Schon im Test: neuer iPod Shuffle, jetzt wieder im alten Design

von Daniel Schraeder und Donald Bell am , 19:08 Uhr

Pro
  • wirkt hochwertig und attraktiv
  • unterstützt Playlisten, Hörbücher und Podcasts
  • Sprachausgabe von Menüs, Optionen und Ladezustand
Con
  • kleiner Speicher ohne Erweiterungsmöglichkeit
  • kein Radio
  • keine Fernbedienung
  • hohe Gefahr, mitgewaschen zu werden
Hersteller: Apple Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,3 von 10 Punkte
Fazit:

Endlich - die Knöpfe sind wieder da. Und die bekannte Form. Neue Funktionen gibt's außerdem, und unterm Strich dürfte der iPod Shuffle einer der kleinsten und leichtesten MP3-Player überhaupt sein. Viel mehr kann er aber auch nicht. Wer genau soetwas sucht, wird garantiert glücklich - und alle anderen sollten sich lieber nach einem Gerät mit Display umsehen.

Unter den frisch renovierten MP3-Playern von Apple befindet sich natürlich auch der iPod Shuffle, der jetzt in der vierten Generation mit 2 GByte Flash-Speicher ausgestattet ist – und eigentlich wieder so aussieht wie sein Vor-Vorgänger. Die Unterstützung von Playlisten, Hörbüchern und Podcasts gehören zu den größten Neuerungen, ein Display gibt es wie gehabt nicht. Damit ist das Gerät vor allem als Zweit-Player für Jogger & Co. geeignet. Wir haben den neuen Shuffle ausführlich getestet.

Die vierte Generation des iPod Touch ist ein Rückschritt. Zumindest, was das Design angeht, denn der Player ist jetzt wieder quadratisch – wie schon zwischen 2006 und 2008. Im Vergleich zum früheren Einsteiger-iPod mit dem eckigen Gehäuse sind allerdings einige nette Ausstattungsmerkmale hinzugekommen.

Der neue iPod Shuffle ist in den Farben Silber, Grau, Blau, Pink und Orange erhältlich – und zwar ab sofort für 49 Euro mit 2 GByte Flash-Speicher.

Design

Wer sich nicht mehr an die Optik des letzten iPod der dritten Generation erinnern kann, ist vermutlich nicht allein. Das tastenlose, rechteckige Begleiterchen hat sich nicht sonderlich eingeprägt. Sein einziges echtes Highlight war die komplette Sprachsteuerung – inklusive Voice-Over, bei dem eine synthetische Stimme über Menüpunkte, Songnamen und Akkustatus infomiert hat.

Die nun neue, vierte Generation des iPod Shuffle sieht wieder eher so aus wie die zweite Ausführung. Eigentlich ist sie ihr sogar sehr ähnlich – nur echte Kenner werden die beiden Geräte auseinanderhalten können, wenn sie nicht gerade direkt nebeneinanderliegen. Der neue MP3-Player ist noch etwas quadratischer und misst gerade einmal 2,9 mal 3,2 Zentimeter bei einer Bauhöhe von niedlichen 8,7 Millimetern mit Clip. Vom Volumen her entspricht das etwa zwei Zuckerwürfeln, vom Gewicht her aber eher vier Zuckerwürfeln: Der Shuffle bringt 12,5 Gramm auf die Waage. Etwas gewachsen ist übrigens das Vier-Wege-Pad. Jetzt lässt es sich noch besser bedienen.

Ein weiterer Design-Unterschied ist, dass sich nun alle Elemente abgesehen von den Tasten auf der Vorderseite oben befinden – also Kopfhörerbuchse, Einschalter, Voice-Over-Taste und Wiedergabemodus. Unten und an den Seiten ist der kleine iPod nun komplett glatt. Das trägt durchaus zu seiner Eleganz bei.

Eine Beschwerde haben wir dennoch, was das Design angeht. Der Befestigungsclip ist etwas fummelig – so ist es kaum möglich, den Player an der Kleidung oder an einer Tasche zu befestigen, ohne das aktuelle Lied zu überspringen. Die zweite Generation des Shuffle hat genau diesen Punkt umschifft, indem das Bedienelement leicht nach rechts verschoben war. Aber gut – dieser iPod heißt ja nicht umsonst Shuffle. Dann wechseln wir das Lied eben auch zwischendurch. Denn wer die volle Kontrolle über seine Musiksammlung haben möchte, sollte ohnehin lieber in ein etwas größeres Modell mit Display investieren.

Übrigens: In der Praxis haben sich die extrem kleinen Abmessungen des Shuffle durchaus auch negativ bemerkbar gemacht. Wir hören immer wieder, dass der kleine iPod ähnlich wie einzelne Socken für Wochen verschwindet – in Rucksäcken und Handtaschen, beispielsweise, und nach stundenlanger, erfolgloser Suche Wochen später einfach wieder auftaucht. Vielleicht ist das ein kleiner Wink des Schicksals – und man sollte durchaus überlegen, den MP3-Player in einer knalligen Farbe zu kaufen.

