Panasonic Lumix DMC-FZ100: Megazoom-Kamera mit schnellem CMOS-Sensor im Test

von Stefan Möllenhoff am , 15:19 Uhr

Pro
  • sehr gute Full-HD-Videofunktion
  • extrem schnell
  • dreh- und schwenkbares Display
  • viele Einstellungsmöglichkeiten
  • tolle Ausstattung
Con
  • schwache Bildqualität im Dunkeln
  • teuer
Hersteller: Panasonic Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 7,8 von 10 Punkte
Fazit:

Die Panasonic Lumix DMC-FZ100 überzeugt mit flexiblem 24-fach-Zoom, schnellem Ansprechverhalten und extrem hohen Serienbildgeschwindigkeiten. Wie alle aktuellen Bridgekameras schießt die FZ100 allerdings nur bei guten Lichtverhältnissen schöne Fotos - bei steigenden ISO-Empfindlichkeiten bricht die Bildqualität ein.

Elf Fotos mit 14 Megapixeln pro Sekunde, Full-HD- und Highspeed-Videos, manuelle Einstellungsmöglichkeiten, 24-facher optischer Zoom von 25 bis 600 Millimeter, dreh- und schwenkbares 3,0-Zoll-Display und so weiter und so fort. Die Lektüre des Datenblatts der Panasonic Lumix DMC-FZ100 kann bei Fotofans glatt für Schwindelanfälle sorgen – es scheint fast nichts zu geben, was diese Bridgekamera nicht kann. Wie sich die Wunderknipse in der Praxis schlägt, verrät der Testbericht.

Ganz egal, welche Testnote diese Kamera bekommt – es wird Leser geben, die mit dem Ergebnis alles andere als einverstanden sind. Denn einerseits überzeugt die Panasonic Lumix DMC-FZ100 mit extrem vielen Features wie Full-HD-Videofunktion, 24-fach-Zoom, Highspeed-Serienbildmodus et cetera pp. Aber auf der anderen Seite steckt im Herzen der 400 Euro teuren Digicam eben einfach nur ein kleiner Bildsensor. Und damit lässt sich einfach nicht die Fotoqualität erzielen, wie sie Einsteiger-DSLRs bieten, die bereits für ähnlich viel Geld den Besitzer wechseln. Ob die Kamera phänomenal gut oder eben mäßig ist, darüber entscheiden die Präferenzen des einzelnen Fotografen.

Design

Das Gehäuse der Panasonic Lumix DMC-FZ100 misst 12,4 mal 9,5 mal 8,1 Zentimeter. Damit passt es beim besten Willen nicht mehr in die Hosen-, aber zumindest noch in große Jackentaschen. Mit ihrem Kampfgewicht von 540 Gramm macht sie sich dann allerdings schon deutlich bemerkbar. Das Kleid der Kamera besteht zwar aus Kunststoff, macht aber einen hochwertig verarbeiteten und soliden Eindruck. Daumenablage auf der Rückseite und Handgriff auf der Vorderseite sind mit einer griffigen Beschichtung versehen. Das Gehäuse liegt gut in der Hand.

Optisch wirkt die FZ100 auf den ersten Blick wie eine kleine Spiegelreflexkamera. Dafür sind in erster Linie der ausgeprägte Handgriff und der mächtige Objektivtubus verantwortlich, der die Linsenelemente des 24-fachen optischen Zooms beherbergt. Außerdem finden sich zahlreiche weitere DSLR-typische Merkmale auf dem Gehäuse. Vorne oben auf dem Griff sitzt der Auslöser samt Zoomring, dahinter folgen eine dedizierte Aufnahmetaste, ein Knopf zum Konfigurieren des Serienbildmodus sowie Ein/Aus-Schieber. Links daneben bringt Panasonic den Moduswahlschalter unter, den sich insgesamt 14 verschiedene Aufnahmeprogramme teilen. Daneben sitzt eine Erhebung, die auf der Rückseite den elektronischen Sucher beinhaltet sowie auf der Oberseite Ausklappblitz, Stereomikrofon und Zubehörschuh beherbergt.

