Mini-Notebook, Maxi-Power: Alienware M11x mit Core i5, SSD und Geforce 335

von Joachim Kaufmann am , 16:32 Uhr

Pro
  • hohe Leistung
  • guter Sound
  • hochwertiger Qualitätseindruck
  • reagiert flott
Con
  • Akku nicht ohne weiteres austauschbar
  • hohes Gewicht für diese Größe
  • stark spiegelndes Display
  • Schnittstellen ungünstig platziert
Hersteller: Alienware Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Das Alienware M11x wirkt wie ein Fiat Punto mit Porsche-Motorisierung. Wer einen kleinen Begleiter mit hoher Leistung für unterwegs sucht, ist hier genau richtig. Der Preis dafür: Ein hohes Gewicht, ein dicker Aufbau - und gut 1600 Euro in dieser Ausstattung.

Das Alienware M11x sieht aus wie ein dickes Netbook, aber im Inneren läuft keine Spar-Hardware, sondern feinste Technik: ULV-Core-i5 und Geforce-335-Optimus-Grafik sorgen für unbekannte Leistungsdimensionen. Auch die 256 GByte große Solid-State-Disk trägt ihren Teil dazu bei. Wir haben das Mega-Mini-Notebook ausführlich getestet.

Kompakte Notebooks bieten zwar häufig gute Akkulaufzeiten, lassen aber bei der Performance zu wünschen übrig. Die eingesetzten Ultra-Low-Voltage-CPUs sind meist niedrig getaktet und eine ordentliche Grafikkarte von ATI oder Nvidia sucht man vergebens. Die Dell-Tochter Alienware hat mit dem M11x einen 11,6-Zöller im Angebot, der mit schnellen Komponenten auch leisungshungrige Käufer überzeugen soll. Das Core-2-Duo-Modell haben wir uns vor etwa einem halben Jahr bereits angesehen, jetzt werfen wir einen Blick auf die doppelt so teure Kraftmaschine mit Core-i5.

Design

Das Alienware M11x präsentiert sich äußerlich in mattem Schwarz. Die verwendeten Kunststoffe sind matt und gummiert und vermitteln so eine hohe Wertigkeit. Wellenförmige Vertiefungen teilen die Flächen auf und geben dem Gerät eine eigenständige Optik. Das Logo des Herstellers ist nicht nur aufgedruckt, sondern dreidimensional in den Deckel einlassen.

Der Deckel ist sehr stabil und lässt sich nur unter deutlicher Krafteinwirkung verbiegen. Auch das Scharnier dürfe dem rauhen Alltag problemlos standhalten.

Mit 3,3 Zentimetern ist das M11x deutlich dicker als andere 11,6-Zöller. Das Gehäuse wirkt zwar einerseits massiv, ist durch die Abschrägungen an der Front aber nicht klobig. Wenig erfreulich ist das Gewicht von satten 2,04 Kilo. Zum Vergleich: die meisten 13-Zöller bringen deutlich unter 2 Kilo auf die Waage. Damit ist das Alienware zwar trotzdem gut zum Mitnehmen geeignet, Glanzpunkte setzt das teure Gerät in dieser Disziplin aber nicht.

Das mit einer Glare-Beschichtung versehene 11,6-Zoll-Display löst 1366 mal 768 Pixel auf. Gerade bei dunklen Bildschirminhalten zeigen sich deutliche Spieglungen. Der Effekt wird durch die Tatsache verstärkt, dass die Scheibe bis an die Ecken gezogen ist. Notebookhersteller bezeichnen das gerne als rahmenloses Display.

Unter dem Display sitzt ein großer Alienware-Schriftzug, der rot leuchtet, wenn das Gerät eingeschaltet ist. Gleiches gilt auch für die Tastatur, die sich Dell offenbar aus dem Raumschiff abgeguckt hat. Die schwarzen Tasten haben einen weißen Rand, der das gesamte Tastenfeld aber etwas unruhig erscheinen lässt – gerade in Verbindung mit der Beleuchtung.

Tastatur und Schnittstellen

Aufgrund der geringen Grundfläche des 11,6-Zöllers sind die Tasten spürbar kleiner als bei 13,3-Zöllern. Die Pfeiltasten sind sehr schmal geraten. Insgesamt erfordert das Texten auf dem M11x etwas Gewöhnung, der sauber definierte Anschlag und das hervorragende Tippgefühl ermöglichen aber trotz der kleinen Tasten komfortables Schreiben.

