Neue Kameras im Oktober: massig DSLR-, EVIL- und Kompaktkameras für Anspruchsvolle

von Stefan Möllenhoff am , 18:05 Uhr

Der Oktober steht im Zeichen der Spiegelreflex- und Systemkameras: Es kommen sechs neue DSLRs und drei neue EVIL-Digicams zwischen 550 und 1700 Euro in den Handel. Zudem gibt es Kompakt- und Bridgekameras für höchste Ansprüche von Canon und Leica sowie vier neue Einsteiger-Knipsen von Pentax, Sony und Nikon. Wir haben uns die Foto-Neuheiten für diesen Monat genauer angesehen.

Ende letzten Monats fand in Köln mit der Photokina die weltgrößte Fotomesse statt. Viele Kameras wurden bereits im Vorfeld angekündigt und sind dementsprechend auch schon letzten Monat in den Handel gekommen. Doch die wirklichen Highlights haben sich die Hersteller zumeist bis zum letzten Augenblick aufgespart, um ihr Pulver nicht zu verschießen.

So haben beispielsweise Olympus und Pentax ihr Spiegelreflex-Portfolio mit der E-5 [1] und der K-5 [2] jeweils nach oben ausgebaut – erhältlich sind die beiden Kameras bereits ab diesem Monat. Canon und Nikon bringen mit der 60D [3] und der D7000 [4] ebenfalls zwei lange erwartete Modelle im Oktober in den Handel. Die vier Mittelklassemodelle bewegen sich preislich zwischen 1150 und rund 1700 Euro.

Bei den Einsteiger-DSLRs gibt es etwas weniger Neuheiten. Hier ist Pentax ebenfalls vertreten – mit der rund 769 Euro teuren K-r [5]. Von Sony [6] macht sich die 799 Euro teure Alpha DSLR-A580 [7] im gleichen Preisbereich breit.

Auch bei den Systemkameras tut sich etwas. Und auch Sony ist hier diesen Monat mit zwei Neuheiten vertreten. Die Alpha SLT-A33 [8] und SLT-A55V [9] setzen als erste Digicams auf einen teildurchlässigen und starren Spiegel. Dieser lässt stets einen Teil des Lichts sowohl zum Autofokussensor als auch zum Bildsensor durch und erspart damit das Hin- und Hergeklappe. Durch den Wegfall der aufwändigen Mechanik sind Serienbildraten von bis zu zehn Fotos pro Sekunde drin. Von Samsung [10] kommt ebenfalls ein EVIL-Modell, das mit einem neuartigen Bedienkonzept die Gunst der potenziellen Käufer erlangen will: die NX100 [11].

Wer sich eine Kompaktkamera wünscht, die eine hohe Bildqualität bietet, wird diesen Monat bei Canon und Leica fündig. Von Canon kommt das nächste Modell der G-Serie, die PowerShot G12, in den Handel. Leica dagegen bringt die Panasonic Lumix DMC-LX5 [12] mit abgewandeltem Design, leichten technischen Veränderungen und deutlich höherem Preis unter dem Namen Leica D-Lux 5 auf den Markt.

Nicht nur die Lumix DMC-LX5, sondern auch der 24-fach-Superzoomer Panasonic Lumix DMC-FZ100 wird von Leica geklont. Die V-Lux 2 kostet 749 Euro, die FZ100 wechselt bereits für 250 Euro weniger den Besitzer.

Zu guter Letzt gibt es noch vier Kompaktkameras mit kleinen Bildsensoren. Pentax Optio RS1000 und Optio RZ10 sowie Sonys Cyber-shot DSC-T99 und Nikons Coolpix S80 dürfen eine recht ähnliche Bildqualität abliefern – alle vier Digicams setzen auf 1/2,3-Zoll-Chips mit 14 Megapixeln. Unterschiede gibt es hingegen bei Design und Ausstattung – und damit auch beim Preis. Die Kameras kosten zwischen 159 und 349 Euro. Auf den folgenden Seiten sehen wir uns alle neuen Digicams im Detail an.

