Sony Vaio F12: Gaming-Notebook mit Quad-Core-CPU und mattem Full-HD-Display

von Sebastian Jentsch am , 13:04 Uhr

Pro
  • sehr gute Leistung
  • helles und mattes Full-HD-Display
  • komfortable Tastatur
  • hochwertige Verarbeitung
Con
  • hoher Stromverbrauch und kurze Akkulaufzeit
  • unruhiger Lüfter
  • enttäuschende Lautsprecher
  • kein USB 3.0
Hersteller: Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,4 von 10 Punkte
Fazit:

Wer ein schnelles Notebook mit mattem Full-HD-Panel sucht, sollte sich das rund 1500 Euro teure Sony F12 ansehen. Es bietet eine ausgezeichnete Leistung, ist gut verarbeitet und hat eine komfortable Tastatur. Die Schwachstellen sind das Kühlsystem und die Akkulaufzeit: Der Lüfter dreht sehr unruhig, und ohne Netzanschluss reicht der Stromspeicher noch nicht einmal für einen kompletten Spielfilm aus.

Sonys Vaio F12 klingt nach einem verlockenden Angebot für Gamer: Der rund 1500 Euro teure Bolide bietet eine 1,73 GHz schnelle Quad-Core-CPU, 8-GByte Arbeitsspeicher, eine Nvidia Geforce GT 330M und sogar einen Blu-ray-Brenner. Und dank dem matten 16,4-Zoll-Display eignet sich das Notebook auch für den Außeneinsatz. Wir haben getestet, was das Gerät in der Praxis leistet.

Schnelle Highend-Notebooks mit Blu-ray-Brenner bringen in den allermeisten Fällen spiegelnde Displays mit. Und Gaming-Sessions sind dann wie bei den altbackenen Desktop-PCs wieder nur im abgedunkelten Kämmerchen und nicht im Stadtpark möglich. Mit dem F12 (VPCF12Z1E/BI) hat Sony [1] ein Gerät mit mattem 16,4-Zoll-Screen und Quad-Core im Angebot.

Der Laptop bewegt sich mit einem Gewicht von 3118 Gramm schon fast eher in Desktop- denn in Notebook [2]-Gefilden. Das mitgelieferte Netzteil wiegt zusätzlich noch einmal 400 Gramm. Insgesamt kann man dem F12 aber eine hohe Stabilität bescheinigen: Die Basiseinheit lässt sich selbst mit roher Gewalt nur minimal verbiegen. Die Flächen sind fast überall stabil, die einzige Ausnahme ist der Bereich unter dem optischen Laufwerk.

Die Oberflächen des Gehäuses sind matt und unempfindlich. Weil der Deckel von den Scharnieren straff an die Basiseinheit gezogen wird, kann er sich beim Transport nicht von selbst öffnen. Das verhindert, dass beispielsweise ein Schlüsselbund hineinrutscht und das Panel verkratzt.

Handballenauflage und Touchpad sind sehr stabil, nur der linke Bereich gibt unter Krafteinwirkung etwas nach. Fans der Profi-SLR-Kameras von Sony werden sich über die Handauflage freuen. Es gleicht dem Leder-Imitat, das Sony bei der Alpha-Serie am Griff einsetzt.

Die Gelenke sind für den schweren Deckel ausreichend dimensioniert und lassen ihn nicht nachwippen. Maximal kann er auf zirka 140 Grad geöffnet werden. Obwohl die Gelenke recht schwergängig sind, benötigt man dazu nur eine Hand. Beim Öffnen des Displays, bleibt das massive Chassis durch sein Gewicht auf dem Tisch stehen und klappt nicht mit.

Die Tasten des Keyboards sind deutlich voneinander separiert. Das Gitter, welches die Tasten voneinander trennt, ist Teil des Gehäuses, wodurch das Tastenfeld nicht als eigenständiger Block, sondern als Teil des Gehäuses erscheint.

