Sony SLT-A55V angetestet: rasante DSLR mit fixiertem Spiegel

Der Bruchteil des einfallenden Lichts, den Sony vom Bildsensor abzweigt, reicht nicht für einen vernünftigen optischen Sucher aus. Daher versteckt sich bei der A55V ein kleines Display hinter dem Okular oberhalb des rückseitigen 3-Zoll-Displays. Der elektronische Sucher ist mit Sicherheit einer der besten, den wir jemals gesehen haben. Im Gegensatz zu den optischen Sehhilfen bei Video-DSLRs steht er auch bei der Videoaufzeichnung zur Verfügung.

Beim Serienbildmodus wird allerdings auch bei der A55V der Nachteil von elektronischen Suchern deutlich. Nach jedem einzelnen Foto wird das Mini-Display kurz dunkel. Zwar tritt die kurze Blindheit auch während des Spiegelschlags von DSLRs auf, doch die Zwangspause beim elektronischen Sucher ist signifikant länger. Es fällt nicht leicht, ein schnell bewegtes Motiv während des 10-fps-Dauerfeuers im Visier zu behalten.

Hersteller Sony Sony
Modell SLT-A33 SLT-A55V
Preis (Body) 649 Euro 749 Euro
Preis (mit 18-55mm) 749 Euro 849 Euro
Preis (mit 18-55mm & 55-200mm) 949 Euro 1049 Euro
Bildsensor CMOS (23,5 x 15,6 mm) CMOS (23,5 x 15,6 mm)
Auflösung 14,2 Megapixel 16,2 Megapixel
Empfindlichkeiten ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 12.800
Max. Fotoauflösung 4592 x 3056 Pixel 4912 x 3264 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 50i 1920 x 1080 Pixel @ 50i
Autofokus 15 Punkte, 3 Kreuzsensoren 15 Punkte, 3 Kreuzsensoren
Belichtungsmessung 1200 Zonen 1200 Zonen
Serienbildgeschwindigkeit 7 fps 10 fps
Display 3,0 Zoll, dreh- und schwenkbar 3,0 Zoll, dreh- und schwenkbar
Displayauflösung 921.000 Bildpunkte (640 x 480 Pixel) 921.000 Bildpunkte (640 x 480 Pixel)
Sucher elektronisch, Vergrößerung 1,1-fach elektronisch, Vergrößerung 1,1-fach
Abmessungen 12,4 x 9,2 x 8,5 cm 12,4 x 9,2 x 8,5 cm
Gewicht 441 g 441 g
Marktstart Oktober 2010 Oktober 2010

Leistung & Bildqualität

Wer bislang mit HD-Kompaktkameras, Pocket Camcordern oder Einsteiger-HD-Videokameras gefilmt hat, wird mit der Qualität der Aufnahmen sicherlich zufrieden sein. Dem schnellen Autofokus, dem großen Sensor und dem verbesseren 1200-Zonen-System zur Belichtungsmessung sei Dank sehen die Clips wirklich sehr ordentlich aus und halten mühelos mit den meisten 500-Euro-Full-HD-Camcordern mit. Der APS-C-Chip beziehungsweise die vergleichsweise langen Realbrennweiten der Objektive erlauben eine recht ansehnliche Tiefenschärfe.

Laut Sony sollen die Objektive derart schnell und leise scharfstellen, dass der Fokusmotor nicht auf den Videoclips zu hören ist. Wir hatten bislang noch nicht genug Zeit, um diese Behauptung zu überprüfen. Das werden wir bis zum ausführlichen Einzeltest nachholen.

Die Fotos der Kameras sehen ebenfalls sehr ordentlich aus. Sie wirken zwar ein wenig leblos und kalt, doch bei hohen Lichtempfindlichkeiten respektive schlechten Lichtverhältnissen ist die A55V der Kompaktkamera-Konkurrenz meilenweit überlegen. Auch mit ISO 6400 und ISO 12.800 aufgenommene Fotos gelingen noch sehr ansehnlich. Zusammen mit der schnellen Leistung eignet sich die Kamera einwandfrei, um herumtobende Kinder und Haustiere, das eine oder andere Fußballspiel vom Sohnemann und dergleichen zu dokumentieren – sowohl drinnen als auch draußen. Wenn man von der hohen Geschwindigkeit profitieren will, sollte man auf jeden Fall in eine schnelle Speicherkarte mit mindestens 30 MByte pro Sekunde Schreibgeschwindigkeit investieren.

