Panasonic Lumix DMC-TZ8: kompakte Superzoom-Kamera für Tageslicht-Fotos

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 18:01 Uhr

Pro
  • gute Ausstattung
  • manuelle und halbautomatische Aufnahmemodi
  • 25-Millimeter-Weitwinkel
  • 12-facher optischer Zoom
Con
  • enttäuschende Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen
Hersteller: Panasonic Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,5 von 10 Punkte
Fazit:

Wer nach einer guten Megazoom-Kamera sucht und hauptsächlich bei Tageslicht fotografiert, ist mit der Panasonic Lumix DMC-TZ8 gut beraten. Die Digicam überzeugt mit einer umfangreichen Ausstattung und zahlreichen manuellen und halbautomatischen Modi sowie mit guter Bildqualität bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten.

Es sind die Top-Modelle der Hersteller, die mit abgefahrenen Ausstattungsmerkmalen für große Augen bei potenziellen Käufern sorgen. Aber es sind eben auch die Top-Modelle, die ein deftiges Loch in die Haushaltskasse reißen. Panasonics Lumix DMC-TZ8 kostet 50 Euro weniger als das Superzoom-Flaggschiff TZ10 und verzichtet dafür auf GPS, AVCHD-Videoaufnahme und das gigantische Display. Wir haben getestet, welche Auswirkungen die Sparmaßnahmen außerdem haben.

Mit ihrem 12-fachen optischen Zoom, dem 25-Millimeter-Weitwinkel und den zahlreichen manuellen und halbautomatischen Aufnahmemodi ist die gerade einmal 3,3 Zentimeter dicke Panasonic Lumix DMC-TZ8 eine flexible Begleiterin für die Hosentasche. Wer auf Geotagging verzichten und mit dem niedriger auflösenden sowie kleineren Display leben kann, sollte sich die 50 Euro lieber für den Urlaub aufsparen.

Anmerkung: Die Panasonic Lumix DMC-TZ8 ist in vielen Punkten mit ihrer großen Schwester identisch. Daher haben wir die Beschreibungen der Ausstattungsmerkmale teilweise vom Testbericht der Panasonic Lumix DMC-TZ10 [1] übernommen.

Design

In Sachen Optik hat sich bei der TZ8 im Vergleich zu ihrer Vorgängerin TZ6 nicht viel verändert. Abmessungen und Gewicht sind gleich geblieben – und damit nach wie vor beeindruckend für eine Digicam mit dieser Ausstattung. Die Lumix passt einwandfrei in Hand-, Jacken- und größere Hosentaschen. Das in Schwarz und Silber erhältliche Gehäuse fühlt sich sehr hochwertig verarbeitet an und bietet auf der rechten Seite einen kleinen, aber komfortablen Handgriff.

Die Bedienelemente auf der Rückseite der Panasonic Lumix DMC-TZ8 sind übersichtlich und logisch aufgebaut. [2]
Die Bedienelemente auf der Rückseite der Panasonic Lumix DMC-TZ8 sind übersichtlich und logisch aufgebaut.

Das 2,7 Zoll große LC-Display sieht gut aus und ist ordentlich hell. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt die Anzeige jedoch – hier hilft nur noch blindes Aus-der-Hüfte-Schießen. Der Sensor bietet eine Auflösung von 14,5 Megapixeln – allerdings nutzt die Kamera nur 12 Millionen Bildpunkte. Dadurch ist es möglich, drei verschiedene Seitenverhältnisse mit demselben Bildwinkel über den gesamten Brennweitenbereich einzusetzen.

Die zahlreichen Bedienelemente sind logisch und intuitiv aufgebaut. Auf der Oberseite befinden sich Moduswahlschalter, vom Zoomring eingefasster Auslöser und Ein/Aus-Schalter. Rechts neben dem rückseitigen Display gibt es einen Schieber zum Wechseln zwischen Wiedergabe- und Aufnahmemodus. Zudem bringt Panasonic hier einen Exposure-Button unter, mit dem der Anwender Belichtungszeit und Blende anpasst. Hier finden sich außerdem eine dedizierte Taste für die Videoaufnahme sowie ein Navigationspad, das neben dem Blättern durch Menüs auch zum Konfigurieren von Belichtungsausgleich, Blitz, Makro und Selbstauslöser dient. Der Display-Knopf wechselt durch eine Reihe von Displaymodi, die jeweils verschiedene Informationen für den Fotografen bereithalten.