Der Finger gleitet problemlos über das angeraute und angenehm große Touchpad. Multitouch sowie vertikaler und horizontaler Bildlauf sind möglich, müssen in der Synaptics-7.2-Software aber erst aktiviert werden.

Ein Kartenleser für neun Formate, einen Firewire-Port sowie der Gigabit-Ethernet-Port sitzen vorne auf der linken Seite und sind damit etwas unglücklich positioniert. Eingesteckte Kabel verlaufen nämlich genau dort, wo man seine Hand ablegen möchte. Glücklicherweise gehören weder Ethernet noch Firewire zu den am häufigsten genutzten Anschlüssen. Weiter hinten sind HDMI, Displayport und ein USB-2.0-Anschluss untergebracht. Damit lässt sich selbst das verbreitete DVI nur über ein Adapterkabel realisieren. Eine analoge Video-Schnittstelle hat das M11x nicht. Drahtlos nimmt das M11x per WLAN nach 802.11b/g/n sowie Bluetooth 2.1 Verbindungen auf.

Auch die zwei USB-Ports auf der linken Seite sind vorne aufgrund der potentiell störenden Kabel nicht optimal positioniert. Gleiches gilt für die Audio-Ein-und-Ausgänge. Auf der Vorderseite sieht man die von LEDs beleuchteten Lautsprecher, die einen sehr guten Klang erzeugen.

Komponenten und Leistung

Alienware hat das M11x schon seit einiger Zeit im Angebot. Anfang Mai wurde es mit der Core-i-Plattform und Nvidia-Optimus-Technik aufgefrischt. Das Testgerät wird von einem Intel Core i5-520UM [1] angetrieben. Dabei handelt es sich um eine Ultra-Low-Voltage-Variante, die mit nur 1,06 GHz Taktfrequenz stromsparend arbeitet. Die TDP [2] liegt mit 18 Watt deutlich unter den Standard-Core-i5-Versionen (35 Watt). Ansonsten hat der 520UM alle Features, die die i5-Serie auszeichnen: Hyperthreading, Turbo Boost und hardwarebeschleunigte AES-Verschlüsselung.

Von der niedrigen Basisfrequenz sollte man sich nicht täuschen lassen: Selbst bei gleichzeitiger Belastung beider Kerne mit Prime 95 läuft der Chip danke Turbo Boost über längere Zeit mit 1,33 GHz. Nutzt man nur einen Kern, was eine nicht Multi-Core-optimierte Applikation simuliert, bleibt der Takt stabil bei 1,73 GHz.

Neben der in der CPU integrierten Grafikeinheit hat das M11x eine diskrete Nvidia Geforce 335M mit 1 GByte Speicher an Bord. Letztere wird von Nvidias Optimus-Technologie nur dann zugeschaltet, wenn sie tatsächlich benötigt wird. Andernfalls sorgt die Intel Graphics HD für bunte Bilder. Dieses Verfahren sorgt für geringeren Energieverbrauch und damit längere Akkulaufzeiten.

Wann die Geforce-GPU zum Einsatz kommt, regelt eine von Nvidia gepflegte Liste, die per automatischem Update regelmäßig auf das Notebook [3] kommt. Im Test mit Colin McRae Dirt 2 und dem Videokonverter Cyberlink Mediashow Expresso funktioniert das automatische Umschalten problemlos. Das früher von Hybrid-Grafik bekannte Flackern des Bildschirms und andere unangenehme Begleiterscheinungen sind nicht zu sehen. Um festzustellen, welche Grafik gerade aktiv ist, ist die Installation eines separaten Tools nötig. Eigentlich muss einen das aber gar nicht interessieren.

Im 3D Mark 06 (DirectX-9-Spiele) erreicht das Alienware gute 6136 Punkte, im 3D Mark Vantage (DirectX-10-Spiele) 2935 Punkte. Das lässt auf eine gute Spieletauglichkeit schließen. Anspruchsvolle Titel wie Colin Mc Rae Dirt 2 laufen bei nativer Display-Auflösung nur flüssig, wenn man die Details etwas herunterregelt. Das gilt aber auch für die meisten Standard-Notebooks.

