Schon getestet: Apple iMac mit 3,06-GHz-Intel-Core-i3-CPU und 21,5-Zoll-Display

von Rich Brown und Stefan Möllenhoff am , 17:01 Uhr

Pro
  • fantastisches Design
  • starke Single-Core- und Multitasking-Leistung
  • diskrete Grafikkarte sorgt für mehr Leistung bei Spielen
  • SDXC-Kartenslot
Con
  • kein HDMI-Port
  • kein Blu-ray-Laufwerk
  • kleines Display für den Preis
  • native Quad-Core-CPUs schlagen sich bei Multithreading-Anwendungen besser
Hersteller: Apple Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,6 von 10 Punkte
Fazit:

Apple fährt auch mit dem neuesten iMac eher auf der Produktivitäts- als auf der Unterhaltungsschiene. Zwar gibt es auch im Entertainmentbereich ein paar Verbesserungen, doch andere All-in-One-PCs bieten hier deutlich mehr fürs Geld. In puncto Leistung und Design ist der frisch vorgestellte Apple-Rechner aber nach wie vor absolute Spitzenklasse.

Apples iMac ist das Paradebeispiel für einen stylischen All-in-One-PC. Statt Plasik kommen Aluminium und Glas zum Einsatz, sämtliche Elektronik versteckt sich hinter dem Bildschirm und nicht in einer unförmigen Kiste unter dem Schreibtisch. Gestern hat der Hersteller aus Cupertino seine neuen iMacs vorgestellt, wir haben das Basismodell bereits ausführlich getestet.

Dieser Testbericht konzentriert sich auf den günstigsten 21,5-Zoll-iMac mit einer 3,06 GHz schnellen Intel-Core-i3-CPU und einem Basispreis von 1199 Euro. Die teureren Modelle bieten zwar mehr Leistung, doch der Sprung den diese durchgemacht haben, dürfte im Vergleich zu den jeweiligen Vorgängern ähnlich groß sein wie beim „kleinen“ 21,5-Zoll-iMac.

Design

Obwohl Apple [1] gehörig am Innenleben des iMacs herumgeschraubt hat, sieht der All-in-One-PC seinem Ende letzten Jahres erschienenen Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Es kommen nach wie vor viel Aluminium und Echtglas zum Einsatz, das Display verfügt über eine LED-Hintergrundbeleuchtung, und es gibt dieselbe Auswahl an Ein- und Ausgängen wie beim Vorgänger. Die größte Veränderung ist hier, dass der Speicherkartenslot jetzt auch SDXC-Medien mit Kapazitäten von bis zu 2 TByte unterstützt.

Der Speicherkartenslot auf der rechten Seite unterstützt SDXC-Medien mit bis zu 2000 GByte Kapazität. [2]
Der Speicherkartenslot auf der rechten Seite unterstützt SDXC-Medien mit bis zu 2000 GByte Kapazität.

Ansonsten gibt es vier USB-2.0-Buchsen, einen FireWire-800-Port, analoge und digitale Ein- und Ausgänge für den Klang sowie einen MiniDisplay-Output. Einen Eingang für MiniDisplay oder gar eine HDMI-Buchse sucht man beim iMac vergeblich.

Am Lieferumfang hat sich ebenfalls nichts verändert. Im Karton stecken nach wie vor Apples Wireless Keyboard und die Wireless Magic Mouse. Die Remote-Fernbedienung gibt es für 19 Euro obendrauf. Wer das neue Magic Trackpad haben möchte, zahlt auf den iMac-Mindestpreis von 1199 Euro noch einmal 69 Steine drauf.

Einen Touchscreen gibt es nach wie vor bei den iMacs nicht. Dafür bietet Apple für 69 Euro Aufpreis das Magic Trackpad an.
Einen Touchscreen gibt es nach wie vor bei den iMacs nicht. Dafür bietet Apple für 69 Euro Aufpreis das Magic Trackpad an.

Das Magic Trackpad bringt erstmals die von den MacBooks bekannten Multitouchgesten auf einen Apple-Desktop-Computer. Möglicherweise möchte der Hersteller aus Cupertino mit dem berührungsempfindlichen Add-On auch diejenigen in die Schranken weisen, die sich über den fehlenden Touchscreen ärgern. Schließlich bieten viele Windows-Rechner im iMac-Preisbereich berührungsempfindliche Bildschirme.

Ausstattung

Die größte Hardware-Neuerung stellt die neue Intel-CPU dar. Der 3,06 GHz schnelle Core-i3-Chip besitzt zwar die gleiche Taktfrequenz und Anzahl von Kernen wie die Core-2-Duo-CPU der vorherigen iMacs, doch dank der HyperThreading-Technologie kann der Prozessor vier gleichzeitig ablaufende Threads emulieren. Dieses Pseudo-Quad-Core-Design bringt insbesondere beim Multitasking deutliche Vorteile, wie die Benchmark-Grafiken weiter unten im Artikel verraten.

