Notebook-Kaufberatung: von Prozessor und Grafik bis Display und Ausstattung

von Joachim Kaufmann am , 17:31 Uhr

Der Notebook-Kauf verlangt besondere Aufmerksamkeit, da sich die Komponenten später kaum mehr tauschen lassen. Reicht ein Billig-Notebook, oder sollte man doch etwas mehr investieren? Was sind die Voraussetzungen für Spiele, Bildbearbeitung oder das Betrachten von Videos? Und wie ermittelt man die richtigen Ausstattungsmerkmale und stellt die Qualität der Geräte fest? Unsere Kaufberatung gibt einen Überblick.

shortcut=notebook
channel=/tests/desktop

[ressource001]
url=http://www.cnet.de/tests/desktop/
text=Notebooks Homepage

[ressource002]
url=http://www.cnet.de/tests/desktop/top10.htm
text=CNET Camcorder Top 10

[ressource003]
url=http://shopping.cnet.de/Product/List/2702/AB/-/-/-/1/4/1
text=Camcorder-Preise bei CNET-Shopping

Groß, mittel, klein? Das ist noch die einfachste Entscheidung, die man beim Kauf eines Notebooks treffen muss. Interessanter – und schwerwiegender – sind da schon Entscheidungen wie Mac oder PC? Intel oder AMD? Notebook [1] oder Netbook? Leistung oder Portabilität? Zwar gibt es grundsätzlich nur zwei Plattform-Anbieter, AMD oder Intel, die Zahl unterschiedlicher Konfigurationen ist aber in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Vom Langstreckenläufer mit Riesenakku bis zum Quad-Core-Boliden mit Monsterleistung ist mittlerweile alles vertreten.

Vor der Anschaffung genau hinzusehen lohnt sich, denn Notebook-Käufer haben nur einen Versuch: Durch die hohe Integration von Komponenten wie Grafikchip, Display oder CPU ist deren Austausch oder Aufrüstung im Gegensatz zum Desktop nicht – oder nur mit hohem Aufwand – möglich. Auch mit einem lauten Lüfter, einer klapprigen Tastatur oder einem sich schnell abnutzenden Lack muss man sich über Jahre arrangieren. Oder eben bald das nächste Gerät kaufen.

Beim Vergleich von Notebooks ist Sorgfalt gefragt: Häufig gibt es ein Modell unter der gleichen Bezeichnung in verschiedenen Ausstattungen, beispielsweise das Toshiba Satellite A660 [2]. Erst die angehängte Nummer steht für eine bestimmte Konfiguration. Statt einer 320-GByte-Platte könnte beispielsweise ein 250-GByte-Laufwerk oder eine andere CPU verbaut sein. Vor dem Kauf sollte man sich das Gerät außerdem unbedingt selbst ansehen. Verarbeitung, Tastatur, Display und Lautstärkeentwicklung können nur so geprüft werden.

Wir setzen uns auf den folgenden Seiten mit den wichtigsten Kriterien beim Notebookkauf auseinander und geben Tipps, um die richtige Entscheidung treffen zu können.

Mac oder PC?

Apple [3] konnte seinen Anteil am Notebookmarkt trotz hoher Preise in den letzten Jahren stetig steigern. Das Erfolgsrezept ist ein bedienerfreundliches Betriebssystem in Verbindung mit schicker und innovativer Hardware. Geräte wie das kürzlich vorgestellte MacBook Air mit 11,6 Zoll setzen setzen Bestmarken. Wer einen Mac kauft, bekommt eine Lösung aus einem Guss.

Beim PC gilt dagegen: Viele Köche verderben den Brei. Windows ist auch in seiner neuesten Version Windows 7 nicht so ausgefeilt wie Mac OS X. Nach wenigen Klicks kommen beispielsweise Oberflächen zum Einsatz, die man schon von Windows 95 kennt. Zwar hat sich mit Windows 7 der Abstand zum Mac verringert, in der selben Liga wie Apple [4] spielt Microsoft [5] aber nach wie vor nicht. Daher wächst die Anhängerschaft um die Rechner mit dem Apfel.

Seit Apple auf Intel-Prozessoren setzt, ist der Umstieg vom PC deutlich einfacher geworden: Das mitgelieferte Programm (beziehungsweise der Bootmanager) Boot Camp ermöglicht es, parallel zu Mac OS X ein vollwertiges Windows zu installieren und beim Hochfahren des Rechners alternativ zu starten. Apple stellt die notwendigen Treiber.

