Leistung

Mit der Ausstattung des LX905 versucht Sony, den hohen Preis des Fernsehers zu rechtfertigen. Doch das alleine nützt in unseren Augen nichts. Für so viel Geld muss auch das Bild unglaublich gut sein. Allerdings lässt uns der Test des NX705 hoffen. Der Fernseher liefert das mit Abstand beste Bild aller Sony-TVs, die wir in den letzten Jahren getestet haben. Und da der LX905 schließlich mehr als zweimal so viel kostet, sind wir guter Hoffnung.

Da die 3D-Darstellung das mit Abstand Interessanteste am LX905 ist, testen wir den TV als erstes mit dreidimensionalem Material. Unsere australischen Kollegen haben das Glück, dass in ihrem Heimatland bereits einige TV-Sendungen in 3D übertragen werden. Das gilt unter anderem für lokale Sportevents. Die Darstellung der Übertragungen wirkt sehr beeindruckend. Das Bild hat eine große Tiefe, wodurch man wirklich das Gefühl hat, direkt beim Geschehen dabei zu sein. Das Ergebnis ist ein viel intensiveres Fernseh-Erlebnis als bei zweidimensionalem Material. Die Brillen stören den TV-Genuss nicht, obwohl sie im eingeschalteten Zustand grün blinken. Das stört erst, wenn mehrere Zuseher direkt nebeneinander sitzen und alle ein grünes Blinken im Augenwinkel sehen.

Wir stellen deutlich weniger Crosstalk-Probleme, also die Bildung von Doppelbildern, fest, als bei Filmen von 3D-Blu-rays. Dennoch ist auch das dreidimensionale Fernsehbild nicht ganz frei von den so genannten Geisterbildern. Der Grund dafür ist die zu lange Reaktionszeit von LC-Displays. Wenn die 3D-Brille von einem Auge auf das andere wechselt, leuchtet am TV das Bild des einen Auges immer noch etwas nach. Wer sich an diesem Effekt stark stört, muss zu einem Plasma wie dem TX-P50VT20E von Panasonic greifen. Hier tritt das Problem aufgrund der rund 1000 mal kürzeren Umschaltzeiten und einem Nebensignalreduzierungssystem nicht auf.

Neben den lokalen Sportsendungen sehen sich unsere australischen Kollegen auch ein Spiel der Fußball-WM in 3D an. Allerdings ist die Qualität hier weitaus schlechter. Das Bild enthält weniger Details und zeigt mehr Doppelbild-Effekte. Außerdem klagen mehrere Zuseher über Kopfschmerzen, an denen nicht nur die Vuvuzelas schuld sind.

Als nächstes muss sich der LX905 mit 3D-Spielen beweisen. Wir legen Wipeout in das Laufwerk der Playstation 3, das seit dem kürzlich erschienenen Update 3D-fähig ist. Unsere Konsole erkennt sofort, dass ein 3D-Fernseher angeschlossen ist und wechselt automatisch in den richtigen Modus. Wipeout ist seit dem Update deutlich besser spielbar als zuvor, die dreidimensionale Darstellung lässt allerdings zu wünschen übrig. Das Headup-Display sitzt viel zu weit vorne, und es treten haufenweise Geisterbilder auf, was sekundenschnelle Reaktionen nahezu unmöglich macht. Wir glauben, dass sich 3D deutlich besser für Rollen- oder Strategiespiele eignet, da dort weniger schnelle Bewegungen auftreten, die für die störenden Effekte verantwortlich sind.

Beim Spielen fällt uns auf, dass die 3D-Darstellung sehr blickwinkelabhängig ist. Wer sich hinlegt, oder nur den Kopf etwas zur Seite neigt, bekommt keinen 3D-Effekt mehr zu sehen. Man muss perfekt gerade vorm Display sitzen, damit die dreidimensionale Darstellung funktioniert. Hinzu kommt, dass die maximalen Blickwinkel des LX905 recht gering sind. Wer etwas seitlich auf den Fernseher blickt, bemerkt schnell eine Unschärfe im Bild und eine massive Verschiebung der Farben.