Dank CUDA lässt sich der Grafikchip auch zum Konvertieren von Medien einspannen. Die Umwandlung eines 2-Minuten-AVI-Videos dauert so nur 1:36 Minuten, ohne GPU wären es 3:03 Minuten.

Das Testgerät verfügt über 4 GByte DDR3-RAM. Er wird in Verbindung mit der Ultra-Low-Voltage-CPU nur mit 800 statt 1066 MHz getaktet.

Als Massenspeicher kommt ein 256-GByte-Solid-State-Drive von Samsung [4] (PM800) zum Einsatz. Es bietet genügend Platz, um auch größere Videos oder eine Musiksammlung unterzubringen. Gegenüber einer normalen Festplatte bringt das SSD gerade beim praxisrelevanten zufälligen Lesen und Schreiben überragende Leistungswerte. Bei 4-KByte-Blöcken ist die PM800 beispielsweise 20 mal schneller. Das merkt man nicht nur in den Benchmarks, sondern auch bei der Bedienung. Trotz der relativ niedrig getakteten CPU zeigt das M11x ein hervorragendes Antwortverhalten. Die Arbeit mit dem Gerät macht Spass. Ein optisches Laufwerk ist nicht integriert.

Im PC Mark Vantage, dem eine Reihe praxisrelevanter Benchmarks zugrunde liegt, erreicht das Alienware 6813 Punkte. Das sind beispielsweise sogar 1000 Punkte mehr als ein Acer [5]-Gerät mit Notebook-Quad-Core (1,6 GHz) schafft. Den zunächst überraschenden Vorsprung verdankt das M11x der SSD, die um ein vielfaches schneller ist als die im 8943G integrierte Festplatte. Davon profitieren insbesondere Produktivitätsanwendungen, die oft auf die Festplatte zugreifen. Zudem ist festzustellen, dass die meisten Programme einen Quad Core nicht ausnutzen.

Akkulaufzeit

Leider ist der 4,25-Ah-Akku des Alienware fest verbaut und darf nur von Dell gewechselt werden. Um ihn zu tauschen, muss man erst die Bodenplatte entfernen. Beim Surfen per WLAN im Internet und abgedunkelter Display-Hintergrundbeleuchtung läuft das Alienware rund fünf Stunden abseits der Steckdose – ein guter Wert. Dabei ist die CPU-Grafik aktiv. Hätte das Notebook nur die Nvidia-GPU, wären aufgrund des im Idle-Betrieb um drei Watt höheren Stromverbrauchs nur kürzere Laufzeiten möglich. Der Stromverbrauch liegt zwischen 16 und 51 Watt.

Bei geringer Systemauslastung mit Prozessor-Grafik bleibt das Alienware leise. Wird das Notebook stärker gefordert, ist es deutlich zu hören. Insgesamt geht die Lautstärkeentwicklung aber in Ordnung.

Als Betriebssystem kommt Windows 7 Home Premium (64 Bit) zum Einsatz, das die 4 GByte Hauptspeicher voll ausnutzt. Der Hersteller hat das Notebook nicht mit Crapware überfrachtet, was zum Premium-Anspruch passt. Ein optisch attraktives Command Center gibt Zugriff auf die wichtigsten Systemfunktionen. Dort findet sich auch eine Möglichkeit, den Windows-Log-in per Gesichtserkennung zu aktivieren.

Fazit

Das Alienware M11x macht Spass: Es sieht gut aus, hat eine angenehme Haptik und bietet dank Core i5, dedizierter Nvidia-GPU und 256-GByte-SSD ein für dieses Segment hervorragendes Performanceniveau. Der leider fest verbaute Akku sowie die clevere Optimus-Technik sorgen dafür, das dem M11x trotzdem nicht so schnell der Stom ausgeht.

Nachteile sind das spiegelnde Display sowie das hohe Gewicht. Mit 2,04 Kilo wiegt das M11x mehr als die meisten 13-Zöller. Preislich spielt das Gerät in einer Liga, in der sich wohl nur wenige Käufer tummeln: 1633 Euro kostet die Testkonfiguration.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41535046/mini-notebook-maxi-power-alienware-m11x-mit-core-i5-ssd-und-geforce-335/

URLs in this post:

[1] Intel Core i5-520UM: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=47554

[2] TDP: http://de.wikipedia.org/wiki/Thermal_Design_Power

[3] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[4] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[5] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/