Eine Virtualisierungslösung wie das 79 Euro teure Parallels erlaubt sogar den gleichzeitigen Betrieb von Mac OS X und Windows. Man muss nicht neu booten, sondern kann seine Programme unter OS X wie Mac-Software nutzen. Lediglich für besonders leistungshungrige Software wie Spiele benötigt man noch ein natives Windows, das nicht als performancefressende Virtual Machine ausgeführt wird.

Aber was gibt es durch den Einsatz eines Mac zu gewinnen? Und was zu verlieren? Mac OS X hat durch die enge Bindung an die Hardware weniger Problempotential und zeigt wie eingangs beschrieben in vielen Bereichen mehr Liebe zum Detail. Außerdem sind MacBooks besser vorkonfiguriert als windowsbasierte Maschinen, die mittlerweile immer mit Crapware ausgeliefert werden – also mit Software-Beigaben, die den Nutzer zum Kauf von Vollversionen etwa von Virenscannern oder Backup-Tools animieren sollen.

Das bei MacBooks kostenlos mitgelieferte Multimedia-Anwendungspaket iLife könnte ebenfalls ein Grund sein, sich für einen Apple zu entscheiden. Neben der Software überzeugt auch die Hardware des Herstellers: Design, Verarbeitung und Ausstattung bewegen sich auf hohem Niveau.

Ob man den Umstieg auf den Mac wagen möchte, hängt von der Bereitschaft ab, sich auf Neues einzulassen. Mac OS X ist anders strukturiert als Windows und erfordert in einigen Bereichen ein Umlernen. Die Entscheidung sollte man also nicht übers Knie brechen. Wer allerdings den Wechsel vollzogen hat, kehrt meistens nicht mehr zu Windows zurück.

Eine große Hürde für den Umstieg auf den Mac sind die relativ hohen Preise. Der günstigste 13-Zöller von Apple, das Macbook mit 2,4-GHz-Prozessor, kostet beispielsweise 999 Euro. PC-Notebooks dieser Leistungsklasse gibt es schon ab 600 Euro. In vielen Fällen sind die Mehrkosten der Mac-Hardware gerechtfertigt, beispielsweise durch hochwertigere Materialien wie Alu oder eine flache Bauform, aber nicht jeder ist bereit, so tief in die Tasche zu greifen.

Apple MacBook

Notebook, Subnotebook oder Netbook?

Sollte die Entscheidung jetzt schon für ein MacBook gefallen sein, sind die kommenden Punkte nur noch wenig relevant – denn Apple fährt traditionell die Taktik Friss oder stirb. Besondere Ausstattungsmerkmale, AMD-Prozessoren oder ein spezieller Festplattenhersteller gewünscht? Gibt es nicht. Das macht die Sache leicht, wenn man sich auf Apple einlässt. Wer doch lieber beim PC bleibt, muss sich nun entscheiden: Soll es ein Notebook, ein Subnotebook oder ein Netbook werden?

Zwar ist die Aussicht, für gut 299 Euro ein im Prinzip vollwertiges Notebook mit geringen Abmessungen zu bekommen, für viele verlockend. Netbook-Käufer müssen aber auch deutliche Abstriche bei der Leistung in Kauf nehmen. So mancher Kunde ist mit seinem Gerät auf Dauer nicht zufrieden.

Hardwareseitig sind die kompakten Geräte eine Reise in die Vergangenheit: Der Atom-Chip von Intel ist auch deshalb so stromsparend und günstig herzustellen, weil Features wie Out of Order Execution [6] und große Caches [7] weggelassen wurden. Die zweite Atom-Generation N450 arbeitet zwar etwas stromsparender, aber nicht schneller. Intel will so den Abstand zu den teureren und margenträchtigeren Geräten mit Ultra-Low-Voltage-CPU halten.

Der Atom ist mit seinen 1,66 GHz nicht nur niedriger getaktet, sondern bringt pro Takt auch circa ein Drittel weniger Leistung als ein Core iX. Zum Surfen und Musikhören sind die Geräte zwar schnell genug, ambitioniertere Aufgaben wie Bildbearbeitung machen mit einem Netbook aber keinen Spaß.

Eine Einschränkung beim Surfen ist zudem die übliche Auflösung des Displays von nur 1024 mal 600 Bildpunkten. Auf den meisten Websites muss man in vertikaler Richtung häufig scrollen, was den Komfort merklich mindert. Mittlerweile gibt es vermehrt 10,1- oder 11,6-Zoll-Geräte mit 1366 mal 768 Bildpunkten, man sollte aber selbst ausprobieren, ob einem die Darstellung nicht zu klein ist.