Doch genug zu 3D, jetzt legen wir einige Blu-rays und DVDs ein. Das Bild ist akzeptabel, kommt allerdings nicht an das eines Plasmas heran. Zwar sind viele Feinheiten zu erkennen, und auch die Bildverarbeitung überzeugt, indem sie SD-Material mit guter Qualität auf den Schirm bringt. Die Farben wirken aber nicht so eindringlich wie beim TX-P50VT20E, und auch die Schwarzwerte kommen bei weitem nicht an die des Panasonic heran, wodurch das Bild deutlich flacher wirkt. Außerdem stellen wir bei 24p-Material ein leichtes Ruckeln fest, obwohl der LX905 dank einer Unterstützung für die Kino-Wiederholrate damit eigentlich keine Probleme haben sollte.

Dafür hat der LX905 nur wenig Schwierigkeiten mit der Hintergrundbeleuchtung. Bei vielen seiner Rivalen mit Edge-LED-Technologie sind an den Rändern des Displays helle Flecken zu sehen. Beim Sony treten sie nur bei sehr dunklen Szenen auf – und auch dann nur schwach. Vom Ausgrauen des Bildes bei steigenden Blickwinkeln bleibt aber auch dieser LCD-TV nicht verschont.

Der Sound der integrierten Lautsprecher enttäuscht uns. Er ist deutlich schlechter als bei anderen Sony-Geräten wie dem NX705. Dialoge sind zwar klar und deutlich zu verstehen, Soundtracks oder Effekte kommen aber nicht glaubwürdig herüber. Das ist besonders bei einem Kaufpreis von 4200 Euro peinlich. Wer so viel Geld für den Fernseher ausgibt, will nicht gleich noch einmal in die Tasche langen und ein Soundsystem erstehen.

Fazit

Bei Filmen kann uns der Bravia KDL-60LX905 nicht überzeugen. Dafür ist er ein wahres Monster bei der Darstellung von Sportsendungen – besonders, wenn diese dreidimensional übertragen werden. Natürlich könnte man 4200 Euro auch einfach in einen 3D-fähigen Projektor mit deutlich größerem Bild investieren, dieser wird aber nie eine so helle und klare Darstellung bieten. Alles in allem sind wir trotzdem der Meinung, dass der TV seinen hohen Preis nicht ausreichend rechtfertigt. Bei Panasonic oder Samsung gibt es vergleichbare Geräte eben einfach deutlich günstiger.

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Sony Bravia KDL60LX905: 3D-Fernseher für Sport-, aber nicht für Film-Fans

  • Am 14. Juli 2010 um 07:16 von volker

    Test vom Samsung Plasma
    Nach diesem Test wird es immer wahrscheinlicher dass ich mir den PS63c7790 Plasma von Samsung hole.
    Apropo:
    Wann werdet ihr diesen testen?
    Ich schätze, dass dieser momentan der most wanted 3D Fernseher ist, somit sind wohl sehr viele Leute daran interessiert.

    • Am 14. Juli 2010 um 17:39 von Pascal Poschenrieder

      AW: Test vom Samsung Plasma
      Hallo Volker,

      dieses Gerät ist neben dem Panasonic VT20E in der Tat mit das Interessanteste. Es ist bereits in unserem Testlabor angekommen. Allerdings haben uns bis gestern die 3D-Brillen gefehlt. Der Test geht wahrscheinlich in circa zwei Wochen live.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Pascal Poschenrieder, CNET.de

  • Am 18. Juli 2010 um 11:27 von Marcus

    Preis 60LX905
    Warum ist denn der 60LX905 denn so "ausgesprochen teuer"?
    Wenn man den Samsung UE55C8790 zum vergleich nimmt der 3800 Euro kosten und man sich dann noch die 3D Brillen kauf, ist man dann schon bei rund 4000 Euro.
    Und 200 Euro für 5 Zoll Diagonale mehr ist definitiv nicht zu viel.
    Der UE65C8790 soll ja 5000 Euro kosten, das währen dann 800 Euro für 5 Zoll Diagonale und das ohne 3D Brillen.

    • Am 26. Juli 2010 um 12:18 von Pascal Poschenrieder

      AW: Preis 60LX905
      Hallo Marcus,

      der Samsung bietet dafür allerdings ein besseres Bild und rechtfertigt seinen hohen Preis dadurch. Das ist beim Sony nicht der Fall.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Pascal Poschenrieder, CNET.de

  • Am 24. Juli 2010 um 11:50 von Arif

    bildqualität 60LX905
    Ich finde diesen test ziemlich kurz ihr beschreibt hier nicht ausführlich wie der schwarzwert ist Kontrastdiferenzierung in dunklen bereichen, reaktionszeit vom panel und auch sonst solltet ihr mal angeben mit was für einem zuspieler blurayplayer ihr die bildqualität der tvs testet.

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