Notebook-Kaufberatung: von Prozessor und Grafik bis Display und Ausstattung

Prozessor und Plattform

Der Eindruck täuscht nicht: In der Welt der CPUs regiert das Chaos. Selbst als Branchenbeobachter hat man Schwierigkeiten, die einzelnen Modelle auseinanderzuhalten.

Intels Notebook-CPUs

Intels aktuelle Notebook-CPUs wurden Anfang 2010 eingeführt und heißen Core i3, i5 und i7. Beim i3 und i5 handelt es sich um Dual-Core-CPUs mit Hyperthreading (der Taskmanager zeigt vier Threads an). Der i5 ist etwas schneller als der i3, da er dank Turbo Boost einen Kern übertakten kann, wenn der andere nicht oder kaum ausgelastat ist.

Unter dem Name Core i7 bietet Intel sowohl Dual-Core- als auch Quad-Core-CPUs an. Die Doppelkerne haben 4 statt 3 MByte Cache (Core i3 und i5) und verfügen über höhere Taktraten. Turbo Boost ist auch hier integriert.

Ein kostspielieges Quad-Core-Notebook lohnt sich nur dann, wenn man Applikationen nutzt, die die vier Kerne auch ausnutzen. Dazu gehören Rendering- und Media-Encoding-Anwendungen, Spiele aber eher nicht. Letztere profitieren eher von den höheren Taktfrequenzen der Doppelkerner (2,8 statt 2 GHz).

Auch die Marke Pentium, eingeführt in der IT-Steinzeit 1994, ist wieder präsent. Die Chips, beispielsweise der Pentium P6100, basieren auf der gleichen Architektur wie ihre Core-X-Pendants, sind aber leistungsmäßig unter dem Core i3 angesiedelt. Sie laufen mit geringeren Taktfrequenzen und bieten werder Hyperthreading noch Turbo Boost.

AMDs Notebook-CPUs

Auch AMD hat sein Notebook-CPU-Portfolio erweitert. Nach wie vor ist es aber so, dass die Chips leistungsmäßig deutlich hinter Intel-Prozessoren liegen. Features wie Hyperthreading oder Turbo Boost gibt es hier nicht. Bei gleicher Taktung beträgt der Geschwindigkeitsnachteil etwa 20 bis 25 Prozent.

AMD tritt derzeit mit den Marken Athlon II, Turion II, Turion II Ultra und Phenom II auf. Die Reihenfolge entspricht der Leistungsskala. Bei Athlon II und Turion II handelt es sich um Doppelkerne zwischen 2 und 2,8 GHz Taktfrequenz. Den Phenom gibt es mit zwei, drei und vier Kernen zwischen 1,8 und 3,1 GHz. Notebooks mit AMD-Vierkerner sind zwar vergleichsweise günstig, spielen leistungsmäßig aber nicht in derselben Liga wie Maschinen mit Intels Quad-Core-Chips. Zwar fällt ein direkter Vergleich aufgrund der unterschiedlichen Performance-Charakteristik schwer, für die meisten Aufgaben ist man mit einem Intel-Doppelkern besser bedient als mit einem AMD-Quad-Core.

Wie viel Leistung benötigt man?

Für Office-Anwendungen wie Word und Excel, Surfen im Netz und die Wiedergabe von Musik und Videos (auch in HD) bietet jeder der aufgeführten Prozessoren mehr als genügend Leistung. Ohnehin sind die Unterschiede nicht so groß, wie man vermuten könnte: Der Abstand zwischen einer CPU mit 2 und 2,4 GHz ist zwar messbar, bei der Arbeit in der Praxis aber kaum spürbar. Aus Preisgründen sollte man nicht auf die höchste Taktfrequenz setzen – aus Prestigegründen hingegen schon, sollte das ein wichtiger Punkt beim Kauf sein.

Eine Ausnahme stellt das Umwandeln von Videos für mobile Endgeräte wie iPods und Smartphones dar. Hier gilt die einfache Formel: je schneller, desto besser. Sinnvoll ist für diese Aufgabe die Nutzung einer „richtigen“ Grafikkarte von Nvidia oder ATI, da Tools wie Cyberlink Mediashow Espresso mit deren Leistung die Dauer solcher Aufgaben um bis zu 50 Prozent verkürzen können.

Einen größeren Einfluss auf die „gefühlte Performance“ eines Rechners als der Prozessor hat der Arbeitsspeicher. Standard sind heute 4 GByte, eine Maschine mit weniger RAM sollte man sich auch nicht andrehen lassen. Auf Notebooks mit 4 GByte RAM oder mehr sollte die 64-Bit-Version von Windows laufen. Das 32-Bit-Pendant nutzt nur gut 3 GByte aus.

Wer auf absolute Höchstleistung angewiesen ist, muss sich nach wie vor für einen Desktop entscheiden. Im kompakten Gehäuse eines Notebooks lassen sich schlicht nicht mehrere Prozessoren und High-End-Grafikkarten unterbringen. Die entstehende Hitze könnte nicht abgeführt werden.

Intel steht kurz vor der Einführung einer neuen CPU-Generation

Heute gekauft, morgen veraltet – dieses Prinzip ist auch weiterhin gültig. Anfang 2011 wird Intel bereits den Nachfolger der aktuellen Core-iX-Chips vorstellen. Er wurde unter dem Namen Sandy Bridge entwickelt. Namenstechnisch werden sich die neuen Chips kaum unterscheiden. Sie sind nur durch ein verändertes Logo sowie durch die hinten angestellte Modellnummer zu erkennen.

Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen: Sandy Bridge ist eine komplett neue Architektur, die eine deutliche Mehrleistung verspricht. Noch untersagt Intel die Veröffentlichung von Benchmarks, von Anandtech getestete Vorserienmodelle bringen bei gleichem Takt aber etwa 20 Prozent mehr Performance.

Neu ist auch eine Einheit zum Encoding von Videos. Mit einer angepassten Version von Cyberlink Mediashow Espresso wurde im Rahmen einer Demo die dreifache Geschwindigkeit erzielt. Noch ist aber unklar, welche Applikationen das Feature im nächsten Jahr unterstützen. Schon heute bietet die Nutzung des Grafikchips ein ähnliches Potential.

Erste Notebooks werden voraussichtlich im Januar angekündigt. Der Aufpreis zur bisherigen Technik wird vermutlich nicht groß sein. Schnäppchenkäufer dürfen sich aber jetzt schon auf Auslaufmodelle freuen.

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