Smartphone als Car-Computer und Diagnosewerkzeug: OBD auf dem Handy

Beim ersten Start fragt Torque, welches der gekoppelten Bluetooth-Geräte der OBD-Adapter ist. Ein Fingertipp reicht, die Verbindung wird aufgebaut und das richtige Übertragungsprotokoll je nach Fahrzeughersteller ermittelt und automatisch eingestellt.

Sollten im Fehlerspeicher des Fahrzeugs Einträge abgelegt sein, erscheinen die jetzt in Form von kryptischen Fehlercodes auf dem Handy-Display: ein Buchstabe gefolgt von einer vierstelligen Nummer. Immerhin – die Fehler sind genormt, und wir haben hier eine Liste von OBD-Fehlercodes inklusive deutscher Übersetzung (der meisten Probleme) gefunden. Auf diese Weise lassen sich erste Diagnosen auch ohne teure Fachwerkstatt durchführen. Leuchtet beispielsweise die ESP- oder ABS-Warnleuchte, ist eine umständliche Suche nach dem Fehler mit etwas Glück unnötig: Der OBD-Bus informiert, wenn ein Drehzahlsensor den Geist aufgegeben hat, und gibt sogar an, an welchem Rad. Leuchtet die Motorwarnlampe, kann ein undichter Tankdeckel Schuld sein. Wer etwas versiert ist, spart sich bei solchen Problemen den Werkstattaufenthalt.

Hier gibt es ein Problem: Im Fehlerspeicher des Fahrzeugs ist der Code P0442 abgelegt. Das ist ein kleines Leck im Tankentlüftungssystem.
Hier gibt es ein Problem: Im Fehlerspeicher des Fahrzeugs ist der Code P0442 abgelegt. Das ist ein kleines Leck im Tankentlüftungssystem.

Das Smartphone als Bordcomputer

Im Idealfall zeigt Torque keine Fehler an. Dann kann es gleich losgehen: Das Interface sieht aus wie ein Android-Homescreen. Es gibt hier sieben Seiten, die sich per Fingerwisch durchwechseln lassen, und die der Nutzer frei konfigurieren kann. Mit Graphen, analogen Anzeigen und digitalen Displays, die Informationen von Sensoren von Auto und Handy darstellen.

So ist es beispielsweise möglich, das Tachosignal des Fahrzeugs und die tatsächliche Geschwindigkeit per GPS auf einer Seite gegenüberzustellen, um die Abweichung der Anzeige im Auto festzustellen. Auf Wunsch berechnet Torque auch aus den Sensordaten des Fahrzeugs den tatsächlichen Verbrauch, den der Anwender dann mit der Anzeige seines Bordcomputers abgleichen kann. Fahrer mit Heckantrieb und einem Faible für Drifts zeichnen sich einen Grafen mit der Querbeschleunigung des Autos, aus Beschleunigungsdiagrammen lässt sich die tatsächlich Zeit ablesen, die der Wagen von 0 auf 100 benötigt, und Freunde vom sparsamen Fahren ermitteln auf einen Blick, welche Drehzahl und welche Geschwindigkeit wie viel Benzin verbraucht.

Mehr Infos gefällig? Auf Wunsch zeichnet Torque auch Graphen zu den frei einstellbaren Sensoren in Handy und Auto. Die Daten lassen sich auch speichern und später in Ruhe am Computer ansehen. Hier ist der Drehzahlmesser zu sehen.
Mehr Infos gefällig? Auf Wunsch zeichnet Torque auch Graphen zu den frei einstellbaren Sensoren in Handy und Auto. Die Daten lassen sich auch speichern und später in Ruhe am Computer ansehen. Hier ist der Drehzahlmesser zu sehen.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Smartphone als Car-Computer und Diagnosewerkzeug: OBD auf dem Handy

  • Am 26. Oktober 2013 um 00:03 von michel

    Ich nutze das Torque mittels Bluetooth mit meinem Sony Experia S und es funktioniert 100%. Super! Mein Auto ist ein VW T5. Ich habe mir bei Amazon einen Adapter für ca 18 Euro gekauft. Das Torque habe ich als App für 3,99 gekauft. Also rund 25 Euro zusammen.
    Bei einem Werkstattbesuch von VW nimmt man für das Auslesen des Fehlerspeichers ca. 30Euro .
    Das bedeutet ich habe bei einmaligem Kauf der beiden Sachen sofort mein „Geld“ wieder raus.
    Weiterhin habe ich schon mehrer Autos „ausgelesen“ und mehrere Fahrzegprofiele anlegen können. Das Gerät hat sich mehr als gelohnt.

    • Am 16. Januar 2015 um 01:55 von edy

      Habe OBD2 Adapter gekauft aber keine der App funktioniert was mach ich falsch?

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