Neue Kameras im Juli: Panasonic FX70, Sony Alpha DSLR-A290 und A390

von Stefan Möllenhoff am , 17:34 Uhr

Während die Fußball-Weltmeisterschaft und BP tatkräftig dafür sorgen, dass wir in den Nachrichten kein Sommerloch haben, tut sich derzeit auf dem Kameramarkt nicht allzu viel. Sony fügt zwei neue DSLRs zu seiner gigantischen Spiegelreflex-Palette hinzu, Panasonic bringt eine Kompakte mit lichtstarkem Objektiv und Ricoh sowie Olympus schnüren zwei neue Systemkamera-Pakete.

Vielerleiorts sind die Sommerferien bereits im Gange. Damit ist die primäre Zielgruppe für die Hersteller von Digicams, die Urlauber, bereits bestens versorgt. Frei nach Rilke [1]: Wer jetzt keine Kamera hat, kauft sich keine mehr. Erst rund um die IFA und die Photokina im September sind wieder zahlreiche neue Modelle zu erwarten. Da hatte der Juni deutlich spektakulärere Neuheiten zu bieten.

Die unermüdlichen Japaner von Sony [2] trotzen dem Trend und bringen diesen Monat zwei Einsteiger-Spiegelreflexkameras in den Handel. Die A290 und A390 [3] fotografieren mit 14 Megapixeln und kosten inklusive Objektiv weniger als 500 Euro.

Panasonic wirft eine Kompaktkamera mit lichtstarkem Objektiv auf den Markt. Die Lumix DMC-FX70 übertrifft die meisten ihrer kompakten Konkurrentinnen mit einem größten Öffnungsverhältnis von 1:2,2 deutlich, ist dafür mit Anschaffungskosten von 329 Euro aber nicht gerade ein Schnäppchen.

Nachdem Ricoh letzten Monat ein Bundle aus dem GXR-Gehäuse mitsamt zehnfach vergrößerndem Aufnahmemodul in den Handel gebracht hat, schnürt der Hersteller jetzt ein Paket aus GXR-Body und dreifach zoomendem S10-Modul. Ganz ähnlich sieht das bei Olympus aus. Die E-PL1 gibt es ab diesem Monat zusammen mit dem 14-bis-150-Millimeter-Objektiv zu kaufen.

Auf den folgenden Seiten sehen wir uns die Kameraneuheiten im Monat Juli im Detail an.

Sony Alpha DSLR-A290 und Alpha DSLR-A390Sony Alpha DSLR-A290 und Alpha DSLR-A390

Sony bringt Jahr für Jahr mehr digitale Spiegelreflexkameras in den Handel als jeder andere Hersteller. Die Alpha DSLR-A290 und A390 ersetzen das letztjährige Trio aus A230 [4], A330 [5] und A380 [6]. Die Unterschiede zu den Vorgängermodellen sind dabei marginal. Die 10-Megapixel-Sensoren der A230 und A330 sind jetzt Geschichte, stattdessen kommen ausnahmslos CCD-Chips mit 14,1 Millionen Bildpunkten zum Einsatz. Die wohl interessanteste Verbesserung gegenüber den alten Modellen besteht im Handgriff, der jetzt deutlich höher reicht und nicht irgendwo in der Mitte des Gehäuses aufhört.

Beide Modelle schaffen im Serienbildmodus 2,5 Bilder pro Sekunde. Der Empfindlichkeitsbereich beginnt bei ISO 100 und endet bei ISO 3200. Nachdem der mechanische Verwacklungsschutz im Gehäuse integriert ist, mindert er auch bei nicht-stabilisierten Objektiven das Risiko unscharfer Bilder. Die A290 und die A390 unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch die Live-View-Fähigkeit des rund 50 Euro teureren 390er-Modells. Außerdem ist der Bildschirm bei der teureren Kamera beweglich aufgehängt, was beispielsweise bei Aufnahmen aus der Hüfte oder über Kopf hilfreich ist.