Highspeed-Systemkameras: Sony SLT-A33 und SLT-A55V

SLT-A55V

Sony hat mit seinen rückseitig belichteten CMOS-Sensoren bei den Kompaktkameras vor gut einem Jahr eine Geschwindigkeitsrevolution ausgelöst. Jetzt schicken sich die Japaner an, auch die System- und Spiegelreflexkameras ordentlich zu beschleunigen. Der Trick liegt dieses Mal allerdings nicht im Aufbau des lichtempfindlichen Chips, sondern bei der Spiegelmechanik: Es gibt sie nicht mehr. Anstelle eines schlagenden Reflektors setzt Sony nämlich auf einen halbdurchlässigen Spiegel. Dieser lässt einen großen Teil des Lichts zum Bildsensor durch, während ein kleiner Teil stets zum dedizierten Autofokussensor gelangt.

Zum Einsatz kommt diese Technik bei den Kameras SLT-A33 und SLT-A55V, die ohne Objektiv für 649 beziehungsweise 749 Euro den Besitzer wechseln. Die SLT-A33 schafft sieben 14,2-Megapixel-Bilder pro Sekunde, die SLT-A55V kommt auf sogar zehn 16,2-Megapixel-Aufnahmen. Außerdem nimmt das Duo auch Full-HD-Videos auf. Dank der Spiegelkonstruktion funktioniert der schnelle Autofokus mittels Phasenvergleich auch im Videomodus – das gibt es bei der Konkurrenz derzeit nicht.

Neben der maximalen Serienbildgeschwindigkeit und der Auflösung unterscheiden sich die beiden Kameras im integrierten GPS-Receiver: Bei der SLT-A55V gibt es einen, bei der A33 nicht. Die wichtigsten technischen Daten des Duos gibt es noch einmal in der folgenden Tabelle auf einen Blick zu sehen. Weitere Details halten unsere Hands-on-Bildergalerie von der SLT-A33 [8] sowie unser Preview-Test von der SLT-A55V [9] bereit.

Hersteller Sony Sony
Modell Alpha SLT-A33 Alpha SLT-A55V
Preis (UVP) 649 Euro 749 Euro
Bildsensor CMOS (23,5 x 15,6 mm) CMOS (23,5 x 15,6 mm)
Auflösung 14,2 Megapixel 16,2 Megapixel
Optischer Zoom abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Brennweitenbereich abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Lichtstärke abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Bildstabilisator mechanisch mechanisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 12.800
Max. Fotoauflösung 4592 x 3056 Pixel 4912 x 3264 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 50i 1920 x 1080 Pixel @ 50i
Dateiformate JPEG, RAW (Foto), H.264 (Video) JPEG, RAW (Foto), H.264 (Video)
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, A, S, M
Display 3,0 Zoll, beweglich 3,0 Zoll, beweglich
Sucher elektronisch elektronisch
Zubehörschuh ja ja
Speichermedien SD, SDHC, SDXC, Memory Stick SD, SDHC, SDXC, Memory Stick
Akkulaufzeit 340 Fotos 380 Fotos
Abmessungen 12,4 x 9,2 x 8,5 cm 12,4 x 9,2 x 8,5 cm
Gewicht 441 g 441 g

Hat den Dreh raus: Samsung NX100 mit APS-C-Sensor

Samsung NX100

Wie ihre älteren Schwestern NX5 und NX10 bringt die Samsung NX100 einen APS-C-Sensor mit 14,6 Megapixeln mit. In puncto Bildqualität sind also wohl keine übermäßigen Luftsprünge zu erwarten, wenn man die Kamera mit ihren Vorgängerinnen vergleicht. Einen wesentlichen Fortschritt gibt es jedoch bei der Bedienung und beim Design: Das Gehäuse der NX100 sieht komplett anders aus und erinnert mit ihrem Retro-Design weniger an eine Mini-DSLR und mehr an die Micro-Four-Thirds-Kameras von Olympus.

Eine weitere Neuerung gibt es bei der Bedienung. Die NX100 bringt das sogenannte i-Function-System mit. Am Objektiv sitzt eine Taste, das ein Schnellmenü mit den wichtigsten Aufnahmeparametern aufs Display bringt. Der Fotograf wechselt mit weiteren Betätigungen der i-Function-Taste durch die verschiedenen Einstellungen, mit dem Schärferädchen passt er den jeweiligen Wert an. Wir hatten die Gelegenheit, die Kamera auf der IFA Anfang September auszuprobieren. Das folgende Video zeigt die ersten Eindrücke.