Eine gute Alternative sind Notebooks mit Intels Ultra-Low-Voltage-CPU, beispielsweise das Acer [8] TravelMate Timeline X 8172-33U2G16N. Es bietet für 570 Euro einen flotten Core-i3-Dual-Core mit 1,2 GHz und Intels aktuelle Notebook-Grafik Graphics HD. Der 11,6-Zoll-Screen löst 1366 mal 768 Bildpunkte auf. Der 6-Zellen-Akku versorgt das Gerät rund sechs Stunden mit Strom. Dabei ist es nur wenig größer und schwerer als ein Netbook und verzichtet auf ein optisches Laufwerk.

Die Größe eines Notebooks hängt maßgeblich von der Diagonale des Displays ab. Geräte mit 17, 19 oder 20 Zoll eignen sich hervorragend als Desktop-Ersatz, der einen auch mal in die Zweitwohnung, zu Freunden oder an einen anderen Arbeitsplatz begleitet. Die Ausstattung ist meist voll multimediatauglich, die Akkulaufzeit aufgrund stromhungriger Komponenten eher kurz.

Wer wirklich mobil arbeiten möchte, sollte sich nach einer Maschine der 13-, 14- oder 15-Zoll-Klasse umsehen. Solche Geräte sind ausreichend portabel, ermöglichen bequemes Arbeiten und bieten meist auch eine hohe Leistung.

Für Anwender, die den kompletten Funktionsumfang eines PCs benötigen, aber trotzdem auf geringe Abmessungen und niedriges Gewicht großen Wert legen, sind Geräte mit 11-, 12- oder 13-Zoll-Displays zu empfehlen. Da in diesem Segment Hitzeentwicklung und Stromverbrauch eine tragende Rolle spielen, kommen bei CPU, Grafik & Co. meist etwas schwächere Komponenten zum Einsatz.

Wenn Displaygröße und -auflösung dann in der Praxis doch nicht ausreichen, ist der Anschluss eines externen Monitors möglich – zumindest bei stationärem Einsatz auf dem Schreibtisch. 23-Zoll-Modelle mit 1920 mal 1080 Pixeln Auflösung (Full HD) sind für weniger als 200 Euro zu haben. LCDs dieser Größe sollten für eine optimale Darstellung digital per DVI oder HDMI angesteuert werden. Eine digitale Anschlussmöglichkeit ist daher Pflicht. Mittlerweile verfügen die meisten Notebooks über einen HDMI-Port. Ein Adapter ermöglicht den Anschluss eines DVI-Monitors.

Prozessor und Plattform

Der Eindruck täuscht nicht: In der Welt der CPUs regiert das Chaos. Selbst als Branchenbeobachter hat man Schwierigkeiten, die einzelnen Modelle auseinanderzuhalten.

Intels Notebook-CPUs

Intels aktuelle Notebook-CPUs wurden Anfang 2010 eingeführt und heißen Core i3, i5 und i7. Beim i3 und i5 handelt es sich um Dual-Core-CPUs mit Hyperthreading (der Taskmanager zeigt vier Threads an). Der i5 ist etwas schneller als der i3, da er dank Turbo Boost einen Kern übertakten kann, wenn der andere nicht oder kaum ausgelastat ist.

Unter dem Name Core i7 bietet Intel sowohl Dual-Core- als auch Quad-Core-CPUs an. Die Doppelkerne haben 4 statt 3 MByte Cache (Core i3 und i5) und verfügen über höhere Taktraten. Turbo Boost ist auch hier integriert.

Ein kostspielieges Quad-Core-Notebook lohnt sich nur dann, wenn man Applikationen nutzt, die die vier Kerne auch ausnutzen. Dazu gehören Rendering- und Media-Encoding-Anwendungen, Spiele aber eher nicht. Letztere profitieren eher von den höheren Taktfrequenzen der Doppelkerner (2,8 statt 2 GHz).

Auch die Marke Pentium, eingeführt in der IT-Steinzeit 1994, ist wieder präsent. Die Chips, beispielsweise der Pentium P6100, basieren auf der gleichen Architektur wie ihre Core-X-Pendants, sind aber leistungsmäßig unter dem Core i3 angesiedelt. Sie laufen mit geringeren Taktfrequenzen und bieten werder Hyperthreading noch Turbo Boost.

AMDs Notebook-CPUs

Auch AMD hat sein Notebook-CPU-Portfolio erweitert. Nach wie vor ist es aber so, dass die Chips leistungsmäßig deutlich hinter Intel-Prozessoren liegen. Features wie Hyperthreading oder Turbo Boost gibt es hier nicht. Bei gleicher Taktung beträgt der Geschwindigkeitsnachteil etwa 20 bis 25 Prozent.

