Tiefeneffekt fürs Heimkino: 3D-Projektoren mit Full-HD-Auflösung

von Pascal Poschenrieder am , 17:55 Uhr

3D-TVs für Avatar & Co. in Full-HD gibt’s wie Sand am Meer und mittlerweile sogar zu vertretbaren Preisen. Für ausgewachsene Heimkinos sind die Fernseher allerdings zu klein, denn bei 60 Zoll ist Schluss. Im September setzte LG ein Zeichen: Der Beamer CF3D bietet ein bis zu 300 Zoll großes, dreidimensionales Full-HD-Bild! Wir zeigen, welche Projektoren es noch gibt, die das 3D-Bild riesig und gestochen scharf auf die Leinwand bringen und wie diese Geräte funktionieren.

Seit März 2010 gibt es in Deutschland 3D-Fernseher [1] zu kaufen. Seitdem sind rund 40.000 Geräte über die Ladentheke gegangen [2] – und das, obwohl es kaum 3D-Filme gibt. Für anspruchsvolle Heimkinobesitzer sind alle bisherigen Flachbildfernseher aber nicht das Gelbe vom Ei. Wer will schon seinen Beamer [3], der ein 300 Zoll großes Bild an die Wand wirft, gegen einen „kleinen“ 50- oder 60-Zoll-TV tauschen? Niemand! 3D-Erlebnis hin oder her.

Der Markt bietet zwar schon seit einiger Zeit auch Projektoren mit dreidimensionalem Bild [4], diesen fehlt aber die volle HD-Auflösung [5]. Das ist geradezu peinlich – schließlich wird hier einfach eine Technologie zur Absatzsteigerung genutzt und dafür still und leise eine andere, nämlich die hohe Auflösung, vergessen. Vor etwa zwei Monaten erblickte endlich der erste Beamer das Licht der Welt, der sowohl 3D als auch eine verlustfreie Darstellung mit 1920 mal 1080 Bildpunkten beherrscht: der LG [6] CF3D [7]. Bereits diesen Monat sollen weitere vier Modelle für den kompromisslosen Filmgenuss mit Tiefeneffekt folgen. Das günstigste, der JVC DLA-X3, wird mit Anschaffungskosten unter 4000 Euro preislich sogar in die Gefilde von 3D-Fernsehern vorstoßen.

Dreidimensionaler Filmgenuss – so funktioniert’s

Um dreidimensional sehen zu können, reicht ein einzelnes Bild nicht aus. Deshalb hat uns die Natur mit zwei Augen ausgestattet. Sie sehen das gleiche Bild aus geringfügig unterschiedlichen Blickwinkeln. Aus dieser Winkeldifferenz errechnet unser Gehirn die zum Erfassen der dritten Dimension notwendigen Informationen. Ohne sie würden wir beim Griff nach der Kaffeetasse oder beim Versuch, einen Ball aufzufangen, einfach daneben greifen.

Bei 3D-Filmen zeichnen im Prinzip zwei Kameras das Geschehen aus leicht unterschiedlichen Winkeln auf. Der Abstand der Linsen entspricht dabei etwa dem zwischen den menschlichen Augen. Bei der Darstellung wird schließlich dafür gesorgt, dass jedes Auge des Zusehers immer nur das „richtige“ Bild zu sehen bekommt. Klappt das, errechnet unser Gehirn automatisch die Tiefeninformationen – und wir sehen den Film dreidimensional.

3D-Projektion mittels Shutter-Technik

Momentan nutzen 3D-Beamer mit Full-HD-Auflösung zwei verschiedene Techniken, um Bilder mit dritter Dimension an die Leinwand zu werfen. JVC und Sony [8] haben bei den Fernsehern kopiert. Hier zeigt der Projektor abwechselnd das Bild für das linke und für das rechte Auge an. Eine synchronisierte Shutter-Brille [9] sorgt dann dafür, dass jeweils nur das passende Bild im richtigen Auge landet. Dazu dunkelt die Sehhilfe einfach immer das Auge ab, das gerade nichts mitbekommen soll. Das geschieht so schnell, dass der Zuseher so gut wie nichts davon mitbekommt.

