Schon getestet: kompakter HD-Camcorder Flip Video UltraHD mit 720/50p-Aufnahme

von Gerald Strömer und Joshua Goldman am , 13:12 Uhr

Pro
  • exzellente Videoqualität für diese Klasse
  • elektronische Bildstabilisierung
  • kann den mitgelieferten Akku oder zwei AAA-Batterien verwenden
  • einfache Bedienung
  • praktische Software im Lieferumfang
  • Zubehör-Port erweitert Nutzbarkeit
Con
  • keine Speichererweiterung
  • kein HDMI-Kabel im Lieferumfang
  • kein Makro-Modus
  • keine Mikrofon- und Lautsprecher-Ports
  • Auflösung auf 720p mit 50 fps festgelegt
Hersteller: Cisco Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Mit dem aktuellen UltraHD bringt Flip Video die dritte Version seines Mini-Camcorders auf den Markt. Obwohl es ein paar neue Funktionen gibt, bleibt die Bedienung sehr einfach und intuitiv. Wer einfach nur filmen und seine Werke ohne große Umwege teilen möchte, ist hier genau richtig.

Ciscos Flip-Camcorder müssen sich gegen immer mehr direkte Konkurrenten von Kamera- und Camcorder-Herstellern, aber auch gegen Multifunktionsgeräte wie Apples iPod Touch und all die Smartphones am Markt behaupten. Man sollte also meinen, dass die neueste Version des Mini-Camcorders mit innovativen Funktionen überladen ist. Aber obwohl das nicht der Fall ist, bleibt der UltraHD eine der besten Westentaschen-Videokameras am Markt. Unsere amerikanischen Kollegen hatten bereits Gelegenheit, den Winzling einem Test zu unterziehen.

Der neue UltraHD kommt wie das 2009er Modell mit zwei Stunden Aufnahmezeit. Das 2010er Modell des UltraHD kann allerdings 720p-Videos mit 60 fps aufnehmen und integriert etliche neue Features. Dazu gehören beispielsweise die Verbesserung der Videoqualität und eine proprietäre Schnittstelle für den Anschluss von Zubehörteilen von Drittherstellern, die speziell für die Flip-Camcorder entwickelt wurden. Man bekommt also ordentlich Gegenwert für die rund 50 Euro, die das mit 199 Euro veranschlagte aktuelle Modell teurer ist als die Version vom letzten Jahr.

Wer sich allerdings nicht für Zubehör interessiert und lieber einen Mikrofon- oder Lautsprecher-Anschluss, erweiterbaren Speicher, Auswahl bei der Videoauflösung oder die Möglichkeit simpler Fotoaufnahmen an Bord hätte oder gern mit kreativen Videofiltern herumspielen möchte, sollte vom UltraHD und allen anderen Flip-Mini-Camcordern Abstand nehmen. Die Schönheit dieser Geräte liegt in ihrer Schlichtheit: Einfach anschalten und den großen roten Knopf drücken. Dies sowie die ausgezeichnete eingebettete Sharing-Software, gute Akku- beziehungsweise Batterielaufzeiten und eine exzellente Videoqualität sind die Gründe, warum Flip nicht so bald in der Versenkung verschwinden wird.

Technische Daten: Flip UltraHD (2010, 2 Stunden)

Preis 199,99 US-Dollar
Abmessungen 10,7 x 5,3 x 2,3 cm
Gewicht (mit Akku) 128 g
Speichergröße & -typ 8 GByte, interner Flash-Speicher
Auflösung, Sensorgröße & -typ 1,6 Megapixel, 1/4,5-Zoll, CMOS
LCD-Größe & Auflösung 2 Zoll, 76.000 Bildpunkte
Objektiv feste Brennweite, f2.4
Dateiformat (Video, Audio) MP4 (H.264-Video, AAC-Audio)
Videoauflösung 1.280 x 720 Pixel @ 50 fps (progressiv)
Aufnahmezeit bei höchster Qualität 2 Stunden
Bildstabilisierung elektronisch
Akkutyp & -laufzeit Lithium-Ionen-Akku, 2 Stunden Akkulaufzeit; alternativ drei AAA-Batterien

