Leistung

Die Ixus 1000 HS ist für ihre Klasse zwar nicht besonders schnell, im Vergleich zu ihren älteren Canon-Schwestern hat sie jedoch zugelegt. Bis nach dem Betätigen des Einschalters das erste Bild im Kasten ist, dauert es etwa 3 Sekunden. Zwischen jeder weiteren Aufnahme vergehen 2,3 Sekunden ohne und 4,0 Sekunden mit Blitz. Die Auslöseverzögerung – also die Zeit, die die Kamera zwischen Drücken des Auslösers und Einfangen des Bilds braucht – beträgt bei guten Lichtverhältnissen etwas zähe 0,6 Sekunden. Bei Motiven mit geringen Kontrasten verschlechtert sich der Wert auf 0,8 Sekunden. Gelegentlich gibt es hier jedoch Ausreißer nach oben, und die Digicam braucht länger.

Im Serienbildmodus schießt die Ixus 1000 HS 3,6 Aufnahmen pro Sekunde. Nach dem ersten eingefangenen Foto werden Fokus und Belichtung jedoch nicht mehr angepasst. Zwar macht die Canon im Vergleich mit den meisten anderen Kompaktkameras hier eine sehr gute Figur, doch für eine Digicam mit CMOS-Sensor ist sie trotzdem eher langsam. Die Konkurrenz schaufelt bis zu elf Fotos pro Sekunde auf die Speicherkarte. Der Unterschied ist hier, dass die Canon-Knipse während des Fotografierens die Bilder abspeichert, und somit nach Beenden des Foto-Dauerfeuers gleich wieder einsatzbereit ist. Die Marktbegleiter genehmigen sich hingegen eine mehrsekündige Verschnaufpause und lassen den Anwender möglicherweise das eine oder andere Motiv verpassen.

Es gibt noch eine Serienbildfunktion, bei der die Ixus 1000 HS den Autofokus und die Belichtung kontinuierlich nachregelt. Allerdings sinkt die Geschwindigkeit hier auf etwas unter einem Bild pro Sekunde. Wer mehr Tempo wünscht, findet bei der Digicam auch noch einen 8,8-fps-Modus. Die Fotoauflösung sinkt dann jedoch auf 2,5 Megapixel. Im Videomodus hat der kontinuierliche Autofokus gelegentlich damit zu kämpfen, das Motiv im Blick zu behalten.

Bildqualität

Die Fotoqualität der Ixus 1000 HS ist sehr gut und bewegt sich auf einem Level mit der der Sony Cyber-shot DSC-HX5V, einer anderen kompakten Megazoom-Kamera mit BSI-CMOS-Sensor. Leider haben sowohl die Canon- als auch die Sony-Kamera sowie alle weiteren Digicams mit diesem rückseitig belichteten Bildsensor ein Problem: Auch bei der niedrigsten Empfindlichkeit wirken die Aufnahmen weich. Mit ISO 400 – einer häufig bei Innenaufnahmen verwendeten Einstellung – vernichtet die Rauschunterdrückung bereits zahlreiche Feinheiten. Das Erfreuliche bei der Canon-Kamera ist, dass die Farben bis einschließlich ISO 1600 nicht kaputtgehen und selbst bei ISO 3200 noch recht vernünftig, wenn auch etwas ausgewaschen, aussehen. Aber immerhin: Die mit hohen Empfindlichkeiten geschossenen Fotos sehen so in Form von kleinen Abzügen oder auf Facebook & Co. noch recht ordentlich aus.

Im Weitwinkel – wenn man die 36 Millimeter denn so nennen möchte – bringt das Objektiv eine sehr leichte kissenförmige Verzeichnung auf die Fotos. Bei maximaler Brennweite können wir erfreulicherweise keine Kissenverzerrung feststellen. Die Bildschärfe ist in der Mitte gut und lässt zum Rand hin nur minimal nach. Dafür treten leider an Übergängen mit hohen Helligkeitsunterschieden überdurchschnittliche starke Farbsäume auf. In den meisten Fällen sind die Bildfehler nur bei starker Vergrößerung sichtbar.

Die Farbwiedergabe ist exzellent, die Fotos sehen klar und lebendig aus. Wer gerne herumexperimentiert, freut sich über die Einstellungsmöglichkeiten zu Sättigung, Schärfe und Kontrast. Die Ausleuchtung der Fotos gelingt grundsätzlich sehr gut, doch in hellen Bildbereichen kommt es zum Detailverlust. Mit diesem Problem haben die aktuellen BSI-Sensoren jedoch grundsätzlich stärker zu kämpfen als die CCD-Lichtfänger. Sony und diverse andere Hersteller versuchen, die vergleichsweise niedrige Dynamik durch eine HDR-Automatik zu kompensieren, die zwei mit unterschiedlichen Belichtungen aufgenommene Fotos miteinander kombiniert. Bei Canon gibt es lediglich das i-Contrast-Feature, das jedoch nur in dunklen Bildbereichen Details wiederherstellen kann.

Der automatische Weißabgleich leistet im Großen und Ganzen sehr gute Dienste. Lediglich unter Kunstlicht wirken die Fotos einen Tick zu warm. Außerdem scheint der manuelle Weißabgleich für etwas zu kühle Ergebnisse zu sorgen.

Die Videoqualität ist hervorragend und schlägt die meisten HD-Pocket-Camcorder. Einen ausgewachsenen Camcorder kann die Ixus 1000 HS zwar nicht ersetzen, doch für ein paar Urlaubsvideos auf YouTube oder dem HD-Fernseher im Wohnzimmer reicht die Qualität bei Weitem aus. Bei schnellen Bewegungen kommt es zu merklichen Rucklern, doch das ist in dieser Kameraklasse nichts Ungewöhnliches. Erfreulicherweise funktioniert der optische Zoom während der Videoaufnahme und arbeitet so leise, dass er auf den Clips praktisch nicht zu hören ist. Übrigens: Die 1080p-Videodateien sind riesig. Ein zehnsekündiges Filmchen beansprucht bereits rund 40 MByte.

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