Hinten am Gehäuse dominiert der 3,0 Zoll große Bildschirm. Er bietet eine mit 460.000 Pixeln (480 mal 320 Bildpunkte) angenehm hohe Auflösung. Dank der dreh- und schwenkbaren Aufhängung leistet es auch bei schwierigen Aufnahmesituationen – etwa über Kopf, aus der Hüfte oder um die Ecke – gute Dienste. Der elektronische Sucher steht in Sachen Auflösung mit 201.600 Pixeln leider deutlich schlechter da. Er eignet sich eher für Notfälle, beispielsweise, wenn auf dem Hauptdisplay aufgrund intensiver Sonneneinstrahlung nichts mehr zu erkennen ist. Die Mini-Anzeige hinter dem Okular ist definitiv ein nettes Plus. Dank der Vergrößerungsfunktion beim manuellen Fokussieren eignet sie sich trotz der niedrigen Auflösung auch zum Scharfstellen.

Das 3,0 Zoll große Display ist dreh- und schwenkbar aufgehängt. Zum Schutz vor Kratzern lässt es sich bei Nichtbenutzung auch verkehrtherum zuklappen.
Das 3,0 Zoll große Display ist dreh- und schwenkbar aufgehängt. Zum Schutz vor Kratzern lässt es sich bei Nichtbenutzung auch verkehrtherum zuklappen.

Links neben dem elektronischen Sucher gibt es eine Taste, die den Blitz nach oben aufklappen lässt. Rechts davon sitzen zwei Buttons zum Umschalten zwischen Sucher und Display (EVF/LCD) sowie zum Sperren von Fokus und Belichtung (AF/AE Lock). Leider gibt es keinen Annäherungssensor am Okular des Suchers, der ein automatisches Wechseln bewirkt, wenn der Fotograf die Kamera vor das Auge hält. Ganz rechts oben befindet sich ein drückbares Drehrädchen zum schnellen Anpassen von Blendenzahl, Belichtungszeit, Fokus & Co. Drückt man das Rädchen hinein, so wechselt man beispielsweise im manuellen Modus zwischen der Regelung von Blende und Belichtungszeit hin und her. Wir freuen uns immer über Rädchen an Kameras, da sie im Vergleich zu Tasten eine schnellere Bedienung ermöglichen. Das Drehelement der FZ100 ist allerdings leider recht tief im Gehäuse versenkt, so dass es sich mit einem „Daumenwisch“ nicht besonders weit durch die Parameter blättern lässt. Wer die Belichtungszeit beispielsweise von 1/2000 auf 30 Sekunden umstellen möchte, muss ganz schön lange kurbeln.

Weiter unten gibt es noch Buttons zum Anpassen der auf dem Display dargestellten Informationen, zum Wechseln in den Wiedergabemodus und zum Öffnen eines Schnellmenüs mit aufnahmerelevanten Parametern sowie ein Vier-Wege-Pad mitsamt mittiger Menu/Set-Taste. Neben der Navigation durch die Menüs dient das Pad auch zum Konfigurieren von Selbstauslöser, Belichtungskorrektur, ISO-Empfindlichkeit und eines weiteren frei festlegbaren Parameters. Auf diese Fn-Taste lassen sich beispielsweise Bildseitenverhältnis, Bildqualität, Belichtungsmessung und Weißabgleich ablegen.

Auf der linken Seite des Objektivs befindet sich ein Schiebeschalter zum Wechseln zwischen Autofokus, Makromodus und manuellem Fokus. Darunter sitzt eine mit Focus beschriftete Taste, die die Kamera auch im manuellen Fokusbetrieb auf das Motiv scharfstellen lässt.

Seitlich am Objektiv befindet sich ein kleiner Schieber zum Wechseln zwischen Autofokus, Makromodus und manuellem Fokus.
Seitlich am Objektiv befindet sich ein kleiner Schieber zum Wechseln zwischen Autofokus, Makromodus und manuellem Fokus.

