BenQ W1000: Full-HD-Beamer mit gutem Bild zum Schnäppchenpreis

von Nic Tatham und Pascal Poschenrieder am , 16:40 Uhr

Pro
  • klein und leicht
  • natürliche Farben
  • gute Schwarzwerte
  • tolles Preisleistungsverhältnis
Con
  • lauter Lüfter
  • rudimentäre Installations-Optionen
  • schlechte Voreinstellungen
Hersteller: BenQ Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Der DLP-Beamer BenQ W1000 kostet gerade einmal so viel wie ein 42 Zoll großer LCD-Fernseher, bietet aber deutlich mehr Bild fürs Geld. Die Darstellungsqualität überzeugt mit schönen Farben und guten Schwarzwerten - zumindest nach dem Kalibrieren. Außerdem ist der Projektor klein und leicht, was ihn transportabel macht. Allerdings wird das Aufstellen bei Freunden durch fehlendes Lensshift und die fummelige Höhenverstellung zur Geduldsprobe, und der laute Lüfter stört den Filmgenuss.

Dank 3D-Hype wird Full-HD-Heimkinoausrüstung ohne räumliche Darstellung immer preiswerter. Während für einen ordentlichen Full-HD-Beamer vor einem Jahr noch deutlich mehr als 1000 Euro fällig waren, gibt es jetzt mehrere Modelle zu dreistelligen Preisen. Eines davon ist BenQs W1000. Wir haben getestet, wie sich der Sparkurs auf Bildqualität und Ausstattung auswirkt.

In den letzten Jahren hat BenQ immer wieder bewiesen, dass es durchaus möglich ist, hochwertige Projektoren zu erschwinglichen Preisen [1] anzubieten. Das hat dazu geführt, dass sich die Marke bei Heimkinobesitzern, denen selbst ein 50-Zoll-Fernseher noch zu klein ist, großer Beliebtheit erfreut. Auch uns hat BenQ in der Vergangenheit mit Geräten wie dem W5000 [2] immer wieder überzeugt. Dieses Jahr erweitert der Hersteller sein Portfolio um einige neue Modelle, darunter auch der Nachfolger des W5000 namens W6000 [3]. Der Full-HD-Beamer schnitt in unserem Test [3] ausgezeichnet ab, ist mit einem Preis von knapp 2000 Euro allerdings nicht gerade ein Schnäppchen – ganz im Gegensatz zum W1000. Das Modell löst ebenfalls 1920 mal 1080 Pixel auf und wechselt schon ab 830 Euro den Besitzer.

Design und Ausstattung

Der W1000 ist im Vergleich zu seinem großen Bruder geradezu winzig. Das Gehäuse ist klein und flach und bringt mitsamt der darin untergebrachten Technik gerade einmal 3,4 Kilogramm auf die Waage. Dadurch benötigt der Beamer nur wenig Platz im Wohnzimmer, und die Deckenmontage klappt auch ohne Kran simpel.

Front und Oberseite des BenQ sind im Gegensatz zum schwarzen Rest des W1000 in weiß gehalten. Vorne gibt es keine Lüftungsschlitze, wodurch es nicht zu einem Hitzeflimmern im Bild kommen kann. Eine schwarze Gegenlichtblende fasst die rechts der Mitte angebrachte Linse ein. Über ihr, oben auf dem Gehäuse, sitzt ein ebenfalls schwarzes Element, das übersichtlich angeordnete Bedienelemente enthält.

Für 830 Euro hätten wir eine deutlich schlechtere Verarbeitung erwartet. Die Gehäuse-Materialien wirken edel, und die Bedienelemente auf der Oberseite des W1000 sind übersichtlich angeordnet. [4]
Für 830 Euro hätten wir eine deutlich schlechtere Verarbeitung erwartet. Die Gehäuse-Materialien wirken edel, und die Bedienelemente auf der Oberseite des W1000 sind übersichtlich angeordnet.

Der W1000 nutzt die DLP-Technik [5] zur Bilderzeugung. Ein Farbrad mit sechs Segmenten färbt das Licht der Lampe schnell nacheinander in den Grundfarben ein. Anschließend fällt es auf den DMD-Chip, wo es je ein Spiegel pro Pixel entweder durch die Linse auf die Wand wirft, oder von der Linse wegleitet. Durch die vielen Segmente des Farbrads sollte sich der DLP-typische, unerwünschte Regenbogeneffekt in Grenzen halten. Zudem verfügt der BenQ über die BrilliantColor [6]-Farbverarbeitung und ein 3D-Farbmanagement. Besonders letzteres der beiden Features erlaubt dank vieler Optionen ein sehr exaktes Kalibrieren des Bildes.

