3D-Techniken im Überblick: So funktionieren active Shutter, Polarisation & Co.

3D via Polarisation

Polarisation heißt so viel wie Ausrichtung. Die Bildquelle polarisiert das Licht für das eine Auge horizontal, das für das andere vertikal. Dadurch kann es jeweils nur ein passend ausgerichtetes Brillenglas passieren. Die Polarisationstechnik wird hauptsächlich in Kinos eingesetzt, wo zwei Projektoren die Bilder für linkes und rechtes Auge mit jeweils unterschiedlicher Polarisation übereinander auf die Leinwand werfen. Bei derzeit erhältlichen TV-Geräten wie dem LD950 von LG sitzt vor den Bildpunkten ein fester Filter, der das Licht des einen horizontal, das des anderen vertikal polarisiert. Ebenfalls denkbar wäre ein zusätzliches LC-Panel vor dem Screen, das durch ein aktives Drehen von Flüssigkristallen die Polarisationsrichtung von Pixeln wie bei der Shutter-Technik mehrmals pro Sekunde ändert. Dazu wären lediglich ein Weglassen der vordersten Polarisationsschicht von Standard-LCDs und eine Synchronisation der beiden LCDs notwendig.

LG bietet mit dem LD950 als erster Hersteller einen bezahlbaren 3D-Fernseher mit Polarisationstechnik an.
LG bietet mit dem LD950 als erster Hersteller einen bezahlbaren 3D-Fernseher mit Polarisationstechnik an.

Der größte Vorteil der Polarisationstechnik besteht in den Brillen. Sie benötigen lediglich zwei normale Gläser, die mit einer Polarisationsschicht versehen sind. Dadurch sind sie leicht und kommen ohne Energieversorgung aus. Außerdem ist der 3D-Effekt auch hier nicht blickwinkelabhängig. Auch störende Nebeneffekte wie ein Flimmern, Geisterbilder oder eine Abdunkelung treten hier nicht auf.

Wenn man allerdings einen Fernseher mit Polarisationstechnik bauen möchte, wird es schwierig. Denn im Gegensatz zum Kino, wo einfach mit zwei Projektoren die Bilder für rechtes und linkes Auge übereinandergelegt werden, sind hier Tricks notwendig. Derzeitige Geräte teilen das Display spaltenweise auf die beiden Sehorgane auf und bringen Filterreihen auf. Das ist relativ teuer und hat eine Halbierung der Auflösung zur Folge. Letztere ließe sich mit Hilfe der modifizierten LCD-Schicht vor dem eigentlichen Bildschirm vermeiden, dann wäre die Produktion allerdings noch teurer und es würden wieder Geisterbilder und andere Nebeneffekte auftreten.

Rot-Grün-3D mit Anaglyphen

Die immer noch mit Abstand bekanntesten 3D-Brillen besitzen verschiedenfarbige Gläser und nutzen die Anaglyphen-Technik. Hier funktioniert die Darstellung im Prinzip wie mit der Polarisationsmethode im Kino. Der Fernseher zeigt gleichzeitig zwei Bilder an. Das eine ist grünlich gefärbt, das andere rötlich. Die Brillen sorgen wieder dafür, dass das jeweilige Auge nur das passende Bild zu sehen bekommt. Häufig kommen auch andere Farben wie Blau zum Einsatz, das Prinzip bleibt aber das Gleiche.

Rot-Grün-Brillen sind zwar spottbillig, dementsprechend schlecht ist aber auch das Bild.
Rot-Grün-Brillen sind zwar spottbillig, dementsprechend schlecht ist aber auch das Bild.

Die positiven Seiten der Rot-Grün-Technik kennt jeder. Der Effekt funktioniert mit jedem normalen Fernseher, und die Brillen gibt es in der TV-Zeitschrift.

Allerdings sorgen letztere für einen unschönen Farbstich und auf Dauer für Kopfschmerzen – oder bei machen Zusehern sogar für Übelkeit.

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