Links am Gehäuse sitzen zwei kleine Klappen. Hinter der oberen, kleineren versteckt sich eine Klinkenbuchse, die wahlweise als Mikrofon- oder Fernsteuerungsanschluss dient. Das untere Türchen schützt einen HDMI-Ausgang sowie einen kombinierten proprietären USB- und AV-Anschluss vor Verschmutzung. Unten an der Kamera befinden sich ein Stativgewinde aus Metall sowie eine Klappe, die die Fächer für Stromspeicher und SD-, SDHC- und SDXC-Karte beherbergt. Die Akkulaufzeit ist mit 410 Fotos nach den Richtlinien der CIPA [1] vergleichsweise hoch. Wer viele Videos aufnimmt und Spezialfunktionen der Kamera nutzt, muss allerdings mit einer geringeren Reichweite rechnen.

Im Lieferumfang enthalten sind Ladegerät, AV-Kabel, Gegenlichtblende, Trageriemen Software-CD mit den Bildbearbeitungsprogrammen PhotoFunStudio und SilkyPix sowie Bedienungsanleitungen sowohl in gedruckter Form als auch auf CD. Ein Kabel für den Mini-HDMI-Anschluss gibt’s leider nur gegen Aufpreis im Zubehör.

Ausstattung

Das Herzstück der Panasonic Lumix DMC-FZ100 ist ein schneller CMOS-Sensor. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten, die auf diese Chiptechnologie setzen, ist der Lichtfänger von Panasonic nicht rückseitig belichtet. Und im Gegensatz zum allergrößten Teil der Konkurrenten setzt Panasonic auf einen eigenen, und nicht auf einen von Sony [2] entwickelten CMOS-Sensor.

Schneller CMOS-Sensor: Was heißt das? Mit voller 14-Megapixel-Auflösung sind elf Bilder pro Sekunde möglich. Wie bei praktisch allen Kompakt- und Bridgekameras mit derartigen Geschwindigkeiten kommen jedoch auch bei der FZ100 Autofokus und Belichtungsmessung im Vollgas-Modus nicht hinterher. Das bedeutet, dass sowohl der Fokus als auch die Belichtungsparameter des ersten Fotos für alle weiteren Bilder beibehalten werden. Ein Sprinter, der sich auf den Fotografen zu bewegt, ist also nur auf der ersten Aufnahme scharf abgebildet. Wer einen nachführenden Fokus und nachregelnde Belichtung haben möchte, muss die Kamera drosseln – auf immer noch schnelle fünf Bilder pro Sekunde. Soll es dagegen noch schneller sein, stehen 40 und 60 fps zur Auswahl, allerdings mit auf 5 beziehungsweise 2,5 Megapixel reduzierter Auflösung.

Vollgas voraus! Der kleine Button zwischen Videotaste und Ein/Aus-Schalter dient zur Konfiguration des Serienbildmodus. Höchstgeschwindigkeit: 60 Bilder pro Sekunde.
Vollgas voraus! Der kleine Button zwischen Videotaste und Ein/Aus-Schalter dient zur Konfiguration des Serienbildmodus. Höchstgeschwindigkeit: 60 Bilder pro Sekunde.

Im Videomodus fängt die Bridgekamera maximal 1920 mal 1080 Pixel mit 50 Halbbildern pro Sekunde ein. Erfreulicherweise bietet die Digicam im Videomodus volle manuelle Einstellungsmöglichkeiten zu Blende, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit an. Auch beim Filmen gilt: Verzicht auf Auflösung bedeutet mehr Geschwindigkeit. Bei QVGA-Auflösung mit 320 mal 240 Bildpunkten stemmt die FZ100 respektable 220 Frames pro Sekunde. Der folgende Clip zeigt, wie dank manueller Blendeneinstellung und manuellem Fokus auch im Videomodus ein kreatives Spiel mit der Tiefenschärfe möglich ist.

Auf dem Moduswahlschalter finden sich insgesamt 14 Auswahlpunkte. Die Auswahl SCN gewährt Zugriff auf insgesamt 17 Szenenprogramme, fünf davon sind auch auf dem Modusrädchen vertreten. Die mit iA gekennzeichnete intelligente Automatik wählt selbsttätig das zum Motiv passendste Szenenprogramm heraus. Unter Cust lassen sich drei verschiedene Sets an benutzerspezifischen Einstellungen für immerwiederkehrende Aufnahmesituationen ablegen. Mein Farbmodus, auf dem Rädchen mit einer Palette gekennzeichnet, hält eine Hand voll verschiedener Farbprofile bereit, darunter beispielsweise Retro, Monochrom, High Dyn.Range und Hoher Kontrast. Einen weiteren Platz ergattert sich der manuelle Videomodus.