Aufgrund der großen Abmessungen des Chassis hat Sony eine Tastatur mit Ziffernblock untergebracht. Die Knöpfe bieten einen sehr deutlichen Druckpunkt, einen großen Tastenhub und einen festen Anschlag. Das sind, neben dem großzügigen Layout, die wichtigsten Kriterien für Vielschreiber. Positiv anzumerken sind die deutlich abgesetzten Pfeiltasten. Darüber dürften sich insbesondere Gamer freuen.

Das Multitouch-Touchpad liegt fast auf derselben Ebene wie die Handauflage. Es hat eine matte, aber relativ glatte Oberfläche, auf der der Finger sehr leicht läuft. Der Cursor lässt sich aber zielgenau steuern. Die Fläche besitzt nicht gekennzeichnete horizontale und vertikale Scrollbars.

Das F12 bietet drei USB-2.0-Ports, wovon einer in Kombination mit eSATA ausgeführt ist. USB 3.0, das beispielsweise bei der Anbindung externer Festplatten deutliche Geschwindigkeitsvorteile bietet, wird nicht unterstützt. Firewire ist aber integriert. Leider sind alle Ports relativ weit vorne positioniert: Eingesteckte Kabel verlaufen unter Umständen genau da, wo man seine Hand ablegen möchte.

Externe Monitore können per VGA und HDMI angebunden werden, ein Displayport fehlt leider. Erweiterungen sind über den Expresscard-34-Slot möglich. Das Gerät bietet zudem einen Gigabit-Ethernet-Port.

Sony verbaut zwei Kartenleser, die an der Vorderseite untergebracht sind: Einen für SD-Speicherkarten und einen für das hauseigene Format Memory Stick HG-Duo. HG-Duo kommt bei einigen digitalen Spiegelreflexkameras zum Einsatz, etwa bei der Alpha DSLR-A900 [3]. Für die F-Serie gibt es keine echte Dockingstation, sondern allenfalls Port-Replikatoren für USB.

Als Blu-Ray-Laufwerk setzt Sony das Optiarc BD-5730S6 ein. Es kann die neuen Silberscheiben nicht nur lesen, sondern auch beschreiben. Enttäuschend für ein Notebook dieser Leistungsklasse ist die Webcam: Sie löst nur 640 mal 480 Bildpunkte (0,3 Megapixel) auf.

Sound

Die Stereo-Lautsprecher bieten nicht den Sound, wie wir ihn von einem High-End-Multimedia-Notebook erwarten. Besonders im Bass-Bereich wirken die Boxen zu schlapp. Die kleinen Membranen ohne Subwoofer-Unterstützung erzeugen ein mittenlastiges Klangerlebnis. Die Qualität liegt weit entfernt von dem, was selbst deutlich günstigere Notebooks wie das MSI FX600 [4] (vier Lautsprecher) leisten.

Abhilfe schafft die externe Soundanlage, welche aber nur am Kopfhörer-Ausgang angeschlossen werden kann. Analoge 3.5-Millimeter-Klinke und optisches S/PDIF liegen in einer kombinierten Buchse vor. Der Ausgangspegel ist ähnlich der maximal möglichen Lautstärke der Boxen zwar gering, aber immerhin rauschfrei.

Display

Das Display des F12 löst 1920 mal 1080 Pixel auf. Erfreulicherweise ist es nicht mit einer Glare-Beschichtung versehen – störende Reflexionen sind also kein Thema. Trotz der matten Oberfläche sind hohe Kontraste für die Farbwahrnehmung bei Filmen und Bildern vorhanden. Eine schwarze Fläche sieht dann eben auch wirklich schwarz und nicht grau aus.

Ein Umgebungslichtsensor verändert je nach Helligkeit im Raum die Leuchtkraft der Hintergrund-LEDs. Das schont sowohl die Augen als auch den Akku. Das manuelle Einstellen per Fn-Tasten entfällt damit. Unter Sonnenlicht stellt der Sensor die Luminanz auf den maximalen Wert, was dank der matten Oberfläche zu einem noch gut ablesbaren Bild führt. Das komfortable Arbeiten in der Sonne hört erst beim Blick von der Seite auf: Die Anzeige dunkelt dann stark ab.

