Günstig, klein, gut ausgestattet und Android-Betriebssystem: T-Mobile Pulse Mini

von Damien McFerran und Daniel Schraeder am , 18:56 Uhr

Pro
  • Android 2.1 mit Zugang zum Market
  • kleine Abmessungen
  • günstiger Preis
Con
  • unempfindlicher resistiver Touchscreen
  • lahmer Prozessor
  • enttäuschende Kamera
Hersteller: T-Mobile Listenpreis: steht noch nicht fest (umgerechnet ca. 130 Euro)
ZDNet TESTURTEIL: BEFRIEDIGEND 6,0 von 10 Punkte
Fazit:

Das T-Mobile Pulse Mini ist ein kleiner, gut ausgestatteter Begleiter, der zu einem vergleichsweise niedrigen Preis die volle Kraft eines ausgewachsenen Smartphones bietet. Zumindest fast: Der resistive Touchscreen und die langsamen Reaktionen sind Spaßkiller.

Ein weiteres günstiges Android-Smartphone: Absolute Handy-Vollausstattung gibt es beim T-Mobile Pulse Mini schon für circa 130 Euro. Der Preis dafür ist der übliche Verzicht auf die kapazitive Touchscreen-Technik und eine hohe Display-Auflösung – aber auch das Pulse Mini hat GPS, Bluetooth, HSDPA, WLAN und Kamera samt Foto-LED an Bord und greift auf den mit inzwischen über 100.000 Apps angefüllten Android Market zu.

T-Mobile hat bereits ein Android [1]-Smartphone [2] im Einsteiger-Segment im Programm: Das Pulse wird vom chinesischen Hersteller Huawei gefertigt, der auch die meisten UMTS-USB-Sticks herstellt. Mit dem Pulse Mini gibt es jetzt einen Nachfolger, der wieder von den Chinesen im Auftrag des deutschen Kommunikationskonzerns gebaut wird.

In Deutschland ist das Mini derzeit nicht erhältlich, in England seit kurzem. Dort kostet es knapp 100 Pfund – das sind umgerechnet gut 120 Euro. Damit ist das Gerät etwa auf dem gleichen Preisniveau wie das (ebenfalls von Huawei gefertigte) Vodafone 845 [3], das jetzt bereits für 99 Euro zu haben ist – und damit das günstigste Android-Smartphone [4] auf dem deutschen Markt ist.

Gleich, aber anders

Das Mini sieht aus, als hätte man dem ursprünglichen T-Mobile Pulse eine Schrumpftinktur eingeflößt. Hier wie dort ist das Gehäuse abgerundet und aus glänzendem Kunststoff gefertigt. Dementsprechend fühlt es sich auch an: Selbst, wenn man es mit verbundenen Augen in die Hand nimmt, fällt das Schätzen des Preises nicht sonderlich schwer. Auch eine gewisse Ähnlichkeit zum HTC Tattoo [5] ist sichtbar.

Zugunsten des niedrigen Preises mussten die Entwickler diverse Kompromisse eingehen. Das ist nicht neu – und interessanterweise wird immer an den gleichen Stellen gespart. GPS, WLAN, Kamera, Bluetooth & Co. sind natürlich vorhanden, denn das Fehlen würde ja sofort auf dem Datenblatt auffallen. Stattdessen verbaut man einfach ein kleineres, niedrig auflösendes Display (2,8 Zoll, 320 mal 240 Pixel) und einen resistiven Touchscreen. Im Gegensatz zur kapazitiven Touchscreen-Technik, die bei höherwertigen Handys zum Einsatz kommt, reagiert das Display des Pulse Mini nicht auf Berührung, sondern nur auf Druck. Um dieses Manko zumindest etwas auszugleichen, legt der Hersteller einen Stift zur Bedienung bei. Das Google [6]-Handybetriebssystem Android ist allerdings darauf ausgelegt, eben nicht mit einem Stylus, sondern mit dem Finger bedient zu werden – und dementsprechend wirkt das Gerät bei der Bedienung etwa so, als würde man mit einem Lada Niva über die Nordschleife brettern. Es geht, aber es macht nur wenig Spaß, und gewinnen wird man mit Sicherheit keinen Preis. Ein weiterer Passus: Die resistive Touchscreen-Technik ist per se nicht Multitouch-fähig. Auf den coolen Zwei-Finger-Zoom im Browser oder in Google Maps müssen Käufer also verzichten.

