15-Zoll-Notebook mit Nvidia-3D-Grafik im Test: Packard Bell TX 86

von Joachim Kaufmann am , 19:02 Uhr

Pro
  • schickes Design
  • flach
  • gute Performance
  • lange Akkulaufzeit
  • unempfindlich gegen Fingerabdrücke
Con
  • teilweise zu laut
  • Schnittstellen ungünstig platziert
  • zu kleine Cursortasten
Hersteller: Packard Bell Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,2 von 10 Punkte
Fazit:

Das ab August erhältliche Packard Bell Easynote TX ist ein schickes 15-Zoll-Notebook mit hoher CPU- und 3D-Leistung. Auch die Akkulaufzeit von mehr als vier Stunden überzeugt. Dank integriertem DVD-Brenner kann man das Notebook universell einsetzen. Leider zeigt das TX bei niedriger Belastung ein zu hohes Geräuschniveau. Der Preis von 799 Euro ist angemessen.

Das 2,8 Zentimeter flache Packard Bell Easynote TX 86 sieht gut aus – und hat mit dem bläulich leuchtenden Touchpad auch das gewisse, optische Extra. Darüberhinaus stimmt dank 2,53-GHz-Core-i5 und Geforce 330 mit Optimus-Technik auch die Power – selbst 3D-Games laufen hier, wenn man es nicht gerade übertreibt. Im Test zeigt das 799-Euro-Notebook aber einen Makel.

Packard Bell [1] ist so etwas wie der Haustuner von Acer [2], vergleichbar vielleicht mit der M GmbH von BMW. Die besonders sportlichen und somit begehrenswerten Autos kommen von dort, entsprechen aber abgesehen von Motorisierung, Abstimmung und optischen Nuancen den Serienmodellen. So ist das auch bei diesen Notebooks: Die Geräte bauen auf bekannten Acer-Mobilrechnern auf, unterscheiden sich aber meist durch eine etwas schickere Optik und bessere Software-Zugaben. Mit dem Easynote TX hat sich Packard Bell jetzt den 15-Zöller Acer Aspire Timeline X vorgenommen.

Design

Das Gehäuse inklusive Deckel und Handballenauflage besteht aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung, was dem Easynote ein schickes Aussehen verleiht. Dazu trägt auch die relativ flache Bauform bei – das TX 86 steigt von vorne (2,7 cm) nach hinten (3,0 cm) leicht an. Insgesamt ist das Packard Bell eine wohltuende Abwechslung vom Klavierlack-Einerlei. Auch Fingerabdrücke sind hier nicht zu sehen. An der Verarbeitung des Notebooks gibt es nichts auszusetzen, auch die Stabilität geht in Ordnung. Nur bei sehr starkem Druck geben manche Flächen etwas nach.

Der Deckel ist nach hinten leicht nach oben gebogen – und wirkt wie ein Spoiler. Das verleiht dem Design einen gewissen Schwung. Wir können uns aber gut vorstellen, dass sich die Alu-Beschichtung an der Kante mit der Zeit löst – vor allem beim Transport in einer Tasche dürfte das Material hier schnell abgetragen sein.

Das mit einer Glare-Beschichtung versehene 15,6-Zoll-Display löst 1366 mal 768 Pixel auf. Gerade bei dunklen Bildschirminhalten zeigen sich deutliche Spieglungen. Die in den Rahmen integrierte Webcam löst 1,3 Megapixel auf.

Abgesehen vom Gigabit-Ethernet-Port (hinten rechts) sind leider alle Ports weit vorne am Gehäuse untergebracht. Eingesteckte Kabel verlaufen also genau dort, wo man seine Hände ablegen möchte. Rechts sitzen zwei USB-Ports, links weitere zwei sowie HDMI und VGA. Da es keinen DVI-Ausgang gibt, muss man gegebenenfalls auf einen Adapter oder auf ein Kabel zurückgreifen. Ein Expresscard-Slot für Erweiterungen ist nicht vorhanden, ebensowenig gibt es eSATA- oder Firewire-Ports.

Die Tastatur des TX86 kann nicht ganz überzeugen. Sie gibt beim Tippen etwas nach, was den Qualitätseindruck schmälert. Außerdem sind die Pfeiltasten etwas zu flach geraten – man kann sie nicht wirklich komfortabel nutzen. Das Schreibgefühl geht aber in Ordnung.

Über der Tastatur sind Soft-Touch-Tasten zur Steuerung der Medienwiedergabe und zum Auswerfen optischer Medien aud dem DVD-Brenner zu finden. Einen der Knöpfe kann der Anwender selbst konfigurieren und auf Druck eine beliebige Anwendung starten.

Packard Bell sieht im erfreulich großen Multitouch-Touchpad nicht nur eine Möglichkeit, den Mauszeiger zu steuern, sondern nutzt es als optisches Gimmick. Wie man es von Apples MacBooks kennt, sind die beiden Maustasten nicht separat ausgeführt, sondern werden durch Druck auf das große Mauspad unten links oder unten rechts ausgelöst. Berührt man diese Fläche, wird das Touchpad beleuchtet. Ein ähnlicher Effekt ist beim Start zu beobachten. Effektiv hat man davon nichts, es ist aber eine ganz nette Spielerei.