Die vier letzten Slots belegen die halbautomatischen und manuellen PASM-Modi. Bei P kümmert sich die Kamera um Blende und Belichtungszeit, der Fotograf passt ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich und so weiter an seine Bedürfnisse an. Im Modus A wie Aperture konfiguriert der Fotograf zusätzlich die Blendenöffnung des Objektivs. Im Weitwinkel stehen hier zehn Werte zwischen F2,8 und F8,0 zur Verfügung, bei maximaler Ausnutzung des optischen Zooms gibt es noch fünf Optionen zwischen F5,2 und F8,0.

Im Aufnahmemodus S wie Shutter Speed übernimmt der Fotograf die Kontrolle über die Verschlusszeit, und die FZ100 regelt die Blendenzahl entsprechend für ein gut ausgeleuchtetes Bild. Für die Belichtungszeit stehen Werte zwischen 1/2000 Sekunde und 60 Sekunden zur Auswahl bereit. Der mit M gekennzeichnete manuelle Modus übergibt dem Anwender schließlich die volle Verantwortung über das resultierende Foto – jedenfalls dann, wenn die ISO-Empfindlichkeit nicht auf Auto festgelegt ist.

Aufgrund des enormen Funktionsumfangs wirken die Menüs anfangs etwas überfordernd. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hat man sich jedoch an die Dialoge schnell gewöhnt und hangelt sich mit wenigen Tastendrucken zielsicher zur gewünschten Einstellung. Eine komplette Auflistung aller Funktionen findet sich im Handbuch auf der Webseite des Herstellers [3].

Hersteller Fujifilm Nikon Panasonic
Modell FinePix HS10 Coolpix P100 Lumix DMC-FZ100
Marktpreis 305 Euro 295 Euro 400 Euro
Bildsensor 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS 1/2,3-Zoll-BSI-CMOS 1/2,3-Zoll-CMOS
Auflösung 10 Megapixel 10 Megapixel 14 Megapixel
Optischer Zoom 30-fach 26-fach 24-fach
Brennweitenbereich 24 – 720 mm 26 – 678 mm 25 – 600 mm
Lichtstärke F2,8 – F5,6 F2,8 – F5,0 F2,8 – F5,2
Bildstabilisator mechanisch mechanisch optisch
Empfindlichkeiten ISO 100 – 3200 ISO 160 – 3200 ISO 80 – 6400
Max. Fotoauflösung 3648 x 2736 Pixel 3648 x 2736 Pixel 4320 x 3240 Pixel
Max. Videoauflösung 1920 x 1080 Pixel @ 30 fps 1920 x 1080 Pixel @ 30 fps 1920 x 1080 Pixel @ 50 fps
Manuelle Einstellungen P, A, S, M P, A, S, M P, A, S, M
Display 3,0 Zoll, dreh-/schwenkbar 3,0 Zoll, neigbar 3,0 Zoll, dreh-/schwenkbar
Sucher elektronisch elektronisch elektronisch
Speichermedien SD, SDHC SD, SDHC SD, SDHC, SDXC
Abmessungen 13,1 x 12,6 x 9,1 cm 11,4 x 9,9 x 8,3 cm 12,4 x 9,5 x 8,1 cm
Gewicht 636 g 481 g 496 g

Leistung

Viele Bridgekameras mit zoomstarken Objektiven haben einen gravierenden Nachteil: Sie sind quälend langsam. Was den subjektiven Eindruck angeht, schlägt sich die Panasonic Lumix DMC-FZ100 hier vergleichsweise gut. Und auch die Messwerte bestätigen die gefühlt vergleichsweise hohe Geschwindigkeit.

