All-in-One-PC mit mattem Full-HD-Display im Test: Lenovo Ideacentre B500

von Joachim Kaufmann am , 12:44 Uhr

Pro
  • mattes Display
  • gutes Soundsystem
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Full-HD-Webcam
  • abschaltbares Display spart Strom
  • moderate Geräuschentwicklung
Con
  • nicht ganz aktuelle Komponenten
  • gewöhnungsbedürftiges Design
  • kein Blu-ray-Laufwerk
Hersteller: Lenovo Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,4 von 10 Punkte
Fazit:

Das Lenovo Ideacentre B500 hat ein gewöhnungsbedürftiges Design, das sicherlich nicht den Geschmack aller Anwender trifft - vor allem auch in Anbetracht eines iMacs. Highlight ist das 23-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung. Dank der matten Oberfläche zeigt es ein Bild ohne störende Reflexionen. Angesichts des Preises von 779 Euro ist es zu verschmerzen, dass Lenovo im B500 nicht die neuesten Komponenten einsetzt. Der All-in-One bietet trotzdem ein hohes Leistungsniveau, da abgesehen von aufwendigen 3D-Spielen für alle Aufgaben ausreichen sollte.

Entgegen den Wünschen vieler Kunden haben die meisten All-in-One-Rechner einen spiegelnden Screen. Mit dem 779 Euro teuren Ideacentre B500 bietet Lenovo eine matte Alternative, die dank 2,9-GHz-Core-2 und Nvidia-GPU flott arbeitet und sich mit ihrem Full-HD-Display durchaus zur Schau stellen kann. Zum kompletten HD-Mediacenter fehlt jetzt eigentlich nur noch ein Blu-ray-Laufwerk.

Das Lenovo Ideacentre B500 ist auffällig gestylt: Abgeschrägte Kanten, Lautsprecher mit orange hinterlegten Gittern und eine konkave Frontplatte unter dem Display prägen das Bild. Letztere sieht leider nur auf den ersten Blick aus wie gebürstetes Aluminium – tatsächlich ist sie aus Kunststoff. Auf dem hochglanzlackierten Rahmen um den Screen sind Fingerabdrücke deutlich zu sehen.

Lenovo hat in den Rahmen unten rechts berührungssensitive Tasten zur Lautstärke- und Helligkeitsregelung integriert, die per Backlight erst bei Berührung sichtbar werden. Die einzige ständig sichtbare Taste dient zur Abschaltung des Displays. Unweigerlich hinterlässt man darauf bei jeder Justierung Fingerabdrücke. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen, die imitierten Materialen schmäleren aber die Wertigkeit – schade.

Auf der linken Seite sind zwei USB-Ports, Audio-Ein- und Ausgang sowie ein Kartenleser für die Formate Memory Stick, Memory Stick Pro, SD, MMC und SD Pro untergebracht. Es werden allerdings nur SDHC-Medien (bis 32 GByte), nicht aber SDXC-Karten (bis 2 TByte) unterstützt.

Rechts findet man die Laufwerkschublade des DVD-Brenners, hinten vier weitere USB-Ports, einen Tastaturanschluss sowie Ethernet (10/100 MBit/s). Der B500 ermöglicht keine Gigabit-Vernetzung. In den meisten Haushalten dürfte das im Moment keine große Rolle spielen, da Consumer-Router meist nicht mehr als 100 MBit/s bieten.

Ohnehin werden viele Anwender den B500 über das integrierte WLAN-Modul (8021.11b/g/n) ins Netz einbinden, um den Kabelsalat hinter dem Gerät zu minimieren. Die mitgelieferte Maus und Tastatur werden ebenfalls drahtlos angebunden. Lenovo nutzt dazu das integrierte Bluetooth-Modul. Beide Eingabegeräte machen einen ordentlichen Eindruck.

Der 23-Zoll-Screen mit LED-Backlight löst 1920 mal 1080 Pixel auf, also Full-HD. Entgegen der aktuellen Gepflogenheiten im Consumer-Segment ist das Display nicht glänzend beschichtet, sondern matt. Störende Reflexionen, die gerade bei einem so großen Display eine gewichtige Rolle spielen, sind damit kein Thema. Die Webcam nimmt Videos mit überdurchschnittlichen 1920 mal 1080 Bildpunkten auf (2 Megapixel). Sie bietet auch bei schlechten Lichtverhältnissen ein flüssiges Bild.

