MSI FX 600 im Test: flottes Notebook mit Wireless-Display-Technik

von Joachim Kaufmann am , 11:25 Uhr

Pro
  • hohe Leistung
  • Wireless-Display-Technik
  • Gehäuse unempfindlich gegen Fingerabdrücke
Con
  • kleine Enter-Taste
  • vergleichsweise schwacher Akku
  • nur drei USB-Ports (einer davon auch eSATA)
  • spiegelndes Display
Hersteller: MSI Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,4 von 10 Punkte
Fazit:

Mit dem 799 Euro teuren FX 600 hat MSI einen soliden 15,6-Zöller mit gutem Preis-Leistungsverhältnis im Programm. Core i5 und Nvidia Geforce GT 325 sorgen für eine anständige Leistung. Ein Nachteil ist der nur 4400 mAh große Akku. Wer regelmäßig Filme oder Bilder vom Notebook auf einem TV ausgeben möchten, bekommen mit der Wireless-Display-Technik eine komfortable Lösung.

Wer das Bild seines Notebooks an einen HD-Fernseher übertragen möchte, benötigt dazu in den meisten Fällen ein langes HDMI-Kabel. Komfortabel ist anders. MSI verbaut in seinem FX 600 die Wireless-Display-Technologie, die das Bild kabellos per WLAN an den Fernseher streamt. Wir haben die Technik ausprobiert und getestet, was der 15,6-Zöller mit Core i5 450 und Nvidia Geforce GT 325 außerdem leistet.

Das Chassis der 15,6-Zöllers ist aus anthrazitfarbenem Kunststoff. Die Oberflächen erinnern entfernt an ein Korbgeflecht und sind erfreulicherweise nicht glänzend, sondern matt. Leider besteht der silberfarbene Zierrand nicht aus Metall, sondern ebenfalls aus Kunststoff. Insgesamt ist das MSI solide verarbeitet und stabil. Eine angenehme Ausnahme zu Zeiten des typischen Klavierlackschwarz: Fingerabdrücke sind auf dem Gehäuse nicht zu sehen.

Auf der linken Seite sind zwei USB-Schnittstellen sowie der HDMI-Port zu finden, auf der rechten Seite ein Gigabit-Ethernet-Port, VGA und eine USB-/eSATA-Kombination. Wenn man eine eSATA-Festplatte angeschlossen hat, bleiben noch zwei USB-Ports. Firewire ist nicht integriert. Auch einen Expresscard-Slot sucht man vergebens. Auf der Vorderseite hat MSI einen SD-Speicherkartenleser integriert.

Das 15,6-Zoll-Display löst die für dies Geräteklasse üblichen 1366 mal 768 Pixel auf. Leider kommt es aufgrund der spiegelnden Beschichtung zu deutlich sichtbaren Reflexionen.

Die Chiclet-Tastatur (kleine Abstände zwischen flachen Tasten) mit Ziffernblock erfreut mit einem gut definieren Druckpunkt. Die nur eine Zeile flache Enter-Taste trübt den positiven Eindruck allerdings etwas. Zudem könnte das Geräusch beim Tippen etwas satter sein. Insgesamt lässt es sich auf dem FX 600 komfortabel schreiben. Mit dem deutlich angerauten und ausreichend großen Multitouch-Mousepad lässt sich der Mauszeiger präzise steuern.

Leistung

Ein Intel Core i5 450 [1] treibt das MSI-Notebook [2] an. Der Doppelkerner mit Hyperthreading ist mit 2,4 GHz getaktet. Turbo Boost übertaktet einzelne Kerne auf 2,66 GHz, wenn andere nicht voll ausgelastet sind. Das steigert die Performance bei Anwendungen, die nicht auf mehrere Cores optimiert sind. Hardwarebeschleunigte AES-Verschlüsselung bietet der i5-450 nicht.

MSI hat die in die CPU integrierte Grafikeinheit (Intel Graphics HD) um eine Nvidia Geforce GT 325 ergänzt. Die Optimus-Technologie schaltet die DirectX-10.1-GPU bei anspruchsvolleren Aufgaben wie 3D-Spielen oder Videoencoding zu. Beim Surfen oder Office-Anwendungen ist nur die stromsparende Intel-Grafk aktiv.

Im 3D Mark 2006 erreicht das Notebook dank der Nvidia-GPU 6101 Punkte – ein guter Wert. Damit ist Spielen in nativer Auflösung bei den meisten aktuellen Games kein Problem. Nur wer höchste Grafikqualität möchte, sollte sich nach einem Gerät mit schnellerer Grafik umsehen. Was die Geforce 325 neben 3D-Beschleunigung leistet, zeigt die Encoding-Software Cyberlink Mediashow Expresso: Mit GPU-Unterstützung dauert die Konvertierung eines 2-Minuten-Videos nur 71 Sekunden, ohne sind es 107 Sekunden.

Auch im PC Mark Vantage, der eine Reihe praxisrelevanter Aufgaben abbildet, macht das MSI mit 5636 Punkten eine sehr gute Figur.

An Bord sind außerdem 4 GByte DDR3-RAM, die vom vorinstallierten Windows 7 Home Premium (64 Bit) voll ausgenutzt werden. Die 500-GByte-Festplatte (5400 Umdrehungen pro Minute) zeigt im Crystal Diskmark eine durchschnittliche Performance.

