Leistung

Nachdem wir die Spezifikation aufmerksam studiert haben, erwarten wir nicht gerade wenig von diesem 1100-Euro-Beamer. Allerdings stellt uns der HC3800 einige Hürden in den Weg, bevor wir mit Bild und Installation zufrieden sind. Das beginnt beim Aufbauen auf dem Kaffeetisch: Das Justieren des Bildes auf der Leinwand verläuft trotz vertikalem Lensshift fummelig. Der Projektor muss exakt in der richtigen Höhe und im korrekten Winkel positioniert sein, bevor er die Bildwand akkurat ausfüllt. Daher eignet sich der HC3800 trotz seiner geringen Abmessungen nicht für den mobilen Einsatz. Käufer sollten ihn besser einmal an die Decke schrauben und ausrichten. BenQ W1000 und Sanyo PLV-Z700 sind hier etwas flexibler. Selbst nach einer gefühlten Ewigkeit des Drehens und Wendens kommen wir beim HC3800 nicht ganz ohne Trapez-Korrektur aus. Und auch dann verlaufen weder die horizontalen noch die vertikalen Linien so perfekt parallel zum Rand unseres LP-Morgan-Screens, wie es beispielsweise beim Sony VPL-HW15 der Fall ist.

Dennoch geben wir uns nun zufrieden und sehen uns das Bild genauer an. Und hier stoßen wir an die zweite Hürde: Die Werkseinstellungen erfordern etwas Feintuning, damit das Bild akkurat aussieht. Hier helfen Kalibrierungs-DVDs oder -Blu-rays weiter. Um sowohl einen Tag- als auch einen Nachtmodus speichern zu können, bietet der HC3800 zwei User-Presets. Schlussendlich betreiben wir den Beamer im Eco-Modus, also mit niedriger Lampeneinstellung, und regeln die Helligkeit im Menü sogar noch zusätzlich herab. Die Gamma-Option belassen wir auf Auto, und die BrilliantColor-Funktion schalten wir aus. Letztere ruft wie bei vielen DLP-Beamern Geisterbilder an harten Farbübergängen hervor und stört somit mehr, als sie nützt. Auch die Farbverwaltung, die sich im Menü unter Sonderfunktionen findet, lassen wir deaktiviert. Die unzähligen anderen erweiterten Optionen können ebenfalls so bleiben, wie sie von Mitsubishi vorkonfiguriert sind, da der Projektor bereits mit den von uns vorgenommenen Anpassungen in den meisten Situationen ein exzellentes Bild an die Wand wirft.

Der HC3800 bietet ordentliche Schwarzwerte mit guter Tiefe, einen hohen Kontrast und starke, stabile Farben. Auch die Detailwiedergabe bei HD-Material ist hervorragend. Avatar mit seinem bunten, kräftigen Bild wirkt absolut beeindruckend. Besonders erstaunt sind wir über den hohen Grad an Feinheiten, der in dunklen Bildbereichen zu sehen ist. Trotzdem kommt der Mitsubishi einfach noch nicht ganz an teurere Konkurrenten wie den VPL-HW15 oder BenQ W6000 heran, seine Konkurrenten Epson EH-TW2900, Sanyo PLV-Z700 und BenQ W1000 schlägt er aber – wenn auch nur knapp.

Den eigentlich für DLP-Projektoren bekannten Regenbogeneffekt bekommen wir kein einziges Mal zu sehen. Selbst bei der DVD von Sin City bemerken wir die störenden Fehler trotz schwarzweißem Bild nicht. Zusätzlich zeigt der Mitsubishi, dass er ausgezeichnet mit SD-Material zurechtkommt und es in guter Qualität, artefaktfrei und mit korrekter Zeilenskalierung an die Leinwand wirft. Es gibt nur ganz wenige DLP-Modelle, die all das von sich behaupten können.

Außerdem ist der HC3800 im Betrieb angenehm leise. Obwohl wir direkt hinter dem Projektor sitzen, fällt uns während des Tests kein störender Lüfter auf. Im Eco-Modus hört man den Beamer so gut wie gar nicht, und selbst bei voller Helligkeit ist er nur wenige Dezibel lauter.

Fazit

Der Mitsubishi HC3800 ist nicht nur einer der günstigsten Full-HD-Beamer, die der Markt derzeit hergibt, er bietet obendrein noch eine hervorragende Bildqualität. Außerdem hat er reichlich Optionen an Bord und stört Zuseher nicht durch einen lauten Lüfter. Allerdings ist er eher etwas für die Festinstallation. Wer das Modell öfter zu Freunden mitnimmt, ärgert sich beim Ausrichten des Bildes grün und blau. Außerdem hätten wir uns einen zweiten HDMI-Port gewünscht.

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