Innenleben

Lenovo setzt nicht auf Intels aktuelle Core-iX-, sondern noch auf die ältere Core-2-Plattform. Zum Einsatz kommt der Doppelkerner Core 2 Duo E7500 [1] mit 2,93 GHz und 3 MByte L2-Cache. Dabei handelt es sich keinesfalls um einen langsamen Chip, ein i3 oder i5 wäre dank Hyperthreading und Verbesserungen bei der Architektur jedoch um 20 Prozent schneller. Solche Unterschiede kann man messen, im Umgang mit dem Gerät aber nicht spüren. Dazu kommt: All-in-Ones mit Core-iX-Prozessor, beispielsweise der Acer [2] Aspire Z5710, kosten gut 200 Euro mehr.

Für die Grafik sorgt die Mittelklasse-GPU Nvidia Geforce GT 240M mit 1 GByte Speicher, die normalerweise in Notebooks zum Einsatz kommt. Sie unterstützt DirectX 10.1, aber noch kein DirectX 11, und kann dank CUDA-Unterstützung auch für Aufgaben eingespannt werden, die nichts mit 3D-Berechnungen zu tun haben. Im 3D Mark 2006 erreicht der Rechner 6303 Punkte. Das ist zwar ein sehr ordentliches Ergebnis, für aufwändige Spiele in nativer Display-Auflösung wäre aber noch deutlich mehr Leistung nötig. Colin McRae Dirt 2 [3] erreicht in der Displays-Auflösung beispielsweise selbst bei mittleren Qualitätseinstellungen durchschnittlich nur 23,7 Bilder pro Sekunde und ist damit kaum spielbar. Wer die Auflösung auf 1280 mal 720 Pixel heruntersetzt, kann flüssig spielen: Dann erreicht das Game durchschnittlich 40 Frames pro Sekunde. Wer neueste 3D-Titel ausführen möchte, braucht einen deutlich leistungsfähigeren Grafikchip.

Beim Konvertieren eines Videos mit Cyberlink Mediashow Expresso kann die Nvidia-GPU ihre Leistung ausspielen: Der Vorgang dauert mit GPU-Unterstützung nur 64 Sekunden, ohne, gerechnet nur auf der CPU, sind es 119 Sekunden.

An Bord sind 4 GByte DDR-3 RAM (1066 MHz). Da Windows 7 Home Premium als 64-Bit-Version vorinstalliert ist, kann er voll ausgeschöpft werden. Die 640-GByte-Festplatte arbeitet mit Desktop-typischen 7200 Umdrehungen pro Minute und zeigt im Crystal Diskmark durchschnittliche Leistungen. Das JBL-Soundsystem mit zwei Lautsprechern sorgt für einen guten Klang.

Im Leerlauf braucht der B500 90 Watt, unter Vollast sind es circa 150 Watt. Schaltet man das Display über die Taste unten rechts aus, fällt der Stromverbrauch auf 53 Watt.

Da Lenovo auf eine Desktop-CPU setzt, erzeugt der B500 viel Abwärme. Das macht sich am Lüftungsgitter hinter dem Display bemerkbar, das mehr als lauwarm wird. Der Rechner arbeitet im Ruhezustand ziemlich leise, unter Volllast ist er zwar deutlich hörbar, aber nicht laut.

Fazit

Der Lenovo Ideacentre B500 hat ein gewöhnungsbedürftiges Design, das sicherlich nicht den Geschmack aller Anwender trifft. Highlight ist das 23-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung. Dank der matten Oberfläche zeigt es ein Bild ohne störende Reflexionen.

Angesichts des Preises von 779 Euro ist es zu verschmerzen, dass Lenovo im B500 nicht die neuesten Komponenten einsetzt. Der All-in-One bietet trotzdem ein hohes Leistungsniveau, das abgesehen von aufwändigen 3D-Spielen für alle Aufgaben ausreichen sollte. Wer mehr Performance braucht, beispielsweise einen Quad-Core oder Core-iX-Prozessor, muss mindestens 200 Euro mehr bezahlen.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41538063/all-in-one-pc-mit-mattem-full-hd-display-im-test-lenovo-ideacentre-b500/

URLs in this post:

[1] Core 2 Duo E7500: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=46473

[2] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/

[3] Colin McRae Dirt 2: http://www.dirt2game.com/