Sony Alpha DSLR-A500 im Test: Bildqualität und Leistung top, Bedienung flop

von Lori Grunin und Stefan Möllenhoff am , 17:55 Uhr

Pro
  • gute Bildqualität bei hohen ISO-Empfindlichkeiten
  • großes, beweglich aufgehängtes Display
  • schneller Autofokus (Phasenvergleich und Live-View)
  • kabellose Blitzsteuerung
  • hohe Serienbildgeschwindigkeit
Con
  • keine Videofunktion
  • Design und Bedienung teilweise verkorkst
Hersteller: Sony Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Die Sony Alpha DSLR-A500 bietet eine gute Bildqualität und ist vergleichsweise schnell. In puncto Design und Bedienung kann die Kamera allerdings nicht überzeugen.

Wer eine Einsteiger-DSLR Marke Sony kaufen möchte, steht vor der Qual der Wahl. Alleine im Preisbereich zwischen knapp 300 und gut 500 Euro bietet der japanische Hersteller ganze sieben Modelle an. Mit Anschaffungskosten von derzeit rund 505 Euro steht die Alpha DSLR-A500 am oberen Ende des hier erwähnten Einsteigerrudels. Und klingt mit neigbarem Display, hoher Serienbildgeschwindigkeit und Live-View nach einem verlockenden Angebot. Wir haben die digitale Spiegelreflexkamera getestet.

Von dem breiten Anfänger-DSLR-Pool – bestehend aus A230 [1], A330 [2], A290 [3], A380 [4], A450 [5], A390 [3] und A500 – bietet die Sony [6] Alpha DSLR-A500 das vermutlich überzeugendste Preisleistungsverhältnis. Bei ihr gibt es die beste Bildqualität, eine sehr ordentliche Leistung und ein neigbares LC-Display. Mit Ausnahme von drei Punkten ist sie mit der 120 Euro teureren A550 [7] identisch: Sie verzichtet auf das hochauflösendere Display sowie den 7-fps-Dauerfeuermodus und bringt zudem einen niedriger auflösenden Sensor mit.

Design

Die Alpha DSLR-A500 ist sperriger und schwerer als ihre günstigeren Schwestern und die Konkurrenz in dieser Preisklasse. Sie macht einen solide verarbeiteten Eindruck, fühlt sich aber aufgrund des Plastikgehäuses nicht so hochwertig an wie die meisten ihrer Marktbegleiter. Zudem verteilen sich die sehr zahlreichen Bedienelemente etwas wahllos über das Gehäuse und sind zudem auch noch teilweise überflüssig. Eine Taste für den digitalen Zoom namens Smart Teleconverter hat auf einer DSLR nichts zu suchen. Auch den D-Range-Optimizer konfiguriert man nicht so häufig, als dass er einen eigenen Knopf verdient hätte. Die Heerschar an Buttons steht eher im Weg, wenn man auf wichtigere Einstellungen wie Serienbildmodus, ISO-Empfindlichkeit, Belichtungsausgleich und dergleichen zugreifen möchte. Leider fühlen sich die Bedienelemente größtenteils extrem ähnlich an. Es besteht Verwechslungsgefahr.

Die Knöpfe auf der Oberseite sind so weit hinten positioniert, dass sie sich nicht erreichen lassen, wenn man die Kamera vor dem Gesicht hält. [8]
Die Knöpfe auf der Oberseite sind so weit hinten positioniert, dass sie sich nicht erreichen lassen, wenn man die Kamera vor dem Gesicht hält.

Normalerweise bedeuten mehr Tasten ein flotteres Handling. Das gilt insbesondere bei DSLRs, da man hier häufig durch den Sucher blickt und währenddessen an den Parametern feilt. Die Alpha DSLR-A500 scheint dagegen mehr auf die Bedienung per Display ausgelegt zu sein. So fehlen im optischen Sucher wichtige Informationen wie die gegenwärtig gewählte ISO-Empfindlichkeit. Stattdessen präsentiert Sony den gegenwärtigen Grad der Verwacklungsgefahr.