AMD tritt derzeit mit den Marken Athlon II, Turion II, Turion II Ultra und Phenom II auf. Die Reihenfolge entspricht der Leistungsskala. Bei Athlon II und Turion II handelt es sich um Doppelkerne zwischen 2 und 2,8 GHz Taktfrequenz. Den Phenom gibt es mit zwei, drei und vier Kernen zwischen 1,8 und 3,1 GHz. Notebooks mit AMD-Vierkerner sind zwar vergleichsweise günstig, spielen leistungsmäßig aber nicht in derselben Liga wie Maschinen mit Intels Quad-Core-Chips. Zwar fällt ein direkter Vergleich aufgrund der unterschiedlichen Performance-Charakteristik schwer, für die meisten Aufgaben ist man mit einem Intel-Doppelkern besser bedient als mit einem AMD-Quad-Core.

Wie viel Leistung benötigt man?

Für Office-Anwendungen wie Word und Excel, Surfen im Netz und die Wiedergabe von Musik und Videos (auch in HD) bietet jeder der aufgeführten Prozessoren mehr als genügend Leistung. Ohnehin sind die Unterschiede nicht so groß, wie man vermuten könnte: Der Abstand zwischen einer CPU mit 2 und 2,4 GHz ist zwar messbar, bei der Arbeit in der Praxis aber kaum spürbar. Aus Preisgründen sollte man nicht auf die höchste Taktfrequenz setzen – aus Prestigegründen hingegen schon, sollte das ein wichtiger Punkt beim Kauf sein.

Eine Ausnahme stellt das Umwandeln von Videos für mobile Endgeräte wie iPods und Smartphones dar. Hier gilt die einfache Formel: je schneller, desto besser. Sinnvoll ist für diese Aufgabe die Nutzung einer „richtigen“ Grafikkarte von Nvidia oder ATI, da Tools wie Cyberlink Mediashow Espresso mit deren Leistung die Dauer solcher Aufgaben um bis zu 50 Prozent verkürzen können.

Einen größeren Einfluss auf die „gefühlte Performance“ eines Rechners als der Prozessor hat der Arbeitsspeicher. Standard sind heute 4 GByte, eine Maschine mit weniger RAM sollte man sich auch nicht andrehen lassen. Auf Notebooks mit 4 GByte RAM oder mehr sollte die 64-Bit-Version von Windows laufen. Das 32-Bit-Pendant nutzt nur gut 3 GByte aus.

Wer auf absolute Höchstleistung angewiesen ist, muss sich nach wie vor für einen Desktop entscheiden. Im kompakten Gehäuse eines Notebooks lassen sich schlicht nicht mehrere Prozessoren und High-End-Grafikkarten unterbringen. Die entstehende Hitze könnte nicht abgeführt werden.

Intel steht kurz vor der Einführung einer neuen CPU-Generation

Heute gekauft, morgen veraltet – dieses Prinzip ist auch weiterhin gültig. Anfang 2011 wird Intel bereits den Nachfolger der aktuellen Core-iX-Chips vorstellen. Er wurde unter dem Namen Sandy Bridge entwickelt. Namenstechnisch werden sich die neuen Chips kaum unterscheiden. Sie sind nur durch ein verändertes Logo sowie durch die hinten angestellte Modellnummer zu erkennen.

Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen: Sandy Bridge ist eine komplett neue Architektur, die eine deutliche Mehrleistung verspricht. Noch untersagt Intel die Veröffentlichung von Benchmarks, von Anandtech getestete Vorserienmodelle bringen bei gleichem Takt aber etwa 20 Prozent mehr Performance.

Neu ist auch eine Einheit zum Encoding von Videos. Mit einer angepassten Version von Cyberlink Mediashow Espresso wurde im Rahmen einer Demo die dreifache Geschwindigkeit erzielt. Noch ist aber unklar, welche Applikationen das Feature im nächsten Jahr unterstützen. Schon heute bietet die Nutzung des Grafikchips ein ähnliches Potential.

Erste Notebooks werden voraussichtlich im Januar angekündigt. Der Aufpreis zur bisherigen Technik wird vermutlich nicht groß sein. Schnäppchenkäufer dürfen sich aber jetzt schon auf Auslaufmodelle freuen.

Grafik

Zwar differiert die Rechenleistung von CPUs teils erheblich, die Performance ist aber insgesamt auf einem so hohen Niveau, dass die Unterschiede nicht mehr so stark ins Gewicht fallen. Bei der Umwandlung eines Videos wartet man dann eben statt 10 Minuten 12 oder 13.

Bei den GPUs, also den Grafikprozessoren, ist das völlig anders: Manche Lösungen bieten die dreifache oder vierfache Leistung. Das entscheidet darüber, ob man moderne 3D-Games noch flüssig spielen kann, oder ob man eine Diashow in schlechter Qualität bekommt.

