WLAN- und Internet-Bilderrahmen: Facebook, Flickr & Co. auf dem Digiframe

von Manuel Masiero am , 17:24 Uhr

Facebook als Bildergrab? Nein danke! Erst in einem digitalen Bilderrahmen kommen Urlaubsbilder, Schnappschüsse oder Portrait-Fotos richtig gut zur Geltung. Bei einigen Geräten klappt das Betanken sogar drahtlos per WLAN oder über das Internet. Wir zeigen, was die Funk-Bilderrahmen leisten.

Fotografieren ist eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen: Laut einer Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM [1]) wird sich in diesem Jahr jeder achte Bundesbürger eine neue Digitalkamera kaufen. Ähnlich sieht es auch bei den Handynutzern aus, denn nur jeder sechste verwendet das Gerät ausschließlich zum Telefonieren. Bei rund 48 Prozent der Nutzer ersetzt das Mobiltelefon mittlerweile die Digitalkamera.

Telefonieren ist nur die halbe Miete: Fast 50 Prozent der Handynutzer setzen ihr Mobiltelefon zum Fotografieren ein. [2]
Telefonieren ist nur die halbe Miete: Fast 50 Prozent der Handynutzer setzen ihr Mobiltelefon zum Fotografieren ein.

Nur ein Bruchteil der digitalen Bilderflut schafft es allerdings bis aufs Papier. Die meisten Fotos landen schlichtweg auf CD, Festplatte oder Speicherkarte und werden meistens für immer vergessen, obwohl sich so manch gelungener Schnappschuss darunter verbirgt.

Social Media auf dem Bilderrahmen

Wer die Lieblingsbilder stets im Blick behalten will, muss sie nicht zwangsläufig ausdrucken und ins Fotoalbum kleben. Mit einem digitalen Bilderrahmen lassen sie sich deutlich komfortabler und ansprechender zur Schau stellen. Dann genügt ein Knopfdruck, um die Bilder ansprechend zu präsentieren, zum Beispiel im Diashow-Modus.

Einige Bilderrahmen sind mit einer WLAN-Schnittstelle ausgestattet. Sie nehmen ebenso wie ihre kabelgebundenen Kollegen Fotos über eine USB-Verbindung oder von Speicherkarte auf, können sie aber zusätzlich auch per Funk von der PC-Festplatte oder via Internet empfangen. Das macht sie mit Abstand zur interessantesten Bilderrahmen-Produktsparte. Je nach Anbieter und Rahmen funktioniert das über spezielle Webseiten wie zum Beispiel der Kodak Gallery [3] oder über Social-Media-Seiten wie Flickr [4] und Picasa [5]. Einige Geräte holen sich Bilder auch mittels RSS-Feed oder spielen Webradio-Sendungen über ihre integrierten Lautsprecher ab.

Pflichtausstattung WLAN-Router

Wer Fotos an einen WLAN-Bilderrahmen schicken will, braucht das dazu passende drahtlose Netzwerk. Soll sich das Gerät auch mit dem Internet verbinden, bringt man beides am besten mit einem WLAN-Router unter einen Hut. Dafür geeignete Geräte sind zum Beispiel die verschiedenen WLAN-Varianten der beliebten AVM Fritzbox [6] oder Router von Belkin [7] oder Netgear [8].

Allrounder: Damit WLAN-Bilderrahmen Fotos aus dem Web holen, braucht es einen geeigneten Router wie die Fritzbox WLAN 3370.
Allrounder: Damit WLAN-Bilderrahmen Fotos aus dem Web holen, braucht es einen geeigneten Router wie die Fritzbox WLAN 3370.

Die Geschwindigkeit des drahtlosen Netzwerks spielt für die digitalen Bilderrahmen nicht die wichtigste Rolle. Gängige WLAN-Router arbeiten mindestens nach dem 802.11g-Protokoll und liefern Datenübertragungsraten von nominell 54 MBit/s. Am schnellsten sind derzeit Router mit 802.11n unterwegs – sie erreichen bis zu 600 MBit/s. Unter realen Bedingungen liegt das tatsächliche Transfertempo zwar maximal bei der Hälfte, doch das reicht immer noch aus, um selbst hochauflösende Fotos zügig Richtung Bilderrahmen zu beamen.