Apropos Sucher: Das Guckloch sorgt bei uns ebenfalls für gemischte Gefühle. Die Fokuspunkte sind außergewöhnlich groß und sehr klar und deutlich zu erkennen. Allerdings fällt der Sucher selbst sehr klein aus und bietet eine schwache Vergrößerung. Das Display steht zudem etwas nach hinten heraus und ist chronisch mit Abdrücken von der Fotografenbacke übersäht.

Die Tasten auf der rechten Oberseite von DSLRs sind normalerweise so platziert, dass sie sich bequem mit den Zeigefingern der rechten Hand erreichen lassen. Bei der A500 sitzen sie so weit hinten, dass man sie nur mit dem Finger beziehungsweise Daumen drücken kann, wenn man die Kamera vom Auge wegnimmt. Insbesondere beim Knopf für die Empfindlichkeit ist das nervig. Bei den günstigeren Kameras der A2xx- und A3xx-Serie bringt Sony die ISO- und Serienbild-Buttons auf der Rückseite unter. Das ist praxistauglicher.

Das Vier-Wege-Pad auf der Rückseite bietet ein schlechtes haptisches Feedback. Wir drücken häufig versehentlich auf die mittig platzierte "AF"-Taste. [9]
Das Vier-Wege-Pad auf der Rückseite bietet ein schlechtes haptisches Feedback. Wir drücken häufig versehentlich auf die mittig platzierte „AF“-Taste.

Der Fn-Button auf der Rückseite holt die wichtigsten Aufnahmeparameter aufs Display, darunter Serienbildmodus, Blitzeinstellungen und -ausgleich, ISO-Empfindlichkeit, Autofokusmodus und -bereich, Weißabgleich, DRO und HDR sowie Sonys Kreativmodi. Das Navigationspad fühlt sich leider etwas flach an und bietet ein eher mäßiges taktiles Feedback. Wir drücken aus Versehen häufig die mittig im Vier-Wege-Pad liegende AF-Taste.

Ausstattung

Zwar ist das neigbare Display nicht ganz so flexibel wie ein dreh- und schwenkbar aufgehängter Bildschirm, doch bei Aufnahmen über Kopf und aus der Hüfte leistet die Anzeige gute Dienste. Wer viel unter Zuhilfenahme des Displays fotografiert, wird sich über den schnellen Live-View-Autofokus freuen. Im manuellen Fokusmodus gibt es außerdem eine Lupe, die beim Scharfstellen hilft. Erfreulicherweise passt die Lupe den vergrößerten Bereich auch in puncto Helligkeit an. Der normale Live-View-Modus zeigt leider nur einen 90-prozentigen Bildausschnitt an. Ist der manuelle Fokus beziehungsweise der sogenannte MF-Check-LV-Modus aktiviert, stellt der Schirm eine 100-Prozent-Vorschau dar.

Hersteller Canon Nikon Pentax Sony
Modell EOS 500D [10] D5000 [11] K-x [12] Alpha DSLR-A500
Preis 595 Euro 510 Euro 495 Euro 505 Euro
Bildsensor CMOS (22,3 x 14,9 mm) CMOS (23,6 x 15,8 mm) CMOS (23,6 x 14,8 mm) CMOS (23,5 x 15,6 mm)
Auflösung 15,1 Megapixel 12,3 Megapixel 12,4 Megapixel 12,3 Megapixel
Formatfaktor 1,6 1,5 1,5 1,5
Empfindlichkeiten ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 6400 ISO 100 – 12.800 ISO 200 – 12.800
Autofokus 9 Fokuspunkte 11 Fokuspunkte 11 Fokuspunkte 9 Fokuspunkte
Belichtungsmessung 35 Zonen 420-Pixel-3D-Matrix 16 Segmente 40 Segmente
Integrierter Blitz ja ja ja ja
Kabellose Blitzsteuerung nein nein ja ja
Serienbildmodus 3,4 fps 4,0 fps 4,7 fps 5,0 fps
Videomodus 1080/20p, 720/30p 720/24p 720/24p nein
Sucherbildfeld 95 % 95 % 96 % 95 %
Display 3,0 Zoll, fest, 921.000 Pixel 2,7 Zoll, schwenkbar, 230.000 Pixel 2,7 Zoll, fest, 230.000 Pixel 3,0 Zoll, schwenkbar, 230.000 Pixel
Live-View ja ja ja ja
Akkulaufzeit (CIPA) 400 Fotos 510 Fotos 1100 Fotos 1000 Fotos
Abmessungen 12,9 x 9,8 x 6,2 cm 12,7 x 10,4 x 8,0 cm 12,3 x 9,2 x 6,8 cm 13,7 x 10,4 x 8,4 cm
Gewicht 480 g 560 g 515 g 597 g