Bei der Shutter-Technik wirft der Projektor die Bilder für linkes und rechtes Auge nacheinander an die Leinwand. Eine Spezialbrille, die linkes und rechtes Auge abwechselnd abdunkelt, lässt immer nur das linke Bild in das linke und das rechte Bild in das rechte Auge. (<i>Foto: Sony</i>)“ title=“Bei der Shutter-Technik wirft der Projektor die Bilder für linkes und rechtes Auge nacheinander an die Leinwand. Eine Spezialbrille, die linkes und rechtes Auge abwechselnd abdunkelt, lässt immer nur das linke Bild in das linke und das rechte Bild in das rechte Auge. (<i>Foto: Sony</i>)“ ><br /><i>Bei der Shutter-Technik wirft der Projektor die Bilder für linkes und rechtes Auge nacheinander an die Leinwand. Eine Spezialbrille, die linkes und rechtes Auge abwechselnd abdunkelt, lässt immer nur das linke Bild in das linke und das rechte Bild in das rechte Auge. (<i>Foto: Sony</i>)</i></p>


<p style=Der größte Vorteil dieser Technik besteht darin, dass sich prinzipiell jeder gewöhnliche Projektor dafür eignet. Natürlich sind leichte Anpassungen notwendig, deren Realisierung ist jedoch relativ kostengünstig. Die Hersteller müssen lediglich die Bildwiederholfrequenzen erhöhen, um trotz der Aufteilung der Bildrate auf rechtes und linkes Auge eine flüssige Darstellung von Bewegungen sicherzustellen. Dann fehlen nur noch eine Software, die das 3D-Signal versteht und aufteilt, sowie eine Synchronisation mit einer Shutter-Brille. Dadurch sind derartige Projektoren vergleichsweise preiswert.

Dieser Transmitter von JVC sagt der 3D-Brille via Infrarot-Signal, wann sie das linke und wann sie das rechte Auge abdunkeln soll.
Dieser Transmitter von JVC sagt der 3D-Brille via Infrarot-Signal, wann sie das linke und wann sie das rechte Auge abdunkeln soll.

Allerdings hat die Technik auch Nachteile. Durch die Abdunkelung eines Auges landet nur noch etwa die Hälfte der Ausgangshelligkeit des Projektors beim Betrachter. Zudem treten häufig sogenannte Geisterbilder auf. Dabei leuchtet das Bild für ein Auge noch nach, während die Brille bereits auf das andere geschaltet hat. Der Zuseher sieht dann lästige Schatten von bewegten Objekten im Bild. Außerdem hat die Halbierung der Bildrate trotz hoher Wiederholfrequenzen negative Auswirkungen auf die Bewegungsauflösung. Ein letzter Nachteil sind die Brillen. Sie benötigen eine Stromversorgung, wiegen viel, und die Gläser bestehen aus Flüssigkristall-Scheiben. Dadurch sind die Sehhilfen teuer. Außerdem bemerken viele Zuseher das Umschalten der Brillengläser als lästiges Flimmern. Es macht sich besonders dann bemerkbar, wenn seitlich Licht einfällt. Insgesamt wirkt die Darstellung auch auf unempfindliche Zuseher vergleichsweise instabil.

Zirkulare Polarisation für stabile Bilder mit dritter Dimension

Um diesen Probleme aus dem Weg zu gehen, nutzt LG bei seinem 3D-Projektor CF3D eine andere Methode. Diese kommt auch in den meisten 3D-Kinos zum Einsatz. Sie verzichtet auf aktive Shutter-Brillen und setzt stattdessen passive Gläser mit Polarisationsfiltern [10] ein. Sie sorgen für ein sehr ruhiges und stabiles Bild. Im Gegensatz zu der beispielsweise in IMAX-Kinos [11] eingesetzten Technik mit linearer Polarisation [12] nutzt LG die zirkulare [12]. Sie hat den Vorteil, dass der Zuseher seinen Kopf beliebig drehen und wenden kann, ohne dabei durch Geisterbilder oder andere störende Nebeneffekte vom Filmgeschehen abgelenkt zu werden.

LG verbaut zwei Projektoren in ein Gehäuse und schickt die Bilder für linkes und rechtes Auge simultan über eine Linse zur Leinwand.
LG verbaut zwei Projektoren in ein Gehäuse und schickt die Bilder für linkes und rechtes Auge simultan über eine Linse zur Leinwand.