[legacyvideo id=88072276]

Logischerweise unterstützen die alten NX-Objektive von Samsung das i-Function-System nicht. Aber immerhin: Es geht auch andersherum. Vor einer Woche haben die Koreaner das Firmware-Update mit der Version 1.20 [13] bereitgestellt, das die NX10 und die NX5 auch mit den neuen Optiken zusammenarbeiten lässt. Die älteren Objektive passen übrigens auch an die NX100 – nur dann eben logischerweise ohne i-Function. In der folgenden Tabelle und in unserem Kamera-Blog gibt es mehr Daten zur NX100 [11].

Hersteller Samsung
Modell NX100
Preis (UVP) 549 Euro
Bildsensor CMOS (23,4 x 15,6 mm)
Auflösung 14,6 Megapixel
Optischer Zoom abhängig vom Objektiv
Brennweitenbereich abhängig vom Objektiv
Lichtstärke abhängig vom Objektiv
Bildstabilisator abhängig vom Objektiv
Empfindlichkeiten ISO 100 – 6400
Max. Fotoauflösung 4592 x 3056 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps
Dateiformate JPEG, RAW (Foto), H.264 (Video)
Manuelle Einstellungen P, A, S, M
Display 3,0 Zoll, OLED
Sucher optional
Zubehörschuh ja
Speichermedien SD, SDHC
Akkulaufzeit 420 Fotos
Abmessungen 12,1 x 7,1 x 3,5 cm
Gewicht 282 g

Einsteiger-DSLRs: Pentax K-r und Sony Alpha DSLR-A580

Sonys Alpha DSLR-A580 und die Pentax K-r bewegen sich preislich in sehr ähnlichen Gefilden. Sie wechseln für unverbindliche Preisempfehlungen von 769 beziehungsweise 799 Euro den Besitzer. Und auch wenn sie preislich sehr ähnlich aufgestellt sind, in puncto Funktionsumfang beschreiten sie etwas andere Wege.

Ungleiches Päarchen: Bei den Einsteiger-DSLRs stehen sich diesen Monat die Pentax K-r (links) und die Sony Alpha DSLR-A580 gegenüber.
Ungleiches Päarchen: Bei den Einsteiger-DSLRs stehen sich diesen Monat die Pentax K-r (links) und die Sony Alpha DSLR-A580 gegenüber.

Die Sony Alpha DSLR-A580 bietet mit 16,2 Megapixeln die höhere Auflösung. Und auch im Videomodus hat sie mit 1920 mal 1080 Pixeln die Nase vorne. Ein weiterer Vorteil des geringfügig teureren Boliden besteht in dem beweglich aufgehängten Bildschirm, der bei Aufnahmen über Kopf und aus der Hüfte eine große Hilfe ist.

Pentax‘ K-r löst zwar mit 12,4 Megapixeln weniger auf, doch dafür ist die maximale Lichtempfindlichkeit mit ISO 25.600 gegenüber ISO 12.800 ein ganzes Stück höher. Und üblicherweise schlagen sich Pentax-DSLRs bei hohen Empfindlichkeiten immer noch ausgezeichnet. Einen weiteren Vorteil erspielt sich die K-r mit ihrer geringeren Größe: Sie ist gut 30 Prozent kleiner als das Sony-Modell.

In unserem Kamera-Blog gibt es mehr Details zu der Pentax K-r [5] und der Sony Alpha DSLR-A580 [7]. Einen direkten Vergleich der technischen Daten liefert die folgende Tabelle.

Hersteller Pentax Sony
Modell K-r Alpha DSLR-A580
Preis (UVP) 769 Euro 799 Euro
Bildsensor CMOS (23,6 x 15,8 mm) CMOS (23,5 x 15,6 mm)
Auflösung 12,4 Megapixel 16,2 Megapixel
Optischer Zoom abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Brennweitenbereich abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Lichtstärke abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Bildstabilisator mechanisch mechanisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 25.600 ISO 100 – 12.800
Max. Fotoauflösung 4288 x 2848 Pixel 4912 x 3264 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 25 fps 1920 x 1080 Pixel @ 50i
Dateiformate JPEG, RAW (Foto), MJPEG (Video) JPEG, RAW (Foto), H.264 (Video)
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, A, S, M
Display 3,0 Zoll 3,0 Zoll, beweglich
Sucher optisch optisch
Zubehörschuh ja ja
Speichermedien SD, SDHC SD, SDHC, SDXC, Memory Stick
Akkulaufzeit 1000 Fotos 1050 Fotos
Abmessungen 12,5 x 9,7 x 6,8 cm 13,7 x 10,4 x 8,4 cm
Gewicht 598 g 599 g

