Mitsubishi HC3800: 1100 Euro teurer Full-HD-Beamer mit tollem Bild

von Nic Tatham und Pascal Poschenrieder am , 16:30 Uhr

Pro
  • kompaktes Gehäuse
  • beeindruckende HD-Bildqualität
  • tolle Schwarzwerte und natürliche Farben
  • gutes Preisleistungsverhältnis
  • leises Betriebsgeräusch
Con
  • nur begrenzt für den mobilen Einsatz tauglich
  • nur ein HDMI-Eingang
  • Staub-Magnet
Hersteller: Mitsubishi Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,1 von 10 Punkte
Fazit:

Der Full-HD-Beamer Mitsubishi HC3800 bietet ein tolles Bild mit tiefen Schwarzwerten und realistischen Farben. Außerdem läuft der Lüfter angenehm leise. Jedoch begrenzt das komplizierte Ausrichten des Bildes die Mobilität. Da hilft auch kein kleines Gehäuse. Zudem bietet der DLP-Beamer im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nur einen HDMI-Port. Bei einem Preis von rund 1100 Euro können wir diese Schwächen aber verzeihen.

Wir haben bereits einige Full-HD-Beamer für um die 1000 Euro getestet, und wirklich enttäuscht hat uns bisher noch kein Modell. Nun hat es auch Mitsubishis Spar-Kandidat in unser Labor geschafft. Ob der HC3800 ebenfalls viel fürs Geld bietet und seine Konkurrenten vielleicht sogar schlägt, verrät der Testbericht.

Während Mitsubishi Motors in letzter Zeit mit einigen Problemen zu kämpfen hat, scheint die Wirtschaftskrise an der Elektroniksparte des Herstellers nahezu spurlos vorbeigezogen zu sein. Neben Klimaanlagen für den privaten und kommerziellen Gebrauch sowie Kühlschränken baut Mitsubishi Electric auch Heimkino-Projektoren – und zwar mit Erfolg. Der Hersteller war einer der ersten, der Full-HD-Beamer zu bezahlbaren Preisen angeboten hat. Der HC3800 ist das günstigste 1080p [1]-Modell des Konzerns und unter Heimkino-Enthusiasten recht beliebt. Kein Wunder, schließlich liest sich das Datenblatt des rund 1100 Euro teuren DLP [2]-Projektors eher wie das einiger deutlich teurerer Rivalen.

Design und Ausstattung

Das klavierlackschwarze Gehäuse des HC3800 ist ein wahrer Staubmagnet – eben so wie alle Heimkinokomponenten mit Hochglanz-Lackierung. Die Größe des Beamers entspricht in etwa der seiner Konkurrenten Sanyo PLV-Z700 [3] und BenQ W1000 [4], wodurch sich der Projektor gut für die Tisch-Projektion und theoretisch auch für den mobilen Einsatz eignet. Natürlich ist auch die Deckenmontage möglich. Damit in diesem Fall nicht bei jedem Lampenwechsel ein Abhängen nötig wird, sitzt die Klappe, hinter der sich das Leuchtmittel verbirgt, an der Oberseite des HC3800. Apropos Lampe: Mitsubishi gibt ihre Lebensdauer im Eco-Modus mit 5000 Stunden an. Trifft das wirklich zu, hält sie länger durch als die aller Konkurrenten im Umfeld des 1100-Euro-Modells. Allerdings kostet ein Ersatz-Leuchtmittel auch satte 325 Euro, was im Vergleich zur etwa 120 Euro teuren BenQ-Lampe ein halbes Vermögen ist. Da letztere im Energiespar-Modus ebenfalls 4000 Stunden schaffen soll, liegen die Betriebskosten des HC3800 deutlich über denen seines Rivalen. Trotzdem gibt es viele Modelle, bei denen jede Stunde Videogenuss wesentlich mehr kostet.