Bis die Kamera nach dem Einschalten das erste Foto aufgenommen hat, vergehen rund 1,5 Sekunden. Zwischen jedem weiteren JPEG-Foto genehmigt sich die Kamera eine Verschnaufpause von 1,0 Sekunden, im RAW-Modus sind es 1,1 Sekunden. Wer die RAW-Bilder direkt nach der Aufnahme betrachten möchte, muss sich allerdings etwas gedulden. Die FZ100 puffert die Daten zwischen und benötigt etwa 2 bis 4 Sekunden pro RAW-Foto, bis der Wiedergabemodus bereit ist. Mit zugeschaltetem Blitz liegt die Zwangspause in beiden Fällen bei durchschnittlich 1,8 Sekunden.

Die Auslöseverzögerungen bewegen sich ebenfalls auf einem sehr guten Niveau. Bei kontrastreichen, hellen Motiven benötigt die Lumix DMC-FZ100 zum Fokussieren und Aufnehmen der Bilder 0,5 Sekunden. Im Zwielicht verschlechtert sich der Wert auf immer noch vergleichsweise flotte 0,8 Sekunden. Die Auslöseverzögerungen lässt sich beschleunigen, indem man den kontinuierlichen Autofokus aktiviert – die Kamera versucht dann ständig, auf das Motiv scharfzustellen und verkürzt so die Wartezeiten nach dem Betätigen des Auslösers beträchtlich.

Bildqualität

Wer sich eine Kamera für 100 Euro kauft, erwartet keine gewaltige Bildqualität. Bei 500 Euro sieht das allerdings ganz anders aus – schließlich wechseln in dieser Preisklasse bereits DSLRs den Besitzer. Hier geht der Großteil der Anschaffungskosten für einen großen Bildsensor und ein vergleichsweise wenig flexibles, aber dafür hochwertiges Objektiv drauf. Bei Bridgekameras in diesem Preisbereich hingegen zahlen Käufer sehr viel für die Features und die extrem stark vergrößernde Optik. Doch der lichtempfindliche Chip bewegt sich nach wie vor auf dem Niveau von Kompaktkameras. Ein 24-facher optischer Zoom ließe sich schlicht und ergreifend nicht in dem kompakten Format und für diesen niedrigen Preis mit einem großen Sensor realisieren. Per se ist das nichts schlechtes, aber man sollte sich eben vor dem Kauf darüber im Klaren sein, wo die Prioritäten liegen.

Die Panasonic Lumix DMC-FZ100 verhält sich bei der Bildqualität wie die meisten Digicams mit kleinem Sensor: Fotografiert man mit niedrigen Empfindlichkeiten bei Sonnenlicht, gelingen schöne Aufnahmen. Sobald sich die Lichtverhältnisse allerdings verschlechtern und höhere ISO-Werte vonnöten sind, um verwacklungsfreie Bilder einzufangen, steigt das Rauschen deutlich an. Zwar steuert die Kamera dann mit Rauschunterdrückungsalgorithmen entgegen, doch diese verringern die Störungen durch ein Weichzeichnen – und damit gehen Details verloren.

Mit ISO 100 und 200 gelingen die Fotos recht schön. Allerdings treten auch hier bereits Artefakte auf, und die Aufnahmen weisen leichte, gelbliche Farbflecken auf. Mit ISO 400 vernichtet die Rauschunterdrückung bereits zahlreiche Details, mit ISO 800 verstärken sich die gelben Flecken drastisch, und die meisten Feinheiten gehen verloren. Angesichts der Tatsache, dass man in normal beleuchteten Räumen meistens mit ISO 400 und aufwärts fotografiert, ist das etwas enttäuschend. ISO 1600 eignet sich nur noch für Notfälle. Gleiches gilt auch für Aufnahmen mit ISO 3200 und ISO 6400, die mit reduzierter Auflösung im Kasten landen.

Der Weißabgleich liefert im Allgemeinen recht gute Dienste, sorgt bei Innenaufnahmen unter Kunstlicht allerdings für etwas zu warme Farben. Alles in allem wirken die Fotos sehr ansehnlich, machen allerdings einen für diese Kameraklasse typischen, etwas platten Eindruck. Die Ausleuchtung der Fotos gelingt im Allgemeinen recht gut, gelegentlich gibt es allerdings mal den einen oder anderen Ausreißer in Richtung Über- oder Unterbelichtung.