Letzteres ist bei den Chipsatz-Grafiklösungen der Fall. Zwar ist AMDs Mobility-Radeon-4200-Einheit etwas schneller als Intels Graphics HD, wenn es um aufwändige 3D-Spiele geht, hat man hier aber nur die Wahl zwischen zu langsam und viel zu langsam. Für alle anderen Aufgaben reicht die Chipsatz-Grafik aber aus.

Auf dem deutschen Markt sind zumindest im Consumer-Segment fast alle Notebooks mit einem diskreten Grafikchip ausgerüstet. Zusätzlich zur Chipsatz- oder CPU-Grafik ist hier dann eine weitere Lösung von ATI/AMD oder Nvidia verbaut, die deutlich mehr Leistung bringt.

Die Angebote von AMD/ATI und Nvidia

AMD, die Marke ATI wird offiziell beerdigt, hat schon seit einiger Zeit seine Mobility-Radeon-5000-Serie im Angebot, die auch Microsofts DirectX 11 unterstützt. Den Einstieg bilden die Chips der 5400-Serie. Wer auf 3D-Spiele Wert legt, sollte aber mindestens eine GPU der 5600-Serie im Notebook haben. Diese Chips sind relativ weit verbreitet. Grafische Höchstleistungen bieten die GPUs der 5800-Serie.

Nvidia ist derzeit dabei, seine Produktpalette auf DirectX 11 umzustellen. Notebooks mit GPUs der Geforce-400M-Serie sind noch relativ rar. Bislang decken die Karten nur das Mainstream- (Geforce GT 415M bis 445M) beziehungsweise High-End-Segment (Geforce GTX 460M bis 480M) ab.

Weit verbreitet sind dagegen Notebooks mit Geforce-300M-GPUs. Dein Einstieg bilden die 310M und die 320M, im mittleren Segment positioniert Nvidia sind die 330M und 335M. Hier können Gamer zugreifen. Die 360M deckt das High-End-Segment ab. Anwender, für die Spielen eine der wichtigsten Tätigkeiten am Rechner ist, sollten sich mit der GPU genau befassen.

Mit Nvidias Optimus-Technik hat das Thema Hybrid-Grafik neuen Schwung bekommen. Hybrid-Grafik bedeutet, dass neben der langsamen, aber stromsparenden Chipsatz-Grafik ein weiterer Grafikprozessor integriert ist, auf den man bei anspruchsvollen Aufgaben umschalten kann. Man bekommt also je nach Bedarf eine lange Akkulaufzeit oder eine hohe Leistung.

Vor Optimus verlief der Wechsel manuell, das heißt, man musste einen Schalter betätigen. Manche Notebooks konnte man auch so einstellen, dass beim Akkubetrieb immer die Chipsatz-Grafik aktiv ist. Jeder Schaltvorgang war mit einem Flackern des Displays verbunden. Optimus beseitigt nicht nur das Flackern, sondern automatisiert auch den Wechsel. Die schnelle GPU wird profilbasiert immer dann zugeschaltet, wenn eine leistungshungrige Anwendung läuft. Schließt man sie, wird die GPU wieder abgeschaltet. Der Vorgang dauert nur wenige Millisekunden und ist für den Anwender nicht spürbar. Optimus hat in mehreren Tests einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen.

AMD ist bei der Einführung von DirectX 11 zwar deutlich weiter, bei der Hybrid-Grafik hinkt das Unternehmen aber hinterher. Notebooks mit AMD-Grafik werden nach wie vor manuell geschaltet.

Display: von Auflösungen und Spiegelungen

Für die tägliche Arbeit spielt neben der Diagonale, also der sichtbaren Fläche eines Displays, dessen Auflösung eine wichtige Rolle. Von ihr hängt ab, wie viel der Rechner angezeigen kann. Hochauflösende Panels treiben den Preis eines Notebooks in die Höhe, Hersteller greifen stattdessen gerne zu niedrigeren Auflösungen.

Bei 13- und 15-Zoll-Notebooks kommen derzeit hauptsächlich Displays mit 1366 mal 768 Pixeln zum Einsatz. Wer sich damit nicht anfreunden kann und eine höhere Auflösung möchte, wird meistens nur bei den kostspieligen Business-Notebooks fündig. Im Consumer-Segment werden erst ab 16 Zoll höher auflösende Panels – bis hin zu Full HD (1920 mal 1080 Pixel) – verbaut.

Die Meinungen zur passenden Auflösung gehen hier aber stark auseinander. Man sollte sich beim Kauf unbedingt verschiedene Geräte ansehen, um den eigenen Bedarf einschätzen zu können.