Auf der rechten Seite der Kamera befindet sich eine Klappe, hinter der sich USB- und AV-Anschluss verbergen.
Auf der rechten Seite der Kamera befindet sich eine Klappe, hinter der sich USB- und AV-Anschluss verbergen.

Ein Druck auf den E.Zoom-Button lässt das Objektiv von einem zum anderen Ende des Brennweitenbereichs springen. Eine weitere Betätigung aktiviert den sogenannten verlängerten Zoom, der jedoch digital arbeitet. Damit steigt zwar der Vergrößerungsfaktor auf 23,4-fach, die Auflösung sinkt allerdings auf 3 Megapixel. Drückt man ein drittes Mal auf die Taste, springt die Linse wieder zum Ausgangszustand zurück.

Panasonics Q.Menu-Button bringt eine Leiste mit den wichtigsten Aufnahmeparametern auf den Bildschirm, darunter ISO-Empfindlichkeit, Foto- und Videoauflösung, Autofokusmodi sowie Weißabgleich. Das Hauptmenü ist über die Menu/Set-Taste in der Mitte des Vier-Wege-Pads zugänglich. Die Einstellungen gliedern sich in verschiedene Dialoge für Foto, Video sowie Allgemeines und sind übersichtlich aufgebaut.

Ausstattung

Wie bereits erwähnt, liegen zwischen der TZ8 und der TZ10 etwa 50 Euro Preisdifferenz. Für die Mehrkosten gibt es bei der TZ10 Gesichtserkennung, intelligente Auflösung und Szenenprogramme auch beim Einfangen von Bewegtbildern. Zudem zeichnet das teurere Modell wahlweise auch im platzsparenderen AVCHD-Lite-Format auf und verfügt über ein Stereo-Mikrofon, einen Mini-HDMI-Ausgang sowie eine dedizierte Taste zum Starten der Videoaufnahme.

Der Bildschirm der TZ10 ist mit 3 Zoll etwas größer als die 2,7-Zoll-Anzeige der TZ8 und bietet die doppelte Auflösung. Auch beim Bildprozessor unterscheiden sich die beiden Digicams: Das Topmodell setzt auf den Venus-Engine-HD-II-Chip, die günstigere Kamera bietet die Venus-Engine-VI-CPU. Der größte Unterschied besteht allerdings im integrierten GPS-Receiver, der Geotagging ermöglicht. Der Preisunterschied ist von der technischen Seite her sicherlich gerechtfertigt. Ob sich die Mehrkosten lohnen, muss jeder potenzielle Käufer jedoch individuell entscheiden.

Bei den vorherigen Modellen der TZ-Reihe gab es einen großen Kritikpunkt: das Fehlen manueller Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich Blende und Belichtungszeit. Der TZ8 spendiert Panasonic nun endlich den lange herbeigesehnten manuellen Modus sowie Blenden- und Belichtungsautomatik. Um den gewünschten Parameter zu verändern, drückt der Anwender auf die Exposure-Taste auf der Rückseite und passt die Einstellungen an seine Bedürfnisse an. Die Verschlusszeiten bewegen sich zwischen einer Minute und 1/2000 Sekunde, die Blenden variieren zwischen F3,3 und F6,3 im Weitwinkel sowie F4,9 und F6,3 im Telebereich.

Endlich: Auf dem Moduswahlschalter finden sich manuelle und halbautomatische Aufnahmeoptionen. [3]
Endlich: Auf dem Moduswahlschalter finden sich manuelle und halbautomatische Aufnahmeoptionen.

Panasonics intelligente ISO-Einstellung ermöglicht es, die von der Empfindlichkeitsautomatik verwendeten Werte wahlweise auf ISO 400, 800 oder 1600 einzuschränken. Gleiches gilt für die Verschlusszeit, für die sich ein längster Wert von 1 bis 1/250 Sekunde festlegen lässt. Die TZ8 bietet außerdem Einstellungen für Schärfe, Kontrast, Sättigung und Rauschunterdrückung. Wer hier die perfekten Parameter gefunden hat, kann sie auf einem Slot auf dem Moduswahlschalter ablegen. Einen manuellen Fokus gibt es leider nicht.