Die A290 und A390 stehen ab diesem Monat zur unverbindlichen Preisempfehlung von 449 beziehungsweise 499 Euro inklusive 18-bis-55-Millimeter-Kitobjektiv in den Regalen. Die folgende Tabelle gewährt einen Überblick über die wichtigsten Eckdaten der beiden DSLRs.

Hersteller Sony Sony
Modell Alpha DSLR-A290 Alpha DSLR-A390
Preis 449 Euro 499 Euro
Bildsensor CCD (23,5 x 15,7 mm) CCD (23,5 x 15,7 mm)
Auflösung 14,2 Megapixel 14,2 Megapixel
Optischer Zoom 3-fach (Kitoptik) 3-fach (Kitoptik)
Brennweitenbereich 27 – 82,5 mm (Kitoptik) 27 – 82,5 mm (Kitoptik)
Lichtstärke F3,5 – F5,6 (Kitoptik) F3,5 – F5,6 (Kitoptik)
Belichtungszeiten 1/4000 – 30 s, Bulb 1/4000 – 30 s, Bulb
Bildstabilisator mechanisch mechanisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200 ISO 100 – 3200
Max. Fotoauflösung 4592 x 3056 Pixel 4592 x 3056 Pixel
Max. Videoauflösung nicht verfügbar nicht verfügbar
Dateiformate RAW, JPEG (Foto) RAW, JPEG (Foto)
Manuelle Aufnahmemodi P, A, S, M P, A, S, M
Display 2,7 Zoll 2,7 Zoll
Sucher optisch optisch
Speichermedien Memory Stick, SD/SDHC Memory Stick, SD/SDHC
Anschlüsse USB, HDMI USB, HDMI
Abmessungen 12,8 x 9,7 x 8,0 cm 12,8 x 9,7 x 8,4 cm
Gewicht 456 g 497 g

Panasonic Lumix DMC-FX70Panasonic Lumix DMC-FX70

Lichtstarke Objektive sind in! Ob Samsung mit der EX1 [7], Canon mit der PowerShot S90 [8] oder Panasonic mit der Lumix DMC-FX70 – derzeit drängen zahlreiche Hersteller mit Digicams in den Handel, die erfreulich niedrige Blendenzahlen schaffen. Sind das etwa die „neuen Megapixel“? Wie dem auch sei, eine lichtstarke Optik bietet einen praktischen Nutzen. Je kleiner die Blendenzahl, desto kürzere Verschlusszeiten sind möglich.

Die übliche günstige Schnappschusskamera mit Fünffach-Zoom für um die 100 Euro bietet eine Anfangsblende im Weitwinkel von F3,2. Panasonics Lumix DMX-FX70 schafft F2,2, also eine Blende weniger. Damit reicht die halbe Verschlusszeit beziehungsweise die halbe ISO-Empfindlichkeit aus, um ein ebenso ausgeleuchtetes Foto zu schießen. Das wiederum bedeutet in ersterem Fall eine geringere Verwacklungsgefahr und im zweiteren Fall eine bessere Bildqualität. Insbesondere Action- und Nachtaufnahmen profitieren enorm.

Im Gegensatz zu den meisten ihrer lichtstarken Konkurrentinnen bringt die Panasonic Lumix DMC-FX70 jedoch einen etwas kleineren Bildsensor mit einer Diagonale von 1/2,3 Zoll mit. Zudem fehlen ihr manuelle Einstellungsmöglichkeiten – Blende und Belichtungszeit lassen sich nicht frei konfigurieren. Bei einer Kamera in diesem Preisbereich, die in Richtung anspruchsvolle Fotografen schielt, ist das jammerschade.

Erfreulich hingegen ist der Videomodus, der 1280 mal 720 Pixel stemmt, und das fünffach vergrößernde Objektiv mit einer Weitwinkelbrennweite von respektablen 24 Millimetern. Die Panasonic Lumix DMC-FX70 kommt diesen Monat zur unverbindlichen Preisempfehlung von 329 Euro in den Handel. Die wichtigsten technischen Daten finden sich in der nachfolgenden Tabelle.

