DSLR-Fotokurs: Nachtaufnahmen mit und ohne Blitz

Manueller Modus gegen TTL

Die meisten Aufsteckblitze bieten die Möglichkeit, die Leistung in mehreren Stufen zu regeln. Üblicherweise werden die Intensitäten mit 1/1, 1/2, 1/4, 1/8 und so weiter angegeben. 1/4 bedeutet dann beispielsweise, dass der Blitz nur ein Viertel seiner vollen Power nutzt. Eine hohe Leistung bedeutet logischerweise viel Licht und damit eine hohe Reichweite. Bei niedrigen Leistungsstufen dagegen ist der Lichtpuls zwar schwächer, doch dafür braucht der Blitz weniger Zeit, um wieder einsatzbereit zu sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass die gesamte Lichtmenge über einen kürzeren Zeitraum hinweg abgegeben wird. Bei Portraitfotos spielt das keine große Rolle, doch von Luftgewehrkugeln durchschossene Hühnereier lassen sich nur mit 1/64 oder 1/128 im richtigen Moment scharf einfrieren.

Wer sich nicht vor jedem Foto mit den manuellen Einstellungen herumschlagen möchte, findet bei den meisten Blitzen auch einen TTL-Modus. TTL steht für Through the Lens, also „Durch die Linse“. Dabei sendet das Blitzgerät einen sogenannten Vorblitz aus. Die Belichtungssensoren in der Kamera erfassen, wie stark dieser Vorblitz das Motiv ausleuchtet und geben diese Informationen an den Aufsteckblitz weiter. Dieser weiß dann ganz genau, mit welcher Intensität er feuern muss und schießt den entsprechend dimensionierten Hauptblitz ab. Die beiden Blitze folgen so schnell aufeinander, dass man sie zumeist als einen einzigen Blitz wahrnimmt.

Für den Fall, dass der Blitz trotz TTL-Messung zu helle oder zu dunkle Ergebnisse liefert, ermöglicht die <i>Blitzbelichtungskorrektur</i> in der Kamera ein Anpassen der Intensität – üblicherweise in Drittel-Blendenstufen.“ title=“Für den Fall, dass der Blitz trotz TTL-Messung zu helle oder zu dunkle Ergebnisse liefert, ermöglicht die <i>Blitzbelichtungskorrektur</i> in der Kamera ein Anpassen der Intensität – üblicherweise in Drittel-Blendenstufen.“ ><br /><i>Für den Fall, dass der Blitz trotz TTL-Messung zu helle oder zu dunkle Ergebnisse liefert, ermöglicht die <i>Blitzbelichtungskorrektur</i> in der Kamera ein Anpassen der Intensität – üblicherweise in Drittel-Blendenstufen.</i></p>

<p style=Bouncen

Wenn der Fotograf den auf der Kamera installierten Blitz direkt auf sein Fotomodell feuern lässt, kommt es häufig zu harten und unschönen Schatten – bei Aufnahmen im Querformat beispielsweise unter der Nase und unter dem Kinn. Logisch – denn die Lichtquelle sitzt oberhalb des Objektivs. Das Bouncen ermöglicht es erstens, für diffuseres Licht also weicher auslaufende Schatten zu sorgen. Und zweitens lässt sich die Richtung des Lichts verändern. Wer den Blitzkopf beispielsweise nicht direkt auf das Motiv, sondern auf eine rechts davon befindliche Wand richtet, nutzt diese als Reflektor; und vergrößert gleichzeitig die Fläche der Lichtquelle. Und dann werden die Gesichtszüge nicht einfach „plattgeblitzt“, sondern durch das seitliche und weichere Licht vorteilhaft betont. Das gilt natürlich nicht nur beim Fotografieren von Personen, sondern allgemein.

Weiches gegen hartes Licht: Oben haben wir mit dem Blitz direkt auf das Auto geblitzt. Bei der unteren Aufnahme war der Blitzkopf in Richtung Decke gerichtet.
Weiches gegen hartes Licht: Oben haben wir mit dem Blitz direkt auf das Auto geblitzt. Bei der unteren Aufnahme war der Blitzkopf in Richtung Decke gerichtet.

Dieses Bouncen hat allerdings einen Nachteil: Man braucht eine Wand neben dem Motiv. Und wenn diese nicht weiß, sondern beispielsweise rot ist, dann wird das fotografierte Objekt eben auch rot angestrahlt. Eine Möglichkeit ist es, diese Wand einfach „in klein“ mitzunehmen – in Form eines sogenannten Bouncers. Viele Blitzgeräte verfügen über einen integrierten Bouncer, der sich bei Bedarf herausziehen lässt. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, einfach ein Stück weiße Pappe mit Gummiband am Blitzkopf zu befestigen.

Die Wand immer mit dabei: Ein Stück weiße Pappe und ein Gummiband sorgen für weicheres Licht.
Die Wand immer mit dabei: Ein Stück weiße Pappe und ein Gummiband sorgen für weicheres Licht.

Zwar hat die Reflektionsfläche so nicht die Größe einer Wand, eine merkliche Verbesserung ist aber festzustellen. Beim Fotografieren mit Bouncer wird der Blitz üblicherweise um 60 bis 90 Grad nach oben oder zur Seite geklappt. Aber wie bei vielen Aufnahmesituationen gilt auch hier: Übung und viel Herumprobieren macht den Meister.

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