ein. Der Druckpunkt des Tastenfelds ist gut. Die Buchstaben liegen relativ weit auseinander und sind problemlos zu treffen, allerdings müssen die Daumen vergleichsweise weite Strecken zurücklegen. Auf Blackberry-Tastaturen lässt es sich komfortabler schreiben.

Ausstattung

Wie beim Vivaz läuft auch auf dem Vivaz Pro Symbian S60 5th Edition. Die fünf Hauptbildschirme lassen sich individuell einrichten. Sogar das Menü lässt ist individualisierbar. Das gefällt, doch Android [3] ist immer noch flexibler und intuitiver.

Auf dem Vivaz Pro sind Quickoffice, Wisepilot-Navigation, ein Instant Messenger sowie Clients für Youtube- und Facebook-vorinstalliert. Der integrierte Browser unterstützt zwar Flash, doch er überzeugt nicht so wie Safari auf dem iPhone oder der Opera-Browser. Letzteren kann man immerhin nachträglich aufspielen.

Zum Surfen steht HSDPA mit bis zu 7,2 MBit/s zur Verfügung. Fotos, Videos & Co. lädt das Handy mit bis zu 2 MBit/s hoch. Darüber hinaus gibt es WLAN, Stereo-Bluetooth und einen Micro-USB-Steckplatz. Das Paaren eines Bluetooth-Kopfhörers klappt problemlos. Die darüber angehörte Musik klingt gut, was auch für die Qualität des integrierten Mediaplayers spricht.

Für die Navigation sind ein GPS-Chip und die Navigationssoftware Wisepilot an Bord. Bei letzterer handelt es sich um eine Offboard-Navigation – das Kartenmaterial ist also nicht auf dem Gerät selbst, sondern auf den Servern des Anbieters gespeichert. Das bedeutet, dass für jede Route Daten über das Funknetz übertragen werden müssen, und somit Kosten entstehen. Wer sich nur orientieren will, kann sich mit Google [4] Maps orten lassen und die Umgebung erkunden.

Das Sony-Ericsson-Handy unterstützt Push-Mail via RoadSync und Microsoft [5] Exchange Server. Zudem ist der Empfang von E-Mails per POP3 oder IMAP4 möglich. Für die Konfiguration der Accounts steht ein Assistent zur Verfügung.

Der Prozessor des Vivaz Pro ist mit 720 MHz getaktet und leistet gute Dienste. Leider scheint der Arbeitsspeicher mit 256 MByte etwas zu gering bemessen zu sein. Das merkt man beim Fotografieren. Es kann schon mal vorkommen, dass sich die Fotoanwendung meldet und einen zu geringen Arbeitsspeicher beanstandet. Da hilft nur das Schließen von nicht benötigten Anwendungen.

Der integrierte Speicher fasst 75 MByte und lässt sich per Micro-SD-Karte um bis zu 16 GByte erweitern. 32-GByte-Modelle unterstützt das Handy nicht. Eine Speicherkarte mit 8 GByte Kapazität ist im Lieferumfang enthalten. Schön ist der TV-Ausgang: Damit lassen sich die gedrehten Videos gleich am Fernseher ansehen. HDMI gibt’s derzeit aber nur beim Motorola Milestone XT720 [6].

Auch wenn das Vivaz Pro „nur“ mit einer 5-Megapixel-Kamera ausgestattet ist, schießt es sehr gute Fotos. Sie weisen einen guten Kontrast auf und sind angenehm kräftig. In dunkler Umgebung wirken die Bilder verrauscht – da hilft auch der LED-Blitz nicht mehr weiter. Wie beim Vivaz gelingen auch die Videos sehr gut, obwohl der Sensor weniger Pixel aufnimmt. Auch hier gilt: Das LED-Licht kann man sich schenken.

Der Touchscreen des Vivaz Pro ist 3,2 Zoll groß und stellt 16 Millionen Farben mit einer Auflösung von 360 mal 640 Pixeln dar. Die Anzeige überzeugt mit scharfen und farbenfrohen Bildern. Allerdings setzt der Hersteller auf die resistive Touchscreen-Technik. Zwar reagiert die Anzeige des Vivaz Pro vergleichsweise gut, kommt aber nicht an kapazitive Touchscreens heran, die bereits leichte Berührungen erkennen.

Leistung

Obwohl das Vivaz Pro eine geringer auflösende Kamera hat als sein tastaturloser Bruder, zählt die Foto- und Videofunktionen zu den Stärken des Mobiltelefons. Auch die Sprachqualität gibt keinen Anlass zu Kritik. Die Gesprächspartner sind laut und deutlich zu verstehen, gleiches sagen die Angerufenen.

Die Musikwiedergabe klappt sehr gut, nur die verbauten Lautsprecher lassen zu wünschen übrig. Es empfiehlt sich, hochwertige Kopfhörer zu benutzen. Dann kann man die Musik auch richtig genießen.

Der E-Mail-Empfang funktioniert reibungslos, verbraucht aber viel Strom. Wenn WLAN und GPS aktiviert sind, leert sich der Akku binnen Stunden – tägliches Nachladen ist bei intensiver Nutzung also Pflicht. Bei moderater Nutzung hält der 1200-mAh-Stromspeicher gut zwei Tage und damit länger als viele andere Smartphones.

Die Tastatur lässt sich gut bedienen, wenn auch nicht so gut wie die der Blackberry-Smartphones. Trotzdem ergänzt sie den Touchscreen hervorragend – gerade weil dieser nicht so gut reagiert wie bei Smartphones mit kapazitiven Displays.

Fazit

Das Vivaz ist schon ein gutes Handy – und mit dem Vivaz Pro gibt es jetzt eine Variante mit QWERTZ-Tastatur. Wie der Bruder ist das Pro handlich und nimmt für ein Mobiltelefon einwandfreie HD-Videos auf. Die Gesamtleistung kann man als gut bezeichnen, doch es gibt Wermutstropfen wie den resistiven Touchscreen, die etwas altmodisch wirkende Benutzeroberfläche und den durch viel Plastik getrübten Qualitätseindruck. Unterm Strich wird das Smartphone [7] zu Recht seine Fans finden, die sich sonst zwischen Kamera- und Multimedia-Handy sowie E-Mail-Messenger entscheiden müssten.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41534140/handy-mit-qwertz-tastatur-hd-videoaufnahme-im-test-sony-ericsson-vivaz-pro/

URLs in this post:

[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] Vivaz: https://www.cnet.de/tests/handy/41529695/sony+ericsson+vivaz+8_1_megapixel_smartphone+mit+720p_videofunktion.htm

[3] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[4] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[5] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[6] Motorola Milestone XT720: https://www.cnet.de/tests/handy/41534009/schon+im+test+android_smartphone+motorola+milestone+xt720+mit+hdmi.htm

[7] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/