Apple Magic Trackpad im Test: endlich Multitouch auf iMac und Mac Mini

von Scott Stein und Stefan Möllenhoff am , 15:01 Uhr

Pro
  • minimalistisches Design
  • Multitouch-Gesten funktionieren ausgezeichnet
  • beansprucht weniger Platz als PC-Mäuse
Con
  • eingeschränkte Software
  • Tasten am Rand funktionieren nur, wenn das Trackpad auf einer harten Oberfläche steht
Hersteller: Apple Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Das Magic Trackpad bringt die Multitouch-Flexibilität der MacBook-Touchpads endlich auch auf die Desktop-PCs von Apple. Für die meisten Mac-Besitzer dürfte sich die kostspielige Anschaffung aber nicht lohnen.

Ganz Apple ist Multitouchfähig! Ganz Apple? Nein, einer kleinen Produktsparte bleibt die mehrfingerige Bedienung vorbehalten. Jedenfalls bis jetzt. Mit der Einführung des Magic Trackpad gibt es nun auch für die Desktop-Macs Multitouch. Mit 69 Euro ist das Eingabegerät zwar nicht ganz billig, aber hey – das waren Apple-Produkte noch nie. Ob das Gesten-Pad sein Geld wert ist, zeigt dieser Testbericht.

Eines vorweg: Der kleine graue Winkel mit der berührungssensitiven Oberfläche ersetzt keine Grafiktablets für Designer & Co, dafür gibt es Wacom [1]. Vielmehr soll das Magic Trackpad die Standardmaus ablösen oder zumindest ergänzen.

Design & Ausstattung

Auf den ersten Blick wirkt das Trackpad so minimalistisch, dass man sich fragt, ob man damit überhaupt etwas anfangen kann. Es gibt keine Logos, keine Icons und auch keine Knöpfe, sondern nur eine glatte, ebene Fläche, die am hinteren Ende nach unten abfällt und deren Oberflächenmaterial kurz vor der Rundung von Glas zu Aluminium wechselt. Das Pad steht exakt in demselben Winkel auf dem Tisch wie Apples Bluetooth Keyboard, das sich im Lieferumfang aller iMacs befindet. Stellt man Tastatur und Touchpad nebeneinander, könnte man sie glatt für eine Einheit halten.

Das Magic Trackpad bietet ordentlich Platz für die Finger. Es ist 80 Prozent größer als die ohnehin schon großzügig dimensionierten MacBook-Pro-Touchflächen. Auf dem Schreibtisch macht das Eingabegerät einiges her und sorgt sowohl bei Freunden als auch bei Kollegen zwangsläufig für neidische Blicke. Apple [2] eben.

Die Verbindung zum Mac läuft genauso ab wie bei allen anderen Bluetooth-Produkten des Herstellers. Für den vollständigen Funktionsumfang ist allerdings eine zusätzliche Software erforderlich, die sämtliche Multitouch-Features freischaltet und ein paar benutzerspezifische Anpassungen ermöglicht.

Obwohl der Karton behauptet, ein Mac sei zwingend erforderlich, koppeln wir das Magic Trackpad erfolgreich mit einem Windows-Rechner. Allerdings erkennt das Microsoft [3]-Betriebssystem das feindliche Device als Single-Touch-Eingabegerät und weigert sich vehement, mehr als einen Finger zu erkennen. Zwar gibt es im Support-Bereich auf der Apple-Website [4] einen Download namens Apple Magic Trackpad Update 1.0 for Windows, doch der Treiber funktioniert nur auf Windows-Versionen die via Boot Camp auf einem Mac laufen.

Wie bei der Bluetooth-Tastatur von Apple befindet sich am oberen Ende ein zylindrisches Batteriefach, das sich von der Seite her öffnen lässt. Im Lieferumfang sind zwei Standard-AA-Batterien enthalten, aber natürlich dienen auch wiederaufladbare Stromspeicher als Energiequelle. Auf der rechten Seite des Trackpads sitzt der Ein/Aus-Schalter, der gleichzeitig auch den Pairing-Vorgang beginnt – ganz wie beim Keyboard.

Der Ein/Aus-Schalter sitzt auf der rechten Seite des Trackpads. [5]
Der Ein/Aus-Schalter sitzt auf der rechten Seite des Trackpads.

Die mitgelieferte Software ermöglicht es, die Multitouch-Funktionen zu konfigurieren. Sie läuft auf allen Macs mit OS-X-Version 10.6.4 oder neuer. In den Einstellungen stehen Optionen wie Tap-to-Click, rechte und linke Maustaste vertauschen, Scrollgeschwindigkeit und dergleichen bereit. Wer schon einmal die Finger auf einem MacBook oder MackBook Pro hat tanzen lassen, wird jedoch keine Neuheiten bemerken. Es gibt keine Möglichkeiten, die Gesten anzupassen oder gar neue hinzuzufügen.