Flotte Installation dank WLAN

Damit der Datenaustausch zwischen Router und Bilderrahmen im WLAN-Netzwerk reibungslos abläuft, authentifizieren sich die Teilnehmer gegenseitig über eindeutige Schlüssel und stellen darüber eine Verbindung her. Um Verständigungsproblemen vorzubeugen, setzen die Bilderrahmen auf Wi-Fi beziehungsweise WLAN. Der Begriff ziert als Logo viele Bilderrahmen-Verpackungen und bezeichnet das gleichnamige Firmenkonsortium [9], das WLAN-Geräte verschiedener Hersteller und 802.11-Standards zertifiziert und so Inkompatibilitäten vorbeugt.

Flottes Setup: Prangt das Wi-Fi-Logo auf der Bilderrahmen-Verpackung, lässt sich das Gerät leicht ins lokale Netzwerk einbinden.
Flottes Setup: Prangt das Wi-Fi-Logo auf der Bilderrahmen-Verpackung, lässt sich das Gerät leicht ins lokale Netzwerk einbinden.

Trotz des komplizierten technischen Unterbaus lassen sich die digitalen Bilderrahmen in der Praxis schnell vernetzen. Besonders komfortabel gehen Geräte wie der Philips 8FF3WMI vor. Sie unterstützen die Installation über Wi-Fi Protected Setup (WPS) und kommen mit einer eigens für die Netzwerkinstallation vorgesehenen Taste. Unterstützt der Router ebenfalls WPS, genügt es, die entsprechenden Tasten an beiden Geräten zu drücken. Router und Bilderrahmen finden und verbinden sich daraufhin automatisch.

Leicht: So wie beim Hama Motorola LS1000W gelingt die WLAN-Einrichtung der Bilderrahmen ohne Probleme.
Leicht: Beim Hama Motorola LS1000W gelingt die WLAN-Einrichtung der Bilderrahmen ohne Probleme.

Während WPS die Kür beim Wi-Fi-Setup darstellt, läuft das Pflichtprogramm ein wenig anders ab, ist aber ebenso benutzerfreundlich. Normalerweise genügt es, über das Bildschirm-Menü des Bilderrahmens eine Suche nach gerade verfügbaren Accesss Points im lokalen Netzwerk zu starten. Aus den gefundenen Zugriffspunkten wie zum Beispiel der Fritzbox wählt man anschließend das passende Gerät aus, alles weitere erledigt das Gerät automatisch. Gegebenenfalls muss man noch den WEP- oder WPA-Schlüssel eingeben, wenn eine Verschlüsselung im WLAN-Netzwerk aktiv ist.

Online-Galerie und E-Mails als Foto-Lieferanten

Sind die digitalen Bilderrahmen ins WLAN eingebunden, können sie auf freigegebene Netzwerk-Ordner zugreifen. Um das dargestellte Bildmaterial vom PC aus zu verwalten, legen manche Hersteller wie Philips eine eigene Software bei. Beim Samsung [10] SPF-105V und dem Kodak Easyshare EX-811 fungiert der Windows Media Player als Verwaltungs-Zentrale zwischen PC und Bilderrahmen.

Gratis-Fotoalbum: Der Bilderdienst FrameChannel stellt kostenlose Online-Galerien für Fotos bereit.
Gratis-Fotoalbum: Der Bilderdienst FrameChannel stellt kostenlose Online-Galerien für Fotos bereit.

Soll der Bilderrahmen Fotos aus Online-Quellen beziehen, hängt es vom Hersteller ab, welche Möglichkeiten er seinem Gerät dafür mit auf den Weg gibt. So stattet Kodak seine Geräte mit einem Zugang zum Fotodruck-Service Kodak Gallery aus, auf den Anwender ihre Bilder hochladen können. Ähnliches bietet Hama beim Motorola LS1000W: Der 10,4 Zoll messende Bilderrahmen lässt sich über den kostenlosen Online-Dienst FrameChannel mit Fotos versorgen. Ein nettes Feature bietet die Kodak Pulse-Serie: Die in Displaygrößen von 7 und 10 Zoll erhältlichen Geräte lassen sich über das Menü mit einer eigenen E-Mail-Adresse ausstatten (@kodakpulse.com). Alle dorthin geschickten Fotos erscheinen dann kurz darauf auf der Anzeige.

