One D87 3D: Gaming-Notebook mit 3D-Brille im Test

von Joachim Kaufmann am , 16:47 Uhr

Pro
  • hohe Performance
  • 3D-Fähigkeiten
  • Blu-ray-Player
  • USB 3.0
Con
  • hohe Lautstärke
  • spiegelndes Display
  • keine 3D-Ausgabe per HDMI möglich
  • kleiner Akku
Hersteller: One Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: GUT 7,0 von 10 Punkte
Fazit:

Dank schneller Komponenten führt das 1999 Euro teure One D87 3D auch aufwändige 3D-Titel in hoher Detailstufe aus. In Verbindung mit der mitgelieferten 3D-Brille von Nvidia bietet es ein besonderes Spieleerlebnis. Da das Display nur 1366 mal 768 Pixel und nicht 1920 mal 1080 Pixel auflöst, ist es trotz Blu-ray-Player zum Anschauen von Filmen nicht ideal. Negativpunkte sind die etwas klobige Bauform, der hohe Energieverbrauch und die Geräuschentwicklung.

Die 3D-Grafik auf Notebooks wird immer realistischer, aber erst eine 3D-Brille zieht den Gamer so richtig in Rennspiele, Fantasy-Welten und Weltraumschlachten. Das One D87 mit Quad-Core, Geforce GTX 285M und Nvidia 3D Vision eignet sich dafür besonders. Wir haben es getestet.

Für ein 15-Zoll-Notebook [1] ist das One D87 ein Monster: Es wiegt satte 3,55 Kilo, das Netzteil weitere 900 Gramm. Auch die Abmessungen haben es in sich. Mit mehr als 4 Zentimetern Bauhöhe wirkt das Gerät sehr klobig. Unter der Haube verbirgt sich allerdings relativ leistungsfähige Technik: eine Quad-Core-CPU sowie eine schnelle Nvidia-GPU. Letztere sollte in Verbindung mit der mitgelieferten 3D-Brille auch Gamer zufriedenstellen. In die Spiele kann man damit so richtig eintauchen.

One hat das D87 vom taiwanischen Fertiger Cleco zugekauft. Es handelt sich um das W860-CU-3D [2]. Das Design des Notebooks ist eher nüchtern: Deckel und Handballenauflage sind aus schwarzem, mattem Kunststoff. So bekommt man wenigstens keine Wüste voller Fingerabdrücke. Lediglich der Bereich hinter der Tastatur und der Displayrahmen sind mit Hochglanzlack versehen. Unschön: Schon bei leichtem Druck auf den Deckel kommt es zu Verfärbungen am Display. Insgesamt wünschen sich Gamer wahrscheinlich eine auffälligere Optik.

Das D87 verfügt über eine Tastatur mit Ziffernblock. Zwischen den Tasten sind deutliche Abstände. Aufgrund der deutlich definierten Druckpunktes geht der Schreibkomfort in Ordnung.

Technische Daten: One D87 3D Special
Kategorie: Gaming-Notebook
Marktpreis: 1999 Euro
Prozessor: Intel Core i7 840QM, 1.83 GHz, Quad-Core
Arbeitsspeicher: 4 GByte
Festplatte: 500 GByte
Chipsatz: Intel PM55
Grafikkarte: Nvidia Geforce GTX 285M
Display: 15,6 Zoll, 1366 x 768 Pixel
Betriebssystem: Microsoft [3] Windows 7 Home Premium (64 Bit)
Abmessungen: 37,4 x 26,3 x 4,2 cm
Gewicht (mit Netzteil): 3,55 kg (4,45)

Schnittstellen und Display

Auf der linken Seite sind ein USB-2.0- sowie ein Firewire-Port zu finden, rechts ein USB-3.0-Port und ein separater eSATA-Anschluss. Letzterer wird normalerweise in Kombination mit USB verbaut. Rechts ist auch der DVI-Anschluss untergebracht.

