Kaufberatung Kompaktkameras: Sensor, Objektiv und Ausstattung – darauf kommt es an

Objektiv

Vor dem Bildsensor sitzt das Objektiv. Es leitet das Licht auf den CCD- oder CMOS-Chip weiter und ermöglicht dem Fotografen mittels optischem Zoom eine Wahl des Bildausschnitts. Fürs Bergpanorama eignet sich der Weitwinkel, für Nahaufnahmen von entfernten Gemsen kommt der Telebereich zum Einsatz. Bei den „weitwinkeligsten“ – also panoramafreundlichsten – Kameras auf dem Markt beginnt der Brennweitenbereich bei 24 Millimetern. Die Vergrößerungsspezialisten kommen im Telebereich auf 840 Millimeter. Was bedeuten diese Zahlen? Die aktuell gewählte Brennweite einer Kamera ist indirekt proportional zum Bildwinkel, also dazu, wieviel vom Motiv auf dem Bild landet. Die derzeit vergrößerungsstärkste Kamera ist die Canon PowerShot SX30 IS: Ihr Brennweitenbereich reicht von 24 bis 840 Millimetern. 840 Millimeter geteilt durch 24 Millimeter ist gleich 35: Die Kamera verfügt über einen 35-fachen optischen Zoom. Die folgenden Fotos zeigen, wie sich verschieden starke Zooms auf die Praxis auswirken.

Dieses Bild verdeutlicht, wie viel Flexibilität ein 5-facher, ein 12-facher und ein 35-facher optischer Zoom bieten.
Dieses Bild verdeutlicht, wie viel Flexibilität ein 5-facher, ein 12-facher und ein 35-facher optischer Zoom bieten.

Ein gigantischer Zoom scheint sicherlich auf den ersten Blick attraktiv. Allerdings gibt es zwei Dinge zu bedenken: Die Fotoqualität beziehungsweise die Bildschärfe lässt bei den extrem hohen Brennweiten meist sehr stark nach. Und zudem sind die Modelle mit den flexiblen Objektiven sehr sperrig. Die vergrößerungsstärkste und zugleich noch hosentaschentaugliche Kompaktkamera ist derzeit die Samsung WB650 mit einem 14-fachen optischen Zoom.

Zoomstarke Objektive mit mehr als siebenfacher optischer Vergrößerung finden sich lediglich bei Kameras mit Sensoren im 1/2,3-Zoll-Format. Die größeren 1/1,7-Zoll-Chips erfordern eine aufwändigere Linsenkonstruktion – die Kompaktkameras wären dann alles andere als kompakt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Optik ist die größte Blendenöffnung. Sie wird meist in F-Nummern angegeben und sagt aus, wie viel Licht durch die Optik auf den Bildsensor trifft. Ein durchschnittlicher Wert ist hier F3,5, bessere Modelle bieten F2,8, die lichtstärkste Kompaktkamera ist derzeit die Samsung EX1 mit einer größten Blende von F1,8. Je kleiner der Wert, desto besser. Die Angabe findet sich in der Regel auf dem Objektiv und wird dort meist in der Form 1:2,8 – 5,7 oder dergleichen angegeben. 1:2,8 beziehungsweise F2,8 ist die Lichtstärke des Objektivs im Weitwinkel, 1:5,7 respektive F5,7 die größte Blendenöffnung bei maximaler Brennweite, also maximalem Zoom. Die Lichtstärke von Optiken verschlechtert sich immer mit zunehmender Zoomstufe der Optik.

Die Lichtstärke steigt nicht linear mit kleineren Blendenzahlen, sondern verändert sich nach der sogenannten Blendenreihe. Bei F2,0 gelangt doppelt so viel Licht auf den Bildsensor wie bei F2,8, viermal so viel wie bei F4,0 und achtmal so viel wie bei F5,6. Das bedeutet, dass bei F2,0 die halbe beziehungsweise eine vier- oder achtmal kürzere Belichtungszeit ausreicht, um ein ordentlich belichtetes Foto zu erzielen. Das wiederum heißt, dass sich bei schlechteren Lichtverhältnissen noch eher freihändig verwacklungsfreie Fotos schießen lassen.

Ein weiteres Ausstattungsmerkmal, das bei Aufnahmen im Zwielicht hilft, ist der Bildstabilisator. Sehr preiswerte Modelle setzen auf einen sogenannten digitalen oder elektronischen Bildstabilisator. Dieser versucht, Verwacklungen von vorneherein durch geeignete Aufnahmeparameter zu vermeiden beziehungsweise sie per Software aus den Fotos herauszurechnen. In ersterem Fall bedeutet das eine Verschlechterung der Bildqualität, da meist hohe ISO-Werte eingesetzt werden und es so zu vermehrtem Bildrauschen kommt. Und der andere Fall arbeitet in der Regel leider nicht sonderlich effizient.

Viel besser sind hier optische beziehungsweise mechanische Bildstabilisatoren. Sie gleichen Verwacklungen entweder durch das Verschieben von Linsenelementen im Objektiv oder durch ein mechanisches Bewegen des Bildsensors aus. Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen oder bei starken Vergrößerungen ist ein optischer oder mechanischer Verwacklungsschutz eine große Hilfe.

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