Allerdings ist einiger Aufwand nötig, um einem Projektor mittels Polarisation die Tiefendarstellung beizubringen – zumindest mit gleichzeitiger Bildausgabe für rechtes und linkes Auge. In diesem Fall muss der Hersteller nämlich zwei Beamer in ein Gehäuse packen. Und genau das hat LG beim CF3D auch gemacht – inklusive zweier Lampen, getrennter Panels und allen anderen Bestandteilen. Im Inneren wird das dreidimensionale Bildsignal zerlegt und dann an die „zwei Projektoren“ weitergeleitet. Beide verarbeiten ihren Anteil jeweils wie ein normaler 2D-Beamer. Am Ende sitzt jeweils ein Filter, der das Bild des Beamers für das linke und das des Beamers für das rechte Auge unterschiedlich polarisiert. Dadurch ist nach dem Zusammenmischen beider ein nachträgliches Auftrennen mit Hilfe von Polfiltern möglich. Nun wandern bei Bilder durch eine Linse auf die Leinwand.

Und hier liegt schon das nächste Problem. Mit einer normalen Bildwand geht die Polarisation verloren. Deshalb benötigen Käufer des LG-Beamers einen so genannten Silver-Screen [13]. Seine metallische Oberfläche erhält die Polarisation. Allerdings kommt es dadurch auch zur Ausbildung so genannter Hotspots: Wer zentral vor der Leinwand sitzt, sieht ein sehr helles und farbenprächtiges Bild. Seitlich der idealen Position nehmen Helligkeit und Kontrast schnell ab. Landet das Bild schließlich nach der Reflexion an der Leinwand beim Betrachter, sorgt dort eine passive Brille mit polarisierten Gläsern für die richtige Aufteilung der Bilder auf rechtes und linkes Auge. Da diese Brillen ohne Stromversorgung und spezielle Technik auskommen, sind sie günstig, leicht und wartungsfrei. Der Projektor ist im Gegensatz dazu durch die doppelt verbaute Technik sehr teuer. Dafür ist das Bild hell sowie besonders stabil und klar. Auch unerwünschte Effekte wie Ghosting treten nicht auf.

JVC DLA-X3, DLA-X7 und DLA-X9

Den günstigsten Einstieg in das hochauflösende 3D-Heimkino gibt es bei JVC. Der DLA-X3 [14] wird bei seiner Markteinführung Anfang November für knapp 4000 Euro den Besitzer wechseln. Für seinen großen Bruder DLA-X7 [15] wird der Hersteller bereits rund 3000 Euro mehr verlangen. Das Top-Modell DLA-X9 [16] soll stolze 10.000 Euro kosten – zumindest anfangs. Es ist aber zu erwarten, dass die Preise aller drei Modelle nach der Markteinführung noch etwas fallen.

Die drei Geräte nutzen die Shutter-Technik für den 3D-Effekt. Im Inneren trennt ein Prisma [17] das Licht der Lampe in die Grundfarben Rot, Grün und Blau auf. Diese werden dann separat mit Hilfe dreier D-ILA-LCoS [18]-Panels mit Bildinformationen versehen. Die LCoS-Panels haben gegenüber LCDs [19] den Vorteil, dass sie das Licht reflektieren, anstatt es durchzulassen. Dadurch sind die für die Ansteuerung des Panels notwendigen Leiterbahnen nicht im Bild zu sehen. Ein Farbrad, das bei DLP [19]-Beamern für Probleme wie den Regenbogeneffekt verantwortlich ist, entfällt ebenfalls. Somit vereint die LCoS-Technik prinzipiell die Vorteile von LCD- und DLP-Beamern. Allerdings ist für die Verarbeitung des Lichts mittels LCoS eine Polarisation notwendig, die die Lichtausbeute wieder etwas reduziert. Der Kontrast wird jedoch im Gegensatz zur LCD-Technik nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Die JVC-3D-Projektoren DLA-X3, DLA-X7 und DLA-X9 sehen absolut identisch aus. Alleine ihr Innenleben sorgt für eine Preisdifferenz von rund 6000 Euro zwischen dem günstigsten und dem teuersten Modell.
Die JVC-3D-Projektoren DLA-X3, DLA-X7 und DLA-X9 sehen absolut identisch aus. Alleine ihr Innenleben sorgt für eine Preisdifferenz von rund 6000 Euro zwischen dem günstigsten und dem teuersten Modell.