Ausblick

Die SLT-A55V bewegt sich mit ihrer unverbindlichen Preisempfehlung von 749 Euro oberhalb der Einsteiger-DSLRs. Und auch viele andere Systemkameras mit Wechselobjektiven wandern für weniger Geld über die Ladentheke. Die der A55V ähnlichste Kamera dürfte wohl die Panasonic Lumix DMC-GH1 sein. Zwar ist die Micro-Four-Thirds-Digicam deutlich teurer, doch dafür bietet sie eine flexiblere Linse und mehr Optionen im Videomodus. Gerüchten zufolge soll spätestens zur Photokina ein Nachfolger erscheinen. Wir sind schwer gespannt, was sich Panasonic einfallen lässt – und, ob wir in naher Zukunft noch mehr Kameras mit teilweise durchlässigem Spiegel sehen werden.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Sony SLT-A55V angetestet: rasante DSLR mit fixiertem Spiegel

  • Am 24. August 2010 um 23:39 von hd-chris

    wer bietet mehr ????
    Ich bin nach jetzigem Kursurlaub und dem Mitschleppen von Video + Foto schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einer guten Kombination in entsprechender Größe.

    Sie sollte im Foto- und Videobereich gute Eigenschaften mitbringen. Das Konzept von Sony mit den Zusätzen von HDR und Panoramafunktion gefällt mir sehr gut. Das bietet zur Zeit nur Sony (meines Wissens).

    Warten wir mal ab was Canon, Nikon, Panasonic und Pentax zur Photokina liefern – ich hoffe auf lichtstarke, schnelle und kompakte Kameras in der Preisklasse 500,- bis 750,- Euro

  • Am 3. Oktober 2010 um 06:30 von Jürgen Hildebrandt

    wer bietet mehr?
    > ich hoffe auf lichtstarke, schnelle und kompakte Kameras in der Preisklasse 500,- bis 750,- Euro <

    Gibt es die nicht schon lange? Bisher allerdings nicht eine dabei, die wenigstens die Bildqualität einer "Einsteiger-DSLR" oder einer der neunen Systemkameras erreicht. Und die sind wieder Werlten von der Bildqualität der Vollformatsensorkameras entfernt.
    Im Kompakt- oder Bridgekamerabereich ist eine Verbesserung nur durch die Verwendung der größeren APS-C Sensoren möglich. Nur, welcher Hersteller wagt so einen bahnbrechenden Schritt, der nämlich seine "Einsteiger-DSLRs" die er im Programm hat, überflüssig machen würde!
    Letzlich wird es auf so genannte "Systemkameras" mit Spiegelreflexeigenschaften ohne Spiegel aber mit wechselbaren Objektiven hinauslaufen. So kann man weiter Wechselobjektive verkaufen, die eigentlich, bei einer Bridge mit APS-C Sensor, nicht erforderlich wären.

    • Am 6. Oktober 2010 um 10:41 von Stefan Möllenhoff

      AW: wer bietet mehr?
      Hallo Jürgen,

      das Problem ist, dass sich ein großer Bildsensor nicht mit einem kompakten und gleichzeitig extrem zoomstarken Objektiv vereinbaren lässt. Es gab da von Sony mal die DSC-R1, eine Bridgekamera mit APS-C-Sensor. Allerdings war die Kamera eben alles andere als handlich und hatte auch nur einen fünffachen optischen Zoom.

      Wer sich eine vollausgestattete Bridgekamera kauft, entscheidet sich gegen die Bildqualität, die in dieser Preisklasse bei einer Einsteiger-DSLR möglich wäre, und für die Flexibilität, die das Megazoomobjektiv bietet.

      Beste Grüße,
      Stefan Möllenhoff, CNET.de

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