Pentax Optio W90 im Test: tolle Outdoor-Kamera für die Skipiste

von Joshua Goldman und Stefan Möllenhoff am , 16:23 Uhr

Pro
  • hervorragendes Design
  • ausgezeichnete Ausstattung
  • vergleichweise viele Aufnahmeoptionen
Con
  • kein optischer oder mechanischer Bildstabilisator
  • kurze Akkulaufzeit
Hersteller: Pentax Listenpreis:
ZDNet TESTURTEIL: SEHR GUT 8,0 von 10 Punkte
Fazit:

Bei der Pentax Optio W90 gibt es sehr gutes Design, ordentliche Bildqualität und flotte Reaktionen für vergleichsweise wenig Geld. Erfreulicherweise packt der Hersteller die Kompaktkamera auch noch in ein stoßfestes und wasserdichtes Gehäuse.

Es gibt zwei Arten von Wintermenschen: diejenigen, die sich am liebsten vor dem Kaminfeuer zusammenrollen, und diejenigen, die bis zu den ersten Erfrierungserscheinungen mit einem Grinsen im Gesicht durch den Schnee toben. Wer auch in der kalten Jahreszeit das Haus verlässt und Schneeballschlachten sowie Snowboard- und Skiabenteuer dokumentieren will, braucht eine Kamera, die alles mitmacht. Wir haben einen heißen Kandidaten, die Pentax Optio W90, ausführlich getestet.

Von Sony [1] über Panasonic bis Olympus: Inzwischen hat fast jeder Kamerahersteller ein wasserdichtes und stoßfestes Modell im Programm. Pentax bringt mit der Optio W90 bereits seinen elften Digicam-Rambo in den Handel und gehört damit zum alten Eisen. Die Outdoor-Knipse ist wasserdicht bis 6 Meter, stoßfest bis 1,20 Meter und trotzt Temperaturen von bis zu 10 Grad unter Null. Stellt sich bloß die Frage: Wie viel von den Anschaffungskosten von rund 235 Euro geht für das solide Gehäuse drauf, und wie viel bleibt noch für die Kamera im Inneren übrig?

Design

Das Gehäuse der W90 besteht aus verstärktem Polycarbonat-Kunststoff, die Vorderseite ist zusätzlich mit einer Frontplatte aus gebürstetem Metall versehen. Auf den ersten Blick beziehungsweise „Griff“ wirkt die Kamera im Vergleich mit ihren Vollmetall-Konkurrenten etwas billig. Doch bereits nach einer kurzen Testphase wird klar: Das Ding dürfte die meisten Fotografen überleben. Durch den Einsatz von Kunststoff ist die Digicam im Vergleich mit den meisten ihrer Marktbegleiter außerdem angenehm leicht.

Im Lieferumfang ist eine Trageschlaufe mit Karabiner enthalten. So lässt sich die Optio W90 problemlos am Gürtel befestigen. Wer die Kamera nicht in Richtung Meeresgrund verlieren möchte, bekommt optional im Zubehör außerdem auch eine Trageschlaufe mit angehängtem Schwimmer. Wie bei den meisten Outdoor-Kameras gibt es auch bei der W90 eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, die man vor dem ersten Einsatz im Wasser beachten sollte – die entsprechenden Hinweise finden sich in der Gebrauchsanleitung. Übrigens ist Pentax einer der wenigen Hersteller, der seinen Kompaktkameras noch ein vollständiges, gedrucktes Handbuch beilegt.

Auf der Vorderseite der Pentax Optio W90 befindet sich ein fünffach vergrößerndes Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 28 bis 140 Millimetern im Kleinbildäquivalent. Die größten Blendenöffnungen betragen F3,5 im Weitwinkel und F5,5 im Telebereich. Wie bei allen Outdoor-Kameras ist die Optik vollständig im Gehäuse integriert. Anders als bei den meisten Konkurrenten befindet sich die Linse jedoch nicht rechts oben, sondern mittig auf der Vorderseite. Damit sinkt die Gefahr, die eigenen Finger statt bunten Clownsfischen zu fotografieren.

Die Pentax Optio W90 gibt es wahlweise mit grünem oder mit schwarzem Rahmen um das Gehäuse. [2]
Die Pentax Optio W90 gibt es wahlweise mit grünem oder mit schwarzem Rahmen um das Gehäuse.

