DSLR-Fotokurs: Nachtaufnahmen mit und ohne Blitz

Fotografieren

Auslöser drücken und fertig? Ganz so einfach geht’s leider nicht. Wenn die Kamera auf dem Stativ steht und der Fotograf den Auslöser betätigt, kommt es zu einem unvermeidlichen Wackler und damit zu unschönen Spuren oder Unschärfen auf den Fotos. Daher empfiehlt es sich, den Zwei-Sekunden-Selbstauslöser zu aktivieren. Dadurch besteht genug Zeit zwischen dem Abdrücken und der tatsächlichen Aufnahme, sodass mit keinen Störungen zu rechnen ist. Wer nicht ständig zwei Sekunden warten möchte, kann sich auch für kleines Geld einen Kabelfernauslöser kaufen.

Ein Kabelfernauslöser ist nicht nur zur Vermeidung von Verwacklern, sondern auch bei extrem langen Belichtungszeiten sinnvoll. Um beispielsweise die vorbeiziehenden Sterne als lange, bogenförmige Spuren abzubilden, sind Verschlusszeiten von mehreren Minuten notwendig. Und diese lassen sich nicht exakt an der Kamera einstellen, sondern im sogenannten Bulb-Modus erreichen: Die Kamera belichtet so lange, wie der Fotograf den Auslöser gedrückt hält. Oder so lange, wie der Timer an der Fernbedienung eingestellt ist; was die deutlich bequemere Lösung ist. Hier ist allerdings tatsächlich viel Geduld beim Herumprobieren gefragt. Denn im Bulb-Modus zeigt die Kamera logischerweise keine Vorschau dafür an, wie hell oder wie dunkel das Bild ausfallen wird.

Mit einem kleinen Trick lassen sich auch bei komplett unbewegten Objekten interessante Lichteffekte erzielen. Während die Kamera mehrere Sekunden lang belichtet, verändert der Kameramann durch Drehen am Objektiv die Brennweite.

Dreht man während des Fotografierens mit langen Belichtungszeiten am Zoom, landen interessante Lichtspuren auf dem Foto.
Dreht man während des Fotografierens mit langen Belichtungszeiten am Zoom, landen interessante Lichtspuren auf dem Foto.

Fotografieren mit Blitz

Wer versucht, im Halbdunkel Menschen zu fotografieren, wird mit langen Belichtungszeiten nicht weit kommen. Selbst wenn die Personen für das Foto posieren und halbwegs ruhighalten, liefern längere Verschlusszeiten als 1/40 oder 1/20 Sekunde kaum brauchbare Ergebnisse. Sprich: Ohne zusätzliche Beleuchtung ist hier nichts zu holen.

Bei Kompaktkameras ist der Fall einfach: Blitz einschalten, abdrücken, und in den meisten Fällen landet ein grelles, wenig ansehnliches Foto mit unschönen Schatten im Kasten. Auch der allergrößte Teil der DSLRs verfügt über einen integrierten Blitz. Die kleine Funzel reicht für Schnappschüsse, ist für anspruchsvolle Aufnahmen in der Regel aber nicht zu gebrauchen. Alle digitalen Spiegelreflex- und EVIL-Kameras sowie einige fortgeschrittene Kompaktkameras bieten einen Zubehörschuh. Hier lässt sich ein insbesondere bei Einsteigern unterschätztes fotografisches Werkzeug aufsetzen: Aufsteckblitze sind viel stärker als die integrierten Blitze und bieten zahlreiche Funktionen.

Aufbau von Aufsteckblitzen

So oder so ähnlich sehen die meisten Aufsteckblitze aus.
So oder so ähnlich sehen die meisten Aufsteckblitze aus.

Im Blitzkopf befindet sich die Birne, die den Lichtpuls erzeugt. Viele Modelle verfügen über einen dreh- und schwenkbaren Blitzkopf, der er ermöglicht, das Licht über andere Flächen auf das Motiv zu leiten. Dieses „Abprallen-lassen“ des Lichts wird als Bounchen bezeichnet. Das Gehäuse beherbergt die Batterien und die Bedienelemente für den Blitz. Über den Blitzschuh kommuniziert der Blitz mit der Kamera.

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