Betrachtet man die Aufnahmen im RAW-Format, wird schnell deutlich, wie sehr die kamerainterne Bildbearbeitung dem kleinen Sensor unter die Arme greifen muss, um ordentliche Fotos zu liefern. Die RAW-Bilder rauschen deutlich stärker als die von der Kamera entwickelten JPEG-Fotos. Doch dafür sind die Farben signifikant kräftiger, und die Bilder haben mehr Details zu bieten. Wer sich die Mühe macht, die Fotos durch den mitgelieferten RAW-Konverter SilkyPix oder eine Drittanbieter-Software zu jagen, wird definitiv belohnt. Ganz ohne Herumgefrickelt geht das allerdings nicht vonstatten, soll dem übermäßigen Bildrauschen der Garaus gemacht werden.

Das Objektiv der Panasonic Lumix DMC-FZ100 schlägt sich sehr wacker. Wie bei den meisten Superzoom-Optiken ist zwar im Weitwinkel eine Tonnen- und im Telebereich eine leichte Kissenverzerrung sichtbar, doch angesichts des großen Brennweitenbereichs halten sich die Verzeichnungen in Grenzen. Mit violetten Farbsäumen hat das Objektiv erfreulich wenig zu kämpfen – sie sind nur bei starker Vergrößerung sichtbar. Der Bildstabilisator leistet recht gute Dienste, kann aber auch keine Wunder bewirken – wer unter Verwendung des 24-fachen Zooms nicht gerade bei prallem Sonnenschein fotografiert, verwendet am besten ein Stativ oder stützt die Kamera irgendwo ab.

Die Videoqualität ist sehr ordentlich und kann durchaus mit Full-HD-Pocket-Camcordern à la Kodak Zi8 mithalten. Hinzu kommt jedoch der gewaltige 24-fache optische Zoom, der während der Aufnahme zur Verfügung steht. Der Motor des Objektivs ist auf den Clips nur dann zu hören, wenn man in sehr leisen Umgebungen filmt. An einen ausgewachsenen HD-Camcorder kommt die Videoqualität zwar nicht heran, doch wer gelegentlich ein paar Clips zur Betrachtung auf dem hochauflösenden Fernseher drehen möchte und keine besonders hohen Ansprüche stellt, ist hier gut aufgehoben. Die manuellen Einstellungsmöglichkeiten sorgen für überdurchschnittlich viel kreativen Freiraum. Das folgende Video wurde mit maximaler Auflösung aufgezeichnet und zeigt, wie sich die FZ100 im Videomodus schlägt.

Fazit

Wie alle aktuellen Bridgekameras ist auch die Panasonic Lumix DMC-FZ100 in erster Linie eine ausgestattete Schnappschusskamera mit gigantischem Zoom. Und hier liefert sie ein überzeugendes All-Round-Paket ab. Allerdings darf man nicht in Versuchung geraten, aufgrund des DSLR-ähnlichen Formfaktors und Preises eine Spiegelreflex-Bildqualität zu erwarten – denn dann ist die Enttäuschung groß. Wie alle aktuellen Bridgekameras mit 1/2,3-Zoll-Sensor ist die FZ100 hauptsächlich eine „Schönwetterknipse“ für sonnige Tage. Und hier macht die Panasonic richtig Spaß.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41539497/panasonic-lumix-dmc-fz100-megazoom-kamera-mit-schnellem-cmos-sensor-im-test/

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[1] CIPA: http://en.wikipedia.org/wiki/Camera_%26_Imaging_Products_Association

[2] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[3] Handbuch auf der Webseite des Herstellers: http://www.panasonic.de/html/de_DE/Produkte/Lumix+Digitalkameras/Super+Zoom+FZ/DMC-FZ100/Handb%C3%BCcher/5434427/index.html?trackInfo=true

[4] Beispielfotos: die Bildqualität der Panasonic Lumix DMC-FZ100: https://www.cnet.de/41539502/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-panasonic-lumix-dmc-fz100/?pid=1#sid=41539497