Bilderrahmen für Facebook, Flickr und Picasa

Wer seinen Liebsten daheim die neusten Urlaubsfotos auf den Bilderrahmen schicken will, kann zu den Kodak Pulse-Geräten greifen oder verwendet einen Rahmen mit RSS-Support wie den Samsung SPF-105V. Dann braucht es lediglich eine Webseite, auf welcher die Bilder landen, sowie den passenden RSS-Feed. Der Bilderrahmen holt anschließend alle in der Liste aufgeführten Fotos der Reihe nach aus dem Netz.

Google-Bilderdienst: Die Web-Alben von Picasa können einige Bilderrahmen abrufen und als Diashow darstellen. [11]
Google [12]-Bilderdienst: Einige Bilderrahmen können die Web-Alben von Picasa abrufen und als Diashow darstellen.

Populäre Bilderverwalter wie Flickr, Facebook und Picasa sind Webseite und RSS-Tool in einem: Stellt man dort Fotos ein, wird die entsprechende RSS-Liste gleich mit generiert. Ändert sich die Zusammenstellung des Fotoalbums, wird die RSS-Liste automatisch aktualisiert und der Bilderrahmen darüber quasi ferngesteuert. Die Kodak Pulse-Bilderrahmen verstehen sich lediglich mit Facebook. Flick und Picasa unterstützt zum Beispiel der Motorola LS1000W.

Standard: Umfangreiche Ausstattung

Abgesehen von der WLAN-Funktion unterscheiden sich die Drahtlos-Rahmen in puncto Funktionen nicht von der Konkurrenz und liegen auch preislich in etwa gleichauf. Kalender, Fernbedienung, Multiformat-Kartenleser sowie Audio- und Videowiedergabe sind mittlerweile selbst bei Billig-Bilderrahmen gängig und gehören daher praktisch zur Grundausstattung. Auch eine berührungsempfindliche Mattscheibe ist keine Seltenheit.

Fast alle Bilderrahmen setzen auf das 4:3-Format und verwenden damit das bei kompakten Digitalkameras dominierende Seitenverhältnis. Geräte mit 16:9-Format wie der Samsung SPF-105V sind nicht automatisch schlechter, stellen Digitalkamera-Fotos jedoch entweder mit vertikalen schwarzen Balken dar oder müssen es umrechnen. Dann passt aber unter Umständen nicht mehr das komplette Bild auf die Anzeige.

Der interne Speicher vieler Bilderrahmen ist recht klein bemessen – der Pearl i-mate momento 70 bietet beispielsweise nur 32 MByte. Deutlich mehr Fotos nimmt hingegen der Kodak Pulse auf, der es auf immerhin 512 MByte bringt. Für die Kaufentscheidung spielt der interne Speicher aber keine entscheidende Rolle, zumal die Preise für Speicherkarten sehr günstig sind. Ein 4 GByte großes SD-Medium gibt es schon für rund 10 Euro zu kaufen. Die folgende Tabelle zeigt noch einmal eine Auswahl von digitalen Bilderrahmen mit WLAN-Funk.

Anbieter Bezeichnung Größe Display Auflösung / Seitenverhältnis Interner Speicher Preis
Kodak Easyshare EX-8111) 8 Zoll 800 x 480 / 16:9 128 MByte 80 Euro
Kodak Pulse 7″ 7 Zoll 800 x 600 / 4:3 512 MByte 110 Euro
Hama Motorola LS1000W 10,4 Zoll 800 x 600 / 4:3 512 MByte 120 Euro
Pearl i-mate momento 70 7 Zoll 800 x 480 / 16:9 32 MByte 70 Euro
Philips 8FF3WMI1) 8 Zoll 800 x 600 / 4:3 512 MByte 200 Euro
Samsung SPF-105V 10,2 Zoll 1024 x 600 / 16:9 64 MByte 200 Euro

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[3] Kodak Gallery: https://www.cnet.dewww.kodakgallery.de

[4] Flickr: https://www.cnet.dewww.flickr.com

[5] Picasa: http://picasaweb.google.com

[6] AVM Fritzbox: https://www.cnet.dewww.avm.de

[7] Belkin: http://www.belkin.com

[8] Netgear: http://www.netgear.de

[9] Firmenkonsortium: http://www.wi-fi.org

[10] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[11] Image: https://www.cnet.de/i/story_media/41538224/picasa.jpg

[12] Google: http://www.cnet.de/unternehmen/google-inc/