DSLR-Fotokurs: Nachtaufnahmen mit und ohne Blitz

ISO-Empfindlichkeit

Der ISO-Wert bestimmt, mit welcher Empfindlichkeit der Sensor ausgelesen wird. Je höher die Zahl ist, desto kürzere Verschlusszeiten sind erforderlich. Die Empfindlichkeit sollte man so niedrig wie möglich halten. Denn ein mit ISO 100 geschossenes Foto rauscht praktisch gar nicht, eine ISO-3200-Aufnahme dagegen je nach Kamera mittelstark bis sehr stark. Nur wenn unbedingt für eine bestimmten Bildwirkung eine kürzere Verschlusszeit vonnöten ist, ergibt es Sinn, die Empfindlichkeit nach oben zu regeln.

Je höher die ISO-Empfindlichkeit, desto schlechter wird die Bildqualität. Dieses Bild zeigt, wie sich die Einsteiger-Spiegelreflex Sony Alpha DSLR-A230 bei steigenden ISO-Werten verhält.
Je höher die ISO-Empfindlichkeit, desto schlechter wird die Bildqualität. Dieses Bild zeigt, wie sich die Einsteiger-Spiegelreflex Sony Alpha DSLR-A230 bei steigenden ISO-Werten verhält.

Blendenzahl

Zur Erinnerung: Der Blendenwert wird mit einem F gefolgt von einer ein- oder zweistelligen Zahl angegeben, also beispielsweise F1,8 oder F22. Je kleiner die Blendenzahl ist, desto weiter ist die Blende geöffnet und desto kürzere Verschlusszeiten reichen aus, um ein gut ausgeleuchtetes Foto zu erzielen. Allerdings sorgt eine offene Blende auch für eine geringe Tiefenschärfe, und bei Objektiven ist die Abbildungsleistung mit leicht geschlossener Iris besser als mit komplett geöffneter Linse. Nachdem die Verschlusszeit bei Verwendung eines Stativs praktisch keine Rolle spielt, darf für die Blende also ruhig ein etwas höhrer Wert gewählt werden, um von der Skyline ein möglichst scharfes Bild zu erzielen. Eine Ausnahme ist es natürlich, wenn man mit der Tiefenschärfe spielen möchte.

Links mit F16, rechts mit F1,2: Mit weit geöffneter Blende reduziert sich der scharf abgebildete Bereich auf wenige Zentimeter.
Links mit F16, rechts mit F1,2: Mit weit geöffneter Blende reduziert sich der scharf abgebildete Bereich auf wenige Zentimeter.

Manueller Modus gegen Verschlusspriorität

Im Modus Verschlusszeitpriorität passt die Kamera die Blende automatisch so an, dass ein gut ausgeleuchtetes Bild im Kasten landet. Oder zumindest ein Bild, das die Kamera für gut ausgeleuchtet hält. Denn je nachdem, welche Belichtungsmessung aktiviert ist, können dunkle Flächen oder helle Lichter die Halbautomatik schon einmal gehörig in die Irre führen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt den komplett manuellen Modus aus.

Damit der Fotograf nicht völlig im Dunkeln tappt, was die für das gewünschte Bild erforderlichen Aufnahmeparameter angeht, gibt es auf dem Display beziehungsweise im Sucher der Kamera eine Belichtungsanzeige. Sie ist zwar bei Nachtaufnahmen mit vielen dunklen Flächen und hellen Lichtern nicht unbedingt das Maß der Dinge, gibt aber zumindest schon einmal einen groben Anhaltspunkt. Bei den meisten Kameras ist die Belichtungsanzeige in Form eines Balkens ausgeführt, der von „-2“ über „0“ bis „+2“ reicht. „-2“ bedeutet, dass das Bild voraussichtlich zwei Blenden zu dunkel gerät – also die Kamera in der Halbautomatik eine viermal längere Verschlusszeit als die gegenwärtig gewählte einsetzen würde.

Die hell hervorgehobene Belichtungsanzeige lässt darauf schließen, ob das Foto mit den gewählten Einstellungen zu hell oder zu dunkel gelingen wird.
Die hell hervorgehobene Belichtungsanzeige lässt darauf schließen, ob das Foto mit den gewählten Einstellungen zu hell oder zu dunkel gelingen wird.

Im Zweifelsfall führt kein Weg daran vorbei, sich per Trial and Error an das gewünschte Ergebnis heranzutasten und eben gleich eine ganze Reihe von Aufnahmen zu schießen. Das bedeutet zwar mehr Gefrickel als bei einer Kompaktkamera-Automatik, doch dafür kommt am Ende auch genau das Bild heraus, das der Fotograf beim Druck auf den Auslöser im Kopf hatte.

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