Erster Blick auf Logitech Revue: So sieht Google TV aus

Außerdem sind eine Hand voll Apps vorinstalliert – darunter ein Twitter-Client und Nachrichtendienste. Früher oder später wird hier sicherlich auch ein Facebook-Client auftauchen. Im nächsten Jahr plant Google gar eine Schnittstelle zum Android Marketplace – dann sollen sogar Android-Apps auf dem Fernseher laufen. Noch viel wichtiger: Entwickler können spezielle TV-Apps programmieren.

Der größte Unterschied zwischen Google-TV und seinen Wettbewerbern wie Apple TV und den Online-Integrationen diverser HD-Fernseher und Blu-ray-Player ist die Unabhängigkeit von konkreten Inhalte-Anbietern: Google greift einfach auf alles zu, was sich im Web bewegt. Mit an Bord ist auch ein vollwertiger Webbrowser, der im Gegensatz zur Surfsoftware, die beispielsweise in einigen Philips-Fernsehern installiert ist, auch mit Flash 10.1 und HTML5-Videos zurechtkommt. Und damit sollte wirklich jede Art von bewegtem Bild, das sich im Internet finden lässt, auch ihren Weg auf den Fernseher finden.

Die tragische Betonung liegt in diesem Fall aber auf „sollte“. Denn zum Start fehlt bereits ein proprietärer, aber für den amerikanischen Markt besonders wichtiger On-Demand-Anbieter: Hulu.com. Der Chrome-Browser ist zwar durchaus in der Lage, die Hulu-Webseite und damit das gigantische Portfolio an Serien darzustellen, das sich hier verbirgt. Beim Druck auf den Play-Knopf bleibt das Bild aber Schwarz: Hulu blockiert die Google-TV-Box. Scheinbar verhandeln die beiden Unternehmen gerade über eine Zusammenarbeit – die unterm Strich in einem für den Nutzer kostenpflichtigen Zusatzabo enden könnte.

Logitech Revue: Die Google-TV-Box

Die Hardware selbst besteht aus zwei Teilen: der Set-Top-Box, also dem Receiver, der mit Internet-Anschluss und Fernseher verbunden ist, sowie aus einer kabellosen Tastatur.

Der Empfänger selbst ist vergleichsweise klein – aber ein gutes Stück größer als die neue Generation von Apple TV. Der einzige Video-Ausgang ist ein HDMI-Port auf der Rückseite. Wer noch keinen HDMI-kompatiblen AV-Receiver sein Eigen nennt, kann den Verstärker per optischem S/PDIF-Kabel anbinden. Dazu gibt es noch einen HDMI-Eingang, über den Kabel- oder Satellitenreceiver angebunden werden, zwei USB-Ports und Anschlüsse für einen Infrarot-Sender. Die Verbindung ins Internet wird wahlweise über die Netzwerkschnittstelle oder über WLAN nach dem neuesten Standard 802.11n hergestellt.

Die zwei HDMI-Ports auf der Rückseite des Revue sind Ein- und Ausgang: Der Kabel- oder Satellitenreceiver wird einfach durchgeschleift.
Die zwei HDMI-Ports auf der Rückseite des Revue sind Ein- und Ausgang: Der Kabel- oder Satellitenreceiver wird einfach durchgeschleift.

Apropos Infrarot-Sender: Auf der Vorderseite hat der Revue bereits entsprechende Dioden integriert. Damit imitiert die Box die Fernbedienungen der Sat- beziehungsweise Kabelreceiver so, wie es auch Multifunktionsfernbedienungen machen – und ist in der Lage, Programme umzuschalten. Man kann also die Google-TV-Box als einzigen Receiver nutzen, indem man andere Empfangsgeräte durchschleift – so wie früher beim Videorekorder. Damit legt die Box die Google-Suchleiste also über jedes Fernsehprogramm und ermöglicht Bild-in-Bild-Darstellung. Die Kontrolle über angeschlossene Geräte hat in jedem Fall der Revue: Man benötigt nur eine einzige Fernbedienung für Internet-Zugang, On-Demand-Dienste, Pay-TV und Free-TV. In der Praxis funktionieren solche Lösungen zwar häufig mehr schlecht als recht, aber wir werden demnächst testen, ob Logitech und Google mehr können als die Hersteller der meisten Multifunktionszappen.

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