Zwar hat die A500 keine revolutionären neuen Features zu bieten, ein paar interessante Kleinigkeiten gibt es aber dennoch. Die HDR-Automatik schießt zwei unterschiedlich belichtete Aufnahmen hintereinander und kombiniert diese zu einem Foto mit erhöhtem Dynamikumfang. Das bedeutet, dass in hellen sowie dunklen Bildbereichen mehr Details erhalten bleiben. Der Belichtungsabstand lässt sich zwischen 1,5 und 3,0 Blendenstufen regeln, aber leider speichert die DSLR die Einzelfotos nicht ab. Außerdem spuckt die HDR-Funktion lediglich JPEG-Bilder aus. RAW? Fehlanzeige. Darüber hinaus muss sich der Fotograf nach jeder Doppelaufnahme ein paar Sekunden gedulden, bis die kamerainterne Bildverarbeitung die zwei Aufnahmen miteinander kombiniert hat.

Eine vollständige Auflistung aller Funktionen gibt es im Handbuch [13] auf der Website des Herstellers.

Verwirrend: Bei der Sony Alpha DSLR-A500 gibt es sowohl am Gehäuse als auch am Objektiv einen Ein/Aus-Schalter für den manuellen Fokus. [14]
Verwirrend: Bei der Sony Alpha DSLR-A500 gibt es sowohl am Gehäuse als auch am Objektiv einen Ein/Aus-Schalter für den manuellen Fokus.

Leistung

Die Sony Alpha DSLR-A500 erweist sich im Praxistest als etwas flotter als die A550. Die schnellste Einsteiger-DSLR, die Pentax K-x [12], erreicht sie aber nicht. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen 0,3 Sekunden. Um bei guten Lichtverhältnissen zu fokussieren und das Bild einzufangen, benötigt die A500 0,3 Sekunden. Bei schlechten Lichtverhältnissen steigt die Verzögerung auf 0,6 Sekunden.

Zwischen zwei Aufnahmen in Folge benötigt die Kamera eine Verschnaufpause von 0,9 Sekunden. Damit ist sie etwas langsamer als ihre große Schwester. Mit zugeschaltetem Blitz verschlechtert sich der Wert auf 1,0 Sekunden. Der Serienbildmodus ist in dieser Klasse mit 4,8 Bildern pro Sekunde ungeschlagen schnell.

Bildqualität

Die Sony Alpha DSLR-A500 verhält sich in puncto Bildrauschen sehr ähnlich wie ihre große Schwester A550. Allerdings sind die Fotos deutlich besser, was die Farbwiedergabe angeht. Generell schlägt sich die A500 bei der Farbwiedergabe deutlich besser als die meisten von Sonys Consumer-DSLRs. Lediglich bei dunklen Pinktönen gibt es ein paar Probleme, aber alles in allem sehen die Fotos satt und angenehm aus. Einen wirklich neutralen Aufnahmemodus, der sämtliche „Farbverschlimmbesserungen“ abschaltet, gibt es aber auch hier leider nicht.

Was das Bildrauschen angeht, schlägt sich die A500 ziemlich gut, muss sich allerdings auch hier der Pentax K-x knapp geschlagen geben. Ab ISO 800 gehen die ersten Details verloren, aber auch mit ISO 1600 schießt die Sony-DSLR noch recht ordentliche Fotos. Bei allen Werten darüber vernichtet die Rauschunterdrückung zunehmend mehr Details, und es tritt Bildrauschen auf.