Die Front ist vollständig von einer Glasscheibe bedeckt. Durch den Hochglanz-Effekt wirken die dargestellten Bilder zwar schöner, doch dafür kommt es zu Spiegelungen. [3]
Die Front ist vollständig von einer Glasscheibe bedeckt. Durch den Hochglanz-Effekt wirken die dargestellten Bilder zwar schöner, doch dafür kommt es zu Spiegelungen.

Neben HyperThreading hat der Core-i3-Prozessor eine Reihe weiterer struktureller Verbesserungen gegenüber den Core-2-Duo-CPUs zu bieten. Ein Beispiel wäre etwa der integrierte Memory-Controller für eine schnellere Kommunikation zwischen Prozessor und Arbeitsspeicher. Diese und weitere Maßnahmen schlagen sich in erster Linie in der Rechenleistung nieder, sorgen aber auch für einen niedrigeren Stromverbrauch.

Alle neuen iMacs bringen außerdem eine diskrete Grafikkarte mit. Das 1200 Euro teure Modell kommt mit einer ATI Radeon HD 4670 mit 256 MByte Arbeitsspeicher, beim Vorgänger kommt ein GeForce-9400M-Chip von Nvidia zum Einsatz. Das spiegelt die Entwicklung wieder, die die Computerspiele für Macs in diesem Jahr durchgemacht haben. So hält Valves Software-Portal Stream inzwischen auch Mac-Versionen von diversen beliebten PC-Spielen bereit. Insbesondere bei hohen Auflösungen dürfte die neue Grafikkarte eine merkliche Verbesserung bringen.

Nebenbei ermöglichen es Services wie OnLive, eine Reihe von Computergames auf dem Mac zu zocken, indem diese in der Wolke, und nicht auf dem Apple-Rechner laufen. Nachdem die Render-Arbeit hier nicht lokal abgewickelt wird, ist die Grafikkarte in diesem Fall jedoch herzlich egal.

Zu guter Letzt gibt der Arbeitsspeicher noch etwas mehr Gas. Apple hat die Taktung – verglichen mit dem alten iMac – von 1066 MHz auf 1333 MHz gesteigert. Sicherlich bringt das keinen enormen Performance-Sprung, trägt aber insgesamt zur verbesserten Leistung bei.

Leistung

In den meisten Bereichen legt der neue iMac auf die ohnehin gute Leistung des Vorgängers noch eins drauf und setzt sich damit noch weiter von der Windows-Konkurrenz in diesem Preissegment ab. Sowohl der Photoshop-CS3- als auch der iTunes-Benchmark messen die Leistung im Single-Core-Bereich. Zwar ist der diesjährige iMac auch hier ein ganzes Stück schneller als das alte Modell, doch wirklich signifikant ist der Unterscheid bei Multitasking-Aufgaben.

Adobe-Photoshop-CS3-Bildverarbeitungstest (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)
Apple iMac (Sommer 2010)

87 
Apple iMac (Herbst 2009)

94 
Lenovo IdeaCentre B500 08873AU

102 
Gateway One ZX6900-01e

103 
HP TouchSmart 300-1120

140 

Apple-iTunes-Encoding-Test (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)
Apple iMac (Herbst 2009)

121 
Apple iMac (Sommer 2010)

121 
Gateway One ZX6900-01e

134 
Lenovo IdeaCentre B500 08873AU

149 
HP TouchSmart 300-1120

181 

Bei unserem Multimedia-Multitasking-Benchmark lässt der Core-i3-Chip die Muskeln spielen und verhält sich schon beinahe wie eine Quad-Core-CPU. Allerdings zeigt Lenovos IdeaCentre dem iMac, dass echte Rechenkerne mehr zählen als emulierte Cores. Zwar ist der Vierkern-Prozessor im Lenovo-PC schon etwas älter, doch trotzdem zeigt er dem Apple-Rechner im Cinebench-Multitasking-Test gnadenlos die Rücklichter.

Wer viele Multi-Threading-Anwendungen nutzt und nach einem möglichst günstigen und starken All-in-One-PC sucht, bekommt bei einem Quad-Core-Rechner mit Windows-Betriebssystem immer noch mehr fürs Geld. Wir warten gespannt auf Apples ersten Vierkern-iMac.