Über der Linse sitzen manuelle Regler für Zoom und Fokus. Lensshift zum Verschieben des Bildes auf der Leinwand fehlt, wodurch eine korrekte Positionierung und das Beachten des Projektionsabstandes wichtig sind. In unserem Test benötigen wir eine Entfernung von 3,7 Meter, um eine 96-Zoll-Bildwand zu füllen. Die Füße an der Unterseite des W1000 sind höhenverstellbar, was das Aufstellen auf dem Wohnzimmertisch erleichtern soll. Allerdings empfinden wir die kleinen Beinchen als derart fummelig, dass sie nicht viel helfen. Wir stellen stattdessen ein paar Bücher unter den Beamer, um ihn auf die richtige Höhe zu bringen und den Screen mit einem unverzerrten Bild zu versorgen. Die automatische Trapez-Korrektur arbeitet zuverlässig.

Bei den Anschlüssen punktet der W1000. Trotz des geringen Preises bringt er zwei HDMI [7]-Ports mit. Zudem finden sich hinten am Gehäuse Component-Video [8]-, VGA [9]– und Composite-AV [10]-Eingänge. Auch ein USB-Port ist vorhanden. Allerdings gibt der Beamer keine Mediendateien von angeschlossenen Speichersticks wieder. Stattdessen dient die Buchse zum Fernsteuern des Projektors mittels PC. Außerdem entdecken wir einen integrierten Lautsprecher, der an der Rückseite neben dem Anschlusspanel sitzt. Das ist praktisch, wenn man beim Public-Viewing im Garten [11] kein zusätzliches Soundsystem aufbauen möchte. Die Tonqualität ist zwar begrenzt, der Treiber schafft aber recht hohe Lautstärken, und der Klang leidet erst erstaunlich spät unter Verzerrungen.

Bei HD-Beamern in dieser Preisklasse ist oft statt einer vollwertigen Fernbedienung eine fummelige Zappe im Keditkarten-Format dabei. Nicht so beim W1000. Zwar sieht die Funke auch hier nicht edel aus, sie lässt sich dank großer Tasten aber deutlich besser bedienen als ihre Mini-Pendants.

Statt einer unhandlichen Zappe im Kreditkartenformat liefert Benq eine vollwertige Fernbedienung mit, die gut in der Hand liegt. [12]
Statt einer unhandlichen Zappe im Kreditkartenformat liefert Benq eine vollwertige Fernbedienung mit, die gut in der Hand liegt.

Das Menüsystem ähnelt dem älterer BenQ-Projektoren und ist einfach zu durchschauen. Allerdings empfehlen wir, Änderungen der Bildeinstellungen sofort in einem der Benutzer-Modi zu speichern. Andernfalls kann es leicht passieren, dass sie verloren gehen, und man von vorne anfangen muss.

Das Datenblatt des Beamers hört sich eher nach dem eines deutlich teureren Modells an: Full-HD-Auflösung, 2000 ANSI-Lumen Helligkeit und ein echter Kontrast von 3000:1 – so etwas findet man für gewöhnlich eher bei Geräten, die 1000 Euro mehr kosten. Die Lampenlebensdauer gibt der Hersteller mit 3000 Stunden im normalen und 4000 Stunden im Eco-Modus an. Das sorgt zusammen mit dem äußerst fairen Lampenpreis von etwa 120 Euro für vergleichsweise geringe Betriebskosten. Auch der maximale Energiebedarf von 230 Watt geht in Ordnung.

Leistung

Als wir den W1000 nach dem Auspacken zum ersten Mal einschalten, sind wir enttäuscht. Das voreingestellte Bild ist mit Artefakten übersät und zeigt deutliche Ghosting-Effekte an den Kanten harter Farbübergänge. Außerdem wirkt die Projektion völlig übersättigt und eher wie die eines billigen SD-Beamers, und nicht wie Full-HD-Material.