Nach dem Passieren der Panels wird das in seine Grundfarben zerlegte Licht wieder zusammengefügt und durch die Linse auf die Leinwand geworfen. Die Trennung der 3D-Signale für rechtes und linkes Bild übernimmt die Shutter-Brille. Damit dennoch für jedes Auge eine ausreichende Bildwiederholrate vorliegt, schalten die LCoS-Panels mit 120 Hz, also 120 Mal pro Sekunde, von einem Bild zum nächsten um.

Doch wer benötigt nun die 10.000-Euro-Version, und wo genügt auch der 4000-Euro-Projektor? Das hängt bei JVC ausschließlich von den eigenen Ansprüchen ab. Die drei Beamer unterscheiden sich nämlich nur marginal voneinander. Sie kommen alle im gleichen Gehäuse, nutzen alle drei D-ILA-LCoS-Panel zur Bilderzeugung, lösen alle Full-HD auf und sind alle 1300 ANSI-Lumen hell. Auch Größe der Projektion, Leistungsaufnahme, Lampenlebensdauer und Betriebsgeräuschpegel sind gleich. Letzterer ist mit 20 Dezibel im normalen Modus übrigens erfreulich gering.

Eine JVC-Shutter-Brille kostet satte 179 Euro.
Eine JVC-Shutter-Brille kostet satte 179 Euro.

Die Unterschiede zwischen den Modellen stecken im Detail. Beim DLA-X9 sind beispielsweise bereits zwei 3D-Brillen und der Transmitter für die Synchronisation der Sehhilfen im Lieferumfang enthalten. Bei den anderen zwei Modellen fallen pro Brille Zusatzkosten von 179 Euro und für den Transmitter 79 Euro an. Außerdem gewährt der Hersteller auf das 10.000-Euro-Gerät drei Jahre, auf die anderen beiden nur zwei Jahre Garantie. Das alleine rechtfertigt die Preisdifferenz zwischen DLA-X3 und -X9 aber noch nicht. Der Kontrast jedoch schon. Während der X9 eine Kontrastrate von 100.000:1 schafft, müssen sich Käufer des X7 mit 70.000:1 und Besitzer des X3 mit 50:000:1 begnügen. Bei der 3D-Projektion schlucken die Brillen dann nochmals rund die Hälfte des Kontrastes, wodurch beim Spar-Modell noch ein Kontrast von etwa 25.000:1 übrig bleibt. Allerdings ist auch das schon ein vergleichsweise guter Wert, zumal es sich hier um einen echten nativen Kontrast handelt, der ohne Tricks und Iris [20] erreicht wird. Dennoch hat der X3 einen Nachteil: Im Gegensatz zu seinen großen Brüdern fehlt ihm ein PC-Eingang. Wer den Beamer als Monitorersatz nutzen möchte, kann sich jedoch auch mit einem HDMI-DVI-Adapter behelfen. Zu guter Letzt sind auch hier zwei der für die dreidimensionale Unterhaltung unumgänglichen HDMI-1.4a [21]-Ports vorhanden. Einfach das Kabel in den Beamer stecken, das andere Ende an den 3D-Blu-ray-Player [22] stöpseln, und der Projektor wirft den 3D-Film an die Wand.

Sony VPL-VW90ES

Mit seinem VPL-VW90ES schickt auch Sony einen 3D-Projektor mit Full-HD-Auflösung ins Rennen. Das 6800 Euro teure und ab Mitte November erhältliche Gerät löst sowohl im zweidimensionalen als auch im dreidimensionalen Modus 1920 mal 1080 Bildpunkte auf. Wie JVC nutzt der Hersteller die LCoS-Technik. Allerdings nennt Sony die drei Chips im Inneren des Projektors nicht D-ILA, sondern SXRD [23]. Das Prinzip bleibt jedoch gleich. Das Licht wird in die Grundfarben aufgeteilt, mit Bildinformationen versehen und ausgegeben. Auch die Technik zum Generieren des Tiefeneffekts ist identisch. Allerdings erreichen die LCoS-Chips im Inneren des VPL-VW90ES mit 240 Hz die doppelte Wiederholrate. So bleiben bei der dreidimensionalen Darstellung für jedes Auge satte 120 Hz übrig. Das verbessert die Bewegungsschärfe und verhindert Flimmern sowie Ruckler.