Über zu kleine Schriften muss man sich keine Gedanken machen: Windows 7 bietet über DPI-Scaling die Möglichkeit, das komplette Interface zu vergrößern. Dann ist aber auch der Vorteil einer größeren Auflösung weitgehend dahin. Zudem machen manche Anwendungen in diesem Modus Schwierigkeiten und zeigen beispielsweise verschobene Schriften.

Consumer-Notebooks werden mittlerweile fast ausschließlich mit Displays ausgeliefert, deren Oberfläche mit einer Hochglanzbeschichtung überzogen ist. Sie sorgt zwar für eine etwas verbesserte Farbdarstellung, meist werden aber störende Reflektionen sichtbar. Wer matte Displays bevorzugt, sollte sich bei den Business-Maschinen umsehen. Eine Alternative ist eine Entspiegelungsfolie [9], die Reflexionen zwar weniger sichtbar macht, aber eben doch nicht die Qualität eines matten Screens erreicht.

Auch Apple setzt standardmäßig auf Spiegeldisplays. Das Macbook Pro (15 und 17 Zoll) ist gegen Aufpreis aber auch mit mattem Screen erhältlich.


Matt gegen Spiegel: Die Reflexionen sind auf Anhieb zu erkennen und stören beim Arbeiten.

Festplatte oder SSD, Blu-ray oder DVD?

Notebook-Festplatten sind heute mit Kapazitäten von bis zu 750 GByte erhältlich, die Standardausrüstung liegt oberhalb von 320 GByte. Einige größere Notebooks verfügen über zwei Festplatten, die zusammen mehr als 1 Terabyte Speicherplatz bieten.

Wie groß der Speicher sein sollte, hängt von den Anwendungen ab. Mit 320 GByte sind selbst Nutzer gut bedient, die eine große Foto- und Musiksammlung mitführen möchten. Wer hingegen viele Videos speichert, womöglich in HD-Auflösung, sollte zu einem Gerät mit mindestens 500 GByte greifen. Die Festplatte ist eine der wenigen Komponenten, die sich relativ einfach austauschen lassen. Über Solid State Drives (SSDs) wird zwar seit Jahren viel gesprochen, nach wie vor kommen sie aus Kostengründen aber nur in hochpreisigen Geräten für Business-Anwender zum Einsatz.

Bei der Nutzung externer Festplatten wird das verbreitete USB 2.0 zur Leistungsbremse. Wer auf schnelle Datentransfers Wert legt, sollte zu einem Notebook mit eSATA-Port oder USB 3.0 greifen. Dafür benötigt man dann aber auch eine entsprechende Festplatte.

Eine wachsende Zahl von Notebooks, insbesondere im 13-Zoll-Segment und darunter, verzichtet auf ein optisches Laufwerk. Wenn eines eingebaut ist, handelt es sich meistens um einen DVD-Brenner. Blu-ray-Laufwerke sind mittlerweile häufiger anzutreffen, oft können sie die neuen Medien aber nur lesen.

SSD-Festplatte
Noch sind die Solid State Discs (SSDs) mit unempfindlichem Flash-Speicher statt magnetischen Scheiben Zukunftsmusik.

Akku

Die Akkulaufzeit eines Notebooks hängt von der Größe des Stromspeichers, dem Energieverbrauch der Plattform und der durchschnittlichen Auslastung ab. Präzise Angaben sind kaum möglich. So kann man mit einem Gerät beispielsweise acht Stunden lang Texte tippen, fünf Stunden lang surfen oder eine Stunde lang spielen.

Die meisten Notebooks haben heute mindestens 4-Zellen-Akkus mit rund 4400 mAh Kapazität. Ein klassisches Core-i5-Notebook schafft damit eine Laufzeit von maximal drei Stunden, häufig weniger. Als Zubehör sind üblicherweise größere Akkus erhältlich, die einen längeren Einsatz fernab der Steckdose ermöglichen. Diese lassen sich die Hersteller aber teuer bezahlen.

Laufzeiten von mehr als fünf Stunden erfordern Akku-Kapazitäten von mindestens 6000 mAh in Verbindung mit Intels sparsamen Ultra-Low-Voltage-Prozessoren. Diese sind mit weniger als 1,6 GHz getaktet und üblicherweise mit der Chipsatz-Grafik gekoppelt. Diskrete Lösungen benötigen deutlich mehr Energie. Oft verzichten die Geräte auf ein optisches Laufwerk.