Da wir von BenQ eigentlich etwas anderes gewöhnt sind, machen wir uns ans Kalibrieren. Als erstes drehen wir die Schärfe und eine Option namens Luma Tansmission auf Null herunter. Anschließend nehmen wir uns die Gamma-Option vor. Die ab Werk gewählte Farbtemperatur Kühl gefällt uns ebenfalls nicht. Die größte Verbesserung zeigt sich jedoch beim Abschalten von BrilliantColor. Mit einem Schlag verschwinden die hässlichen Geisterbilder und das Ergebnis wirkt deutlich besser fokussiert. Nach einer knappen halben Stunde sehen wir dann endlich das, was wir von einem BenQ-Beamer erwarten: ein schönes, realistisches Bild.

Der W1000 ist ordentlich hell. Sogar im Eco-Modus stört etwas Umgebungslicht nicht. Mit der Lampeneinstellung Normal genügt die Lichtausbeute auch für sehr große Leinwände oder für die Projektion bei Tageslicht. Allerdings wird der Lüfter dafür unangenehm laut. Er macht noch mehr Krach als die Kühlmodule der meisten direkten und ebenfalls schon vergleichsweise lauten Konkurrenten.

Wir sehen uns die Blu-ray-Disc des hellen und farbenfrohen Films Ein Schatz zum Verlieben an. Der W1000 liefert eine respektable Leistung. Zwar wirkt das Bild nicht ganz so überwältigend wie das teurere Modelle wie des Sony VPL-HW15 [13] oder des W6000 [3] von BenQ, dennoch wirkt es sehr lebendig. Die Farbdarstellung ist akkurat, und Unschärfen oder Bildrauschen stellen wir hier im Gegensatz zu etwa gleich teuren DLP-Rivalen mit 720p-Auflösung nicht fest.

Als nächstes legen wir Avatar ins Laufwerk unseres Blu-ray-Players. Der Film taugt dank seiner äußerst bunten Szenen und seiner ausgezeichneten HD-Qualität besonders gut zum Beurteilen des Bildes. Und wieder punktet der W1000. Er bringt die lebendigen Farben von Pandoras Wäldern und deren Biestern hervorragend auf die Leinwand. Allerdings stellen wir auch hier fest, dass der W1000 nicht den Grad an Schattendetails und tiefen Schwarzwerten liefert, wie sein großer Bruder. Alles in allem ist das Bild aber dennoch sehr gut. Es treten wieder keine Artefakte auf, und auch den gefürchteten DLP-Feind namens Regenbogeneffekt bekommen wir nicht zu sehen. In dieser Preisklasse haben wir bisher kein Gerät getestet, das derart gut mit deutlich teureren Modellen mithält.

Fazit

Für seinen Preis von rund 830 Euro liefert der 1080p-Beamer BenQ W1000 ein fantastisches Bild. Zwar kommt er in puncto Schwarzwerte und Schattendetails nicht an die teurere Konkurrenz heran, in seiner Preisklasse ist er jedoch ungeschlagen. Lediglich Filmfans mit empfindlichem Gehör sollten lieber zu einem leiseren Modell greifen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41535882/benq-w1000-full-hd-beamer-mit-gutem-bild-zum-schnaeppchenpreis/

URLs in this post:

[1] Projektoren zu erschwinglichen Preisen: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/kaufberatung/41529629/neun+full_hd_beamer+unter+1200+euro+das+muessen+kaeufer+beachten.htm

[2] W5000: https://www.cnet.de/tests/tv/39194216/full_hd_beamer+benq+w5000+heimkino+la+imax.htm

[3] W6000: https://www.cnet.de/tests/tv/41523227/benq+w6000+extrem+heller+heimkinobeamer.htm

[4] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535882/1008_benq-w1000_04.jpg

[5] DLP-Technik: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/trends-technik/39189858/von+lcd+bis+dlp+wie+heimkino_projektoren+funktionieren.htm

[6] BrilliantColor: http://www.dlp.com/dlp/regional/uk/projectors/why_brilliantcolor.aspx

[7] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[8] Component-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/Component-Video

[9] VGA: http://de.wikipedia.org/wiki/VGA_%28Anschluss%29

[10] Composite-AV: http://de.wikipedia.org/wiki/Composite_Video

[11] Public-Viewing im Garten: https://www.cnet.de/praxis/wochenend/41533222/public_viewing+im+eigenbau+fussball+ueberall+auf+der+grossen+leinwand+geniessen.htm

[12] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41535882/1008_benq-w1000_03.jpg

[13] Sony VPL-HW15: https://www.cnet.de/tests/tv/41516105/sony+vpl_hw15+leiser+beamer+mit+brillantem+bild.htm