Spiegelreflex-Mittelklasse: Canon EOS 60D und Nikon D7000

Eine Preisebene oberhalb der Pentax K-r und der Sony Alpha DSLR-A580 gibt es ebenfalls ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dieses Mal treffen die beiden Foto-Giganten Canon und Nikon mit der EOS 60D und der D7000 aufeinander. Das Nikon-Modell ist mit 1189 Euro lediglich 40 Euro teurer als die Canon-Kamera.

Die Erzrivalen Canon und Nikon bringen diesen Monat zwei Mittelklasse-DSLRs auf den Markt, die fast genau gleich viel kosten. Links ist die Nikon D7000 zu sehen, rechts die Canon EOS 60D.
Die Erzrivalen Canon und Nikon bringen diesen Monat zwei Mittelklasse-DSLRs auf den Markt, die fast genau gleich viel kosten. Links ist die Nikon D7000 zu sehen, rechts die Canon EOS 60D.

Auf den ersten Blick scheint Canon gar nicht so schlecht aufgestellt. Der 18-Megapixel-Sensor aus der EOS 7D, eine flexibel anpassbare Full-HD-Videofunktion sowie das erstmals bei einer EOS-DSLR beweglich aufgehängte Display machen durchaus Lust auf mehr. Mit der gegenüber der Vorgängerin 50D gestiegenen Auflösung ist die Serienbildgeschwindigkeit leider jedoch von 6,3 auf 5,3 Fotos pro Sekunde zurückgegangen. Und wer zuvor mit der 50D fotografiert hat, wird sich bei der Bedienung erst einmal neu orientieren müssen.

Die Nikon D7000 kommt halb als Update, halb als Ergänzung in den Handel. Sie siedelt sich preislich etwas oberhalb der D90 an und verdrängt ihre Schwester vorerst noch nicht vom Markt. Mit 16,2 Megapixeln bietet sie eine etwas geringere Auflösung als die Canon EOS 60D, doch dafür gibt es ein paar andere Pluspunkte für die Nikon. Das Autofokussystem ist mit 39 gegenüber 9 Fokuspunkten deutlich flexibler, die Serienbildgeschwindigkeit mit 6,0 gegenüber 5,3 fps ein Stück höher, und die maximale Empfindlichkeit liegt mit ISO 25.600 eine Stufe weiter oben. Bei Videofilmern dürfte die D7000 ebenfalls punkten: Sie bietet einen kontinuierlichen Autofokus. Bei der EOS 60D muss der Fotograf beziehungsweise Kameramann den Fokus händisch nachjustieren. Dafür gibt es bei der Canon-DSLR mehr manuelle Einstellungsmöglichkeiten im Videomodus, beispielsweise hinsichtlich der Bildrate.

In der folgenden Tabelle gibt es noch einmal die wichtigsten technischen Daten auf einen Blick. In unserem Kamera-Blog gibt’s mehr Details zur Nikon D7000 [4], von der Canon EOS 60D haben wir bereits einen Preview-Test [3] veröffentlicht.

Hersteller Canon Nikon
Modell EOS 60D D7000
Preis (UVP) 1149 Euro 1189 Euro
Bildsensor CMOS (22,3 x 14,9 mm) CMOS (23,6 x 15,6 mm)
Auflösung 18 Megapixel 16,2 Megapixel
Optischer Zoom abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Brennweitenbereich abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Lichtstärke abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Bildstabilisator abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Empfindlichkeiten ISO 100 – 12.800 ISO 100 – 25.600
Max. Fotoauflösung 5184 x 3456 Pixel 4928 x 3264 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 30 fps 1920 x 1080 Pixel @ 24 fps
Dateiformate JPEG, RAW (Foto), H.264 (Video) JPEG, RAW (Foto), H.264 (Video)
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, A, S, M
Display 3,0 Zoll, beweglich 3,0 Zoll
Sucher optisch optisch
Zubehörschuh ja ja
Speichermedien SD, SDHC, SDXC SD, SDHC, SDXC (x2)
Akkulaufzeit k. A. 1000 Fotos
Abmessungen 14,5 x 10,6 x 7,9 cm 13,2 x 10,5 x 7,7 cm
Gewicht 755 g 780 g