Der Sony VPL-VW90ES stellt nicht nur 3D-Filme mit dritter Dimension dar. Er wandelt auch zweidimensionales Material mit Hilfe von Tricks in räumliche Bilder um.
Der Sony VPL-VW90ES stellt nicht nur 3D-Filme mit dritter Dimension dar. Er wandelt auch zweidimensionales Material mit Hilfe von Tricks in räumliche Bilder um.

Dafür kann der Sony-Projektor in puncto Helligkeit nicht ganz mit seinen Rivalen mithalten. Er schafft nur 1000 ANSI-Lumen. Das genügt zwar für 2D, durch den Lichtverlust im 3D-Modus ist das Bild jedoch nur bei abgedunkeltem Heimkino genießbar. Zum Kontrast macht der Hersteller nur eine schwammige Angabe: Die dynamische Kontrastrate [24] soll bei 150:000:1 liegen. Die Erfahrung zeigt, dass der native Wert meist weit geringer ausfällt. Dafür hat der Sony alle wichtigen Anschlüsse an Bord und glänzt mit einem geringen Betriebsgeräusch und drei Jahren Garantie. Darüber hinaus sitzt der 3D-Transmitter im Projektorgehäuse, und Sony legt zwei Brillen bei. Für jede weitere Sehhilfe fallen rund 95 Euro an. Und der VPL-VW90ES bietet noch ein Schmankerl: Er ist in der Lage, zweidimensionales Material um eine dritte Dimension zu erweitern. Der Projektor errechnet aus Schatten, Fokus und anderen Informationen im Bild der Lieblings-DVD die Bildtiefe und bringt den alten Film so in ganz neuem Glanz auf die Leinwand.

LG CF3D

Dieser Projektor ist nichts für schlanke Bankkonten: Die Polarisationstechnik des CF3D macht den LG-Beamer zum teuren Vergnügen. Obwohl das Gerät bereits mehr als einen Monat auf dem Markt ist, liegt der Preis immer noch bei stolzen 11.400 Euro. Für dieses Geld bekommt man einen nagelneuen Opel Corsa. Hinzu kommen noch die nicht zu verachtenden Kosten für eine spezielle Silver-Screen-Leinwand. Allerdings rechtfertigt der LG seinen Preis – zumindest in der Theorie. Schließlich stecken in seinem Gehäuse eigentlich zwei Beamer. Es kommen ebenfalls LCoS-Panels zum Einsatz, jedoch sind es hier sechs anstatt drei wie bei seinen Konkurrenten – eben doppelt so viele.

Teuer, groß und edel: LGs CF3D vereint zwei Beamer in einer schicken Hülle.
Teuer, groß und edel: LGs CF3D vereint zwei Beamer in einer schicken Hülle.

Sogar die Lampe ist zweimal vorhanden. Das wirkt sich auf die Helligkeit aus, die im normalen Modus bei 2500, im 3D-Betrieb bei 1500 ANSI-Lumen liegt. Damit erstrahlt die Leinwand hier im dreidimensionalen Modus heller, als es bei JVC und Sony ohne 3D der Fall ist. Außerdem nutzen beide Projektoren die 120-Hz-Technik, wodurch dank der simultanen Bildausgabe für rechtes und linkes Auge auch das 3D-Bild 120 Hz aufweist. Dafür verbraucht der LG auch fast doppelt so viel Energie wie seine Rivalen. Auch das Betriebsgeräusch fällt wegen der erhöhten Wärmeentwicklung und der somit stärkeren Kühlung höher aus. Und es lauert noch ein versteckter Nachteil: Ein Lampentausch kommt ebenfalls doppelt teuer. Immerhin: LG gibt die Lebensdauer der Birnen mit 3000 Stunden im normalen und 3500 Stunden im Eco-Modus an – und gewährt sogar 500 Betriebsstunden Garantie auf die Leuchtmittel. Einen defekten Projektor ersetzt der Hersteller seinen Kunden innerhalb der ersten drei Jahre.

Wer sich das Anschlusspanel des CF3D ansieht, entdeckt einen HDMI-Anschluss mehr als bei seinen Rivalen. Auch PC-Eingang sowie Component-Video- und Composite-Video-Buchsen fehlen nicht. Der USB-Port ist jedoch dem Service-Mitarbeiter vorbehalten – die Wiedergabe von Multimediainhalten von Speichersticks ist nicht vorgesehen. Dafür liefert der Hersteller gleich sechs passive 3D-Brillen mit – jede weitere kostet gerade einmal zehn Euro. Dabei ist das Fabrikat übrigens sogar egal. Die Brillen müssen lediglich für die zirkulare Polarisation geeignet sein.