Der Screen bietet weite Einblickwinkel: Es gibt in der Horizontalen fast keine Farbverfälschungen – selbst wenn man mit 80 Grad Abweichung von der senkrechten auf das Display blickt. Vertikal kann die Abweichung aber nur bis etwa 20 Grad betragen, bevor es zu deutlich sichtbaren Veränderungen kommt. Die Stabilität eines guten Desktop-TFTs (Farben aus allen Positionen konstant) kann das Vaio nicht bieten. Ein kleiner Schwachpunkt sind die schwergängigen Displayscharniere: Wenn der Deckel bewegt wird, entstehen auf der gesamten Fläche leichte Druckstellen.

Der im F12 eingesetzte Quad-Core-Prozessor Intel Core i7-740QM [5] mit 1,73 GHz Basistakt bietet Hyperthreading und kann per Turbo-Boost einen Kern auf bis zu 2,93 GHz übertakten. Das klappt aber nur, wenn die anderen Kerne nicht ausgelastet sind. Von Turbo Boost profitieren Anwendungen, die nicht für Multi-Core optimiert sind. Das Notebook verfügt über 8 GB DDR3-Arbeitsspeicher (PC3-10700, 1333 MHz), was deutlich über dem Durchschnitt liegt. Die meisten Systeme verfügen nur über 4 GByte.

Als GPU ist wie in jedem Modell der F-Serie eine Nvidia GeForce GT 330M (1024 MByte DDR3-Speicher) verbaut. Der Kern taktet mit 575 MHz, der Speicher mit 790 MHz. Im 3D Mark 2006 erreicht das System mit 6574 Punkten eine passable Performance für aktuelle Spiele. Speziell CPU-intensive Games mit ausgefeilter künstlicher Intelligenz wie Starcraft 2 profitieren vom Vierkerner 720QM. In hohen Details läuft das Blizzard-Game mit 30 Frames pro Sekunde – allerdings nur bei einer Auflösung von 1366 mal 768 Pixeln. Wer in der Full-HD-Auflösung des Panels spielen möchte, muss die Details deutlich herunterschrauben.

Wer sich für ein kostspieliges Notebook mit Quad-Core entscheidet, erwartet im Vergleich zu einem Gerät mit Dual-Core-CPU eine gewisse Mehrleistung. Der Everest-Report spricht dem Vierkerner auch ein Plus an Leistung zu, wenn es um Multi-Core-Berechnungen geht. CPU PhotoWorxx und CPU Zlib schließen mit 22.805 beziehungsweise 55.812 Punkten ab. Der Doppelkerner Core i5-520M [6] mit 2,4 GHz Basistakt erreicht in diesen Disziplinen 12.688 beziehungsweise 35.822 Punkte. Bei Single-Core-Performance, gemessen vom Everest-Benchmark CPU-Queen, unterliegt der 740QM allerdings mit 15.430 zu 17.025 Punkten.

Der Systembenchmark PC Mark Vantage, der eine Reihe praxisrelevanter Szenarien abbildet, stellt dem Sony-Notebook eine Wertung von 5942 Punkten aus. Das liegt zum Teil sogar unter dem, was i5-520M-Notebooks leisten. Ein HP Envy 14-1010eg mit Radeon-HD-5650-Grafikchip erzielt beispielsweise 6914 Punkte. Der Grund dafür ist, dass die meisten Anwendungen nach wie vor von maximal zwei Kernen profitieren, die bei einem Dual-Core-Prozessor aus thermischen Gründen zudem höher getaktet werden können.