High-End-Außenseiter: Olympus E-5 und Pentax K-5

Wer stellt digitale Spiegelreflexkameras her? Richtig, Canon und Nikon. Und vielleicht noch Sony. Ihrer langen Tradition zum Trotz spielen Olympus und Pentax, was DSLRs angeht, eher eine Nebenrolle auf dem Kameramarkt. Dennoch, die beiden Konzerne scheinen große Pläne zu haben und bringen diesen Monat jeweils ein neues Modell auf den Markt, das an der Spitze der jeweiligen Produktpalette steht.

Teure Außenseiter: Wir sind gespannt, wie sich die Pentax K-5 (links) und die Olympus E-5 gegen die renommierten Modelle von Canon und Nikon schlagen.
Teure Außenseiter: Wir sind gespannt, wie sich die Pentax K-5 (links) und die Olympus E-5 gegen die renommierten Modelle von Canon und Nikon schlagen.

Die Olympus E-5 und die Pentax K-5 bewegen sich bei rund 1700 Euro und 1459 Euro unverbindlicher Preisempfehlung. Damit dürften sie ein paar Wochen nach dem Marktstart mit den Haifischen Nikon D300s und Canon EOS 7D in einem Preisbecken schwimmen. Das klingt nicht unbedingt nach einem leichten Leben.

Ein Blick aufs Datenblatt der K-5 zeigt jedoch, dass Pentax durchaus die eine oder andere Geheimwaffe in Petto hat. Eine Lichtempfindlichkeit von ISO 51.200, sieben 16,3-Megapixel-Fotos pro Sekunde und Full-HD-Videoaufnahmen – das klingt doch gar nicht mal schlecht.

Die Olympus E-5 kommt – was die Spezifikationen angeht – etwas verhaltener daher. Mit 12 Megapixeln, fünf Bildern pro Sekunde, ISO 6400 und 720p-Videofunktion holt man heute keinen müden Hund mehr hinterm Sofa hervor.

Wie dem auch sei: Nicht ein Datenblatt macht Fotos, sondern die Kameras. Erst ausführliche Tests werden zeigen, wie sich die beiden Außenseiter gegen die Platzhirsche von Canon und Nikon schlagen werden. Bis dahin gibt es in der nachfolgenden Tabelle sowie in unserem Kamera-Blog mehr Details zur Olympus E-5 [1] und zur Pentax K-5 [2].

Hersteller Olympus Pentax
Modell E-5 K-5
Preis (UVP) ca. 1700 Euro 1459 Euro
Bildsensor Live MOS (17,3 x 13,0 mm) CMOS (23,6 x 15,7 mm)
Auflösung 12,3 Megapixel 16,3 Megapixel
Optischer Zoom abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Brennweitenbereich abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Lichtstärke abhängig vom Objektiv abhängig vom Objektiv
Bildstabilisator mechanisch mechanisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 6400 ISO 80 – 51.200
Max. Fotoauflösung 4032 x 3024 Pixel 4928 x 3264 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1920 x 1080 Pixel @ 25 fps
Dateiformate JPEG, RAW (Foto), MJPEG (Video) JPEG, RAW (Foto), MJPEG (Video)
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, A, S, M
Display 3,0 Zoll 3,0 Zoll
Sucher optisch optisch
Zubehörschuh ja ja
Speichermedien CompactFlash, SD, SDHC, SDXC SD, SDHC
Akkulaufzeit 870 Fotos 1000 Fotos
Abmessungen 14,3 x 11,7 x 7,5 cm 13,1 x 9,7 x 7,3 cm
Gewicht 800 g 740 g