Fazit

Es dauert zwar sicher noch, bis der letzte Film-Freak das Herzstück seines Heimkinos auf den 3D-Betrieb umgestellt hat, die notwendige Hardware ist aber endlich vorhanden. Allerdings hat sie ihren Preis: Selbst der günstigste Full-HD-3D-Beamer JVC DLA-X3 kostet etwa viermal so viel wie ein günstiger 3D-Fernseher – bietet dafür aber auch die vierfache Bilddiagonale.

Doch welcher 3D-Projektor ist nun der Beste? Zumindest auf dem Papier hat momentan LG mit seinem hellen und stabilen 3D-Bild die Nase vorne. Wie sich die unterschiedlichen Modelle jedoch in der Praxis schlagen, muss sich erst noch zeigen.

Tabelle anzeigen: Alle Full-HD-3D-Beamer im Vergleich [25]

Tabelle anzeigen: Alle Full-HD-3D-Beamer im Vergleich [25]

Hersteller JVC JVC JVC LG Sony
Modell DLA-X9 DLA-X7 DLA-X3 CF3D VPL-VW90ES
Preis 10.000 Euro 7000 Euro 4000 Euro 11.400 Euro 6800 Euro
Verfügbarkeit ab Anfang November ab Anfang November ab Anfang November bereits erhältlich ab Mitte November
Panel-Typ D-ILA (LCoS) D-ILA (LCoS) D-ILA (LCoS) LCoS SXRD (LCoS)
Auflösung (2D / 3D) 1920 x 1080 Pixel / 1920 x 1080 Pixel 1920 x 1080 Pixel / 1920 x 1080 Pixel 1920 x 1080 Pixel / 1920 x 1080 Pixel 1920 x 1080 Pixel / 1920 x 1080 Pixel 1920 x 1080 Pixel / 1920 x 1080 Pixel
Kontrast (nativ / dynamisch) 100.000:1 / k. A. 70.000:1 / k. A. 50.000:1 / k. A. 7000:1 / k. A. k. A. / 150.000:1
Helligkeit (2D / 3D) 1300 ANSI-Lumen / k. A. 1300 ANSI-Lumen / k. A. 1300 ANSI-Lumen / k. A. 2500 ANSI-Lumen / 1500 ANSI-Lumen 1000 ANSI-Lumen / k. A.
Bildwiederholrate 120 Hz 120 Hz 120 Hz 120 Hz 240 Hz
Notwendige Leinwand Standard Standard Standard Silver Standard
Projektionsdiagonale 60 – 200 Zoll 60 – 200 Zoll 60 – 200 Zoll 30 – 300 Zoll 40 – 300 Zoll
Eingänge 2 x HDMI (1.4a), VGA, Component-Video 2 x HDMI (1.4a), VGA, Component-Video 2 x HDMI (1.4a), Component-Video 3 x HDMI (1.4a), VGA, Component-Video, Composite-Video 2 x HDMI (1.4a), VGA, Component-Video, Composite-Video
Sonstige Anschlüsse RJ45 (3D-Sync), RS-232C (Remote), Trigger RJ45 (3D-Sync), RS-232C (Remote), Trigger RJ45 (3D-Sync), RS-232C (Remote), Trigger USB (Service), RJ45 (LAN) RJ45 (3D-Sync), RS-232C (Remote), Trigger
Leistungsaufnahme (Betrieb / Standby) < 350 Watt / 0,9 Watt < 350 Watt / 0,9 Watt < 350 Watt / 0,9 Watt < 625 Watt / < 1 Watt < 320 Watt / < 0,5 Watt
Geräuschpegel (Norm / Eco) 20 dB / k. A. 20 dB / k. A. 20 dB / k. A. < 33 dB / < 29 dB k. A. / < 20 dB
Lampenlebensdauer (Norm / Eco) 3000 Stunden / k. A. 3000 Stunden / k. A. 3000 Stunden / k. A. 3000 Stunden / 3500 Stunden 2000 Stunden / 3000 Stunden
Garantie (Gerät / Lampe) 36 Monate / k. A. 24 Monate / k. A. 24 Monate / k. A. 36 Monate / 500 Betriebsstunden 36 Monate / –
Abmessungen 47,2 x 45,5 x 17,9 cm 47,2 x 45,5 x 17,9 cm 47,2 x 45,5 x 17,9 cm 56,0 x 50,1 x 19,0 cm 48,5 x 47,0 x 17,9 cm
Gewicht 15,1 kg 15,1 kg 14,7 kg 19,6 kg 12,0 kg
           
