DSLR-Fotokurs: Nachtaufnahmen mit und ohne Blitz

Blitzkabel

Eine weitere Möglichkeit, „plattgeblitzte“ Gesichter oder Gegenstände zu verhindern, ist es, den Blitz von der Kamera herunterzunehmen. Für die Kommunikation zwischen Blitzgerät und Digicam sorgt dann ein Kabel. Wer die TTL-Messung nutzen möchte, sollte darauf achten, dass die Strippe das Feature unterstützt.

Ein Kabel wie dieses befreit den Blitz von der Notwendigkeit, auf dem Zubehörschuh der Kamera zu stecken.
Ein Kabel wie dieses befreit den Blitz von der Notwendigkeit, auf dem Zubehörschuh der Kamera zu stecken.

Selbst wenn man den Blitz beim Fotografieren nur am ausgestreckten Arm zur Seite hält, macht sich ein gewaltiger Unterschied bemerkbar. Durch die veränderte Lichtrichtung bekommen die Fotos schon fast einen Studio-ähnlichen Look, da das Motiv nur von einer Seite angeleuchtet wird. Alternativ gibt es auch Funk-Transmitter, die das Signal von der Kamera drahtlos an den Blitz weiterleiten. Wer mehr über diese Technik lesen möchte, findet hier einen Artikel zum Thema entfesseltes Blitzen. Manche DSLRs bringen auch bereits einen integrierten Funkauslöser für kompatible Blitze mit.

Diffusor

Für weicheres Licht lässt sich auch mit sogenannten Diffusoren sorgen. Sie bestehen im Prinzip aus einer opaken oder mit kleinen Reflektoren versehenen Plastikkappe, die über den Blitzkopf gestülpt wird. Bei manchen Blitzen sind sie im Lieferumfang enthalten, für viele Geräte gibt es sie im Zubehör, und im Prinzip kann man sie auch in zwei Minuten selberbauen. Ein etwas zurechtgestutzter, trüber, weißer, rechteckiger Jogurt-Becher leistet gute Dienste.

Farbfolien

Mit Hilfe von Folien, auch Gels genannt, lässt sich die Farbe des Lichts verändern. Wer beispielsweise in einer grün ausgeleuchteten Fabrikhalle fotografiert und sein Motiv passend zum Umgebungslicht anstrahlen möchte, setzt einen grünen Farbfilter vor den Blitz. Aber auch bei weniger ausgefallenen Situationen leisten Folien gute Dienste. Ein orangener Filter sorgt beispielsweise dafür, dass bleiche Menschen eine gesündere Gesichtsfarbe bekommen.

Mit bunten Folien lässt sich die Farbe des ausgesandten Blitzes manipulieren.
Mit bunten Folien lässt sich die Farbe des ausgesandten Blitzes manipulieren.

Übrigens sollte man nicht unbedingt irgendwelche Bastelfolien aus dem Baumarkt vor die Blitzbirne kleben. Die hohe Lichtstärke könnte sie bei blitzintensiven Fotoshootings verbrennen. Rosco bietet speziell für diesen Zweck entwickelte Farbfilter an. Die sogenannte Strobist-Collection enthält 20 verschiedene Farbfilter in teilweise mehrfacher Ausführung und ist bereits für gut 13 Euro im Internet erhältlich – eine Investition, die sich für jeden Nachtfotografen lohnt.

Blitzen bei Tageslicht

Nicht nur bei Nacht, sondern auch am hellichten Tag gibt es Situationen, in denen ein Blitz eine große Hilfe ist. Bei Gegenlicht beispielsweise ist das Fotomodel meist nur als schwarze Silhouette abgebildet. Einem sogenannter Füllblitz verfälscht die Darstellung des Hintergrunds nicht, hellt die zu schwach belichtete Freundin aber zusätzlich auf.

Links ohne, rechts mit zusätzlichem Füllblitz: Der Hydrant gerät ohne zusätzliche Beleuchtung viel zu dunkel.
Links ohne, rechts mit zusätzlichem Füllblitz: Der Hydrant gerät ohne zusätzliche Beleuchtung viel zu dunkel.

Fazit

Wir haben auf den letzten Seiten eine ganze Reihe von Möglichkeiten und Techniken beschrieben, wie Fotografen auch bei schwierigen Lichtverhältnissen ansehnliche Bilder schießen. Ein Patentrezept für alle Nachtaufnahmen gibt es allerdings nicht, denn jede schwierige Aufnahmesituationen erfordert einen anderen Lösungsansatz. Daher hilft nur eines: Kamera, Blitz und Stativ einpacken und losziehen. Je mehr Fotos, desto mehr Übung – und genau diese macht ja bekanntlich den Meister.

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