Hersteller Panasonic
Modell Lumix DMC-FX70
Preis 329 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-CCD
Auflösung 14,1 Megapixel
Optischer Zoom 5-fach
Brennweitenbereich 24 – 120 mm
Lichtstärke F2,2 – F5,9
Belichtungszeiten 1/2000 – 60 s
Bildstabilisator optisch
Empfindlichkeiten ISO 80 – 6400
Max. Fotoauflösung 4320 x 3240 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps
Dateiformate JPEG (Foto), AVCHD Lite (Video)
Manuelle Aufnahmemodi P
Display 3,0 Zoll
Sucher nein
Speichermedien SD/SDHC/SDXC
Anschlüsse USB, AV, HDMI
Abmessungen 10,3 x 5,5 x 2,3 cm
Gewicht 144 g

Ricoh GXR mit S10-ModulRicoh GXR mit S10-Modul

Ende letzten Jahres hat Ricoh mit seiner GXR-Systemkamera für Furore gesorgt. Erstmals tauschen Fotografen hier nicht nur das Objektiv, sondern auch gleich den Bildsensor aus. Beide Komponenten bringt der Hersteller in den sogenannten Aufnahmemodulen unter. Während die Bildqualität bei unserem Südamerika-Kameratest [9] durchaus überzeugen konnte, machen die herben Anschaffungskosten der Digicam einen Strich durch die Rechnung. Zumindest bis jetzt.

Zum Marktstart im Dezember betrug die unverbindliche Preisempfehlung für Gehäuse alleine 460 Euro. Für das S10-Aufnahmemodul mit Dreifach-Zoom wollte Ricoh 370 Euro haben. Und diese Kombination war noch die günstigste Möglichkeit, an die Kamera zu kommen – für 830 Euro. Ab Mitte Juli steht ein Bundle aus GXR und S10-Modul für 599 Euro in den Regalen. Deutlich günstiger, aber immer noch vergleichsweise heftig.

Das dreifach vergrößernde Objektiv deckt einen Brennweitenbereich von 24 bis 72 Millimetern ab. Dahinter sitzt ein 10-Megapixel-Bildsensor mit einer Größe von 1/1,7 Zoll. Wirklich überwältigend sind die Features: Von RAW-Aufnahme über manuelle Einstellungsmöglichkeiten bis hin zur digitalen Wasserwaage ist alles geboten. Fotobegeisterte, die eine kompakte Ergänzung zu ihrer Spiegelreflexkamera suchen, sind hier an der richtigen Adresse.

Der größte Vorteil von Ricohs GXR-System dürfte jedoch die Erweiterbarkeit sein. So gibt es derzeit noch das P10-Modul mit 10,7-fach-Zoom und schnellem BSI-Sensor sowie den A12-Baustein mit lichtempfindlichem Chip im APS-C-Format und 50-Millimeter-Festbrennweite. Im Herbst dieses Jahres soll zudem ein Aufnahmemodul mit APS-Bildsensor und Weitwinkel-Festbrennweite folgen. Die nachstehende Tabelle zeigt die technischen Daten der GXR mitsamt S10-Modul.

Hersteller Ricoh
Modell GXR+S10
Preis 599 Euro
Bildsensor 1/1,7-Zoll-CCD
Auflösung 10,0 Megapixel
Optischer Zoom 3-fach
Brennweitenbereich 24 – 72 mm
Lichtstärke F2,5 – F4,4
Belichtungszeiten 1/2000 – 180 s
Bildstabilisator mechanisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200
Max. Fotoauflösung 3648 x 2736 Pixel
Max. Videoauflösung 640 x 480 Pixel @ 30 fps
Dateiformate RAW, JPEG (Foto),
Manuelle Aufnahmemodi P, A, S, M
Display 3,0 Zoll
Sucher digital (optional)
Speichermedien SD/SDHC
Anschlüsse USB, AV, HDMI
Abmessungen 11,4 x 7,0 x 4,4 cm
Gewicht 325 g