Auf der Rückseite sitzen zwei weitere USB-Ports, Ethernet und HDMI. Hier hat sich One einen Lapsus geleistet: Es handelt sich nämlich nur um HDMI 1.3, das den Inhalt von 3D-Bu-rays nicht an ein externes Display weitergeben kann. Dazu wäre HDMI 1.4 notwendig. Der auf der linken Seite integrierte Kartenleser unterstützt die Formate MMC, SD, Mini SD, MS, MS Pro und MS Duo.

Das 15,6-Zoll-Display ist mit einer spiegelnden Beschichtung versehen, was wie gewohnt für störende Reflexionen sorgt. Es löst nicht, wie man es vielleicht erwarten würde, Full-HD auf (1920 mal 1080 Pixel), sondern nur 1366 mal 768 Pixel. Zu Filmeschauen – ein Blu-ray-Laufwerk ist schließlich integriert – ist das Notebook damit nicht perfekt geeignet. Auch aufwändige Spiele können trotz des schnellen Grafikchips nicht in Full-HD ausgeführt werden. Der Screen läuft mit 120 Hertz, was Voraussetzung für die 3D-Fähigkeit des Geräts ist. Doch dazu später mehr.

Komponenten

Als CPU kommt ein Intel Core i7 840QM [4] mit 1,86 GHz Taktfrequenz und vier Kernen und Hyperthreading zum Einsatz. Einzelne Kerne werden automatisch auf bis zu 3,2 GHz übertaktet, wenn andere kaum oder wenig ausgelastet sind. Das beschleunigt Programme, die nicht für mehrere Kerne optimiert sind. Dazu zählen auch Spiele, die oft maximal zwei Kerne nutzen. Übertaktet wird aber nur soweit, dass die spezifizierte Wärmeabgabe der Prozessors nicht überschritten wird. Das neue Notebook soll schließlich nicht bei der ersten Gelegenheit im Flammen aufgehen.

Für die Grafik sorgt die DirectX-10.1-Lösung Nvidia Geforce GTX 285 mit 1 GByte eigenem Speicher, die ordentlich Power mitbringt. Sie wurde erst kürzlich von Fermi-basierten [5] GPUs der 400er-Serie abgelöst, die auch DirectX 11 beherrschen. Damit ausgerüstete Notebooks gibt es bislang aber primär nur auf dem Papier.

Die Geforce ist auch für aufwändige 3D-Spiele wie Colin McRae Dirt 2 [6] schnell genug, selbst wenn man sie mit höheren Details ausführt. Bei schwächeren Chips bleibt einem oft nur das Drosseln von Qualität und Details.

Der Grafikchip eignet sich nicht nur für Spiele, sondern kann beispielsweise auch zur Konvertierung von Videos eingespannt werden. Die Vorteile sind beträchtlich: Die Umwandlung eines 2-Minuten-AVI-Clips ins MPEG4-Format dauert auf der eigentlich schon sehr schnellen CPU 74 Sekunden. Schaltet man den Grafikprozessor zu, sind es nur noch 29 Sekunden.

Die Festplatte fasst 500 GByte und arbeitet mit überdurchschnittlichen 7200 Umdrehungen pro Minute. Standard im Notebook-Segment sind 5400 Umdrehungen pro Minute. Das macht sich im Crystal Diskmark 3.0 in Form von höheren Schreib- und Lesegeschwindigkeiten bemerkbar.

3D-Display

Eine Besonderheit des One D87 ist das mitgelieferte 3D Vision Kit von Nvidia [7]. Es enthält eine Shutterbrille, die dem Gamer in Verbindung mit dem 120-Hertz-Display die Illusion echter 3D-Bilder vermittelt.

Die 3D-Technik mit Shutterbrille funktioniert so: Der Monitor stellt abwechselnd das linke und rechte Halbbild dar. Die Brille wird synchron im Takt abwechselnd durchsichtig beziehungsweise lichtundurchlässig geschaltet und ermöglicht somit aufgrund der perspektivischen Verschiebung der beiden Stereo-3D-Teilbilder den 3D-Effekt. Anders als beim Polarisationsverfahren, das bei anderen 3D-Notebooks zum Einsatz kommt, wird dadurch die nicht die Auflösung des Bildes, sondern die Bildwiederholfrequenz halbiert. Dank der 120 Hertz des Displays bleiben immer noch einigermaßen augenfreundliche 60 Hertz übrig.