Kompaktkameras für Anspruchsvolle: Canon PowerShot G12 und Leica D-Lux 5

Wer hohe Ansprüche an die Bildqualität stellt, muss nicht unbedingt eine der vorher genannten Kameras mit sich herumschleppen. Canon und Leica bringen diesen Monat zwei Digicams auf den Markt, die auf anspruchsvolle Fotografen abzielen und trotzdem noch in größere Hosentaschen passen. Während die üblichen Kompaktknipsen Sensoren im 1/2,3-Zoll-Format bieten, sind in der PowerShot G12 und in der D-Lux 5 Chips mit einer Diagonale von 1/1,7 beziehungsweise 1/1,63 Zoll verbaut. Das bedeutet bei der lichtempfindlichen Fläche einen Vorteil von rund 40 Prozent. Damit können die Sensoren mit niedrigerer Empfindlichkeit ausgelesen werden. Das sorgt für weniger Störungen auf den Fotos, et voilà: Die Bildqualität ist besser.

Bei der Leica D-Lux 5 (links) geht sicherlich ein Teil des Aufpreises für den roten Punkt auf dem Gehäuse drauf. Die Canon PowerShot G12 (rechts) ist deutlich günstiger.
Bei der Leica D-Lux 5 (links) geht sicherlich ein Teil des Aufpreises für den roten Punkt auf dem Gehäuse drauf. Die Canon PowerShot G12 (rechts) ist deutlich günstiger.

Bei der Leica D-Lux 5 handelt es sich im Prinzip um die von Panasonic gebaute Lumix DMC-LX5 [12]. Der deutsche Traditionshersteller hat der Kamera lediglich ein etwas anderes Design und ein paar kleine Änderungen bei der kamerainternen Bildverarbeitung verpasst. Außerdem ist die Software Adobe Photoshop Elements im Lieferumfang enthalten. Der Kaufpreis beträgt allerdings recht happige 699 Euro. Dennoch mit Kameras ist es eben wie mit Autos. Wer eine prestigeträchtige Marke wie Porsche fahren will, der muss eben auch Porsche bezahlen.

Die Canon PowerShot G12 hat keinen roten Leica-Punkt auf dem Gehäuse zu bieten, ist dafür mit einer unverbindlichen Preisempfehlung 549 Euro auch ein ganzes Stück günstiger. Im Vergleich zur Vorgängerin G11 hat sich nicht besonders viel getan. Objektiv, Gehäuse und Bildsensor bleiben weitgehend unverändert. Die größten Neuerungen sind ein 720p-Videomodus, ein zusätzliches Einstellrädchen auf der Vorderseite und eine HDR-Automatik.

Die folgende Tabelle zeigt die technischen Daten der beiden Kameras im direkten Vergleich.

Hersteller Canon Leica
Modell PowerShot G12 D-Lux 5
Preis (UVP) 549 Euro 699 Euro
Bildsensor 1/1,7-Zoll-CCD 1/1,63-Zoll-CCD
Auflösung 10 Megapixel 10 Megapixel
Optischer Zoom 5-fach 3,8-fach
Brennweitenbereich 28 – 140 mm 24 – 90 mm
Lichtstärke F2,8 – F4,5 F2,0 – F3,3
Bildstabilisator optisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200 ISO 100 – 12.800
Max. Fotoauflösung 3648 x 2736 Pixel 3648 x 2736 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 24 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps
Dateiformate JPEG, RAW (Foto), H.264 (Video) JPEG, RAW (Foto), AVCHD Lite, MJPEG (Video)
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, A, S, M
Display 2,8 Zoll, beweglich 3,0 Zoll
Sucher optisch optional
Zubehörschuh ja ja
Speichermedien SD, SDHC, SDXC, MMC SD, SDHC, SDXC
Akkulaufzeit k. A. 400 Fotos
Abmessungen 11,2 x 7,6 x 4,8 cm 11,0 x 6,6 x 4,3 cm
Gewicht 401 g 270 g

Megazoomer mit dem roten Punkt: Leica V-Lux 2

Leica V-Lux 2

Die Lumix DMC-LX5 ist nicht die einzige Kamera, die Leica mit eigenem Design und überarbeiteter Bildverarbeitung ins Rennen schickt. Der deutsche Hersteller hat auch Panasonics Megazoom-Kamera Lumix DMC-FZ100 aufgebohrt und bringt sie diesen Monat unter dem Namen V-Lux 2 auf den Markt. Wie bei der D-Lux 5 fällt der Kaufpreis mit 749 Euro ziemlich happig aus. Auch hier gilt eben: Porsche und so.