Ausstattung

Während die Optik des neuen Shuffle wie ein Blick in die Vergangenheit wirkt, ist der Funktionsumfang durchaus zukunftstauglich. Alles, was die ersten drei Generationen gut gemacht haben, darunter Voice-Over, Playlisten, oder die Unterstützung von Hörbüchern und Podcasts, findet sich auch in der neuen Version. Dazu gekommen sind ist die Auto-Playlistenfunktion Genius, zusätzliche Sprachen und ein stärkerer Akku, der nun 15 Stunden durchgehend für Gedudel sorgt.

Vor dem Kauf sollte man durchaus bedenken, dass die Abmessungen des Geräts zwar winzig sind, sein Funktionsumfang aber auch nicht so viel größer ist. UKW-Radio? Sprachaufzeichnung? Display? Foto- oder Videowiedergabe? Keine Chance. Auch Sammler von Musik in außergewöhnlicheren Formaten als MP3, AAC, Audible, WAV, AIF und Apple [1] Lossless haben schlechte Karten. WMA und FLAC bleiben – wie bisher – außen vor.

Die einzige wirkliche Neuerung ist ein Voice-Over-Knopf auf der oberen Seite, beschriftet mit einer kleinen Cartoon-Sprechblase. Wer die Taste drückt, hört die bekannte elektronische Stimme und bekommt Infos zu Künstler und Titel des aktuellen Songs. Drückt man zweimal, sagt der Shuffle seinen Ladezustand durch. Und ein langer Druck bringt den Nutzer in eine Menüstruktur, die die Auswahl verschiedener Playlisten, Genius Mixes, Hörbücher oder Podcasts ermöglicht. Durch die Menüs führt wieder die Roboterstimme, die über iTunes auf eine von 25 zur Verfügung stehenden Sprachen eingestellt wird.

Der Shuffle geht mit der Wiedergabe von Hörbüchern und Podcasts anders um als mit Musikdateien. Auch, wenn der Modusschalter auf Zufallswiedergabe steht, werden diese Inhalte sinnigerweise in der richtigen Reihenfolge wiedergegeben. Und im Shuffle-Modus stellt der kleine iPod sicher, dass sich keine Kapitel von Goethes Faust oder Harry Potter zwischen die Chill-Out-Musik auf dem Heimweg zwängen. Wie seine großen Brüder setzt auch dieser Apple-Player die Wiedergabe von Podcasts und Hörbüchern an der richtigen Stelle fort.

Ein spezielles USB-Kabel ist im Lieferumfang enthalten. Es wird beim iPod in die Kopfhörerbuchse gesteckt und dient dem Aufladen des Akkus sowie dem Übertragen von Daten. Auf Wunsch meldet sich der Shuffle als Massenspeichermedium an und wird so zum Transportbehälter von Dokumenten. Wie gehabt ist der Zugriff auf die Musik aber ausschließlich über iTunes möglich – und zwar ab der Version 10.0.

Leistung

Für einen knapp 50 Euro teuren MP3-Player klingt der kleine iPod erstaunlich gut – wobei man das wohl nur dann erfährt, wenn man hochwertigere Kopfhörer als die im Lieferumfang enthaltenen nutzt. In iTunes lässt sich übrigens die maximale Lautstärke des kleinen Begleiters festlegen.

Der Akku ist in 3 Stunden komplett nachgeladen und hält die versprochenen 15 Stunden Wiedergabe durch. Von Apple sind wir aber zumindest in diesem Punkt ohnehin nichts anderes gewohnt: Die Angaben der Akkulaufzeit sind durchaus verlässlich.

Fazit

In den Punkten Design, Audio-Qualität und Preis ist der neue Mini-iPod sicherlich der beste iPod Shuffle aller Zeiten. Die Konkurrenz hat im Preisbereich bis 100 Euro allerdings durchaus mehr zu bieten – UKW-Radio, Farbdisplay, microSD-Speicherkartenslot oder iTunes-Verzicht gibt’s eben nur bei der Konkurrenz. Interessenten sollten sich speziell den SanDisk Sansa Clip+ sowie die W-Serie von Sonys Walkman-Reihe näher ansehen.

Wer aber ohnehin bereits iTunes nutzt, Apple-Fan ist oder einfach nur einen simplen, hochwertigen Zweit-MP3-Player fürs Joggen sucht, macht mit dem winzigen iPod Shuffle garantiert nichts falsch.

Spezifikationen

  • Touchscreen - nein
  • integrierter Speicher - 2048MB
  • Wireless - nein
  • PMP-Player-Typ - Audio-Player
  • TV-Ausgang - nein
  • UKW-Radio - nein
  • OLED-Display - nein

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/