Hinten am Gehäuse sitzt ein ordentlich helles 2,7-Zoll-Display. Es verfügt zwar über eine Schicht, die Spiegelungen vermindern soll, doch in direktem Sonnenlicht ist es gelegentlich trotzdem schwer, etwas zu erkennen. Die Knöpfe und Schalter lassen sowohl mit trockenen als auch mit nassen Händen zuverlässig treffen. Und: Selbst mit Handschuhen ist die Bedienung kein Problem. Die Tasten stehen allesamt aus dem Gehäuse heraus und sind mit recht großzügigen Abständen gesegnet.

Oben auf der Kamera befinden sich Auslöser und Ein/Aus-Schalter. Hinten am Gehäuse gibt es eine Wippe zur Steuerung des optischen Zooms, Play-, Menü- und Gesichtserkennungstasten sowie ein Vier-Wege-Pad mitsamt mittigem Ok-Button. Ganz unten sitzt noch Pentax‘ grüner Knopf – dazu später mehr.

Die Ok-Taste in der Mitte des Pads dient auch dazu, zwischen den verschiedenen Anzeigeoptionen auf dem Display zu wechseln. Oder den Bildschirm wahlweise komplett abzuschalten – was mangels optischem Sucher allerdings recht wenig Sinn ergeben dürfte. Das Vier-Wege-Pad ermöglicht neben der Navigation durch die Menüdialoge auch den direkten Zugriff auf die Einstellungen zu Blitz, Fokus, Selbstauslöser und Aufnahmemodi. Der grüne Knopf schließlich aktiviert den „Ich-bin-faul-und-lasse-die-Kamera-arbeiten“-Automatik-Modus. Wer die Automatikfunktion nicht nutzt, kann die Taste auch zum Konfigurieren von Belichtungskorrektur, Weißabgleich, ISO-Empfindlichkeit und so weiter umfunktionieren.

Die aus dem Gehäuse hervorstehenden Tasten lassen sich sowohl mit Handschuhen als auch mit nackten Fingern gut bedienen. [3]
Die aus dem Gehäuse hervorstehenden Tasten lassen sich sowohl mit Handschuhen als auch mit nackten Fingern gut bedienen.

Unten am Gehäuse befindet sich eine Klappe, die die Fächer für Stromspeicher und Speicherkarte beherbergt. Die Akkulaufzeit ist leider recht kurz. Die nach den Richtlinien der CIPA gemessene Herstellerangabe beträgt zwar 205 Fotos pro Ladung, doch der Einsatz von LED-Beleuchtung, Videomodus, Zoom & Co. dürfte die Reichweite in der Praxis deutlich reduzieren. Wer sich mit der Pentax Optio W90 in die steckdosenbefreite Wildnis stürzen möchte, sollte bei knipsfreudigem Zeigefinger noch ein bis zwei Zusatzakkus mitnehmen. Nachdem sich die Stromspeicher nicht in der Kamera selbst aufladen lassen, sollte das Ladegerät ebenfalls im Reisegepäck verstaut sein.

Auf der rechten Seite der Kamera gibt es eine weitere Klappe, die einen Micro-HDMI- sowie einen kombinierten Micro-USB- und AV-Port versteckt. Das USB/AV-Kabel befindet sich im Lieferumfang, die Strippe für den HDMI-Anschluss ist gegen Aufpreis erhältlich, wahlweise im Pentax-Zubehör oder – günstiger – bei diversen anderen Online-Shops. Ab rund 30 Euro wechselt es außerdem die Infrarot-Fernbedienung Pentax O-RC1 den Besitzer, die erfreulicherweise – wie die Kamera auch – wasserdicht ist.

Ausstattung

Die einzige wirkliche Enttäuschung bei der Pentax Optio W90 ist das Fehlen eines optischen oder mechanischen Verwacklungsschutzes. Stattdessen bietet die Kamera zwei verschiedene digitale Bildstabilisatoren an. Der eine erhöht einfach die ISO-Empfindlichkeit und senkt die Auflösung, um möglichst kurze Verschlusszeiten und damit unverwackelte Fotos zu erzielen. Der andere hört auf den Namen Pixel Track SR und erkennt anhand der Verschiebung der einzelnen Bildpunkte während des Belichtungsvorgangs, wie der Fotograf die Kamera verzieht. Nach dem Knipsen versucht die W90 schließlich, diese Bewegung rückwärts wieder herauszurechnen. Im Gegensatz zu der Methode, die die ISO-Empfindlichkeit erhöht, kommt dadurch nicht mehr Bildrauschen auf die Fotos. Allerdings ist der Pixel-Track-SR-Verwacklungsschutz recht rechenintensiv, was für eine mehrsekündige Zwangspause nach dem Fotografieren sorgt. Zudem lässt durch die nachträglich Bearbeitung bei manchen Fotos die Schärfe sichtbar nach. Perfekt funktioniert dieser digitale Bildstabilisator also auch nicht, besser als nichts ist er jedoch allemal.