An der Rückseite des Mitsubishi sitzt lediglich ein HDMI [5]-Port. Bei allen uns bekannten Konkurrenten sind es zwei. Immerhin gibt es neben dem digitalen Eingang auch Anschlüsse für VGA [6], Composite-Video [7], S-Video [8] und Component-Video [9]. Hinzu kommen eine RS-232C-Kommunikationsschnittstelle und ein 12-Volt-Trigger-Ausgang zum Ansteuern einer motorisierten Leinwand. Manuelles Lensshift gibt es jedoch nicht. Dadurch wird das Ausrichten des Bildes auf der Leinwand zur Geduldsprobe. Besonders, wenn man den Beamer zu einem Freund mitnimmt, um dort schnell einen Film anzusehen, nervt das. Im Installations-Menü finden wir zwar eine Option für eine vertikale Linsenverschiebung, deren Ausschlag ist aber recht gering.

An der Rückseite des HC3800 fehlt zwar ein zweiter HDMI-Eingang, dafür steuert der Projektor motorisierte Leinwände an und lässt sich mittels RS-232C-Buchse in ein Heimkino-Kontrollsystem einbinden. [10]
An der Rückseite des HC3800 fehlt zwar ein zweiter HDMI-Eingang, dafür steuert der Projektor motorisierte Leinwände an und lässt sich mittels RS-232C-Buchse in ein Heimkino-Kontrollsystem einbinden.

Sonst liest sich das Datenblatt gut. Der Mitsubishi bietet das, was man von einem Full-HD-Beamer dieser Preisklasse erwartet. Die Helligkeit gibt der Hersteller mit 1300 Lumen an, die echte Kontrastrate soll bei 3300:1 liegen. Dank der 1,5-fach zoomenden Linse genügt auch die Helligkeit im Eco-Modus, um ein abgedunkeltes Heimkino ausreichend mit Bild zu versorgen. Das ist praktisch, wenn man die hohe Lebensdauer des Leuchtmittels voll auszunutzen will.

Die mitgelieferte Fernbedienung ist zwar nichts Besonderes, sie liegt aber gut in der Hand und besitzt eine Hintergrundbeleuchtung zur einfachen Bedienung bei abgedunkeltem Zimmer. Außerdem bietet Mitsubishi das übliche Zubehör wie eine Deckenhalterung an und gibt zwei Jahre Garantie auf den Beamer. Die Lampe ersetzt der Hersteller ein Jahr oder 500 Betriebsstunden kostenlos, je nachdem, was zuerst eintritt.

Leistung

Nachdem wir die Spezifikation aufmerksam studiert haben, erwarten wir nicht gerade wenig von diesem 1100-Euro-Beamer. Allerdings stellt uns der HC3800 einige Hürden in den Weg, bevor wir mit Bild und Installation zufrieden sind. Das beginnt beim Aufbauen auf dem Kaffeetisch: Das Justieren des Bildes auf der Leinwand verläuft trotz vertikalem Lensshift fummelig. Der Projektor muss exakt in der richtigen Höhe und im korrekten Winkel positioniert sein, bevor er die Bildwand akkurat ausfüllt. Daher eignet sich der HC3800 trotz seiner geringen Abmessungen nicht für den mobilen Einsatz. Käufer sollten ihn besser einmal an die Decke schrauben und ausrichten. BenQ W1000 [4] und Sanyo PLV-Z700 [3] sind hier etwas flexibler. Selbst nach einer gefühlten Ewigkeit des Drehens und Wendens kommen wir beim HC3800 nicht ganz ohne Trapez-Korrektur aus. Und auch dann verlaufen weder die horizontalen noch die vertikalen Linien so perfekt parallel zum Rand unseres LP-Morgan-Screens, wie es beispielsweise beim Sony VPL-HW15 [11] der Fall ist.

Dennoch geben wir uns nun zufrieden und sehen uns das Bild genauer an. Und hier stoßen wir an die zweite Hürde: Die Werkseinstellungen erfordern etwas Feintuning, damit das Bild akkurat aussieht. Hier helfen Kalibrierungs-DVDs oder -Blu-rays weiter. Um sowohl einen Tag- als auch einen Nachtmodus speichern zu können, bietet der HC3800 zwei User-Presets. Schlussendlich betreiben wir den Beamer im Eco-Modus, also mit niedriger Lampeneinstellung, und regeln die Helligkeit im Menü sogar noch zusätzlich herab. Die Gamma-Option belassen wir auf Auto, und die BrilliantColor-Funktion schalten wir aus. Letztere ruft wie bei vielen DLP-Beamern Geisterbilder an harten Farbübergängen hervor und stört somit mehr, als sie nützt. Auch die Farbverwaltung, die sich im Menü unter Sonderfunktionen findet, lassen wir deaktiviert. Die unzähligen anderen erweiterten Optionen können ebenfalls so bleiben, wie sie von Mitsubishi vorkonfiguriert sind, da der Projektor bereits mit den von uns vorgenommenen Anpassungen in den meisten Situationen ein exzellentes Bild an die Wand wirft.

