Smartphone als Car-Computer und Diagnosewerkzeug: OBD auf dem Handy

OBD-Adapter für PC und Handy

Für unter 20 Euro gibt es bei eBay entsprechende Adapter für den Computer. Über die USB-Schnittstelle kann man mit dem Notebook beispielsweise einen Blick in den Fehlerspeicher werfen und herausfinden, warum die Warnlampe leuchtet. Das ist praktisch für Werkstätten und Hobbyschrauber, aber auch jeder, der an der Technik seines Wagens interessiert ist, bekommt hier weiterführende Informationen.

Was fehlt? BMW hat dem 1er keine Temperaturanzeige spendiert. Über OBD können wir zumindest die Kühlwassertemperatur abfragen. Die eigentlich viel interessantere Öltemperatur bekommen wir aber auch auf diesem Weg nicht zu sehen.
Was fehlt? BMW hat dem 1er keine Temperaturanzeige spendiert. Über OBD können wir zumindest die Kühlwassertemperatur abfragen. Die eigentlich viel interessantere Öltemperatur bekommen wir aber auch auf diesem Weg nicht zu sehen.

Wirklich mobil ist so eine Lösung aber nicht – man kann ja nicht den Beifahrer dazu verdonnern, das Notebook zu halten. Eine Alternative stellen Bluetooth-Adapter dar. Wir haben bei eBay ein OBD Diagnostic Interface für 8 Euro ersteigert – plus 25 Euro für den Versand, da das Gerät direkt aus Singapur verschickt wurde. Es ermöglicht zwar auch die Verbindung zum PC, unser Ziel ist aber ein anderes: Wir wollen das Handy als Bordcomputer einsetzen.

Adapter verbinden

Nachdem das Paket mit dem Adapter bei uns eingetroffen ist, machen wir uns auf der Suche nach der Schnittstelle im Auto. Üblicherweise befindet sie sich im Fußraum auf der Fahrerseite, häufig ist sie allerdings unter einer Kunststoffklappe verborgen. Im Zweifelsfall hilft eine kurze Google-Suche – und billiger als ein abgebrochenes Stück Plastikverkleidung, das doch nicht für die Demontage gedacht war, ist sie allemal 😉

In unserem Fall sitzt der Anschluss unter einer Kunststoffkappe oberhalb des Öffnungsgriffs für die Motorhaube. Vorsicht, hier ist es dunkel – man sollte also im Zweifelsfall vorm Einstecken des Adapters noch einmal mit der Taschenlampe prüfen, wo genau die Buchse sitzt. Der Rest ist einfach: einstecken, fertig. Die Stromversorgung erfolgt über die Schnittstelle.

Nun wenden wir uns unserem Handy zu. Wir haben uns in diesem Fall für ein Android-Smartphone entschieden. Der App Store des iPhone listet zwar auch diverse Diagnoseprogramme unter dem Suchbegriff OBD, die meisten davon verlangen aber nach deutlich teureren WLAN-Adaptern. Es gibt auch entsprechende Lösungen für Windows Mobile (etwa OBD Gauge) oder Symbian (zum Beispiel SymbTelm), aber hier ist die Konfiguration komplexer und die Apps sehen einfach nicht so attraktiv aus.

Die Verbindung zum OBD-Adapter ist schnell konfiguriert. In den Wireless-Einstellungen aller Android-Smartphones gibt es die Möglichkeit, nach Bluetooth-Geräten zu suchen. Sobald der unser OBD-Dongle mit dem Auto verbunden ist, taucht er hier in der Liste auf. Ein Tipp auf den entsprechenden Eintrag in der Liste fragt nach dem Passwort zum Paaren von Adapter und Handy – es lautet in unserem Fall schlicht 1234 und ist nicht änderbar.

OBD-Programme für Android

Wenn diese Vorarbeit geleistet ist, funktionieren die OBD-Programme aus dem Market auf Anhieb. Wir haben uns einige der kostenlosen Tools angesehen und mit Torque auf Anhieb einen Freund gefunden.

Das Android-Programm Torque beim Start: Standardmäßig zeigt das Programm den Beschleunigungswert in G an, den es über den entsprechenden Sensor im Handy abfragt. Dazu gibt es Turbodruck, Gaspedalstellung und Geschwindigkeit zu sehen.
Das Android-Programm Torque beim Start: Standardmäßig zeigt das Programm den Beschleunigungswert in G an, den es über den entsprechenden Sensor im Handy abfragt. Dazu gibt es Turbodruck, Gaspedalstellung und Geschwindigkeit zu sehen.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Smartphone als Car-Computer und Diagnosewerkzeug: OBD auf dem Handy

  • Am 26. Oktober 2013 um 00:03 von michel

    Ich nutze das Torque mittels Bluetooth mit meinem Sony Experia S und es funktioniert 100%. Super! Mein Auto ist ein VW T5. Ich habe mir bei Amazon einen Adapter für ca 18 Euro gekauft. Das Torque habe ich als App für 3,99 gekauft. Also rund 25 Euro zusammen.
    Bei einem Werkstattbesuch von VW nimmt man für das Auslesen des Fehlerspeichers ca. 30Euro .
    Das bedeutet ich habe bei einmaligem Kauf der beiden Sachen sofort mein „Geld“ wieder raus.
    Weiterhin habe ich schon mehrer Autos „ausgelesen“ und mehrere Fahrzegprofiele anlegen können. Das Gerät hat sich mehr als gelohnt.

    • Am 16. Januar 2015 um 01:55 von edy

      Habe OBD2 Adapter gekauft aber keine der App funktioniert was mach ich falsch?

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