Der Großteil der Aufnahmemodi der W90 richtet sich an Schnappschussfotografen. Lediglich im Nachtmodus lässt sich die Verschlusszeit händisch auf bis zu vier Sekunden einstellen, ansonsten gibt es keine manuellen Optionen, was Blende und Belichtungszeit angeht. Sämtliche Szenenprogramme befinden sich zusammen mit der Programmautomatik und der Szenenerkennung in einem einzigen Menü. Die Programmautomatik gewährt die meisten manuellen Einstellungsmöglichkeiten, darunter auch für Schärfe, Kontrast und Sättigung. Für die Aufnahmen lassen sich drei verschiedene Farbmodi festlegen. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, im Wiedergabemodus eine Reihe von Filtern auf die Bilder anzuwenden, etwa Sepia, Spielzeugkamera, Retro, Hoher Kontrast, Weich und Fischauge.

Auf der linken Seite der Kamera befinden sich HDMI-, USB- und AV-Ports, gegenüber sitzt eine Metallöse für die mitgelieferte Trageschlaufe. [4]
Auf der linken Seite der Kamera befinden sich HDMI-, USB- und AV-Ports, gegenüber sitzt eine Metallöse für die mitgelieferte Trageschlaufe.

Fans von Makrofotos freuen sich über die geringe Naheinstellgrenze von einem Zentimeter. Ein viel beworbenes Feature ist außerdem der Digital-Mikroskop-Modus. Hier nutzt die Kamera die drei um das Objektiv herum angebrachten LEDs, um das Motiv zu erhellen. Der fünffache optische Zoom lässt sich hier voll ausnutzen, allerdings reduziert die Kamera die Auflösung auf 2 Megapixel.

Hersteller Pentax
Modell Optio W90
Preis 235 Euro
Bildsensor 1/2,3 Zoll CCD
Auflösung 12 Megapixel
Optischer Zoom 5-fach
Brennweitenbereich 28 – 140 mm
Lichtstärke F3,5 – F5,5
Belichtungszeiten 1/1500 – 4 s
Bildstabilisator nur digital
Empfindlichkeiten ISO 80 – 6400
Max. Fotoauflösung 4000 x 3000 Pixel
Max. Videoauflösung 1280 x 720 Pixel, 30 fps
Dateiformate JPEG (Foto), MJPEG (Video)
Display 2,7 Zoll
Speichermedien SD, SDHC
Akkulaufzeit (CIPA) 205 Fotos
Anschlüsse USB, AV, Mini-HDMI
Abmessungen 10,8 x 5,9 x 2,5 cm
Gewicht 161 g

Geschwindigkeit

Bei der Geschwindigkeit steht die Pentax Optio W90 vergleichsweise gut da. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Foto im Kasten ist, vergehen lediglich 1,2 Sekunden. Die Auslöseverzögerung – also die Zeit, wie lange die Kamera braucht, um nach dem Druck auf den Auslöser ein Foto zu schießen – beträgt bei guten Lichtverhältnissen flotte 0,4 Sekunden. Bei Motiven mit niedrigem Kontrast verschlechtert sich der Wert auf 0,8 Sekunden.

Zwischen zwei Aufnahmen genehmigt sich die Kamera eine Auszeit von 1,8 Sekunden. Mit zugeschaltetem Blitz verlängert sich die Verschnaufpause auf lediglich 2,1 Sekunden. Der Serienbildmodus mit voller Auflösung reicht zwar nicht an die Dauerfeuermodi von Digicams mit rückseitig belichteten Bildsensoren heran, ist mit 1,4 Sekunden für eine Kamera dieser Klasse aber recht fix. Mit auf 5 Megapixel reduzierter Auflösung schaufelt die Pentax 2,7 Fotos pro Sekunde auf die Speicherkarte.

Bildqualität

Für eine kompakte Outdoor-Kamera ist die Bildqualität sehr gut. Die meisten Kandidaten in dieser Klasse liefern sehr weichgezeichnet wirkende Aufnahmen. Zwar macht die W90 hier keine Ausnahme, aber das Gros der Konkurrenten schlägt sie hier trotzdem. Ab ISO 80 ist ein leichtes Bildrauschen auf den Fotos zu erkennen, doch bei niedrigen Empfindlichkeiten hält Pentax die Bildstörungen noch recht gut in Schach, und die Fotos weisen viele feine Details auf.