Wer Akkulaufzeit in den Mittelpunkt stellt, kommt um eine intelbasierte Maschine derzeit kaum herum. Eine effizientere Architektur in Verbindung mit einem kleineren Fertigungsprozess sorgt in den meisten praxisrelevanten Disziplinen – beispielsweise Surfen im Netz – für einen geringeren Stromverbrauch. AMD hat in diesem Punkt das Nachsehen.

MacBook Akku
Der Stromspeicher des Notebooks ist gegen Aufpreis häufig mit höherer Kapazität zu haben. Wer viel unterwegs arbeitet, sollte das Geld investieren.

Schnittstellen und Kommunikation

Jedes aktuelle Notebook hat USB-2.0-Anschlüsse, man sollte nur darauf achten, dass es genug für die eigenen Anforderungen sind. Wer also immer mit externer Maus arbeitet, keine integrierte Webcam hat und seine Musiksammlung auf einer externen Festplatte speichert, sollte mindestens drei, besser gleich vier Ports vorsehen.

Mittlerweile sind einige Notebooks mit USB 3.0 auf dem Markt, das die zehnfache Übertragungsgeschwindigkeit von USB 2.0 erlaubt. Um die zusätzliche Performance nutzen zu können. braucht man jedoch auch USB-3.0-Endgeräte. Die Auswahl beschränkt sich derzeit auf einige externe Festplatten. Wie der Test der Buffalo Drivestation HD-HXU3 [10] zeigt, erlaubt USB 3.0 hier in der Praxis erheblich schnellere Transfers. Üblicherweise sind nicht alle USB-Ports eines Notebooks 3.0-fähig.

Nur noch selten verbaut wird ein Firewire-Port. Es gibt auch nur noch sehr wenige Geräte, die auf die Schnittstelle setzen. Wer externe Festplatten performant anbinden will, sollte auf einen eSATA-Port achten. Er ist häufig in Kombination mit USB ausgeführt.

WLAN-Module mit Unterstützung des aktuellen, flotten N-Standards (IEEE 802.11n) sind mittlerweile in jedem Notebook zu finden. Die Technologie ermöglicht höhere Übertragungsraten und größere Reichweiten als die alten Standards nach b und g, ist aber abwärtskompatibel. Auch Gigabit-Ethernet, das nur im Unternehmensumfeld eine Rolle spielt, hat mittlerweile jedes Notebook. Wer in einer Umgebung mit vielen WLAN-Netzen wohnt oder arbeitet und aufgrund der wenigen Frequenzen mit miesen Reichweiten oder Datenübertragungsraten zu kämpfen hat, sollte Wert auf WLAN nach 802.11a legen. Es ist zwar nur selten anzutreffen und verlangt nach einem Accesspoint oder Router, der ebenfalls im A-Band (5 GHz) funkt, doch dafür lassen sich auch in hochfrequentierten Gegenden flott Daten übertragen.

Viele Anwender möchten überall online sein. Deutlich gesunkene Preise für Datentarife – selbst Flatrates kosten heute nur noch 25 Euro pro Monat – rücken diesen Wunsch in greifbare Nähe. Wer regelmäßig mobile Datendienste per Notebook nutzt, sollte die Anschaffung eines Geräts mit integriertem HSDPA-Modul in Betracht ziehen. Im Gegensatz zu Expresscard- und USB-Lösungen steht so nichts vom Gehäuse ab, und die im Displayrahmen untergebrachten Antennen sorgen für einen etwas besseren Empfang. Es lohnt sich, bei den Mobilfunkprovidern mögliche Subventionen für Karten und Geräte zu prüfen.

Bluetooth ist nach wie vor nicht in allen Geräten integriert, könnte aber zur Anbindung von Handys und Headsets nützlich sein. Sie bieten bei Videokonferenzen einen deutlich besseren Klang als die im Displayrahmen integrierten Mikrofone. Auch eine Webcam ist nicht immer vorhanden. Wenn man darauf Wert legt, sollte sie eine Auflösung von 1,3 Megapixeln bieten.

Für Anwender, die ihr Notebook häufig als Desktopersatz nutzen, kann eine Dockingstation sinnvoll sein. Das Gerät muss dafür eine Schnittstelle bieten, was hauptsächlich bei Businessmaschinen der Fall ist.

eSATA USB
Wenn der integrierte Speicher zur Neige geht, lassen sich externe Festplatten anschließen. Der USB-2.0-Port wird dabei schnell zur Bremse. Flott geht es nur mit einem eSATA-Anschluss.

