IFA 2010: Übertroffene Erwartungen, Tablets und viel 3D

Generell werden die Fernseher allesamt immer dünner. Die Panel-Dicken neu vorgestellter – selbst günstiger – Modelle handelsüblicher Größen liegen in der Regel bei zwei bis drei Zentimetern. Aber im Vergleich zum oben beschriebenen OLED-Fernseher sind natürlich selbst solche nach allen anderen Maßstäben angenehm flachen Zeitgenossen unglaublich fett.

Der zweite große neue Trend bei den Fernsehern ist die Vernetzbarkeit und Internet-Fähigkeit. Viele Modelle – vor allem die im Hochpreissegment – kommunizieren bereits via DLNA mit anderen Geräten im heimischen Netzwerk oder rufen ausgewählte Angebote im Internet auf. Dazu gehören meist Youtube gefolgt von diversen anderen Video-on-Demand-Angeboten und Diensten wie Flickr & Co.

Der Prototyp von Sonys Internet-Fernseher zeigt, wohin der Weg geht: Man wird den Fernseher künftig wie ein Smartphone individualisieren, sich frei im Internet bewegen und parallel zum Fernsehen per Video chatten können.
Der Prototyp von Sonys Internet-Fernseher zeigt, wohin der Weg geht: Man wird den Fernseher künftig wie ein Smartphone individualisieren, sich frei im Internet bewegen und parallel zum Fernsehen per Video chatten können.

In fast allen Fällen kann man aber nicht frei im Internet surfen oder Funktionen nutzen, die man vom Computer her gewohnt ist. Dem soll Google TV abhelfen, eine Android-basierte Plattform mit Googles Chrome als Webbrowser. Sony hat auf der IFA einen Prototypen des Sony Internet TV powered by Google vorgestellt, der auf exakt diese Plattform setzt. Mit einem solchen Fernseher – oder einer Set-Top-Box, wie sie Logitech angekündigt hat – soll man den Fernseher auf Wunsch wie eine Mischung aus Smartphone und Computer nutzen können. So lädt man beispielsweise Apps auf das Gerät herunter oder verfolgt das Fußball-Finale in Südafrika zusammen mit einem per Video-Chat zugeschalteten Freund. Eine weitere Ausnahme ist beispielsweise der Technisat Multyvision ISIO.

Sonstige Highlights

3D-Fähigkeit bleibt aber nicht nur den Fernsehern vorbehalten, sondern ist schon in Bereiche wie All-in-One-PCs und digitale Bilderrahmen vorgedrungen. MSI zeigt mit dem Wind Top AE2420 beispielsweise einen All-in-one-PC, der einen 3D-fähigen und 23,6 Zoll großen Multitouch-Bildschirm integriert. Wer dann noch einen TV-Stick anschließt, nähert sich dem Konzept eines Internet-Fernseher von der anderen Seite.

Wer viel unterwegs ist, kann sich auf die Videobrille Cinemizer OLED von Carl Zeiss freuen. Zwei hochauflösende OLED-Bildschirmchen ermöglichen eine Darstellung, als hätte man einen 45-Zoll-TV in zwei Metern Entfernung vor sich.
Wer viel unterwegs ist, kann sich auf die Videobrille Cinemizer OLED von Carl Zeiss freuen. Zwei hochauflösende OLED-Bildschirmchen ermöglichen eine Darstellung, als hätte man einen 45-Zoll-TV in zwei Metern Entfernung vor sich.

Aiptek wiederum setzt 3D-Technik im digitalen Bilderrahmen ein: Der Digitale Photo Frame P8 soll 3D-Bilder und -Videos wiedergeben und 2D-Inhalte in 3D konvertieren können. Wie gut das funktioniert, werden wir sehen. Interessanter sieht es da schon bei den Spezialisten von Carl Zeiss aus, die den Nachfolger ihrer Videobrille Cinemizer vorstellen. Der Cinemizer OLED ist 3D-fähig und macht einen Quantensprung in Sachen Bildqualität. Künftig könnte die Brille dank Head-Tracking-Funktion auch neue Möglichkeiten bei PC-Spielen eröffnen.

Cool ist auch die von PCTV vorgestellte TV-Box Broadway, die die von zwei integrierten DVB-T-Empfängern aufgenommen TV-Signale entweder lokal via WLAN oder weltweit via Internet an iPads, iPhones und Computer schickt.

Fazit

Die diesjährige IFA hat es mal wieder bewiesen: Wer sich für Wohnzimmer-Technik interessiert, muss diese Messe als Pflichttermin ansehen. Hier kann man sich in aller Ruhe das anschauen, was in den nächsten zwei Jahren im Handel auftauchen wird.

3D-Fähigkeit wird vom letztjährigen Trend quasi zur Selbstverständlichkeit bei allen kommenden Modellen, die nicht gerade der billigsten Einsteigerklasse zuzurechnen sind. Da native 3D-Inhalte aber immer noch rar gesät sind (obwohl ihre Zahl garantiert zunehmen wird), werden auf vielen Flimmerkisten dennoch primär 2D-Inhalte zu sehen sein. Wer sich vom 3D-Hype nicht anstecken lässt, kann sich stattdessen auf internetfähige und superflache Fernseher freuen, die es in ein paar Jahren wohl auch zu vernünftigen Preisen geben wird.

Was vor zwei Jahren die Netbooks waren, das sind diesen Herbst die Tablets. Das iPad steht nun nicht mehr allein auf weiter Flur, sondern muss sich gegen zahlreiche und stellenweise deutlich günstigere Konkurrenten mit Android-Betriebssystem durchsetzen. Wir sind gespannt, wie sich die Apple-Flunder gegen seine Marktbegleiter von Samsung, Viewsonic, Archos & Co. behaupten wird.

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