Multimedia-Multitasking (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)
Apple iMac (Sommer 2010)

238 
Apple iMac (Herbst 2009)

434 
Lenovo IdeaCentre B500 08873AU

445 
Gateway One ZX6900-01e

483 
HP TouchSmart 300-1120

489 

Cinebench
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)

mehrere CPU-Kerne   
einzelner CPU-Kern   
Lenovo IdeaCentre B500 08873AU

11,391 
3,166 
Gateway One ZX6900-01e

8,751 
3,965 
Apple iMac (Sommer 2010)

8,718 
3,746 
Apple iMac (Herbst 2009)

6,506 
3,486 
HP TouchSmart 300-1120

5,747 
2,986 

Die nachstehende Liste verrät, wie die in diesen Benchmarks aufgestellten Testsysteme ausgerüstet sind:

  • Apple iMac 21.5-inch (Sommer 2010): Apple OS X Snow Leopard 10.6.4; Intel Core i3 mit 3,06 GHz; 4 GByte DDR3 SDRAM mit 1,333 MHz; ATI Radeon HD 4670 mit 256 MByte RAM
  • Apple iMac 21.5-inch (Herbst 2009): Apple OS X Snow Leopard 10.6.1; Intel Core 2 Duo E7600 mit 3,06 GHz; 4 GByte DDR3 SDRAM mit 1,066 MHz; Nvidia GeForce 9400 mit 256 MByte
  • Gateway One ZX6900-01e: Windows 7 Home Premium SP1 (64-Bit); Intel Core i3 530 mit 2,93 GHz; 4 GByte DDR3 SDRAM mit 1,333 MHz; Intel GMA X4500 mit 64 MByte
  • HP TouchSmart 300-1120: Windows 7 Home Premium SP1 (64-Bit); AMD Athlon X2 235e mit 2,7 GHz; 4 GByte DDR2 SDRAM mit 1,333 MHz; ATI Mobility Radeon HD 3270 mit 256 MByte
  • Lenovo IdeaCentre B500 08873AU: Windows 7 Home Premium; Intel Core 2 Quad Q8400S mit 2,66 GHz; 6 GByte DDR2 SDRAM mit 1,066 MHz; Nvidia GeForce GT 250M mit 1 GByte

Bei Call of Duty 4 sieht der iMac kein Land mehr – weder mit niedrigen Auflösungen noch mit zahmeren Bildqualitätseinstellungen. Team Fortress 2 und Portal, zwei Steam-Spiele, laufen aber merklich besser. Beide Titel lassen sich auf der nativen Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln flüssig spielen. Das gilt selbst bei aktiviertem zweifachen Anti-Aliasing und viel Action auf dem Bildschirm. Für Games, die von Valves Steam-Portal kommen, eignet sich der iMac wunderbar, bei anderen Spielen gibt es allerdings stellenweise Einschränkungen.

Angesichts der diskreten Grafikkarte hätten wir erwartet, dass sich der iMac beim Stromverbrauch nicht gerade verbessert. Als sich unser Testgerät an der Oberfläche auf 40 Grad erwärmt hat, entkräftet das die Vermutungen nicht gerade. Trotzdem ist der Apple-Rechner, was den Stromverbrauch angeht, sehr moderat – von allen All-in-One-PCs, die CNET.com jemals im Test hatte, belegt der neue iMac den zweiten Platz. Der Verbrauch bewegt sich trotz der beschleunigten Performance auf einem Niveau mit dem des Vorgängers.

Die Rückseite vom iMac heizt sich im laufenden Betrieb merklich auf. [4]
Die Rückseite vom iMac heizt sich im laufenden Betrieb merklich auf.

Was den Support angeht, ist Apple nach wie vor das schwarze Schaf der Branche. 90 Tage lang gibt es kostenlosen Telefonsupport, und es besteht die gesetzlich vorgeschrieben einjährige Herstellergarantie. Eine Verlängerung der Garantie und des Supports auf drei Jahre lässt sich der Hersteller mit 179 Euro saftig bezahlen.

Fazit

Apple neuer iMac sieht dem Vorgängermodell zwar zum Verwechseln ähnlich, doch beim Innenleben hat sich einiges getan. Der All-in-One-PC gibt dank des Hyperthreading-Prozessors insbesondere bei Multitasking-Anwendungen deutlich mehr Gas. Zudem sorgt die dedizierte Grafikkarte bei Spielen für mehr Leistung. Wenn der Fokus auf Performance liegt, ist der iMac eine ausgezeichnete Wahl, stehen Multimedia-Anwendungen im Vordergrund gibt es auf dem Markt bessere Alternativen mit integriertem Blu-ray-Laufwerk und HDMI-Port.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[2] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535462/apple_imac_sommer_2010_core_i3_306_ghz_seiten.jpg

[3] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535462/apple_imac_sommer_2010_core_i3_306_ghz_display.jpg

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535462/apple_imac_sommer_2010_core_i3_306_ghz_hinten.jpg