Der HC3800 bietet ordentliche Schwarzwerte mit guter Tiefe, einen hohen Kontrast und starke, stabile Farben. Auch die Detailwiedergabe bei HD-Material ist hervorragend. Avatar mit seinem bunten, kräftigen Bild wirkt absolut beeindruckend. Besonders erstaunt sind wir über den hohen Grad an Feinheiten, der in dunklen Bildbereichen zu sehen ist. Trotzdem kommt der Mitsubishi einfach noch nicht ganz an teurere Konkurrenten wie den VPL-HW15 [11] oder BenQ W6000 [12] heran, seine Konkurrenten Epson EH-TW2900 [13], Sanyo PLV-Z700 [3] und BenQ W1000 [4] schlägt er aber – wenn auch nur knapp.

Den eigentlich für DLP-Projektoren bekannten Regenbogeneffekt bekommen wir kein einziges Mal zu sehen. Selbst bei der DVD von Sin City bemerken wir die störenden Fehler trotz schwarzweißem Bild nicht. Zusätzlich zeigt der Mitsubishi, dass er ausgezeichnet mit SD-Material zurechtkommt und es in guter Qualität, artefaktfrei und mit korrekter Zeilenskalierung an die Leinwand wirft. Es gibt nur ganz wenige DLP-Modelle, die all das von sich behaupten können.

Außerdem ist der HC3800 im Betrieb angenehm leise. Obwohl wir direkt hinter dem Projektor sitzen, fällt uns während des Tests kein störender Lüfter auf. Im Eco-Modus hört man den Beamer so gut wie gar nicht, und selbst bei voller Helligkeit ist er nur wenige Dezibel lauter.

Fazit

Der Mitsubishi HC3800 ist nicht nur einer der günstigsten Full-HD-Beamer, die der Markt derzeit hergibt, er bietet obendrein noch eine hervorragende Bildqualität. Außerdem hat er reichlich Optionen an Bord und stört Zuseher nicht durch einen lauten Lüfter. Allerdings ist er eher etwas für die Festinstallation. Wer das Modell öfter zu Freunden mitnimmt, ärgert sich beim Ausrichten des Bildes grün und blau. Außerdem hätten wir uns einen zweiten HDMI-Port gewünscht.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41536061/mitsubishi-hc3800-1100-euro-teurer-full-hd-beamer-mit-tollem-bild/

URLs in this post:

[1] 1080p: http://de.wikipedia.org/wiki/1080p

[2] DLP: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/trends-technik/39189858/von+lcd+bis+dlp+wie+heimkino_projektoren+funktionieren.htm

[3] Sanyo PLV-Z700: https://www.cnet.de/tests/tv/41500552/guenstiger+full_hd_heimkinoprojektor+sanyo+plv_z700.htm

[4] BenQ W1000: https://www.cnet.de/tests/tv/41535882/benq+w1000+full_hd_beamer+mit+gutem+bild+zum+schnaeppchenpreis.htm

[5] HDMI: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Definition_Multimedia_Interface

[6] VGA: http://de.wikipedia.org/wiki/VGA_%28Anschluss%29

[7] Composite-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/Composite_Video

[8] S-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/S-Video

[9] Component-Video: http://de.wikipedia.org/wiki/Component-Video

[10] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41536061/1008_mitsubishi-hc3800_02.jpg

[11] Sony VPL-HW15: https://www.cnet.de/tests/tv/41516105/sony+vpl_hw15+leiser+beamer+mit+brillantem+bild.htm

[12] BenQ W6000: https://www.cnet.de/tests/tv/41523227/benq+w6000+extrem+heller+heimkinobeamer.htm

[13] Epson EH-TW2900: https://www.cnet.de/tests/tv/41533912/epson+eh_tw2900+preiswerter_+heller+und+leiser+full_hd_beamer.htm