Fans von Szenenprogrammen können sich freuen: Die TZ8 bietet insgesamt 29 Stück. Der am häufigsten gebrauchte Motivmodus lässt sich auf dem MySCN-Slot des Modusrädchens ablegen. Natürlich gibt es auch eine Vollautomatik, genannt iA für intelligente Automatik. Sie sucht selbsttätig das zum Motiv passendste Szenenprogramm heraus und verhindert – soweit möglich – Probleme mit Schärfe, Fokus und Ausleuchtung.

Der Videomodus fängt Bewegtbilder mit einer Auflösung von 1280 mal 720 Pixeln bei 30 fps ein. Erfreulicherweise funktioniert der optische Zoom auch während des Filmens. Außerdem gibt es noch eine Notiz-Funktion, die niedrig auflösende Fotos schießt und diese auf dem 40 MByte großen integrierten Speicher der Kamera ablegt. Damit sind die Bilder auch nach einem Speicherkartenwechsel verfügbar. Panasonic empfiehlt dieses Feature zum Abfotografieren und Fahrplänen oder Stadtkarten.

Leistung

In Sachen Geschwindigkeit schlägt sich die Panasonic Lumix DMC-TZ8 durchschnittlich für ihre Klasse. Nur bei Motiven mit guten Kontrasten ist sie verhältnismäßig langsam. Bis nach Betätigung des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen 1,3 Sekunden. Mit abgeschaltetem Blitz genehmigt sie sich eine 1,7-sekündige Verschnaufpause zu jedem weiteren Bild. Mit zugeschalteter Beleuchtung verschlechtert sich der Wert auf nervtötend lange 4,8 Sekunden.

Bei guten Lichtverhältnissen beträgt die Auslöseverzögerung mäßige 0,6 Sekunden. Im Zwielicht verlängert sich die Zeit, die die Kamera zum fokussieren und Auslösen braucht, dafür nur unmerklich auf sehr ordentliche 0,7 Sekunden. Der Serienbildmodus schafft bei voller Auflösung respektable 1,6 Fotos pro Sekunde. Leider ist nach drei Aufnahmen in Folge Schluss. Diese Zahlen bedeuten alles in allem, dass sich die Kamera für statische Motive ausgezeichnet eignet, für durch die Gegend flitzende Kinder, Haustiere oder Sportler aber zu langsam ist.

Bildqualität

Für eine Kompaktkamera liefert die TZ8 eine sehr gute Bildqualität. Mit ISO 80 und 100 sind die Aufnahmen großartig – sie gelingen scharf und überzeugen mit schönen Farben und feinen Details. Bei ISO 200 macht sich die Rauschunterdrückung bemerkbar, und erste Feinheiten gehen verloren. Alles in allem sehen die Fotos aber immer noch exzellent aus. ISO 400 bringt ein paar gelbe Farbflecken auf die Bilder, bietet allerdings recht ordentliche Details.

Der Sprung zu ISO 800 geht mit einem heftigen Detailverlust einher. Zudem breiten sich die gelben Flecken zunehmend aus, und die Bilder wirken deutlich verrauscht. ISO 1600 eignet sich nur noch für Aufnahmen in schwarzweiß – vorausgesetzt, man kann über die starke Körnung hinwegsehen. Auf gut Deutsch: Bei Tageslicht überzeugt die TZ8 mit sehr schönen Fotos, bei schlechten Lichtverhältnissen enttäuscht die Kamera.

Für Aufnahmen im Zwielicht bietet Panasonic einen Modus namens Hochempfindlichkeit an. Er setzt auf Empfindlichkeiten zwischen ISO 1600 und 6400 – und bringt damit zuverlässig gelbe Farbflecken und starkes Bildrauschen auf die Fotos. Wer unbedingt im Dunkeln ohne Blitz fotografieren möchte, bekommt Fotos, die sich fürs Internet oder Mini-Ausdrucke eignen. Für mehr aber auch nicht.