Gehäuse, Mausersatz und Tastatur

Ob der häufig bei Consumer-Geräten eingesetzte Klavierlack gut aussieht, muss jeder für sich entscheiden. Praktisch ist er erfahrungsgemäß nicht: Die im täglichen Einsatz unvermeidlichen Gebrauchsspuren wie Fingerabdrücke, Reste von Getränken und kleine Kratzer werden darauf schnell sichtbar. Manche Hersteller liefern sogar gleich ein Putztuch mit. Will man das Gerät also nicht ständig mit Samthandschuhen anfassen, sollte man sich für eine matte Lösung entscheiden, die auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so sexy ist – auf den zweiten Blick und im harten Alltagseinsatz aber häufig sinnvoller ist.

Bei der Verarbeitung gibt es große Unterschiede: Schwachpunkte sind oft die Aufhängung des Displays und ein zu instabiler Rahmen. Wirkt das Gerät nicht solide, sollte man die Finger davon lassen. Die Belastung durch mehrjährigen Gebrauch ist nicht zu unterschätzen, und nichts ist ärgerlicher, als Risse im Gehäuse oder ein klappriger Displayrahmen. Ein schöner Test im Laden ist es, das Notebook mit aufgeklapptem Display ganz vorne links oder rechts an der Ecke zu greifen und hochzuheben – dabei sollte es nicht nachgeben und nicht knarzen.

Ein kritischer Punkt ist die Tastatur. Nicht alle Modelle auf dem Markt bieten den gewünschten Schreibkomfort. Business-Notebooks sind hier meist besser als ihre Consumer-Pendants. Derzeit breiten sich vor allem Tastenfelder im MacBook-Stil aus, also vergleichsweise flache Tasten mit eher großem Abstand. Das mag Nutzern herkömmlicher Tastaturen auf Anhieb merkwürdig und gewöhnungsbedürftig vorkommen, funktioniert aber in der Praxis erstaunlich gut. Dennoch geht hier nichts über einen persönlichen Tipp-Test – und zwar am Besten nicht im Stehen, sondern direkt am Schreibtisch.

Große Unterschiede gibt es vor allem beim Touchpad. Multitouch ist hier ein nettes Extra, je größer die Fläche, umso besser. Auch die Maustasten sind von entscheidender Bedeutung. Uns gefallen zwei mechanische Tasten unterhalb des berührungssensitiven Bereichs am besten. Wippschalter haben meist einen etwas merkwürdigen Druckpunkt, und wenn sich die Tasten links und rechts vom Touchpad befinden, ist das zumindest gewöhnungsbedürftig – aber auch dieser Punkt ist natürlich Geschmackssache.

MacBook TouchPad
Beim MacBook ist das gesamte Touchpad eine mechanische Taste.

Fazit

Notebookkäufer sollten sich mit der Kaufentscheidung Zeit lassen und sich die infrage kommenden Geräte selbst ansehen. Denn die Investition einiger hundert oder gar tausend Euro soll sich nicht zu einem Ärgernis entwickeln, und der mobile Rechner wird üblicherweise für die nächsten Jahre ein ständiger Begleiter.

Aufgrund von anstehenden Neuerungen wie der Einführung einer neuen Prozessorgeneration oder von SSDs anstelle mechanischer Festplatten sollte man sich nicht unbedingt von einem Kauf abhalten lassen – mit diesem Argument käme man ansonsten nie zu einem neuen Rechner. Die flächendeckende Einführung von Blu-ray-Laufwerken oder -Brennern steht ebenso unmittelbar bevor wie vor einigen Monaten noch die Einführung von Windows 7.

Wer sich im Voraus Gedanken macht und unsere Tipps beachtet, wird aber sicherlich die richtige Entscheidung treffen. Und falls nicht, gibt es immer noch eBay.

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41540113/notebook-kaufberatung-von-prozessor-und-grafik-bis-display-und-ausstattung/

URLs in this post:

[1] Notebook: http://www.cnet.de/themen/notebook/

[2] Toshiba Satellite A660: http://de.computers.toshiba-europe.com/innovation/series/Satellite-A660-series/1085328

[3] Apple: http://www.apple.de

[4] Apple: http://www.cnet.de/unternehmen/apple/

[5] Microsoft: http://www.cnet.de/unternehmen/microsoft/

[6] Out of Order Execution: http://de.wikipedia.org/wiki/Out-of-order_execution

[7] Caches: http://de.wikipedia.org/wiki/Cache

[8] Acer: http://www.cnet.de/unternehmen/acer/

[9] Entspiegelungsfolie: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/kaufberatung/41538142/schluss_mit_dem_spiegeln_mit_folie_gegen_reflexionen_auf_dem_notebook_display.htm

[10] Buffalo Drivestation HD-HXU3: https://www.cnet.de/tests/peripherie/41527919/buffalo_drivestation_hd_hxu3_im_usb_3_0_praxistest.htm