Man kann aus der A500 ungefähr einen ISO-Sprung herauskitzeln, wenn man im RAW-Format fotografiert und sich nicht auf die Rauschunterdrückung verlässt. Wie bei den meisten aktuellen Sony-DSLRs arbeitet die kamerainterne Software nur mäßig. Mit ISO 6400 geschossene Fotos sehen aber immer noch recht ordentlich aus, und selbst Aufnahmen mit ISO 12.800 sind in verkleinerten Formaten durchaus noch brauchbar.

Das Kitobjektiv bietet eine gute Schärfe, bringt bei Motivstellen mit hohen Helligkeitsunterschieden allerdings auch Farbsäume aufs Bild.

Fazit

Von allen derzeit erhältlichen Einsteiger-DSLRs aus dem Hause Sony bietet die Alpha DSLR-A500 das beste Preisleistungsverhältnis – zusammen mit ihrer Schwester A450. Wer den Live-View-Modus braucht, ist mit der A500 besser beraten, wer sich das gewisse Extra an Geschwindigkeit wünscht, dem sei die günstigere A450 ans Herz gelegt. Das stellenweise ziemlich wirre und umständliche Bedienkonzept hinterlässt allerdings bei beiden Kameras einen faden Beigeschmack und verhagelt den Spiegelreflexkameras bessere Bewertungen.

Geschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (RAW)   
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)   
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)   
Pentax K-x [12]

0.7 
0.6 
0.5 
0.3 
Sony Alpha DSLR-A500

0.3 
0.9 
0.6 
0.3 
Canon EOS 500D [10]

0.2 
0.4 
0.6 
0.3 
Nikon D5000 [11]

0.2 
0.5 
0.7 
0.3 
Sony Alpha DSLR-A550 [7]

0.4 
0.8 
0.7 
0.3 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Sony Alpha DSLR-A500

4.8 
Pentax K-x [12]

4.2 
Nikon D5000 [11]

4 
Canon EOS 500D [10]

3.3 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41535417/sony-alpha-dslr-a500-im-test-bildqualitaet-und-leistung-top-bedienung-flop/

URLs in this post:

[1] A230: https://www.cnet.de/tests/digicam/41500505/sony+alpha+dslr_a230+flinke_+einfache+spiegelreflexkamera.htm

[2] A330: https://www.cnet.de/tests/digicam/41500632/sony+alpha+dslr_a330+guenstige+spiegelreflex+mit+live_view.htm

[3] A290: https://www.cnet.de/blogs/alpha/kameras/41533089/neue+einsteiger_dslrs+sony+alpha+dslr_a390+und+a290.htm

[4] A380: https://www.cnet.de/tests/digicam/41006448/sony+alpha+dslr_a380+im+test+teuer+und+kaum+neuerungen.htm

[5] A450: https://www.cnet.de/tests/digicam/41531346/sony+alpha+dslr_a450+blitzschnelle+einsteiger_spiegelreflex+fuer+actionfotografen.htm

[6] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[7] A550: https://www.cnet.de/tests/digicam/41528021/sony+alpha+dslr_a550+schnelle+dslr+fuer+live_view_fans.htm

[8] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535417/sony_alpha_dslr-a500_oben.jpg

[9] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535417/sony_alpha_dslr-a500_hinten.jpg

[10] EOS 500D: https://www.cnet.de/tests/digicam/41003589/dslr+fuer+full_hd_videos+canon+eos+500d+im+test.htm

[11] D5000: https://www.cnet.de/tests/digicam/41003894/nikon+d5000+hd_video_dslr+mit+schwenk_display+im+test.htm

[12] K-x: https://www.cnet.de/tests/digicam/41528863/pentax+k_x+im+test+flinke+einsteiger_dslr+mit+hd_videomodus.htm

[13] Handbuch: http://pdf.crse.com/manuals/4149235411.pdf

[14] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535417/sony_alpha_dslr-a500_seite.jpg

[15] Beispielfotos: die Bildqualität der Sony Alpha DSLR-A500: https://www.cnet.de/41535418/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-sony-alpha-dslr-a500/?pid=1#sid=41535417