Leistung

Die Canon PowerShot SX30 IS ist langsam. Einzig in der Disziplin „Zeit bis zum ersten Foto“ schlägt sie sich vergleichsweise gut. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Bild im Kasten ist, vergehen 1,8 Sekunden. Die Auslöserverzögerung bei guten Lichtverhältnissen beträgt 0,5 Sekunden, im Zwielicht verschlechtert sich der Wert auf 0,8 Sekunden. Zwischen zwei Fotos genehmigt sich die Kamera eine Verschnaufpause von 3,5 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz verlängert sich die Auszeit auf 4,0 Sekunden.

Es stehen zwei verschiedene Serienbildmodi zur Verfügung: einer mit und einer ohne ständig angepasstem Autofokus. Wer sich damit zufriedengibt, dass die Kamera alle Fotos mit den Einstellungen der ersten Aufnahme einfängt, kommt auf 1,6 Frames pro Sekunde. Wenn die Kamera Belichtung und Fokus kontinuierlich nachregelt, knipst die SX30 IS lediglich 0,6 Bilder pro Sekunde. Zudem zeigt die Digicam jedes geschossene Foto auf dem Bildschirm an und nicht durchgehend das Motiv. Damit ist das Abfotografieren von schnell bewegten Objekten praktisch Glückssache. Insbesondere bei voller Ausnutzung des optischen Zooms bedeutet das: Abdrücken und auf das Beste hoffen.

Bildqualität

Wie die meisten Megazoom-Kameras liefert die SX30 IS merklich weiche Fotos. Bei Betrachtung in 100-prozentiger Vergrößerung ist auch bei der niedrigsten Empfindlichkeit von ISO 80 ein Bildrauschen sichtbar. Alles in allem hat Canon das Rauschen bis einschließlich ISO 400 allerdings recht gut im Griff. Oberhalb wirken die Fotos zunehmend zermatschter, bei ISO 800 sind noch ein paar wenige Details vorhanden. Bei ISO 1600 sind sowohl Bildrauschen als auch Rauschunterdrückung sehr präsent. Das hat zur Folge, dass kaum mehr Details, dafür aber gelbe Farbflecken auf den Aufnahmen landen.

Im Vergleich zu anderen Superzoom-Bridgekameras schlägt sich die SX30 IS bei der Bildqualität sehr gut. Das größte Problem stellt das enorm vergrößerungsstarke Objektiv. Bei hohen Brennweiten sind nämlich kurze Verschlusszeiten vonnöten, um verwacklungsfreie Fotos zu schießen. Gleichzeitig lässt aber auch die Lichtstärke nach – sie sinkt von F2,7 im Weitwinkel auf F5,8 bei 840 Millimetern im Kleinbildäquivalent. Das bedeutet einen Lichtverlust von gut zwei Blendenstufen. Es ist also eine viermal längere Verschlusszeit erforderlich. Um sowohl die höhere Blendenzahl als auch die kürzere Verschlusszeit zu kompensieren, ist eine höhere ISO-Empfindlichkeit vonnöten. Und genau diese sorgt eben für eine Verschlechterung der Bildqualität.

Die Canon PowerShot SX30 IS bietet noch einen Low-Light-Modus, der die Auflösung auf 2 Megapixel reduziert. Sonderlich brauchbare Ergebnisse erhält man hier jedoch nicht. Er eignet sich für Situationen, in denen unmöglich mit Blitz fotografiert werden kann und in denen ungeachtet von der Qualität einfach nur irgendein Abbild des Motivs im Kasten landen soll.

Obwohl das Objektiv mit einer kleinsten Brennweite von 24 Millimetern einen extremen Weitwinkel bietet, hält sich die Tonnenverzerrung stark in Grenzen. Nur auf der linken Seite ist eine leichte Verzeichnung sichtbar. Und auch bei maximaler Ausnutzung des optischen Zooms gibt es praktisch keine Störungen. Bei genauem Hinsehen ist eine leichte Kissenverzerrung sichtbar. In der Mitte liefert die Optik eine gute Bildschärfe, zu den Seiten und Ecken hin lässt sie allerdings ein wenig nach.

Wie die meisten Megazoom-Kameras hat auch die SX30 IS mit violetten Farbsäumen an Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden zu kämpfen. Am ausgeprägtesten treten die Bildstörungen im Weitwinkel und bei sehr hohen Brennweiten auf. Stellenweise sind sie so stark präsent, dass sie bei größeren Ausdrucken auffallen. Wer sich an dem einen oder anderen farbigen Rand nicht stört, braucht sich über die Abbildungsfehler allerdings keine Gedanken zu machen.

Farbwiedergabe und Belichtung sind exzellent und über den gesamten Empfindlichkeitsbereich hin konsistent. Bei ISO 1600 treten allerdings – wie bereits erwähnt – gelbe Farbflecken auf den Aufnahmen auf. Und wie bei den meisten Kompakt- und Bridgekameras gehen in hellen Bildbereichen schnell Details verloren. Canons i-Contrast-Feature rettet zumindest in dunklen Bildbereichen etliche Feinheiten. Wer die Funktion nutzt, sollte die Belichtungskorrektur also etwas nach unten regeln und dann die unterbelichteten Motivteile wiederherstellen.

Die Videoqualität bewegt sich auf dem Niveau der meisten HD-Pocket-Camcorder. Sie ist nicht weltbewegend und gefährdet sicherlich keine ausgewachsenen Camcorder, für den einen oder anderen YouTube-Clip reicht sie aber aus. Und auch auf dem HD-Fernseher sehen die Filmchen sehr ordentlich aus. Der optische Zoom funktioniert auch während der Videoaufnahme. Erfreulicherweise arbeitet der Zoommotor so leise, dass er nicht auf den Clips zu hören ist. Der Bildstabilisator funktioniert ebenfalls, und auch an einen Windfilter hat Canon gedacht. Letzterer hat aber kaum praktischen Nutzen. Canons Farbaustausch- und Miniatur-Effekte sorgen auch im Videomodus für nette Effekte.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Canon PowerShot SX30 IS im Test: Bridgekamera mit 35-fach-Megazoom

  • Am 9. Dezember 2010 um 16:56 von Fabian

    Vergleich mit nikon p 100
    Hallo Leute
    ich habe da mal eine frage wenn man die Canon sx 30 is mit der Nikon P 100 vergleicht, Rein von der Bild qualität welche camera is dann die bessere bzw welche hat das schärfere bild ?
    habe die Canon mit gekauft und bin nicht zu 100% zufrieden, will aber keine Spiegelreflex.
    Da ich sie diese woche noch umtauschen könnte wäre eine schnelle antwort wirklich super
    mfg

  • Am 23. Januar 2011 um 16:43 von Fritz

    Canon SX 30 iX Nicht empfehlenswert
    Der Riesenzoom hat mich bewogen die Canon SX30IX zu kaufen. Bin noch nie so enttäuscht worden! Leider ist der Autofokus völlig praxisuntauglich! Jedes 2. Foto (auch im Weitwinkelbereich) ist unscharf! Die Bildschärfe meiner viele Jahre alten Panasonic Optio ist erheblich besser.
    Habe mich durch gute Tests zum Kauf verleiten lassen! Ich kann diese Kamera nicht empfehlen!

  • Am 8. August 2011 um 11:11 von eclipse

    zu langsam und viel bildrauschen!
    auslöser drücken und sofort ein foto machen ist unmöglich, weil autofocus zuuu langsam ist. extreme bildrauschen auch bei iso 80 !! das darf doch garnicht sein

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