Ab ISO 400 wirken die Bilder zunehmend weicher und verlieren bis zum maximalen Wert von ISO 1600 immer mehr Details. Bei verkleinerter Betrachtung weisen die Bilder auch bei hohen Empfindlichkeiten noch viele Feinheiten auf, doch die Farben machen einen zunehmend verwaschenen Eindruck. Die Pentax Optio W90 ist für den Outdoor-Einsatz gedacht, und sobald die Sonne am Himmel steht, gelingen die Aufnahmen sehr ordentlich.

Im Weitwinkel bringt die Optik eine Tonnenverzerrung aufs Bild. Nachdem Pentax sie bei Standbildern herausrechnet, ist die Deformation allerdings kaum auszumachen. Das gleiche gilt auch für die kissenförmige Verzeichnung im Telebereich. Sobald man jedoch ein Video aufnimmt, machen sich die Abbildungsfehler deutlich bemerkbar. Das Objektiv ist ziemlich scharf und lässt auch zu den Bildecken hin nicht nach. An Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden hat die Linse erfreulich wenig mit violetten Farbsäumen zu kämpfen.

Die Farbwiedergabe der W90 ist mit Ausnahme des Neutral-Farbmodus nicht besonders akkurat. Ab Werk ist die Einstellung Bright aktiviert, die zwar weiter neben der Realität liegt, aber dafür nicht ganz so platt wirkende Bilder liefert. Die Ausleuchtung der Fotos gelingt gut, allerdings liegt der automatische Weißabgleich gelegentlich daneben. Bei Kunstlicht liefert er merklich zu warme Ergebnisse, die Tungsten-Einstellung bringt jedoch zu kalte Farben auf die Fotos. Bei Tageslicht schlägt sich der automatische Weißabgleich gut, am zuverlässigsten – wenngleich auch am Aufwändigsten – ist jedoch immer noch die manuelle Einstellung.

Abgesehen von der etwas weichen Bildwirkung und dem deutlichen Rauschen bei schlechten Lichtverhältnissen nimmt die W90 gute Videos auf. Die Qualität der 720p-Filmchen bewegt sich in etwa auf dem Niveau von HD-Pocket-Camcordern. Im Gegensatz zu den meisten Mini-Videokameras filmt die Pentax-Digicam jedoch auch unter Wasser und macht bei gelegentlichen Stürzen nicht gleich die Grätsche. Leider steht der optische Zoom während der Videoaufnahme nicht zur Verfügung.

Fazit

Im Gegensatz zu vielen anderen Outdoor-Kameras macht die Pentax Optio W90 bei Geschwindigkeit und Bildqualität erfreulich wenige Abstriche – und bietet eben trotzdem ein sehr solides Gehäuse. Wer eine treue Digicam-Begleiterin sucht, die nicht gleich bei den ersten Regentropfen oder dem ein oder anderen Sturz die Grätsche macht, ist hier goldrichtig.

Aufnahmegeschwindigkeit (in Sekunden)
(kürzere Balken bedeuten bessere Leistung)

Zeit bis zur ersten Aufnahme   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (mit Blitz)   
Zeit zwischen zwei Aufnahmen (ohne Blitz)   
Auslöse- verzögerung (Zwielicht)   
Auslöse- verzögerung (Tageslicht)   
Pentax Optio W90

1.2 
2.1 
1.8 
0.8 
0.4 
Canon PowerShot D10 [6]

1.2 
3.9 
2 
0.7 
0.5 
Panasonic Lumix DMC-FT1 [7]

1.2 
2.3 
1.9 
1.2 
0.5 
Olympus µ Tough-8010 [8]

4 
4.2 
4 
1.3 
0.7 

Serienbildgeschwindigkeit (in Fotos pro Sekunde)
(längere Balken bedeuten bessere Leistung)
Pentax Optio W90

1.4 

Artikel von CNET.de: https://www.cnet.de

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[5] Beispielfotos: die Bildqualität der Pentax Optio W90: https://www.cnet.de/41540411/beispielfotos-die-bildqualitaet-der-pentax-optio-w90/?pid=1#sid=41540404

[6] Canon PowerShot D10: https://www.cnet.de/tests/digicam/41005620/canon_powershot_d10_unterwasserkamera_mit_sinn_fuer_details.htm

[7] Panasonic Lumix DMC-FT1: https://www.cnet.de/tests/digicam/41004148/panasonic_lumix_dmc_ft1_wasserfeste_hd_kompaktkamera.htm

[8] Olympus µ Tough-8010: https://www.cnet.de/tests/digicam/41538707/olympus_tough_8010_im_test_robuster_14_megapixel_panzer_fuer_schoenwetterfotos.htm