3D-Brillen          
Modell PK-AG1 PK-AG1 PK-AG1 beliebig TDG-BR100B
Typ Aktiv Aktiv Aktiv Passiv Aktiv
Im Lieferumfang 2 0 0 6 2
Infrarot-Transmitter im Lieferumfang optional (PK-EM1, 79 Euro) optional (PK-EM1, 79 Euro) nicht erforderlich integriert
Preis 179 Euro 179 Euro 179 Euro ab 10 Euro 95 Euro

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

URL zum Artikel: https://www.cnet.de/41540277/tiefeneffekt-fuers-heimkino-3d-projektoren-mit-full-hd-aufloesung/

URLs in this post:

[1] 3D-Fernseher: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/kaufberatung/41533131/verfuegbare_3d_fernseher_im_vergleich_kino_action_mit_tiefeneffekt_fuer_zu_hause.htm

[2] rund 40.000 Geräte über die Ladentheke gegangen: http://www.bitkom.org/64937_64931.aspx

[3] Beamer: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/kaufberatung/41529629/neun_full_hd_beamer_unter_1200_euro_das_muessen_kaeufer_beachten.htm

[4] Projektoren mit dreidimensionalem Bild: https://www.cnet.de/tests/tv/41529519/viewsonic_pjd6381_unreifer_3d_projektor.htm

[5] volle HD-Auflösung: http://de.wikipedia.org/wiki/Full_HD

[6] LG: http://www.cnet.de/unternehmen/lg/

[7] CF3D: https://www.cnet.de/galerie/41528324/cebit_2010_lg_praesentiert_seinen_ersten_3d_faehigen_full_hd_beamer.htm

[8] Sony: http://www.cnet.de/unternehmen/sony/

[9] Shutter-Brille: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/trends-technik/41536108/page/2/3d_techniken_im_ueberblick_so_funktionieren_active_shutter__polarisation_co.htm

[10] Polarisationsfiltern: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/trends-technik/41536108/page/3/3d_techniken_im_ueberblick_so_funktionieren_active_shutter__polarisation_co.htm

[11] IMAX-Kinos: http://de.wikipedia.org/wiki/IMAX#IMAX_3D

[12] linearer Polarisation: http://de.wikipedia.org/wiki/Polarisation#Polarisationsarten

[13] Silver-Screen: http://en.wikipedia.org/wiki/Silver_screen

[14] DLA-X3: http://newsroom.jvc.com/tag/dla-x3/

[15] DLA-X7: http://newsroom.jvc.com/tag/dla-x7/

[16] DLA-X9: http://newsroom.jvc.com/tag/dla-x9/

[17] Prisma: http://de.wikipedia.org/wiki/Prisma_(Optik)

[18] D-ILA-LCoS: http://de.wikipedia.org/wiki/LCoS

[19] LCDs: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/trends-technik/39189858/von_lcd_bis_dlp_wie_heimkino_projektoren_funktionieren.htm

[20] Tricks und Iris: http://www.bluplay.net/content.php?279/#3_1

[21] HDMI-1.4a: https://www.cnet.de/blogs/alpha/tv/41207498/hdmi_1_4_spezifikation_vierfache_full_hd_aufloesung__3d_und_ethernet.htm

[22] 3D-Blu-ray-Player: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/trends-technik/41527132/3d_faehige_blu_ray_player_im_ueberblick_diese_geraete_kommen_2010.htm

[23] SXRD: https://www.cnet.de/digital-lifestyle/trends-technik/39189858/page/3/von_lcd_bis_dlp_wie_heimkino_projektoren_funktionieren.htm

[24] dynamische Kontrastrate: http://de.wikipedia.org/wiki/Kontrastverh%C3%A4ltnis

[25] Tabelle anzeigen: Alle Full-HD-3D-Beamer im Vergleich: #