Komponenten und Leistung

Angetrieben wird das Packard Bell von einem Intel Core i5-540M [3]. Er läuft mit 2,53 GHz, verfügt über Hyperthreading und hat 3 MByte Cache. Die Turbo-Boost-Funktion übertaktet einen der beiden Kerne zeitweise auf maximal 3,06 GHz, wenn der andere kaum oder gar nicht ausgelastet ist. Wie stark der Spielraum ausgereizt wird, hängt von den thermischen Gegebenheiten ab. Schließlich soll der Chip dabei nicht kaputt gehen. Im flachen und aufwändig zu kühlenden Gehäuse beschleunigt der Core i5 bei der Belastung eines Kerns (zwei Threads) mit Prime95 immer nur kurz auf 2,93 GHz und fällt dann auf 2,8 GHz ab. 3,06 werden nur kurz erreicht, wenn man einen Thread laufen lässt.

Neben der in der CPU integrierten Grafikeinheit hat das Packard Bell eine diskrete Nvidia Geforce 330M mit 1 GByte Speicher an Bord. Letztere wird von Nvidias Optimus-Technologie nur dann zugeschaltet, wenn sie tatsächlich benötigt wird. Andernfalls sorgt die Intel Graphics HD für bunte Bilder. Dieses Verfahren sorgt für geringeren Energieverbrauch und damit längere Akkulaufzeiten, wenn 3D-Leistung gerade nicht vonnöten ist.

Wann der Geforce-Chip zum Einsatz kommt, regelt eine von Nvidia gepflegte Liste, die per automatischem Update regelmäßig auf das Notebook [4] kommt. Im Test mit Colin McRae Dirt 2 und dem Videokonverter Cyberlink Mediashow Expresso funktioniert das automatische Umschalten problemlos. Das früher von Hybrid-Grafik bekannte Flackern des Bildschirms und andere unangenehme Begleiterscheinungen sind nicht zu sehen. Um festzustellen, welche Grafik gerade aktiv ist, ist die Installation eines separaten Tools nötig. Eigentlich muss einen das aber gar nicht interessieren – zumindest im Test fällt das Notebook immer die richtige Entscheidung.

Im 3D Mark 06 (DirectX-9-Spiele) erreicht das Packard Bell gute 7272 Punkte, im 3D Mark Vantage (DirectX-10-Spiele) 2702 Punkte. Das lässt auf eine gute Spieletauglichkeit schließen. Anspruchsvolle Titel wie Colin Mc Rae Dirt 2 laufen bei nativer Display-Auflösung aber nur mit mittleren Details flüssig.

Dank CUDA lässt sich die GPU auch zum Konvertieren von Medien einspannen. Die Umwandlung eines 2-Minuten-AVI-Videos dauert so nur 58 Sekunden, ohne GPU sind es 1:45 Minuten.

Die Festplatte fasst 640 GByte und arbeitet mit 5400 Umdrehungen pro Minute. Im Crystal Diskmark erreicht sie durchschnittliche Werte. Das Testgerät verfügt über einen DVD-Brenner.

Im PC Mark Vantage, dem eine Reihe praxisrelevanter Benchmarks zugrunde liegt, erreicht das Packard Bell 6350 Punkte – ein guter Wert. Das Notebook ist für alle Aufgaben gut gerüstet.

Akkulaufzeit

Wie die Timeline-Modelle kommt das TX 86 mit einem austauschbaren 6000-mAh-Akku. Beim Surfen per WLAN im Internet und weitmöglichst abgedunkelter Display-Hintergrundbeleuchtung erreicht es eine Laufzeit von gut vier Stunden.

Im Leerlauf (volle Display-Helligkeit, eingeschaltetes WLAN) arbeitet das Packard Bell mit einem Stromverbrauch von 15 Watt sehr sparsam. Unter Volllast genehmigt sich das Gerät immer noch akzeptable 84 Watt.

Die letzte Timeline-Generation war mit Ultra-Low-Voltage-CPUs von Intels Core-2-Duo-Serie bestückt, um Abwärme und Stromverbrauch zu begrenzen. Der Nachfolger Timeline X, auf dem das Easynote basiert, setzt dagegen auf die Standard-Prozessoren der Core-i5-Serie. Die um circa 1 GHz höhere Taktfrequenz sorgt zwar für gute Performance, die zusätzliche Abwärme stellt aber höhere Ansprüche an die Kühlung. Wirklich leise ist das TX nur im Leerlauf. Schon bei geringer Belastung, etwa dem Surfen im Internet, kann man den Lüfter deutlich hören. Unter Volllast wird das Gerät nochmals lauter, was aber wenig überraschend ist.

Als Betriebssystem kommt Windows 7 Home Premium (64 Bit) zum Einsatz. Vorinstalliert sind Symantec Norton Internet Security mit Updates für 90 Tage, eine 60-Tage-Testversion von Microsoft [5] Office 2007, eine Vollversion von Adobe Photoshop Elements 8.0 sowie die Google [6] Toolbar. Letztere sorgt in Verbindung mit der Symantec-Toolbar für deutliche Verzögerungen beim Start des Internet Explorers.

Fazit

Das ab August erhältliche Packard Bell Easynote TX ist ein schickes 15-Zoll-Notebook mit hoher CPU- und 3D-Leistung. Auch die Akkulaufzeit von mehr als vier Stunden überzeugt. Dank integriertem DVD-Brenner kann man das Notebook universell einsetzen. Leider zeigt das TX bei niedriger Belastung ein zu hohes Geräuschniveau. Der Preis von 799 Euro ist angemessen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41535201/15-zoll-notebook-mit-nvidia-3d-grafik-im-test-packard-bell-tx-86/

URLs in this post:

[1] Packard Bell: http://www.packardbell.de

[2] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/

[3] Intel Core i5-540M: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=43544

[4] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[5] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[6] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/