Die Festplatte von Seagate (ST9500420AS) arbeitet mit überdurchschnittlichen 7200 Umdrehungen pro Minute. Das zeigt sich im Crystal Diskmark: Beim sequentiellen Lesen und Schreiben erreicht sie Transferraten von knapp über 100 MByte pro Sekunde. Gängige Laufwerke mit 5400 Umdrehungen pro Minute schaffen jeweils maximal 80 MByte pro Sekunde. Auch beim Lesen und Schreiben kleinerer 512-KByte-Dateien gibt es einen deutlichen Abstand (46/58 MBye zu 38/42 MByte).

Die Akkulaufzeit ist nicht die Stärke des Vaio F12: Beim Surfen per WLAN heißt es schon nach 109 Minuten: Ende Gelände. Wer nur ein paar Dokumente bearbeitet, kann mit abgeschaltetem WLAN und Bluetooth bis zu 158 Minuten erreichen. Dafür muss das Display aber mit einer für die Augen anstrengenden minimalen Helligkeit betrieben werden. Eine Blu-Ray oder eine DVD dreht sich nur 90 beziehungsweise 95 Minuten. Das reicht nicht einmal, um einen normalen Spielfilm im Flugzeug anzusehen.

Verantwortlich dafür sind der hohe Strombedarf im Leerlauf und unter Volllast von 20,5 Watt beziehungsweise 111 Watt. Für Verbräuche dieser Größenordnung bietet ein 5-Ah-Stromspeicher einfach nicht genügend Kapazität. Da das F12 aber ohnehin eher ein Desktop-Ersatz ist, wird die Akkulaufzeit für viele Käufer nicht das entscheidende Kriterium sein.

Unruhiger Lüfter

Die Geräuschentwicklung stellt nach der Laufzeit als die größte Schwachstelle des Vaio F12 dar: Der Lüfter dreht nicht konstant, sondern verändert – auch im Leerlauf – stets hörbar seine Drehzahl. Das vollzieht sich nicht als Aufbrausen, sondern als konstantes Auf- und Abtouren. Hinzu kommt ein hochtöniges Dröhnen ab mittleren Umdrehungen.

Wegen der Schwankungen liegt die Lautstärke im Leerlauf zwischen 33,1 und 35,1 Dezibel (15 Zentimeter vor der Front gemessen). Der Lüfter agiert am ruhigsten, wenn in den Einstellungen der Modus Ausgeglichen gewählt ist. Im Modus Leistung dreht die Lüftung nicht wie erhofft lauter und konstanter, sondern aufbrausender mit höheren Maximalwerten.

3D-Spiele erhöhen die Lautstärke auf bis zu 47,1 Dezibel. Dies gilt auch für den 3D-Mark-06-Benchmark. Die Schwankungen aus dem Leerlauf bleiben bestehen, bewegen sich aber auf einem erhöhten Drehzahlniveau.

Fazit

Anwender, die ein schnelles Notebook mit mattem Full-HD-Panel suchen, sollten sich das rund 1500 teure Sony F12 ansehen. Es bietet eine hohe Leistung, ist gut verarbeitet und hat eine komfortable Tastatur. Schwachstelle ist das Kühlsystem: Der Lüfter dreht unruhig, als könne er sich nicht für eine konstante Drehzahl entscheiden. Das Testgerät VPCF12Z1E/BI mit dem Vierkerner i7-740QM (1,73 GHz) ist das Topmodell der Serie. Für viele Anwendungsfälle ist aber auch das 999 Euro teure Core-i5-Modell (VPCF11M1E/H) schnell genug. Leider hat es ein spiegelndes Panel.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[2] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[3] Alpha DSLR-A900: https://www.cnet.de/tests/digicam/41000764/24_megapixel_im_vollformat_sony_alpha_dslr_a900.htm

[4] MSI FX600: https://www.cnet.de/tests/notebook/41537220/msi_fx_600_im_test_flottes_notebook_mit_wireless_display_technik.htm

[5] Intel Core i7-740QM: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=49024

[6] Core i5-520M: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=47341