Design

Mit Ausnahme eines kleinen Cisco-Logos im unteren Bereich der Rückseite folgt das Design des aktuellen 2-Stunden-Modells dem Look des letztjährigen UltraHD-Modells. Allerdings ist es kleiner: Hinsichtlich Abmessungen (und auch Attraktivität) ist es zwischen dem Modell vom letzten Jahr und dem neuen Flip MinoHD angesiedelt. Der neue UltraHD ist in Mattschwarz oder Weiß erhältlich, kann bei Erwerb über die Flip-Webseite aber auch personalisiert werden – zumindest in den USA. Beim schwarzen Modell sind Front- sowie Ober und Unterseite mit einer Velour-ähnlichen Textur überzogen, die besseren Halt bietet als glattes Plastik. Die Seiten haben eine Oberfläche aus matt-silbrigem Kunststoff, auf dem erfreulicherweise kaum Fingerabdrücke zurückbleiben.

Die Frontseite beherbergt das vom Mikrofon flankierte Objektiv und eine rote Aufnahme-LED. An der rechten Seite befindet sich ein kleiner Einschaltknopf und auf der linken Seite ein Schalter, der den USB-Stecker aus dem Gehäuse herausspringen lässt. Die Unterseite beherbergt ein Gewinde für Stative und die Verriegelung für das Akku- bzw. Batteriefach. Dazwischen sitzt ein Micro-HDMI-Anschluss, der zusammen mit dem direkt daneben liegenden proprietären Anschluss den so genannten FlipPort bildet.

Der aus einem Micro-HDMI- und einem proprietären Anschluss zusammengesetzte FlipPort erlaubt den Anschluss von Zubehör.
Der aus einem Micro-HDMI- und einem proprietären Anschluss zusammengesetzte FlipPort erlaubt den Anschluss von Zubehör.

Ausstattung

Der FlipPort ermöglicht es Drittherstellern, spezielles Zubehör für Flip-Camcorder zu entwickeln, das dann ein Designed-for-Flip-Logo trägt. Obwohl der UltraHD beispielsweise keinen herkömmlichen Anschluss für externe Mikrofone bietet, werden Anwender ein Designed-for-Flip-Zusatzmikrofon (wie dieses hier [1] von Blue Microphones) kaufen können, dass sich über den FlipPort mit dem Gerät verbindet. Die Schnittstelle könnte aber auch für Batterieerweiterungen, Ladegeräte oder einen portablen Pico-Beamer genutzt werden. Gehäuse, Abdeckungen und aufsetzbare Objektive sollen ebenfalls unter dem Designed-for-Flip-Programm verfügbar sein.

Grundsätzlich gefällt uns die Idee, da man seinen Camcorder so ausbauen und an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Aber natürlich bedeutet dies auch Zusatzkosten: Wer beispielsweise jetzt schon weiß, dass er ein externes Mikrofon braucht und bereits ein gutes, handelsübliches Modell in der Schublade liegen hat, dürfte besser beraten sein, sich gleich ein Modell eines anderen Herstellers zuzulegen.

Apropos Zubehör: In der Verpackung befinden sich neben dem UltraHD selbst lediglich ein Akku, eine Trageschlaufe und eine Mikrofaser-Tasche für die Aufbewahrung des Camcorders. Wer den Micro-HDMI-Port nutzen will oder das Gerät an einem schwer zu erreichenden USB-Port anschließen will, wird entsprechende Kabel separat besorgen müssen.

Leistung

Einer der Hauptgründe für den Kauf eines Flip-Camcorders ist die kinderleichte Bedienung. Die Bedienelemente des 2010er UltraHD sind die gleichen, die man auch am Vorgänger und allen anderen Flip-Modellen findet: Play, Delete Record und ein Vier-Wege-Pad – das war’s. Während der Aufnahme steuern die Nach-Oben– und Nach-Unten-Tasten den zweifachen Digitalzoom, bei der Wiedergabe von Videos dagegen die Lautstärke. Mit den Nach-Links– und Nach-Rechts-Tasten navigiert man unabhängig vom Modus durch aufgenommene Videos.

Es gibt kein Menü-System, lediglich ein paar Setup-Einstellungen: Sprache, Zeit, Datum sowie An-/Aus-Optionen für Tastentöne und die Aufnahme-LED. Man kann diesen Mini-Camcorder also jeder x-beliebigen Person in die Hand drücken und ohne Einweisung ein passables Video erwarten.

