Autos richtig fotografieren: bessere Verkaufschancen mit tollen Bildern

Auf den Blickwinkel kommt es an

Nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Autos ist der erste Eindruck entscheidend. Auf den Übersichtsseiten ist lediglich das Startbild zu sehen – wirkt der Wagen hier nach Schrott, wird er gar nicht erst angeklickt. Darum konzentrieren wir erst einmal auf das Hauptbild, das wir schräg von vorne aufnehmen.

Ruhiger, interessanter Hintergrund: Check. Weiches Licht am Abend: Check. Kamera: Check. Und trotzdem sieht das Auto nach dem Abdrücken wie ein deformierter Fußball aus. Wo ist das Problem? Die allermeisten Fotos auf Autoscout & Co. sind aus viel zu kurzer Distanz aufgenommen. Im Weitwinkel werden gerade Linien zu Kurven, und selbst der kantigste Sportwagen sieht nach Ente aus. Ordentlich Zoom muss her.

Eine größere Entfernung vom Auto und ein stärkerer Zoom - also eine größere Brennweite - bedeuten, dass weniger vom Hintergrund auf dem Foto landet (grüner Punkt).
Eine größere Entfernung vom Auto und ein stärkerer Zoom – also eine größere Brennweite – bedeuten, dass weniger vom Hintergrund auf dem Foto landet (grüner Punkt).

Ein gigantisches Teleobjektiv braucht man zwar nicht, aber 80 Millimeter Brennweite sollten es schon sein. Das entspricht in etwa der maximalen Vergrößerungsstufe einer Kompaktkamera mit Dreifach-Zoom. Der Abstand zum Auto beträgt hier dann – je nachdem ob Smart oder S-Klasse – fünf bis zehn Meter. Ein weiterer Vorteil der Distanz ist, dass ein kleinerer Ausschnitt von der Umgebung auf dem Foto landet. Das macht es deutlich einfacher, einen geeigneten Hintergrund zu finden.

Kaum zu glauben, aber Kamerahöhe und Fotorichtung sind genau gleich. Im 29-Millimeter-Weitwinkel (links) sieht das Auto ziemlich aufgebläht aus. Mit 88 Millimetern Brennweite dagegen sind die Linien entzerrt.
Kaum zu glauben, aber Kamerahöhe und Fotorichtung sind genau gleich. Im 29-Millimeter-Weitwinkel (links) sieht das Auto ziemlich aufgebläht aus. Mit 88 Millimetern Brennweite im Kleinbildäquivalent dagegen sind die Linien entzerrt.

Außerdem sollte man nicht gegen, sondern mit der Sonne fotografieren. Schräge Blickwinkel, bei denen der Betrachter zwei Seiten vom Auto sieht, eignen sich ebenfalls besser als Frontalaufnahmen. Damit sowohl Front und Motorhaube als auch Seitenpartie ordentlich ausgeleuchtet sind, sollte der Blinker in Richtung Sonne zeigen. Achja: Im Idealfall wirft der Fotograf keinen Schatten auf das Auto. Aber mit dem empfohlenen Abstand sollte das ohnehin kein Problem sein.

Mehr Zoom, weniger Hintergrund: Mit hoher Brennweite (rechts) bekommen wir das Metalltor mühelos hinter das Auto. Umgeparkt haben wir zwischen den beiden Fotos nicht.
Mehr Zoom, weniger Hintergrund: Mit hoher Brennweite (rechts) bekommen wir das Metalltor mühelos hinter das Auto. Umgeparkt haben wir zwischen den beiden Fotos nicht.

Was den Aufnahmewinkel angeht, empfehlen wir, etwas in Richtung Froschperspektive zu gehen. Die Wahrheit liegt zwischen der Radnabe und den Fenstern – ist das Dach auf dem Foto zu sehen, wirkt die Karre wie ein Spielzeugauto. Landet der Unterboden auf dem Bild, war’s zu tief. Der potenzielle Käufer soll ja nicht den Eindruck bekommen, gleich überfahren zu werden. Experimentieren zahlt sich hier aus.

Um das Auto etwas dynamischer wirken zu lassen, schlagen wir die Lenkung so ein, dass die Seite vom Rad zum Betrachter zeigt. Sprich, fotografieren wir schräg von der Fahrerseite aus, so steht die Lenkung komplett nach rechts gedreht. Das sieht nicht nur sportlicher aus, sondern zeigt dem Interessenten auch gleich die Felge. Und schon ist unser Titelbild im Kasten.

Ist die Lenkung eingeschlagen, wirkt das Foto dynamischer.
Ist die Lenkung eingeschlagen, wirkt das Foto dynamischer.

Fürs zweite Foto wählen wir eine Ansicht von schräg hinten. Um fürs richtige Licht zu sorgen, wenden wir das Auto auf der Stelle – es gelten die gleichen Spielregeln wie zuvor. Für die weiteren Aufnahmen eignen sich eine Seitenansicht, eine Frontalansicht sowie ein paar Fotos von interessanten Details.

Fotos von feinen Details - ganz gleich, ob Faszinierendes oder Sonderausstattung - machen das Angebot interessanter.
Fotos von feinen Details – ganz gleich, ob Faszinierendes oder Sonderausstattung – machen das Angebot interessanter.

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