Bei HD-Beamern in dieser Preisklasse ist oft statt einer vollwertigen Fernbedienung eine fummelige Zappe im Keditkarten-Format dabei. Nicht so beim W1000. Zwar sieht die Funke auch hier nicht edel aus, sie lässt sich dank großer Tasten aber deutlich besser bedienen als ihre Mini-Pendants.

Statt einer unhandlichen Zappe im Kreditkartenformat liefert Benq eine vollwertige Fernbedienung mit, die gut in der Hand liegt.
Statt einer unhandlichen Zappe im Kreditkartenformat liefert Benq eine vollwertige Fernbedienung mit, die gut in der Hand liegt.

Das Menüsystem ähnelt dem älterer BenQ-Projektoren und ist einfach zu durchschauen. Allerdings empfehlen wir, Änderungen der Bildeinstellungen sofort in einem der Benutzer-Modi zu speichern. Andernfalls kann es leicht passieren, dass sie verloren gehen, und man von vorne anfangen muss.

Das Datenblatt des Beamers hört sich eher nach dem eines deutlich teureren Modells an: Full-HD-Auflösung, 2000 ANSI-Lumen Helligkeit und ein echter Kontrast von 3000:1 – so etwas findet man für gewöhnlich eher bei Geräten, die 1000 Euro mehr kosten. Die Lampenlebensdauer gibt der Hersteller mit 3000 Stunden im normalen und 4000 Stunden im Eco-Modus an. Das sorgt zusammen mit dem äußerst fairen Lampenpreis von etwa 120 Euro für vergleichsweise geringe Betriebskosten. Auch der maximale Energiebedarf von 230 Watt geht in Ordnung.

Leistung

Als wir den W1000 nach dem Auspacken zum ersten Mal einschalten, sind wir enttäuscht. Das voreingestellte Bild ist mit Artefakten übersät und zeigt deutliche Ghosting-Effekte an den Kanten harter Farbübergänge. Außerdem wirkt die Projektion völlig übersättigt und eher wie die eines billigen SD-Beamers, und nicht wie Full-HD-Material.

Da wir von BenQ eigentlich etwas anderes gewöhnt sind, machen wir uns ans Kalibrieren. Als erstes drehen wir die Schärfe und eine Option namens Luma Tansmission auf Null herunter. Anschließend nehmen wir uns die Gamma-Option vor. Die ab Werk gewählte Farbtemperatur Kühl gefällt uns ebenfalls nicht. Die größte Verbesserung zeigt sich jedoch beim Abschalten von BrilliantColor. Mit einem Schlag verschwinden die hässlichen Geisterbilder und das Ergebnis wirkt deutlich besser fokussiert. Nach einer knappen halben Stunde sehen wir dann endlich das, was wir von einem BenQ-Beamer erwarten: ein schönes, realistisches Bild.

Der W1000 ist ordentlich hell. Sogar im Eco-Modus stört etwas Umgebungslicht nicht. Mit der Lampeneinstellung Normal genügt die Lichtausbeute auch für sehr große Leinwände oder für die Projektion bei Tageslicht. Allerdings wird der Lüfter dafür unangenehm laut. Er macht noch mehr Krach als die Kühlmodule der meisten direkten und ebenfalls schon vergleichsweise lauten Konkurrenten.

Wir sehen uns die Blu-ray-Disc des hellen und farbenfrohen Films Ein Schatz zum Verlieben an. Der W1000 liefert eine respektable Leistung. Zwar wirkt das Bild nicht ganz so überwältigend wie das teurere Modelle wie des Sony VPL-HW15 oder des W6000 von BenQ, dennoch wirkt es sehr lebendig. Die Farbdarstellung ist akkurat, und Unschärfen oder Bildrauschen stellen wir hier im Gegensatz zu etwa gleich teuren DLP-Rivalen mit 720p-Auflösung nicht fest.

Als nächstes legen wir Avatar ins Laufwerk unseres Blu-ray-Players. Der Film taugt dank seiner äußerst bunten Szenen und seiner ausgezeichneten HD-Qualität besonders gut zum Beurteilen des Bildes. Und wieder punktet der W1000. Er bringt die lebendigen Farben von Pandoras Wäldern und deren Biestern hervorragend auf die Leinwand. Allerdings stellen wir auch hier fest, dass der W1000 nicht den Grad an Schattendetails und tiefen Schwarzwerten liefert, wie sein großer Bruder. Alles in allem ist das Bild aber dennoch sehr gut. Es treten wieder keine Artefakte auf, und auch den gefürchteten DLP-Feind namens Regenbogeneffekt bekommen wir nicht zu sehen. In dieser Preisklasse haben wir bisher kein Gerät getestet, das derart gut mit deutlich teureren Modellen mithält.

Fazit

Für seinen Preis von rund 830 Euro liefert der 1080p-Beamer BenQ W1000 ein fantastisches Bild. Zwar kommt er in puncto Schwarzwerte und Schattendetails nicht an die teurere Konkurrenz heran, in seiner Preisklasse ist er jedoch ungeschlagen. Lediglich Filmfans mit empfindlichem Gehör sollten lieber zu einem leiseren Modell greifen.

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