Androide Power

Wenn man über die Haken bei der Bedienung hinwegsieht, darf man sich zunächst über Android 2.1 freuen. Dabei handelt es sich zwar nicht um die allerneueste Version des Google-Betriebssystems, aber zumindest fast. Mit an Bord ist die kostenlose Navigationslösung von Google Maps – samt Sprachausgabe. Für die Nutzung ist allerdings ein Internet-Tarif nötig. Außerdem gibt es die animierten Live-Hintergrundbilder, Sprachsuche und -Steuerung sowie diverse weitere coole und praktische Ausstattungsmerkmale.

Um sich etwas von der Masse abzusetzen, kommt hier eine leicht angepasste Android-Oberfläche zum Einsatz. Die Anzahl der Homescreens, die der Nutzer nach Belieben mit Verknüpfungen, Widgets, Ordnern, Bildern & Co. belegen kann, wurde von den bei Android 2.1 typischen fünf auf sage und schreibe 15 erhöht – das sind mehr als doppelt so viele, wie HTC [7] bei seiner Sense-Oberfläche zu bieten hat. Zugegeben, das ließe sich durch das Herunterladen eines alternativen Launchers aus dem Market bei jedem Android-Handy realisieren, aber diese Menge an Platz ab Werk hat Seltenheitswert. Und damit man die ganzen Homescreens auch gefüllt bekommt, packt T-Mobile noch ein paar zusätzliche Widgets mit ins Software-Paket. Das sind zwar keine Revolutionen, aber immerhin schöne Remakes der Standard-Mini-Programme, darunter Kalender, MP3-Player und ein digitaler Bilderrahmen. Wer seinen Homescreen noch weiter pimpen möchte, hat wie gewohnt die Möglichkeit, weitere Widgets aus dem Market nachzuladen.

Brücke an Prozessor: Wir brauchen mehr Power

Neben den Sparmaßnahmen beim Display musste der Hersteller auch im Inneren des Pulse Mini den Rotstift ansetzen. 528-MHz-Prozessor und 256 MByte RAM sind zwar im Vergleich zu anderen Android-Smartphones nicht schlecht, aber die Version 2.1 des Betriebssystems kommt hier durchaus an ihre Grenzen. Speziell wenn viele Apps gleichzeitig laufen, animierte Hintergründe für Unterhaltung sorgen und der viele Platz für die Widgets auch ausgenutzt wird, kommt der Kommunikationszwerg an seine Grenzen. Flüssige Bedienung? Fehlanzeige.

Auch, was die multimedialen Features angeht, sind wir etwas enttäuscht. Immerhin gibt es eine 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse zum Anschluss von Standard-Kopfhörern, aber die 3,2-Megapixel-Kamera kann uns so gar nicht überzeugen. Immerhin steht ihr eine Foto-LED zur Seite. Bei der Aufnahme und Wiedergabe von Videos kommt die CPU übrigens schnell wieder an ihre Grenzen. Spaßraubende Ruckler sind das Ergebnis.

Aber trotz all der Kritik darf man nicht vergessen, was man bei diesem Handy alles fürs Geld bekommt. Spätestens beim Blick in den Android Market, dem Pendant zu Apples App Store, drückt man beim einen oder anderen Ruckler im Menü gerne mal ein Auge zu: 100.000 Apps und Games, viele davon kostenlos, und das Stöbern im Market und die Installation der Programme sind direkt auf dem Handy möglich. Nötig dafür ist nur eine Internet-Verbindung per UMTS oder WLAN und ein kostenloses Google-Konto.

Fazit

Wer nach einem günstigen Zugang in die Welt der Smartphone-Oberklasse sucht, sollte durchaus einen Blick auf das T-Mobile Pulse Mini werfen. Vor allem die niedrige Display-Auflösung und der resistive Touchscreen nehmen Android zwar viel vom Glanz, aber unterm Strich bleibt hier immer noch deutlich mehr auf der Haben-Seite über, als die meisten anderen Touchscreen-Handys in diesem Preisbereich zu bieten haben. Alternativen zeigt unsere Kaufberatung zwölf günstige Android-Smartphones für 99 bis 250 Euro im Vergleich [4].

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41536910/guenstig-klein-gut-ausgestattet-und-android-betriebssystem-t-mobile-pulse-mini/

URLs in this post:

[1] Android: http://www.cnet.de/themen/android/

[2] Smartphone: http://www.cnet.de/themen/smartphone/

[3] Vodafone 845: https://www.cnet.de/41533431

[4] das günstigste Android-Smartphone: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/kaufberatung/41536801/guenstige+google_smartphones+android+von+100+bis+250+euro+im+vergleich.htm

[5] HTC Tattoo: https://www.cnet.de/41516456

[6] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/

[7] HTC: http://www.cnet.de/unternehmen/htc/