Wer mit dem Finger nach oben über das Display wischt, lässt Widgets und Shortcuts verschwinden. Nun erscheint das klassische „Hauptmenü“, das sämtliche installierten Apps anzeigt. Neben den Android-Standards wie Youtube-Client, Webbrowser, Google Maps & Google Mail hat Sony Ericsson eine elektronische Bedienungsanleitung, eine Hand voll kleiner Spiele, einen MP3- und Videoplayer sowie die bekannte Musik-Identifikationssoftware TrackID vorinstalliert. Außerdem gibt es RoadSync zum Abgleich der Daten mit Exchange-Servern und eine einen praktischen Datenmonitor, der Nutzern von Tarifen mit geringem Inklusivvolumen den aktuellen Traffic-Verbrauch anzeigt.

Die Kommunikations- und Multimedia-Interfaces Mediascape und Timescape kennen wir schon von den anderen Xperia-Androiden. Vor allem für das Timescape-Widget gilt hier, dass es eher hübsch als praktisch ist – aber das dürfte der potentiellen Zielgruppe ja durchaus in den Kram passen.

Leistung

Um es auf den Punkt zu bringen: So ein Fiat 500 aka Sony Ericsson Xperia X8 schwimmt gut im Verkehr mit, prescht aber sicherlich nicht im Drift über die Nürburgring Nordschleife. Speziell beim Starten von Apps bemerken wir im direkten Vergleich mit den flotteren (und teureren) Androiden eine minimale Verzögerung nach dem Fingertipp auf das Icon. Auch beim Wechseln von Anwendungen dauert es hier einfach einen Tick länger, als wir es von der gehobeneren Android-Klasse her kennen. Wir würden das jetzt einfach mal als Turbo-Loch bezeichnen: Das X8 ist nicht wirklich lahm, und wenn es einmal läuft, dann läuft es flüssig. Wischbewegungen und Ein-Finger-Zooms in Bildern werden flott, verzögerungsfrei und angenehm flüssig umgesetzt. Aber beim Anfahren könnte es durchaus etwas flotter losgehen.

Die Kamera ist eine typische Schnappschusskamera. Sie kommt nicht an die Bildqualität ihres 8,1-Megapixel-Pendants mit Foto-LED des großen Bruders X10 heran und ist einen Tick zu langsam: Wer die Hand nach dem Druck auf den Auslöser nicht noch ruhig hält, während das Display für ein, zwei Sekunden schwarz wird, muss sich über verwackelte Fotos ärgern. Außerdem ist die Position der Linse in der Praxis etwas ungünstig gewählt: Nur zu oft haben wir Anfangs einen Finger mit im Bild. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich aber daran und greift das Handy einfach anders. Nicht verwackelte Bilder in hellen Umgebungen sehen übrigens ganz ordentlich aus. Im Dunkeln kommt die Cam mangels Blitz und Foto-LED schnell an ihre Grenzen.

Beim Telefonieren mit dem Xperia X8 stellen wir keine Auffälligkeiten fest. Die Gesprächspartner auf beiden Seiten verstehen sich gut, Verbindungssabbrüche oder größere Tonstörungen, die eindeutig auf das Handy zurückzuführen sind, konnten wir nicht feststellen.

Die vom Hersteller angegebenen Akkulaufzeiten von 446 bis 476 Stunden im Standby (GSM / UMTS) respektive 4:45 bis 5:40 Stunden beim Dauertelefonat halten wir für reine Laborwerte. Unserer Erfahrung nach geht jedem aktuellen Smartphone in Abhängigkeit der Nutzung nach einem bis maximal zwei Tagen der Saft aus. Vor allem, wer häufig auf Stromfresser wie WLAN oder GPS zurückgreift, wird das Gerät wohl täglich laden müssen. Aber auch die automatische Synchronisation mit Facebook, Twitter und diversen E-Mail-Diensten zieht viel Energie. Der im Gegensatz zum X10 Mini austauschbare Akku hat beim X8 eine Kapazität von 1200 mAh – das ist eher überdurchschnittlich für ein Smartphone mit so kleiner Grundfläche, wird aber keine Wunder erbringen.

Fazit

Gar nicht schlecht, das Xperia X8. Es ist gut ausgestattet, wirkt abgesehen von der Kunststoff-Scheibe wertig verarbeitet, liegt gut in der Hand und kann unglaublich viel. In Anbetracht des günstigen Preises bleibt einem kaum etwas anderes übrig, als es zu kaufen, wenn man auf der Suche nach einem Touchscreen-Handy oder -Smartphone im Preisbereich bis 200 Euro ist. Die kleineren Mängel im Detail kann man dem Gerät in Anbetracht der ansonsten so hervorragenden Wertung durchaus verzeihen – eben wie beim Fiat 500.

Wer aber auf der Suche nach einem High-End-Smartphone ist, Wert auf Perfektion legt und auf Multitouch sowie flotte Reaktionen nicht verzichten möchte, muss wohl etwas mehr Geld auf den Tisch legen – und sich nach einem Mini umsehen.

Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Sony Ericsson Xperia X8 im Test: günstiger Mittelklasse-Android mit Vollausstattung

  • Am 18. September 2010 um 10:33 von Tom

    Bilder
    Kein schlechter Test allerdings währ es interessant zu sehen wie die Bilder mit der Kamera ausfallen /-sehen.

    gruß

  • Am 18. September 2010 um 21:29 von qwertz804

    Erscheinungsdatum?
    Ab wann wird es denn erhältlich sein? Müsste doch jetzt bald kommen eigentlich….
    Danke für den Testbericht!

  • Am 31. Januar 2011 um 13:41 von Ich. :D

    Kamera..
    Also was die kamera angeht.. sie ist eigentlich zeimlich okeei.. könnte aber besser sein. ;D

  • Am 29. Februar 2012 um 19:40 von Mir

    Krass
    Sobald das Handy einmal ins Wasser kommt ist es kaputt.
    Mein tipp nicht kaufen.

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