Leistung

Wenn es etwas an der Hardware auszusetzen gibt, dann sind es die „Mausklicks“. Die Taster hierfür sitzen am unteren Ende der Schräge. Aufgrund der Hebelwirkung ist damit insbesondere im oberen Bereich etwas mehr Druck mit dem Finger vonnöten, um einen Klick auszulösen. Auf weichen Oberflächen wie der Couch oder dem Oberschenkel funktioniert das nicht mehr. Aktiviert man in der Software die Tap-to-Click-Funktion, ist dieses Problemchen zwar gelöst, aber der echte, mechanische Klick ist uns lieber.

Apples Magic Trackpad steht genau im richtigen Winkel auf dem Tisch. Das Handgelenk sitzt bequem am Fuße der Schräge, und der gesamte berührungsempfindliche Bereich lässt sich gut erreichen. Die „Mausgeschwindigkeit“, also wie groß die Auswirkungen eines Fingerstreichs sind, lässt sich konfigurieren.

So sieht das Apple Magic Trackpad von unten aus. [6]
So sieht das Apple Magic Trackpad von unten aus.

Das Magic Trackpad erfüllt seinen Zweck als Eingabegerät hervorragend. Scrollen, Klicken und so weiter funktionieren anstandslos – wie bei den Apple-Notebooks. Und wenn man nicht ständig eine Maus durch die Gegend schieben muss, erhöht das den Komfort durchaus. Die Multitouch-Gesten setzt unser Test-iMac genau so um, wie gewünscht. Wer noch nie ein MacBook unter die Finger bekommen hat: Ein Antippen mit zwei Fingern dient als Rechtsklick, ein Wischen mit zwei Fingern scrollt, Zusammenziehen und Spreizen von zwei Fingern verkleinert beziehungsweise vergrößert die gerade dargestellten Inhalte und so weiter.

Wenn Apple mit dem Magic Trackpad die traditionelle Computermaus ins Jenseits befördern möchte, dann müssen wir allem Lob zum Trotz sagen: Mit dieser Produktgeneration gelingt das noch nicht. Klar, das Trackpad bietet mit den praktischen Multitouch-Gesten einen Komfort, bei dem die meisten Standard-Zeigegeräte nur blöd gucken können. Auf der anderen Seite vermissen wir aber die zahlreichen konfigurierbaren Tasten und Rädchen, die sich auf quasi jeder besseren Maus finden. Das nicht-konfigurierbare Multitouch hat einfach seine Grenzen.

Apples Multitouch-Pad steht genau im richtigen Winkel auf dem Tisch.
Das Trackpad steht genau im richtigen Winkel auf dem Tisch.

Wir haben das Magic Trackpad auf einem Mac Mini ausprobiert, der sein Bild an einer Fernseher weitergibt – mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sich der Alu-Winkel ja als das perfekte Accessoire für applebegeisterte Couch-Potatoes herausstellen könnte. Scrollen, Klicken, Vergrößern und Verkleinern im Safari funktionieren wunderbar. Auch mit iTunes arbeitet das Touchpad einwandfrei zusammen. Ein paar Gesten für Zufallswiedergabe, nächster Titel oder Lautstärkeregelung wären natürlich toll, gibt es aber nicht. Front Row, Apples Media-Center-Pendant, verweigert seltsamerweise die Zusammenarbeit mit dem Pad.

Wie Windows 7 bringt auch OS X eine virtuelle Tastatur mit. Will man keine Romane verfassen und hat Lieblingsseiten wie „CNET.de“ mit kurzen URLs oder sucht bei Google [7] eher nach „iMac“ als nach „Desoxyribonukleinsäure“, ist alles gut. Wer wirklich viel vom Sofa aus surfen möchte, fährt mit einer drahtlosen Tastatur wie dem Logitech diNovo Mini [8] immer noch besser.

Fazit

Mit dem Magic Trackpad bringt Apple die Multitouch-Gestensteuerung auch auf die iMacs – mit der von MacBooks gewohnten Smoothness und dem appletypisch edlen Design. Zumindest bei uns schickt das Eingabegerät die Computermaus aber noch nicht in den Ruhestand: Es fehlen einfach die konfigurierbaren Tasten und Rädchen für ernsthaftes Arbeiten. Für Hardcore-Zocker ist das Trackpad ebenfalls nicht geeignet.

Spezifikationen

  • Peripherie-Typ - Maus
  • Kommunikation - Bluetooth

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41535501/apple-magic-trackpad-im-test-endlich-multitouch-auf-imac-und-mac-mini/

URLs in this post:

[1] Wacom: http://de.wikipedia.org/wiki/Wacom

[2] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[3] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[4] Apple-Website: http://support.apple.com/de_DE/downloads/#peripherals

[5] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535501/apple_magic_trackpad_seite.jpg

[6] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535501/apple_magic_trackpad_unten.jpg

[7] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[8] Logitech diNovo Mini: http://www.logitech.com/de-de/keyboards/keyboard/devices/3848