Eines der beiden Highlights der Kamera ist der schnelle CMOS-Sensor. Er ermöglicht eine Serienbildgeschwindigkeit von elf Fotos pro Sekunde bei vollen 14 Megapixeln Auflösung. Full-HD-Videoaufnahmen sind ebenfalls kein Problem. Das Objektiv beeindruckt ebenfalls mit einer 24-fachen Vergrößerung und einem Brennweitenbereich von 25 bis 600 Millimetern im Kleinbildäquivalent.

In den folgenden Tabelle gibt es ausführliche technische Daten zur Leica V-Lux 2. Mehr Informationen zur Panasonic Lumix DMC-FZ100 gibt’s im Kamera-Blog.

Hersteller Leica
Modell V-Lux 2
Preis (UVP) 749 Euro
Bildsensor 1/2,33-Zoll-CMOS
Auflösung 14,1 Megapixel
Optischer Zoom 24-fach
Brennweitenbereich 25 – 600 mm
Lichtstärke F2,8 – F5,2
Bildstabilisator optisch
Empfindlichkeiten ISO 80 – 1600
Max. Fotoauflösung 4320 x 3240 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 60i
Dateiformate JPEG, RAW (Foto), AVCHD Lite, MJPEG (Video)
Manuelle Einstellungen P, A, S, M
Display 3,0 Zoll, beweglich
Sucher elektronisch
Zubehörschuh ja
Speichermedien SD, SDHC, SDXC
Akkulaufzeit 410 Fotos
Abmessungen 12,4 x 9,5 x 8,0 cm
Gewicht 520 g

14-Megapixel-Kompaktknipsen: Pentax RS1000 & RZ10, Sony T99 und Nikon S80

Die allermeisten Digicams haben eines gemeinsam: Sie setzen auf einen CCD-Sensor mit 1/2,3 Zoll Größe; bei den aktuellen Modellen beträgt die Auflösung üblicherweise 14 Megapixel. Das bedeutet, dass sich vergleichsweise viele Bildpunkte auf eine vergleichsweise kleine Fläche quetschen. Und das wiederum heißt, dass man der hohen Pixelzahl zum Trotz keine besonders hohe Qualität erwarten darf – insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen.

Beginnend links oben sind hier im Uhrzeigersinn die Pentax Optio RZ10, die Sony Cyber-shot DSC-T99, die Pentax Optio RS1000 und die Nikon Coolpix S80 zu sehen.
Beginnend links oben sind hier im Uhrzeigersinn die Pentax Optio RZ10, die Sony Cyber-shot DSC-T99, die Pentax Optio RS1000 und die Nikon Coolpix S80 zu sehen.

Die Pentax Optio RS1000 und Optio RZ10, die Sony Cyber-shot DSC-T99 sowie die Nikon Coolpix S80 bieten alle einen solchen Bildsensor. Trotzdem sind die Preisunterschiede recht gewaltig. Die Optio RS100 wechselt bereits für 159 Euro den Besitzer, die Nikon Coolpix S80 schlägt mit 349 Euro zu Buche. Der Mehrpreis von über 200 Prozent ist jedoch nicht unbedingt auf einen gewaltigen Unterschied in der Bildqualität zurückzuführen, sondern eher auf die Ausstattung. So bietet die Nikon-Kamera eben ein OLED-Display und ein schlankes und schickes Metallgehäuse, während die Pentax-Knipse im Plastikkleid und mit herkömmlichem LCD daherkommt.

Dazwischen finden sich noch die ebenfalls superdünne und stylische Sony Cyber-shot DSC-T99 für 249 Euro sowie die eher schlichte, aber dafür mit einem zehnfachen optischen Zoom ausgestattete Pentax Optio RZ10 für 219 Euro. Welche Ausstattung die Kameras zu welchem Preis zu bieten haben, zeigt die folgende Tabelle.