Für die drahtlose Synchronisation via Infrarot mit der etwa 100 Gramm schweren Brille muss eine kleine Box per USB an das Notebook angeschlossen werden. Schade, dass der Sender nicht direkt im Gehäuse integriert ist. Die Brille selbst wird per USB aufgeladen. Sie kann über einer optischen Brille getragen werden.

One liefert zur Demonstration einige 3D-Bilder mit. DirectX-Spiele, für die ja ohnehin 3D-Informationen vorliegen, werden Out-of-the-Box dreidimensional dargestellt. Ohne 3D-Brille sieht man das gezeigte Bild übrigens verschwommen.

Aber nicht alle Spiele eigenen sich dafür gleichermaßen: Nvidia hat eine Website [8] veröffentlicht, auf der eine große Anzahl von Spielen bezüglich der 3D-Tauglichkeit klassifiziert ist. Beim getesteten Colin McRae Dirt2, das als nicht empfehlenswert eingestuft ist, kommt es zu kleinen Grafikfehlern auf dem Fahrzeug.

Wie der 3D-Effekt in der Praxis aussieht, lässt sich leider nicht fotografieren. Tatsächlich bekommt man aber einen dreidimensionalen Eindruck, der durchaus beeindruckt.

Akkulaufzeit und Lautstärke

Der über die Bodenplatte zugängliche Akku hat nur eine Kapazität von 3800 mAh. Das ist ungefähr so, als würde man einen A380 mit einem Kanister Kerosin befüllen. Schon im Leerlauf genehmigt sich das D87 nämlich satte 43 Watt – viele andere Geräte kommen mit gut 20 Watt aus. Abseits der Steckdose kann man das Gerät kaum nutzen. Beim Sufen im Web per WLAN ist nach weniger als zwei Stunden Schluss. Aufgrund des hohen Gewichts betreibt man das Notebook aber wohl ohnehin meistens stationär. Die Akkulaufzeit fällt daher kaum ins Gewicht.

Leider ist der Lüfter des D87 auch im Leerlauf immer sehr deutlich zu. Schon bei geringer Belastung dreht der Ventilator hoch. Unter Volllast wird er sogar richtig laut.

Das Notebook läuft unter Windows 7 Home Premium. Da es sich um die 64-Bit-Version handelt, wird der 4 GByte große Arbeitsspeicher voll ausgenutzt.

Fazit

Dank schneller Komponenten kann das 1999 Euro teure One D87 3D auch aufwendige 3D-Titel in hoher Detailstufe ausführen. In Verbindung mit der mitgelieferten 3D-Brille von Nvidia bietet es ein besonderes Spieleerlebnis. Da das Display nur 1366 mal 768 Pixel und nicht 1920 mal 1080 Pixel auflöst, ist es trotz Blu-ray-Player zum Anschauen von Filmen nicht ideal.

Negativpunkte sind die etwas klobige Bauform, der hohe Energieverbrauch und die Geräuschentwicklung. Da der HDMI-Port nur der Spezifikation 1.3 entspricht, kann eine Blu-ray-Disk nicht in 3D auf einem TV ausgegeben werden.


Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] W860-CU-3D: http://www.clevo.com.tw/en/products/prodinfo.asp?productid=277

[3] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[4] Intel Core i7 840QM: http://ark.intel.com/Product.aspx?id=43125

[5] Fermi-basierten: http://www.nvidia.com/object/fermi_architecture.html

[6] Colin McRae Dirt 2: http://www.dirt2game.com/

[7] 3D Vision Kit von Nvidia: http://www.nvidia.de/object/3d-vision-main-de.html

[8] Website: http://www.nvidia.de/object/3d-vision-3d-games-de.html