Die gemeinsame Nutzung aufgenommener Videos fällt natürlich etwas aufwändiger aus. Die direkt im Gerät eingebettete FlipShare-Software ist allerdings weiterhin eine der besten ihrer Art und erleichtert das Ganze enorm. Für ihre Nutzung muss man einfach den USB-Stecker ausklappen und in den USB-Port eines Windows- (Windows XP SP2 oder neuer) oder Mac-Rechners (Mac OS X 10.5 oder neuer) einstöpseln – schon startet FlipShare. Nach dem Start kann man die aufgenommenen Videos durchsuchen, anschauen, verwalten und speichern, aus Clips Filme mit Musik und Texteinblendungen erstellen oder selbige verändern, Einzelbilder aus Videos erzeugen sowie Uploads für Facebook, MySpace, YouTube und – das ist neu – Twitter starten.

Videos können mit reduzierter Auflösung per E-Mail versendet oder in eine elektronische Grußkarte integriert werden. Man kann Videos auch in einen privaten Flip-Channel hochladen und eine Liste von Leuten erstellen, mit denen man diese Videos teilen will. Bei einem neuen Video-Upload werden die in der Liste vermerkten Personen automatisch benachrichtigt, dass ein neues Video zur Verfügung steht. Flip bietet außerdem eine iPhone-App an, mit der man selbst – oder auch Familienmitglieder und Freunde – diese Videos von einem iPhone oder iPod Touch aus aufrufen kann. Das Flip-Channel-System steht derzeit leider nur in den USA zur Verfügung.

Wenn man Clips extern abspeichert, kann man sie mit der FlipShare-Software zudem in ein kompakteres Format umwandeln und wieder auf den Camcorder zurückspielen – alles mit ein paar Klicks. Man kann den Speicher seines Geräts übrigens auch mit Videos anderer Anwender füllen, auf deren private Flip-Channels man zugreifen darf.

Und obwohl man die Qualität der Videoaufnahmen nicht mit der eines ausgewachsenen HD-Camcorders vergleichen kann, sind wir dennoch von der Qualität dieses kleinen Camcorders beeindruckt: Die Videos haben eine ordentliche Schärfe und bestechen durch korrekte, lebendige Farben. Der UltraHD integriert eine elektronische Bildstabilisierung, die gut zu funktionieren scheint, ohne dabei die Bildqualität zu senken.

Das neue Modell nimmt zudem 50 Bilder pro Sekunde auf, was für deutlich flüssigere Videos mit spürbar weniger Rucklern sorgt. Wenn man öfters bewegende Objekte filmt oder ein Fan schneller Kameraschwenks ist, sollte man dieses Modell definitiv dem günstigeren Vorgänger vorziehen, der nur mit 30 fps aufzeichnet. Aufnahmen bei Nacht sind ziemlich verrauscht, aber das war zu erwarten – und alles in allem sind sie für ein Gerät dieser Größe gar nicht mal so schlecht.

Die 2010er 2-Stunden-Version des Flip UltraHD ist ein kompakter Mini-Camcorder mit guter Aufnahmequalität und einfacher Bedienung für vergleichsweise wenig Geld.
Die 2010er 2-Stunden-Version des Flip UltraHD ist ein kompakter Mini-Camcorder mit guter Aufnahmequalität und einfacher Bedienung für vergleichsweise wenig Geld.

Fazit

Mit dem handlichen Flip UltraHD kann man ordentliche Videos aufnehmen, die perfekt für Web-Sharing á la YouTube & Co. geeignet sind und auf einem großen HDTV immer noch sehr gut aussehen. Mit der Videoqualität eines viele hundert Euro teureren AVCHD-Camcorders kann der Kleine natürlich nicht mithalten. Wer aber ein kleines, leichtes und unkompliziert zu bedienendes Gerät für die Jackentasche sucht, liegt mit dem neuen Flip UltraHD goldrichtig.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41538141/schon-getestet-kompakter-hd-camcorder-flip-video-ultrahd-mit-720-50p-aufnahme/

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[1] dieses hier: http://news.cnet.com/8301-17938_105-20017004-1.html