Die Tonnenverzerrung im Weitwinkel und die kissenförmige Deformation im Telebereich hält sich erfreulicherweise stark in Grenzen. Zudem können wir bei unseren Testaufnahmen keine Farbsäume entdecken. Wer bei Empfindlichkeiten unterhalb von ISO 400 fotografiert, wird mit lebendigen, ansprechenden und akkuraten Farben belohnt. Die bereits erwähnten Einstellungen zu Schärfe, Kontrast und Rauschunterdrückung ermöglichen ein Feintuning der Ergebnisse.

Panasonics Funktion Intelligente Auflösung erkennt automatisch detailreiche Bildteile sowie Umrisse und führt eine „optimale Signalverarbeitung“ in diesen Bereichen durch. Das klingt nach Marketing, funktioniert in der Praxis aber durchaus. Insbesondere feine Strukturen profitieren von dem Feature. Gelegentlich wirken die Fotos dann allerdings etwas überschärft und weisen leichte Artefakte auf.

Die Videoqualität ist gut und bewegt sich auf dem Niveau von Pocket Camcordern [5]. Was die Hosentaschen-Videokameras allerdings nicht bieten, ist ein 12-facher optischer Zoom. Die MJPEG-Videos der TZ8 geraten etwas weicher als die AVCHD-Clips der großen Schwester TZ10. Außerdem sorgt der Motion-JPEG-Codec für deutlich größere Videodateien.

Fazit

Megazoom-Kameras gibt’s wie Sand am Meer. Die Panasonic TZ8 ist mit ihrer guten Ausstattung und der ausgezeichneten Bildqualität bei niedrigen ISO-Empfindlichkeiten sicherlich eine der besseren Digicams in dieser Klasse. Bei schlechten Lichtverhältnissen bricht die Lumix allerdings stark ein – wer auch in schummrigen Bars oder nach Sonnenuntergang ohne Blitz fotografieren möchte, sollte sich nach einer Alternative umsehen.

Geschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (mit Blitz)   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (ohne Blitz)   
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)   
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)   
Fujifilm FinePix JZ500 [6]

2.7 
2.8 
2.8 
0.6 
0.4 
Panasonic Lumix DMC-TZ8

1.3 
4.8 
1.7 
0.7 
0.6 
Canon PowerShot SX120 IS [7]

2.5 
6.1 
2.6 
0.7 
0.6 
Sony Cyber-shot DSC-H55 [8]

1.8 
4.5 
3.7 
0.8 
0.6 
Nikon Coolpix S8000 [9]

0.8 
2.1 
1.7 
0.9 
0.5 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Panasonic Lumix DMC-TZ8

1.6 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41535373/panasonic-lumix-dmc-tz8-kompakte-superzoom-kamera-fuer-tageslicht-fotos/

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[1] Panasonic Lumix DMC-TZ10: https://www.cnet.de/tests/digicam/41527522/panasonic+lumix+dmc_tz10+superzoomer+mit+gps+und+hdr.htm

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535373/panasonic_lumix_dmc-tz8_back.jpg

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535373/panasonic_lumix_dmc-tz8_oben.jpg

[4] Beispielfotos: die Bildqualität der Panasonic Lumix DMC-TZ8: https://www.cnet.de/41535376/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-panasonic-lumix-dmc-tz8/?pid=1#sid=41535373

[5] Pocket Camcordern: https://www.cnet.de/videos/tests/41534843/pocket+camcorder+im+vergleichstest+so+schlagen+sich+die+kleinen+hd_wunder.htm

[6] Fujifilm FinePix JZ500: https://www.cnet.de/tests/digicam/41531926/fujifilm+finepix+jz500+im+test+kompakte+superzoom_kamera+fuer+wenig+geld.htm

[7] Canon PowerShot SX120 IS: https://www.cnet.de/tests/digicam/41502773/canon+powershot+sx120+is+neue+alte+superzoomkamera.htm

[8] Sony Cyber-shot DSC-H55: https://www.cnet.de/tests/digicam/41533437/sony+cyber_shot+dsc_h55+im+test+guenstiger+superzoomer+fuer+tolle+fotos.htm

[9] Nikon Coolpix S8000: https://www.cnet.de/tests/digicam/41532592/nikon+coolpix+s8000+kompakte+superzoom_kamera+mit+14+megapixeln+aufloesung.htm