Hersteller Nikon Pentax Pentax Sony
Modell Coolpix S80 Optio RS1000 Optio RZ10 Cyber-shot DSC-T99
Preis (UVP) 349 Euro 159 Euro 219 Euro 249 Euro
Bildsensor 1/2,33-Zoll-CCD 1/2,33-Zoll-CCD 1/2,33-Zoll-CCD 1/2,33-Zoll-CCD
Auflösung 14 Megapixel 14 Megapixel 14 Megapixel 14 Megapixel
Optischer Zoom 5-fach 4-fach 10-fach 4-fach
Brennweitenbereich 35 – 175 mm 28 – 110 mm 28 – 280 mm 25 – 100 mm
Lichtstärke F3,6 – F4,8 F3,2 – F5,9 F3,2 – F5,9 F3,5 – F4,6
Bildstabilisator optisch digital mechanisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 80 – 6400 ISO 80 – 6400 ISO 80 – 6400 ISO 80 – 3200
Max. Fotoauflösung 4320 x 3240 Pixel 4320 x 3240 Pixel 4320 x 3240 Pixel 4320 x 3240 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps 1280 x 720 Pixel @ 30 fps
Dateiformate JPEG (Foto), H.264 (Video) JPEG (Foto), MJPEG (Video) JPEG (Foto), MJPEG (Video) JPEG (Foto), MPEG-4 (Video)
Manuelle Einstellungen P P P P
Display 3,5 Zoll, OLED, Touchscreen 3,0 Zoll 2,7 Zoll 3,0 Zoll
Sucher nein nein nein nein
Zubehörschuh nein nein nein nein
Speichermedien SD, SDHC SD, SDHC SD, SDHC SD, SDHC, SDXC
Akkulaufzeit 150 Fotos 260 Fotos 260 Fotos 230 Fotos
Abmessungen 8,8 x 6,3 x 1,7 cm 9,2 x 5,6 x 2,1 cm 9,7 x 6,1 x 3,3 cm 9,3 x 5,6 x 1,7 cm
Gewicht 133 g 130 g 178 g 121 g

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41539222/neue-kameras-im-oktober-massig-dslr-evil-und-kompaktkameras-fuer-anspruchsvolle/

URLs in this post:

[1] E-5: https://www.cnet.de/blogs/alpha/kameras/41537777/olympus_e_5_erste_four_thirds_dslr_mit_videofunktion.htm

[2] K-5: https://www.cnet.de/blogs/alpha/kameras/41538083/pentax_k_5_mittelklasse_dslr_mit_full_hd_video__7_fps_und_iso_51_200.htm

[3] 60D: https://www.cnet.de/tests/digicam/41536834/canon_eos_60d_angetestet_full_hd_videomodus_und_18_megapixel.htm

[4] D7000: https://www.cnet.de/blogs/alpha/kameras/41537829/nikon_d7000_full_hd_video__iso_25_600__16_2_megapixel_und_6_fps_dauerfeuer.htm

[5] K-r: https://www.cnet.de/blogs/alpha/kameras/41537532/pentax_k_r_blitzschnelle_dslr__endlich_mit_fokuspunkten_im_sucher.htm

[6] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[7] Alpha DSLR-A580: https://www.cnet.de/blogs/alpha/kameras/41536744/vier_neue_sony_kameras_slt_a55v__slt_a33__alpha_dslr_a560_und__a580.htm

[8] Alpha SLT-A33: https://www.cnet.de/galerie/41536733/sony_slt_a33_blitzschnelle_full_hd_systemkamera.htm

[9] SLT-A55V: https://www.cnet.de/tests/digicam/41536753/sony_slt_a55v_angetestet_rasante_dslr_mit_fixiertem_spiegel.htm

[10] Samsung: http://www.cnet.de/unternehmen/samsung/

[11] NX100: https://www.cnet.de/blogs/alpha/kameras/41537736/samsung_nx100_evil_kamera_mit_objektivlastiger_bedienung_und_14_6_megapixeln.htm

[12] Panasonic Lumix DMC-LX5: https://www.cnet.de/tests/digicam/41539174/panasonic_lumix_dmc_lx5_im_test_ausgezeichnete_kompaktkamera_fuer_anspruchsvolle.htm

[13] Version 1.20: http://org.downloadcenter.samsung.com/downloadfile/ContentsFile.aspx?CDSite=IMG_COM&CttFileID=3247799&CDCttType=FM&ModelType=N&ModelName=NX10&VPath=FM/201010/20101007184612437/NX10_FW_file_1.20.zip