Olympus E-PL1 (14-bis-150-Millimeter-Kit)Olympus E-PL1 mit 14-bis-150-Millimeter-Kitoptik

Die Olympus E-PL1 ist ebenfalls bereits seit mehreren Monaten im Handel erhältlich. Neu ist dagegen das 14-bis-150-Millimeter-Objektiv, mit dem der Hersteller die kompakte Systemkamera im Bundle anbietet. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beträgt 949 Euro. Dafür gibt es neben dem 10,7-fachen Zoom einen großen Bildsensor im Micro-Four-Thirds-Format, der auch bei schwierigen Lichtverhältnissen noch vergleichsweise gute Bilder schießt. Vergleichsweise? Verglichten mit einer Kompaktkamera jedenfalls, denn die E-PL1 gehört eher zu den handlicheren Modellen. Waschechte DSLRs bieten mehr fürs gleiche Geld, sind dafür aber eben auch sperriger.

Der lichtempfindliche Chip löst 12,3 Megapixel auf und fängt neben Standbildern mit 4032 mal 3042 Bildpunkten auch Videos mit 1280 mal 720 Pixeln ein. Volle manuelle Einstellungsmöglichkeiten sind ebenso an Bord wie RAW-Aufnahme und ein mechanischer Bildstabilisator. Wer die Bildbearbeitung lieber direkt in der Kamera als später am Rechner vornimmt, freut sich über die integrierten Art Filter, die Fotos beispielsweise in körnigem Schwarzweiß oder mit überdrehten Farben aufnehmen.

Neben den Micro-Four-Thirds-Optiken von Olympus selbst sind auch alle Objektive, die Panasonic für seine G-Modelle herausgebracht hat, zu der E-PL1 kompatibel. Alles in allem ist damit extrem viel Zubehör für die spiegellose Spiegelreflexkamera im Handel erhältlich. Die folgende Tabelle gewährt einen Überblick über die technischen Daten.

Hersteller Olympus
Modell E-PL1 (14-150mm-Kit)
Preis 949 Euro
Bildsensor Live MOS (17,3 x 13,0 mm)
Auflösung 12,3 Megapixel
Optischer Zoom 10,7-fach (Kitoptik)
Brennweitenbereich 18 – 300 mm (Kitoptik)
Lichtstärke F4,0 – F5,6 (Kitoptik)
Belichtungszeiten 1/2000 – 60 s, Bulb
Bildstabilisator mechanisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200
Max. Fotoauflösung 4032 x 3042 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps
Dateiformate RAW, JPEG (Foto), MJPEG (Video)
Manuelle Aufnahmemodi P, A, S, M
Display 2,7 Zoll
Sucher optisch (optional)
Speichermedien SD/SDHC
Anschlüsse USB, AV, HDMI, Mikrofon
Abmessungen 11,5 x 7,2 x 4,2 cm
Gewicht 296 g

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Rilke: http://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Maria_Rilke

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] A290 und A390: https://www.cnet.de/blogs/alpha/kameras/41533089/neue+einsteiger_dslrs+sony+alpha+dslr_a390+und+a290.htm

[4] A230: https://www.cnet.de/tests/digicam/41500505/sony+alpha+dslr_a230+flinke_+einfache+spiegelreflexkamera.htm

[5] A330: https://www.cnet.de/tests/digicam/41500632/sony+alpha+dslr_a330+guenstige+spiegelreflex+mit+live_view.htm

[6] A380: https://www.cnet.de/tests/digicam/41006448/sony+alpha+dslr_a380+im+test+teuer+und+kaum+neuerungen.htm

[7] Samsung mit der EX1: https://www.cnet.de/tests/digicam/41533800/samsung+ex1+im+test+high_end_kompaktkamera+mit+lichtstarker+optik.htm

[8] Canon mit der PowerShot S90: https://www.cnet.de/tests/digicam/41522644/canon+powershot+s90+kompaktkamera+fuer+fortgeschrittene.htm

[9] Südamerika-Kameratest: https://www.cnet.de/blogs/road/