Auch der Sound des FX 600 mit THX-Zertifikat überzeugt. Die vier Lautsprecher (zwei vor dem Display-Scharnier, zwei an der Vorderseite) bieten einen kraftvollen, ausgewogenen Klang.

Drahtlose Anbindung eines Displays

Die größte Innovation des MSI FX 600 ist von außen nicht sichtbar. Das Notebook bietet die Möglichkeit, die Grafikausgabe drahtlos an ein anderes Display wie einen HD-Fernseher zu streamen. Das geschieht über das integrierte WLAN-Modul (802.11b/g/n). Die von Intel entwickelte und als WiDi [3] (Wireless Display) bezeichnete Technik komprimiert die Videoausgabe.

Auf der Gegenseite ist zur Dekompression und Anzeige des Streams eine Streaming-Box notwendig. Die derzeit einzige Lösung ist die circa 80 Euro teure PTV1000 (Push2TV) von Netgear. Sie verbindet sich per HDMI oder Composite mit dem Fernseher.

Die Installation ist sehr einfach: Nach dem Einschalten zeigt die Box auf dem TV einen vierstelligen Zahlencode. Eine auf dem Notebook installierte Software sucht per WLAN die Netgear-Box und fordert die Eingabe des Code. Bis die Verbindung hergestellt ist, dauert es dann circa 20 Sekunden. Hat man das Pairing einmal erfolgreich hinter sich gebracht, reicht künftig zur Verbindung der Klick auf einen Software-Button.

Aber was leistet Intels WiDi-Technik wirklich? Um es vorwegzunehmen: Ein Ersatz für HDMI oder andere kabelgebundene Lösungen ist WiDi nicht. Die aktuelle erste Version hat nämlich einige Einschränkungen. Der Display-Inhalt wird mit maximal 720p, aber nicht in Full-HD gestreamt. Übertragen wird maximal Stereo-Sound. Darüber hinaus ist es nicht möglich, das drahtlos angebundene Display als zweiten Monitor zu nutzen und kopiergeschützten Content wiederzugeben – vor allem das dürfte ein K.O.-Kriterium für die Lösung im privaten Umfeld sein.

Im Praxistest ist zwischen der Anzeige auf dem Notebook und auf dem Fernseher eine Verzögerung von etwa einer halben Sekunde festzustellen. Das stört bei der Wiedergabe von Videos und Fotos kaum, aber wenn man auf den Mauszeiger angewiesen ist, durchaus. Ab und zu zeigen sich Kompressionsartefakte und kleine Grafikfehler. Insgesamt ist die Technik aber stabil: Videos werden auch dann flüssig abgespielt, wenn man nebenher einen Download laufen lässt. Das Codieren des Streams erzeugt je nach Content eine Prozessorauslastung von 20 bis gut 30 Prozent. Solange man mit dem Notebook in Sichtweite bleibt, ist die Darstellung flüssig.

Trotz der beschriebenen Defizite entfaltet WiDi seinen Charme: Es gibt schlicht keine einfachere und komfortablere Möglichkeit, auf einem Notebook gespeicherte Bilder oder Filme auf dem großen Fernseher im Wohnzimmer anzuschauen, ohne vorher Kabel quer durch den Raum verlegen zu müssen.

Wie bei jeder Technik muss man sich vor dem Kauf fragen, wie häufig das von WiDi ermöglichte Szenario vorkommt. Wenn das öfter der Fall ist, kann man der Technik einen Mehrwert attestieren.

Die seit einiger Zeit auf dem Markt erhältlichen Wireless-HDMI-Lösungen sind mit WiDi nur begrenzt vergleichbar: Sie können nicht im Notebook integriert werden kosten und als Set aus Sender und Empfänger meist mehr als 400 Euro.

Leider liefert MSI das FX 600 nur mit einem 4400-mAH-Akku aus. Trotz Optimus-Technik reicht es damit nicht zum Dauerläufer. Auch bei weitgehend gedimmter Display-Hintergrundbleuchung läuft das Notebook beim Surfen per WLAN im Internet nur maximal drei Stunden.

Bei geringer Auslastung arbeitet das MSI relativ leise. Wird es stärker beansprucht, beispielsweise beim Spielen, hört man den Lüfter aber deutlich. Ab und an macht sich auch die Festplatte in Form eines leisen Klacken bemerkbar.

Fazit

Mit dem 799 Euro teuren FX 600 hat MSI einen soliden 15,6-Zöller mit gutem Preis-Leistungsverhältnis entwickelt. Core i5 und Nvidia Geforce GT 325 bringen ein hohes Performanceniveau, das für die meisten Anwender ausreichen dürfte. Ein Nachteil ist der mit 4400 mAh Kapazität relativ schwache Akku.

Die integrierte WiDi-Technik zeigt im Test zwar Einschränkungen. Wer regelmäßig Filme oder Bilder vom Notebook auf einem TV ausgeben möchte, erhält damit jedoch eine komfortable Möglichkeit – zumal man, verglichen mit ähnlich ausgestatteten Geräten ohne WiDi, nicht erkennbar mehr bezahlt.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41537220/msi-fx-600-im-test-flottes-notebook-mit-wireless-display-technik/

URLs in this post:

[1] Intel Core i5 450: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=49022

[2] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[3] WiDi: http://www.intel.com/consumer/products/technology/wirelessdisplay.htm