Leistung

Kommen wir zur Videoqualität. Klar, für rund 300 Euro sind die Erwartungen nicht hoch. Der Bildsensor ist mit einer Diagonale von 1/5,8 Zoll winzig klein. Er bietet eine Fläche von rund 4,5 Quadratmillimetern. Zum Vergleich: Eine Kompaktkamera kommt auf mindestens 40 und eine Einsteiger-DSLR auf rund 330 Quadratmillimeter. Selbst der Sensor im iPhone 4 ist mit 15,5 Quadratmillimetern um Welten größer als der des HM300. Je mehr Fläche für eintreffendes Licht zur Verfügung steht, desto geringere Ausleseempfindlichkeiten sind möglich, und desto besser ist die Bildqualität.

Hinzu kommt, dass sich der Bereich auf dem Bildsensor, der ausgelesen wird, bei hohen Zoomstufen verkleinert. Nur so erreicht der Hersteller den beworbenen 20-fachen optischen Zoom. Das ist zwar bei einem extrem hochauflösenden Chip nicht schön, aber bei weitem nicht so problematisch. Der HM300 dagegen drosselt die effekte Auflösung beim Einsatz der optischen Zooms auf bis zu 750.000 Pixel. Um daraus Full-HD-Videos mit 2 Megapixeln zu machen, muss kräftig interpoliert werden. Das wiederum geht auf Kosten der Bildqualität.

Betrachtet man die Full-HD-Videos nicht in voller Auflösung, sondern etwa auf 50 Prozent verkleinert, sehen sie recht ordentlich und scharf aus. Bei der 1:1-Wiedergabe allerdings wirken die Clips sehr weich. Unscharfe Bildbereiche und Ecken wirken unschön verschmiert. Ein billigerer SD-Camcorder liefert ähnliche Ergebnisse.

Das Objektiv bringt vergleichsweise starke Farbsäume aufs Bild. Neben ausgeprägten violetten Rändern treten auch Störungen in Gelb, Blau und Grün auf. Immerhin sehen die Farben recht ordentlich aus. Wie viele günstige Camcorder bietet auch das JVC-Modell keinen besonders hohen Dynamikbereich. In hellen Bildbereichen kommt es zur Überbelichtung. Bei schlechten Lichtverhältnissen gelingen die Videos noch erstaunlich ordentlich – jedenfalls, solange man sie nicht in maximaler Vergrößerung betrachtet.

Sieht schick aus, ist aber zu unpräzise: Links neben dem Display befindet sich ein berührungsempfindlicher Streifen, der zum Blättern durch die Menüs dient.
Sieht schick aus, ist aber zu unpräzise: Links neben dem Display befindet sich ein berührungsempfindlicher Streifen, der zum Blättern durch die Menüs dient.

Der aufgezeichnete Ton geht in Ordnung. Die Mikrofone scheinen den Klang wenig gerichtet einzufangen. Zudem sind sie aufgrund der Platzierung neben dem Objektiv recht anfällig für Windgeräusche. Der digitale Windfilter ist überfordert. Abgesehen davon ist der Sound klar, aber etwas blechern.

Fazit

Sicherlich: Mit knapp 300 Euro ist der HM300 für einen Full-HD-Camcorder extrem günstig. Die Qualität der aufgezeichneten Videos ist allerdings nicht unbedingt besser als die von SD-Videokameras, die für noch weniger Geld den Besitzer wechseln. Wer ein wenig mehr Geld auf den Tresen legt, bekommt einen „echten“ Full-HD-Camcorder – beispielsweise den Panasonic HDC-HS60 für knapp 500 Euro.

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu JVC Everio GZ-HM300: billiger Full-HD-Camcorder mit zu kleinem Bildsensor

  • Am 12. Juni 2011 um 22:24 von Hans Ludwig Strack

    Bedienungsanleitung in deutscher Sprache
    Hallo, ich möchte Sie bitten, mir eine Bedienungsanleitung in deutscher Sprache für den Camcorder JVC GZ-HM 300 zu schicken. Leider habe ich nur die Anleitungen in verschiedenen anderen Sprachen dabei. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir die deutsche Ausführung möglichst schnell zukommen lassen könnten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hans Ludwig Strack

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